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Geniale Optik mit Passform

Scott LCG: Skibrille im Test

6 Minuten Lesezeit
Scott erobert den Markt als Gesamtanbieter von hochwertiger Ausrüstung für den Winter- und Sommereinsatz. Im Test wird die Skibrille Scott LCG (Lens Change Goggle) im Gelände erprobt.
Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Frisches Design, riesiges Sehfeld und perfekte Optik – der erste Eindruck ist sehr gut. | Foto: Franz Mösbauer

Die Skibrille ist eines der Prunkstücke aus der Kollektion von Scott. Herausragendes Merkmal ist das neue, innovative Wechselsystem der Optik – auch Lens Change Goggle System, kurz: LCG genannt. Eine Brille wie aus einem Freeski-Movie; verspricht die Brille aufgrund ihrer modernen futuristischen Optik allein schon pures Vergnügen in endlosen Powderhängen.

Panorama-Optik

Das Auffälligste an der Scott LCG ist der zurückgesetzte Rahmen, sowie die „Panorama-Optik“. Die Spherical-Lense ist kein gebogener Kunstoff, sondern ein Auschnitt aus einer großen vorgeformten Scheibe, d.h. keine Verzerrungen oder andere optische Beeinflussungen treten auf. Wie man jetzt schon vermuten kann, dreht sich bei der Scott Skibrille viel um die Optik! Die LCG wird mit einer Ersatzscheibe plus Etui, einem Aufbewahrungsbeutel und einem Werkzeug (= Schraubendreher) für das „Fit System“ zur Anpassung der Brille an die Gesichtskontur geliefert.

Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Die simple Möglichkeit der Anpassung der Passform durch einen Schraubendreher ermöglicht das Einstellen der Brille auf so gut wie jede Gesichtsform. | Foto: Franz Mösbauer

Neben den Merkmalen, die für eine Skibrille selbstverständlich sind – also helmkompatibel, rutschfreier Sitz, beschlagfreie Optik und ein funktionelles Belüftungssystem – bietet die LCG ein einfaches, funktionelles Wechselsystem für die Optik an. Oft kommt bei den Wechselsystemen der Einwand, dass die phototropen Systeme besser wären.

Also Optiken, welche sich sich abhängig von der UV-Strahlung selbständig eindunkeln. Allerdings muss man dies auch mögen. Bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen in der Abfahrt (abwechselnde Sonnen- und Schattenpassagen) oder bei diffusen Lichtverhältnissen kommt eine phototrope Optik schnell an ihre Grenzen. Außerdem kann durch ein Wechselsystem genau die Optik aus dem umfangreichen Sortiment von Scott ausgewählt werden, welche für die vorherrschenden Verhältnisse benötigt wird.

Scott LCG –  Perfekte Sicht bei jedem Wetter

Funktioniert das Wechselsystem reibungslos und schnell – diese Frage stellt man sich zwangsläufig, denn wenn man im Hang steht und die Sonne hinter der Bergkuppe verschwunden ist und urplötzlich komplett andere Lichtverhältnisse herrschen, sollte alles klappen.

Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Anpassungsmöglichkeiten und Mechanismus der Wechseloptik sind schlicht und praktisch gehalten. | Foto: Franz Mösbauer

Gewechselt wird die Optik durch einen seitlichen Schieber, welcher die Scheibe im Rahmen fixiert. Danach einfach die Optik auswechseln. Funktioniert einfach, hinterlässt einen soliden Eindruck statt lästiger Fingerabdrücke auf der Linse und hat nur einen kleinen Nachteil: zum Verschieben des Mechanismus benötigt man etwas Fingerkraft. Zuhause ist das Wechseln kein Problem, aber im Gelände bei Kälte mit Handschuhen oder klammen Fingern kann es meines Erachtens etwas schwierig werden, zügig die Scheiben zu wechseln.

Super ist, dass die Wechseloptik in einem platzsparenden, vorgeformten und schützenden Etui geliefert wird, das im Rucksack oder in der Skijacke problemlos Platz findet. Durch die Kombination des „Fit System“ mit dem dreilagigen Schaumstoffpolstern lässt sich insbesondere der Bereich seitlich der Nase anatomisch anpassen. So kann die Brille an alle mittleren und großen Gesichtsgrößen genau angepasst werden.

Praxistest – hält die Optik was sie verspricht?

Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Die Passform und die Optik machen die Scott LCG vor allem für Freerider und Snowboarder interessant. | Foto: Franz Mösbauer

Beste Voraussetzung für eine schnelle Abfahrt: Sobald die LCG durch das „Fit System“ einmal an die eigene Gesichtsform angepasst wurde, sitzt die Brille optimal, kein Luftzug dringt ans Auge und nichts rutscht oder drückt! Auffällig bei den ersten Trageversuchen war, dass der Sichtbereich der LCG sehr groß ist, was auch der Grund für die stark gekrümmte Optik ist. Die verspiegelte „Standard-Optik“ eignet sich insbesondere für die sonnigen Tage des Winters. Aber auch in schattigen Hängen ist die Eigenschaft der Optik super.

Eine Verzeichnung ist, wie zu erwarten, nicht erkennbar, die Farbwiedergabe bleibt neutral und diffuse Konturen werden kontrastreich wiedergegeben. Sobald die Wolken aufziehen oder das Wetter einfach „grausig“ wird, spielt die mitgelieferte, zweite Optik ihre Stärken aus, um auch noch im Whiteout die schwachen Kontraste zu verstärken und eine sichere Fahrt zu ermöglichen.

Keine Probleme mit der Sicht

Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Die Wechseloptik findet gut geschützt in der Jackentasche oder im Rucksack Platz. Das Case ist platzsparend und robust. | Foto: Franz Mösbauer

Die Ersatzscheibe ist im mitgelieferten, platzsparenden Etui bestens geschützt, so dass diese bedenkenlos in der Jackentasche oder dem Rucksack verstaut und im Gelände schnell gewechselt werden kann. Bei den Testfahrten gab es nie Probleme mit dem Beschlag der Optik. Hier sorgt die Anti-Fog Beschichtung und das effektive Lüftungssystem für freien Blick.

Selbst wenn es mal so richtig staubt und der Fahrer langsam ins Schwitzen kommt oder unten im Stillstand wieder nach Luft schnappt, wurde der Blick nicht durch das sonst so typische Beschlagen getrübt. Je nach Modell (Farbe) werden unterschiedliche Wechselgläser mitgeliefert.

Fazit: Pro und Contra

Die Scott LCG überzeugt bei den Tests voll und ganz! Alle Anforderungen, die an eine Skibrille gestellt werden, erfüllt die Scott LCG: tolle Passform und hoher Tragekomfort, super Anti-Fog Konzept, sehr gute optische Eigenschaften der Brille und der Optik, sowie ein überzeugendes, schnelles Wechselsystem, das mit etwas Übung auch im Gelände funktioniert. Bei der Scott LCG ist der Preis durchaus gerechtfertigt, zumal das Zubehör mit einer Ersatzoptik für schlechte Sichtverhältnisse inklusive robustem Etui im Lieferumfang enthalten ist. Abgesehen von den technischen Eigenschaften stimmt auch das moderne Design und bei der angebotenen Farbvielfalt sollte jeder fündig werden. Man bekommt für meinen Geschmack schon ganz schön viel Brille für das Geld.

Skibrille Scott LCG | Foto: Franz Mösbauer
Das „Innenleben“ der Scott LCG verspricht mit seiner erstklassigen Verarbeitung lange Freude. | Foto: Franz Mösbauer

Das simple und robuste Wechselsystem mit dem Hebel an der Seite, benötigt etwas Übung und Routine, soll der Wechsel der Scheiben schnell und ohne Probleme im Schnee erfolgen. Wer sich hier aber ein bißchen Zeit nimmt und die Bewegungen einschleift, kann die Vorteile der Brille und des LCG-Systems geniessen. Diese liegen ganz klar auf Seiten der Optik: Die Skibrille ist ausgestattet mit sehr guten optischen Eigenschaften und einem funktionalen Wechselsystem, welches kombiniert mit dem großen Seh- bzw. Sichtfeld neben viel Sicherheit auch optimalen Schutz für die Augen bietet. Das „Innenleben“ der Skibrille ist wie der Rest der Brille sehr gut verarbeitet.

Der Mechanismus zum Wechseln sieht sehr langlebig aus. Das schnelle und einfache Handhaben des Wechselsystems, das sehr gute Anti-Fog Konzept sowie die sehr gute Passform für mittlere bis große Kopfgrößen runden die Skibrille bei ihren Vorteilen ab.

 

 

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