Der Paulusweg führt vom historischen Perge bei Antalya über das Gebirge ins anatolische Seenland. Auf über 500 Kilometern wandern Trekker auf alten Römerwegen und Handelsstraßen auf den Spuren des Apostels vom Meeresspiegel bis auf 2.200 Meter Höhe.
Spektakulärer Ausblick am Paulusweg: Der See von Egridir. | Foto: Kate Clow
Spektakulärer Ausblick am Paulusweg: Der See von Egridir. | Foto: Kate Clow

Auf den Apostel Paulus (engl. St. Paul) geht die Ausbreitung des Christentums in Westeuropa zurück. Die Botschaft Jesu‘, die darauf abzielte die jüdische Lehre fortzuschreiben, wurde zunächst ausschließlich den Juden in Judäa und Jerusalem gepredigt. Erst Paulus brachte die neue Lehre sowohl zur jüdischen Diaspora wie auch den Verehrern der alten griechischen und römischen Gottheiten.

Während er die Botschaft nach Westen trug, beeinflusste er das Wesen des Christentums erheblich. Zum Teil fügte er neue Formen der Lobpreisung bei, zum Teil änderte er die Lehre (vor allem bezüglich der Frauen). Paulus predigte frei, er folgte keinem Standardtext. Auch hatte er nie Jesus persönlich getroffen. Hätte Paulus die christliche Lehre nicht weitergetragen – das Christentum wäre vermutlich ausgestorben, als 66 nach Christus die Jüdische Rebellion niedergeschlagen und Jerusalem niedergebrannt wurde. Der Apostel Paulus war demnach stark beeinflusst von seiner Zeit und Umwelt, die Folgen seiner Mission wirken bis heute auf unsere Zeit.

Wandern am Paulusweg

Der Paulusweg verläuft auf historischen Pfaden. | Foto: Kate Clow
Der Paulusweg verläuft auf historischen Pfaden. | Foto: Kate Clow

Die Autorin Kate Clow eröffnete den Paulusweg 2008 mit dem Ziel, nachhaltigen Tourismus in die ländliche Region zu bringen. Die Trekkingroute gibt Wanderern weiterhin die Chance, Einblicke in jene Landschaft zu nehmen, die der Apostel Paulus während seiner ersten Kleinasien-Reise durchquerte.

Der durchweg markierte Paulusweg in der Türkei verläuft in 27 Tagesetappen über 500 Kilometer von Perge (zehn Kilometer östlich von Antalya) zur antiken Stätte Antiochia bei Yalvac (nordöstlich des Egirdir-Sees) im anatolischen Seengebiet. Ein zweiter Arm startet in Beskonak am Eingang zum Köprülü-Nationalpark (80 Kilometer nordöstlich von Antalya) und trifft bei der römischen Stadt Adada auf die Hauptroute. Der Wanderweg nutzt Römerstraßen, Fuß- und Waldwege; zum Teil eignet er sich auch für Mountainbiker.

Der Paulusweg beginnt auf Meereshöhe und erreicht in seinen Hochlagen 2.200 Meter, außerdem besteht die Möglichkeit zwei Gipfel mit etwa 2.800 Meter zu besteigen. Auf weiten Strecken ist der Paulusweg deutlich ausgesetzter als der bei Trekking-Touristen bekanntere Lykische Weg.

Infos zum Paulusweg

  • An- und Abreise: Der Ausgangspunkt in Perge liegt nahe dem Flughafen Antalya, der bestens an das europäische Flugnetz angebunden ist. Vom nördlichen Ende in Yalvac ist das malerisch am See gelegene Egirdir gut zu erreichen. In Egirdir finden Wanderer eine gute Auswahl an Unterkünften und Busverbindungen zurück zur Küste.
  • Beste Zeit: Frühjahr und Herbst ist die beste Zeit, um am Paulusweg zu wandern. Juli und August sind heiß, in höheren Lagen stoßen Wanderer bis in den Mai auf Schnee. Ab November ist das Wetter instabil und Trekker müssen mit längeren Regenperioden rechnen.
  • Übernachtung: Mittlerweile kann auf den meisten Etappen bei Dorfbewohnern oder in einfachen Pensionen übernachtet werden. Auf einigen Abschnitten muss jedoch nach wie vor campiert werden – gute Plätze sind reichlich vorhanden.
  • Buch, Karte & GPS-Daten: Das Standardwerk für den Paulustrail ist Kate Clows detaillierter Führer St. Pauls Trail. Wanderführer samt praktischer Faltkarte wurde kürzlich neu aufgelegt, das Buch ist ab sofort über den Bergzeit Web-Shop erhältlich. Für Leser des Buches stehen außerdem GPS-Koordinaten zum Download bereit. Ergänzend zum Buch gibt es seit April 2013 eine Wander-App fürs i-Phone.

Kommentare

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Wöstenhöfer Heinz-Günter

Sie bieten das Buch über den Paulusweg nur in englischer Sprache an.
Frage:
Kann man das Buch auch in deutscher Sprache bekommen?
Vielen Dank für eine Rückmeldung!
Mit freundlichen Grüßen

Heinz-Günter Wöstenhöfer

Hallo Her Wöstenhöfer,

soweit ich das erkennen kann, gibt es das Buch nicht in deutscher Sprache. Der zuständige Produktmanager im Haus recherchiert jedoch nochmal nach – sollte das Buch doch in deutscher Sprache erhätlich sein, melde ich mich noch einmal.

Viele Grüße,
Arnold Zimprich
Redaktion Bergzeit Magazin

Jörg

Hallo, da Sie sich nicht melden gehe ich davon aus, dass es dieses Buch nicht in deutscher Sprache gibt?
Beste Grüße von Jörg

Hallo Jörg,

richtig, das Buch gibt es nicht in deutscher Sprache. Leider bekommen wir es auch nicht mehr in englischer Sprache in den Shop – es wird odffensichtlich nicht mehr neu aufgelegt.

Leider kann ich Dir dazu keine positivere Auskunft geben!

Viele Grüße
Arnold vom Bergzeit Magazin-Team

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