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Gar nicht mal so kalt!

Draußen Klettern im Winter: Unsere Top-Klettergebiete in Bayern & Tirol

7 Minuten Lesezeit
Die Tage werden kürzer, die Sonne schwächer, aber Du willst trotzdem draußen klettern gehen? In diesem Beitrag stellen wir Dir sechs Klettergebiete in Bayern und Österreich vor, die sich prima fürs Klettern im Winter eignen.

Manch einem Kletternden drohen im Winter die Wände der Boulderhalle auf den Kopf zu fallen. Wir träumen von sonnigem Fels und Kletterspaß im T-Shirt. Dass man dafür gar nicht in den Süden fliegen muß, zeigt unsere Auswahl an deutschen und österreichischen Winter-Klettergebieten. Aufgrund ihrer südlichen Ausrüstung ist Klettern dort nämlich das ganze Jahr über möglich. Mit etwas Glück an Tagen, an denen die Sonne durchkommt, sogar im T-Shirt – mitten im Februar!

  • Tipp: Sicher, ein wenig mehr Ausrüstung braucht es schon als im Sommer. So gehören eine warme Jacke, Mütze, Thermoskanne oder sogar ein kleiner Kocher mit Topf für den stilvollen Pausen-Kaffee am Wandfuss ins Gepäck. Eventuell machen Socken in den Kletterschuhen Sinn, die dann wahrscheinlich eine halbe Nummer größer sein dürfen.

So vorbereitet, steht Deinem Winterklettertag eigentlich nichts mehr im Wege. Hier unsere Top sechs Klettergebiete für den Winter (Bayern und Tirol).

1. Das Brauneck (Bayern | Bayerische Voralpen)

Hoch auf den Gamskopf & das Alpenpanorama genießen!

Markus Stadler

Hoch auf den Gamskopf & das Alpenpanorama genießen!


Wer kennt es nicht: Das Brauneck, beliebtes Traditionsskigebiet vor den Toren Münchens.  Dieses Sportklettergebiet ist mittlerweile eines der größten und vielfältigsten in Südbayern mit oft sehr gutem Fels und sehr guter Absicherung. Dank der südseitigen Ausrichtung der meisten Sektoren lohnt es sich auch im späten Winter. Vor allem oberhalb der Stie Alm finden Mover gemäßigter Grade genug Fels für einen sonnigen Wintertag. Der Zustieg kann praktischerweise mit der Brauneck-Bergbahn (Fahrtzeit ca. 20 Minuten) stark verkürzt werden und wird für viele Aspiranten die Möglichkeit der Wahl darstellen. Denn ab der Bergstation muss man zur Stiealm nur ca. 30 bis 40 Minuten zurücklegen. Andere Sektoren liegen auf dem Weg. Natürlich kann man auch mit Ski oder zu Fuß aufsteigen. Das dauert aber wenigstens eineinhalb Stunden.

Ausgangspunkt: Von der Bergstation Brauneckbahn (Lengries) je nach Sektor in 10 – 30 Minuten, vom Tal 1,5 bis 2 h.

Zustieg: Von der Bergstation auf markierten Wegen (eventuell mit Ski) nach Westen meist oberhalb der Pisten gehen zu Stie Alm. Achtung auf Pistenbetrieb.

2. Zellerwand (Bayern | Chiemgauer Alpen)

Super sonning - auch im Herbst & Winter!

Markus Stadler

Super sonning – auch im Herbst & Winter!


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Die Zellerwand im Chiemgau ist eines der attraktivsten Klettergebiete Südostbayerns.
Gründe sind die hohe Routenzahl in unterschiedlichen Graden (auch für Anfänger ist etwas dabei) und die einfache Erreichbarkeit (10 Minuten Zustieg).  Im Sommer kann es Tage geben, an denen es zu heiß zum Klettern ist. Im Winter hat man das Problem nicht und findet an dieser mehrere hundert Meter breiten und teilweise 80 m hohen Wand ausreichend Betätigung.

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Der Wermutstropfen: Leider ist die Felsqualität nicht immer perfekt. Es gibt Routen, die aufgrund des eher losen Gesteins nicht zu empfehlen sind. Der Helm gehört also nicht nur in den Rucksack, sondern auch auf den Kopf.

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Wichtig: Mehrseillängenrouten dürfen vom 15. Februar bis zum 30. Juni nur bis zum ersten Standplatz geklettert werden. Routen mit mehr als 25 m und vorhandenem Zwischenstand dürfen in dieser Zeit nur bis zum ersten Standpatz geklettert werden. Auf Routen, die zwar nicht gesperrt sind und in denen Vögel brüten, bitte nicht klettern. (Quelle DAV)

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Ausgangspunkt: Campingplatz Zellersee kurz vor Schlechinger Ortsteil Mettenham. Vor dem Campingplatz ist links ein ausgewiesener Parkplatz. Hier und nicht vor der Schranke des Campingplatzes parken.

Zustieg: Vom Parkplatz über einen kleinen Steig auf eine Forststraße. Dieser nach links etwa 300 m folgen, hier führt ein Pfad den Wald hinauf zu den Sektoren führt. 

  • Höhe: ca. 685 m
  • Routenanzahl: ca. 200
  • Ausrichtung: Süd
  • Schwierigkeit: überwiegend 5 – 9
  • Felsqualität: gut, aber bisweilen brüchige Stellen möglich
  • Länge: überwiegend 15 – 20 m, für lange Routen macht aber ein 80 Meter Seil Sinn
  • Absicherung: gut
  • Führer: Kletterführer Bayerische Alpen Band 1 – Berchtesgaden bis Aschau (Autor: Markus Stadler)
So schaut die Zellerwand vom Parkplatz aus.

Markus Stadler

So schaut die Zellerwand vom Parkplatz aus.


Märchenwald ist wohl genau der richtige Name für diesen Klettersektor der Zellerwand!

Markus Stadler

Märchenwald ist wohl genau der richtige Name für diesen Klettersektor der Zellerwand!


3. Krettenburg (Bayern | Mangfallgebirge)

Das Schöne an den bayerischen Voralpen ist, dass man im Winter im Tal oft im kalten Nebel hängt, während weiter oben die Sonne für kletterbare Plusgrade sorgt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Krettenburg, ein nach Süden exponierter 250 Meter breiter Felsriegel direkt oberhalb der bekannten Oberen Firstalm. Dank einer umfangreichen Sanierung ist die Absicherung bestens und die vielen moderaten Routen machen die Krettenburg zum beliebten Spot im Bayerischen Oberland.

Man mag es gut oder schlecht finden: Aber ein bißchen etwas tun muss man schon, bevor man den Fels angreifen kann. Der Zustieg dauert nämlich rund eine Stunde. Sympathisch ist, dass mit der Firstalm ein Gasthaus in Rufweite ist, bei dem man sich mit langgezogenen Fingern für den Rückweg stärken kann. Clevere Kletterinnen und Kletterer nehmen den Rodel mit. Der trägt nicht nur die Ausrüstung zur Wand, sondern erlaubt auch eine lustige und beschleunigte Abfahrt zum Spitzungsattel.

Ausgangspunkt: Spitzingsattel.

Zustieg: Vom Spitzingsattel zur oberen Firstalm. Nun rechts kurz dem Wanderweg folgen und dann links über die Wiese zum Waldrand. Hier nach links, bis rechts ein Pfad (rote Markierungen) zur Wand führt (ca. 50 – 60 Minuten Gehzeit)

  • Höhe: ca. 1.400 m
  • Routenanzahl: ca. 120
  • Ausrichtung: Süd
  • Schwierigkeit: überwiegend 6 – 9
  • Felsqualität: gut, aber bisweilen brüchige Stellen möglich
  • Länge: überwiegend 15 – 20 m, für lange Routen macht aber ein 80 Meter Seil Sinn
  • Absicherung:
  • Führer: Kletterführer Bayerische Alpen Band 3 – Bayrischzell bis Benediktbeuern (Autor: Markus Stadler)

4. Chinesische Mauer (Tirol | Wettersteingebirge)

Anspruchsvolle Routen mit vielen Leisten & Löchern gibt's an der Chinesischen Mauer in Tirol.

Climbers Paradise Tirol | Michael Meisl

Anspruchsvolle Routen mit vielen Leisten & Löchern gibt’s an der Chinesischen Mauer in Tirol.


Einen Katzensprung von Mittenwald entfernt, liegt sozusagen direkt auf der anderen Seite der Grenze eines der bekanntesten Klettergebiete Tirols: Die Chinesische Mauer. Dieser Felsriegel trohnt tatsächlich wie eine Mauer über dem Tal und von den Einstiegen reicht der Blick ins Wetterstein und bis in die Stubaier Apen. Die Chinesische Mauer liegt dank der hohen Lage in alpiner Umgebung. Wer nicht wenigstens den oberen sechsten Grad beherrscht, hat eher weniger Spaß in den anspruchsvollen Routen an Leisten und Löchern, die nicht immer sofort ins Auge fallen. Wirklich los geht es erst ab 6b. Wer das drauf hat, wird mit hervorragendem Fels und athletischen Routen belohnt, die locker mit Touren beispielsweise im Verdon mithalten können.  

Ausgangspunkt: Puitbach (4 Häuser), ca. 4 km vor Leutsch (von Mittenwald kommend). Östlich der Straße (Bushaltestelle) befindet sich der Parkplatz.

Zustieg: Vom Parkplatz ist die Chinesische Mauer gut erkennen. Man überquert die Straße und erreicht, an einigen Häusern vorbei einen Forstweg. Geradeaus weiter bis sich die Forststrasse verzweigt und den linken der beiden Karrenwege nehmen. In eine kleine Mulde hinein bis zu einem Waldsteig, der in einigen Kehren bis zum Beginn der Wand führt. (ca. 30 Minuten Gehzeit)

  • Höhe: ca. 1.250 m
  • Routenanzahl: ca. 160
  • Ausrichtung: Süd
  • Schwierigkeit: überwiegend 6+/7- 10
  • Felsqualität: gut
  • Länge: 10 – 120 m
  • Absicherung: gut
  • Führer/Infos: www.climbers-paradise.com

5. Nassereith/Sparchet (Tirol | Gurgltal)

In Nassereith herrscht meist ein gemäßigtes Klima - perfekt für Sonnenkletterei mitten im Winter.

© Outdoorregion Imst_Pascal Pechtl

In Nassereith herrscht meist ein gemäßigtes Klima – perfekt für Sonnenkletterei mitten im Winter.


Eigentlich kennt man das Gebiet unter dem Namen des Ortes, oberhalb dessen es liegt: Nassereith.

Im Kletterführer allerdings ist diese lange und südseitig ausgerichetete Wand unter dem Namen Sparchet zu finden.

Im Gegensatz zur Chinesischen Mauer haben hier auch Kletternde der gemäßigten Grade Spaß. Aber auch wer gerne richtig zulangt, kommt auf seine Kosten.

Während manchmal in Oberbayern Kühle und Nässe herrschen, wähnt man sich hier, am Ende des Fernpasses, in südlichen Gefilden. Nur wenige Kilometer hinter Garmisch-Partenkirchen macht ein anderes Klima das Klettern zu jeder Jahreszeit möglich. Der Fels ist sehr gut, die Absicherung auch und der Zustieg beträgt gerade einmal 10 Minuten. Was will man mehr? Im T-shirt klettern. Das geht hier an sogar sonnigen Wintertagen.

Ausgangspunkt: Nassereith. Direkt nach der Tankstelle von der Bundesstraße abfahren.

Zustieg: Zustieg über ein Schotterfeld, ca. 10 Min. vom Parkplatz

6. Rote Wand/Karres (Tirol | Inntal)

Die rote Wand eignet sich hervorragend für Genuss-Klettereien in den unteren und mittleren Graden.

TVB Outdoorregion Imst

Die rote Wand eignet sich hervorragend für Genuss-Klettereien in den unteren und mittleren Graden.


Dieser langgezogene Felsriegel oberhalb von Karres bei Imst lässt die Herzen von Kletterfreunden höher schlagen, die sich in den Graden 5c – 6b austoben wollen. Dafür gibt es hier rund 100 Routen, bestens abgesichert und mit ausreichend Platz am Einstieg. Weit über dem Inntal gelegen herrscht hier oft ein bevorzugtes Klima mit viel Sonne im Winter.

Ausgangspunkt: Karres. Parken am ausgewiesenen Parkplatz am oberen östlichen Rand  des Ortes.

Zustieg: Vom Parkplatz über einen ausgetretenen Steig in ca. 15 min. zum ersten Sektor .

  • Höhe: ca. 1.000 m
  • Routenanzahl: ca. 150
  • Ausrichtung: Süd
  • Schwierigkeit: überwiegend 4 – 8
  • Felsqualität: sehr gut
  • Länge: 5 – 60 m
  • Absicherung: sehr gut
  • Führer/Infos: www.climbers-paradise.com; Kletterführer Sportkletterführer Ferienregion Imst – Pitztal – Ötztal (Günter Durner, Gerhard Gstettner, Am Berg Verlag, 2016).

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Andrea Huter
2 Monate

Lieber Johannes, bitte das Copyright im Bild Nassereith/Sparchet ändern: © Outdoorregion Imst_Pascal Pechtl. Vielen Dank! Andrea von Imst Tourismus

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Webmaster
2 Monate
Reply to  Andrea Huter

Liebe Andrea, danke für Deinen Hinweis! Das haben wir sofort angepasst.
Liebe Grüße
Caro vom Bergzeit Magazin


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