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Unterwegs in den Bergen

Lieblingstouren der Bergzeit Redaktion

8 Minuten Lesezeit
Das Bergzeit Magazin Team - rund um Stefan, Caro, Martin, Franzi, Judith und Bärbel - ist zu jeder Jahreszeit in den Bergen unterwegs. Hier stellen wir unsere Lieblingstouren in den heimischen Alpen vor - von aussichtsreichen und anspruchsvollen Gipfeltouren, über gemütliche Familienwanderungen bis zur entspannten Rundwanderung.

1. Familienwandern auf den Heuberg

Stefan mag Berge am liebsten steil und felsig. Mit seinem Nachwuchs ist er aber auch viel ohne Seil oder Crashpad bei Familienwanderungen unterwegs. Ein wenig Felskontakt kann dann aber schon mit dabei sein. Es schadet ja nichts, wenn auch der Nachwuchs frühzeitig seine Kletterleidenschaft entdeckt. 

Der Heuberg ist ein klassisches Wanderziel im Inntal. Er zieht an schönen Frühlings- oder Herbsttagen Scharen von Wanderern an – aber das hat seinen Grund. Wer sich und seinen Nachwuchs bis aufs Almwiesen-Plateau der Heubergalmen (auch Daffnerwaldalm genannt) motiviert hat, wird mit einem wunderbaren Sonnenplatzerl belohnt. Schafft man es dann sogar noch auf Heuberg- oder Wasserwand-Gipfel, kann man noch eine grandiose Aussicht drauflegen.

Vom Parkplatz Duftbräu oder Schweibern geht es am Duftbräu vorbei (Achtung: Spielplatz und Esel können für Verzögerung sorgen) über den Bierlehrpfad wunderschön am Fluderbach entlang in Richtung Heuberg bergan. Nach etwa einer Stunde erreicht man die Almwiesen der Heubergalmen (korrekt Daffnerwaldalmen genannt).

Am Ende des Wanderwegs erwartet Dich ein wunderbares Sonnenplatzerl und eine fantastische Aussicht.

Am Ende des Wanderwegs erwartet Dich ein wunderbares Sonnenplatzerl und eine fantastische Aussicht.


Von hier kann man die letzten gut 200 Höhenmeter angehen. Über den steilen Wiesenhang geht es zur Scharte zwischen Heuberg und Wasserwand. Je nach Können kann man entweder über den kurzen Klettersteig die Wasserwand erklimmen (Achtung, sehr ausgesetzt und gefährlich; für Kinder nur mit Sicherung zu empfehlen) oder den nahen Heuberggipfel.

Der Abstieg führt zurück zu den Heubergalmen. Von dort folgt man der Fahrstraße in Richtung Norden hinunter. Nach einigen asphaltierten Kehren zweigt der Weg zum Parkplatz Schweiber rechts ab.

  • Hinweis: Nach Regenfällen ist sowohl die Passage vor den Heubergalmen als auch der Gipfelhang zum Heuberg eine unangenehme Schlammschlacht, auch einige Tage nach Regenfällen. Dann lohnt es sich, auf andere Routen auszuweichen.
ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Parkplatz Schweiber oder Duftbräu am Samerberg
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Schwierig. Es gibt eine sehr, sehr schlechte Busverbindung nach Eßbaum oder Grainbach am Samerberg . Eine sinnvolle Planung ist hier derzeit leider kaum möglich.
  • Routenverlauf: Aufstieg: Schweibern (752 Meter) – Duftbräu (793 Meter) – Daffnerwaldalm (1.050 Meter) – Heuberg oder Wasserwand (1.338/1.367 Meter). Abstieg: Daffnerwaldalmen/Deindlalm (Meter) – Fahrstraße zum Parkplatz in Schweibern
  • Schwierigkeitsgrad: leicht (ausgenommen Wasserwand-Gipfel)
  • Kondition: leicht
  • Höhenmeter: ca. 588
  • Dauer: Aufstieg ca. 2 Stunden, Abstieg ca. 1-1,5 Stunden
  • Einkehr: Heubergalmen = Lagler Hütte (im Winter Donnerstag bis Sonntag geöffnet) oder Deindlalm (von Oktober bis Mai Dienstag bis Sonntag sowie feiertags geöffnet)
  • Ausrüstung: normale Wanderausrüstung
  • Wanderführer und Karte: AV-Karte Chiemgauer Alpen Ost (BY 17)

2. Bergtour auf den Wank bei Garmisch

Frau mit Sonnenbrille und T-Shirt und Wald im Hintergrund

Franziska liebt das Wandern und das Reisen – am besten beides gleichzeitig. Am Wochenende ist sie am liebsten in den Bergen der Garmischer Ecke unterwegs, oft auch mit dem Nachwuchs im Schlepptau. Was für sie eine richtig gute Tour ausmacht? Ein schöner Weg mit toller Aussicht und als i-Tüpfelchen eine urige Alm zum Einkehren. Deshalb war sie schon mehr als fünf Mal am Wank – obwohl sie sonst nach dem Motto wandert: „Es gibt einfach zu viele interessante Gipfel, um einen Berg mehrfach zu besteigen“.

Der Wank im Estergebirge wartet mit einem grandiosen Gipfelpanorama von Karwendel bis Zugspitze auf. Stolze 1.780 Meter ist der Hausberg von Partenkirchen hoch. Die mittelschwere Tour startet vom Parkplatz der Wankbahn-Talstation, zweieinhalb Stunden dauert der sonnige Aufstieg über Eckenhütte und Mittelstation. In der Schlucht vor der Gamshütte ist es noch angenehm kühl, dann geht es über eine große Almwiese und später in Serpentinen durch Wald und Latschen bis zur Bergstation. Oben angekommen lohnt sich ein Abstecher zum etwas unterhalb gelegenen Rücken des Roßwank – die Aussicht auf Karwendel und Wettersteingebirge ist einmalig. Außerdem geht es hier deutlich ruhiger zu als auf dem Wank-Gipfel. Im Sommer teilt man sich den Roßwank mit Pferden und Kühen.

Wer dem eifrigen Gipfelbetrieb am Wank entfliehen will, genießt das Zugspitzpanorama vom grasigen Rücken des Rosswank.

Franziska v. Treuberg

Wer dem eifrigen Gipfelbetrieb am Wank entfliehen will, genießt das Zugspitzpanorama vom grasigen Rücken des Rosswank.


Wer wenig Zeit hat, wandert anschließend zurück zur Bergstation und nimmt die Wankbahn nach unten (Achtung: über die aktuellen Betriebszeiten informieren). Fitte Wanderer steigen vom Roßwank zunächst in östlicher Richtung, dann nach Norden durch den romantischen Kaltwassergraben zur Esterbergalm ab – mein Einkehrtipp! Von hier führt ein steiler Fahrweg hinab nach Partenkirchen (Achtung Knieschmerzen). Insgesamt dauert die Tour dann fünf bis sechs Stunden.

Variante: Natürlich kann man den Wank auch umrunden (von Partenkirchen über Pfeifferalm, Gschwandtnerbauer, Abstecher zum Roßwank, Kaltwassergraben und Esterbergalm zurück nach Partenkirchen) bzw. vom Gipfel auf direktem Weg zur Esterbergalm absteigen und den sanfteren (aber dafür längeren) Rückweg über den Gschwandtnerbauer rund um die Südseite des Wanks wählen.

ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Parkplatz oberhalb der Wankbahn-Talstation im Garmischer Ortsteil Partenkirchen. Anfahrt mit dem PKW über A95 München-Garmisch, kurz nach Ortseingang links halten und Ausschilderung folgen (Wankbahnstr. 2).
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Buslinie 4/5 vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen bis zur Wankbahn (falls in Betrieb) oder Sebastianskirche (Partenkirchen) und von hier den Wanderschildern zum Wank folgen.
  • Routenverlauf: Aufstieg: Wankbahn-Talstation (810 Meter) – Kirche St. Anton – Gamshütte (937 Meter) – Eckenhütte (1.061 Meter, unbewirtschaftet) – Wankhaus (1.780 Meter). Abstieg: Roßwank (1.688 Meter) – Abzweig Gschwandtner Bauer (hier links durch Kaltwassergraben) – Esterbergalm (1.264 Meter) – Wankbahn-Talstation. Eine kürzere Abstiegsalternative führt direkt vom Wankgipfel nach Norden hinunter zur Esterbergalm.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Kondition: mittel
  • Höhenmeter: ca. 970
  • Dauer: Aufstieg ca. 2,5 Stunden, Abstieg über Roßwank und Esterbergalm ca. 3 Stunden
  • Einkehr: Tannenhütte (ganzjährig, Montag/Dienstag Ruhetag), Wankhaus (täglich, kein Ruhetag), Esterbergalm (nahezu ganzjährig, Dienstag/Mittwoch Ruhetag)
  • Ausrüstung: normale Wanderausrüstung
  • Wanderführer und Karte: AV-Karte BY9 Estergebirge – Herzogstand – Wank

3. Gemütliche Wanderung rund um das Dietrichshorn

Bergzeit Magazin Redakteurin Judith Hackinger

Für Judith ist Wandern besonders im Herbst der beste Ausgleich zum Alltag, wobei sie es in den Bergen eher gemütlich angeht. Meist ist sie mit Mann und Kindern in ihrer Heimat, dem Salzburger Saalachtal, unterwegs und pickt sich aus dem hiesigen Tourenangebot die Schmankerl heraus. Um die Kids und den sportlichen Ehemann am Berg unter einen Hut zu bringen, sind die Touren der Hackingers in der Regel familienfreundlich mit Zusatzoption.

Das Dietrichshorn (1.542 Meter) im Salzburger Saalachtal fällt einem schon bei der Anreise zum Talort Unken ins Auge. Weder gewaltig hoch, noch besonders mächtig thront der bewaldete Felskopf wie ein perfekter, kleiner Hügel auf dem Rücken der Unkenberger Mähder hoch über dem Ort.

Dass der Anblick täuscht, wissen all jene, die das Dietrichshorn als Klettergebiet oder Bergtour mit (sehr) kurzer Klettersteigpassage kennen. Für die vorgestellte Wanderung lassen wir den Gipfel – und damit sämtliche Schwierigkeiten – als mögliche, sportliche Variante rechter Hand liegen und wandern gemütlich im Uhrzeigersinn um das Dietrichshorn herum.

Juni und Oktober sind die Lieblingsmonate unserer Redakteurin für die Tour rund ums Dietrichshorn. Erst wegen den vielen Blumen, später im Jahr aufgrund der leuchtenden Ahornbäume.

Judith Hackinger

Juni und Oktober sind die Lieblingsmonate unserer Redakteurin für die Tour rund ums Dietrichshorn. Erst wegen den vielen Blumen, später im Jahr aufgrund der leuchtenden Ahornbäume.


Vom Wanderparkplatz am Unkenberg folgt man einem markierten Steig (Weg Nr. 6), der die Forststraße (alternativer Aufstieg) abkürzt und in der Direttissima zur Abzweigung Thällernalm führt. Weiter links auf der Forststraße bis zum Almsattel der Thällernalm samt Wegweiser. Über einen kurzen Abstecher gelangt man hier auf den aussichtsreichen Thällerer Kogel (1.337 Meter, Vorsicht Steilabbruch!), der sich für eine Rast anbietet.

Wieder zurück auf dem Sattel führt rechts der Steig über das Dietrichshorn steil in den Wald hinauf. Für die Rundtour folgt man jedoch dem Wanderweg Nr. 6a auf der Dietrichshorn-Südseite in Richtung Astenalm. Hier gelangt man zurück auf die Forststraße (Weg Nr. 6). Weiter rechts geht es nun ein paar Meter hinauf ehe hinter einer Rastbank der Steig über das Dietrichshorn einmündet.

Auf der Forststraße geht es nun sanft abwärts bis rechts ein alter Almweg die Fahrstraße über die herrlichen Wiesen abkürzt. Besonders im Oktober sorgen hier ein paar farbenprächtige Bergahorne für eine stimmungsvolle Foto- und Picknickkulisse. Am Ende des Almweges wieder rechts, bis man die Runde an der Abzweigung zur Thällernalm schließt. Von hier verläuft der Abstieg zum Parkplatz über die Aufstiegsroute oder über die Forststraße.

Sportlichere Variante über das Dietrichshorn

Sportlich unausgelastete Begleiter kann man ab der Thällernalm auch über den Gipfel des Dietrichshorn schicken, um sie auf den Unkenberger Mähdern wieder zu treffen. Als eigenständige Bergtour wird diese Variante aufgrund der nordseitigen Klettesteigpassage in der Regel gegen den Uhrzeigersinn gewandert. Der kurze Klettersteig erfordert grundlegende Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Für Kinder und Ungeübte ist eine Sicherung angebracht. Aufgrund des sehr steilen Geländes ist auch am Steig zur Thällernalm Vorsicht geboten.

ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Parkplatz oberhalb des Dax-Gehöfts am Unkenberg. Anfahrt mit dem Auto: Ab Autobahn A8, Anschlussstelle Siegsdorf über B306 nach Inzell. Weiter auf der B305 bis Schneizelreuth. An der B21 nach rechts Richtung Lofer. Kurz nach dem Südende der Ortsumfahrung Unken (Achbergtunnel) rechts in Richtung Heutal / Unkenberg. Nach der Durchfahrt durch ein Sägewerksgelände links am Unkenbach entlang bis zur Abzweigung Unkenberg. Weiter bis zum Wanderparkplatz (923 Meter) ca. 200 Meter oberhalb des letzten Gehöfts.
  • Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Schwierig. Mit dem Linienbus 260 bis nach Unken – allerdings muss man von hier noch gut 1,5 Stunden bis zum Beginn der Tour gehen.
  • Routenverlauf: Parkplatz Unkenberg – Abzweig Thällernalm – Thällernalm/Thällerer Kogel – Astenalm – Unkenberger Mähder – Abzweig Thällernalm – Parkplatz Unkenberg
  • Schwierigkeit: leicht (Variante Dietrichshorn: mittel, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!)
  • Kondition: leicht
  • Höhenmeter: ca. 526
  • Dauer: 3 Stunden
  • Einkehr: Unterwegs keine, ab Astenalm Abstecher zur Kechtalm am Schwarzeck (ca. 30 Minuten, 170 Hm) möglich. Gasthof Dietrichshorn am Unkenberg und weitere Gasthöfe in Unken.
  • Ausrüstung: Normale Wanderausrüstung
  • Wanderführer & Karte: Kompass-Karte Salzburger Saalachtal

4. Durch die Höllentalklamm bei der Zugspitze

Bergzeit Redakteurin Caro verfolgt das Motto „Hauptsache raus!“. Von der entspannten Familientour mit Einkehr auf der Hütte bis hin zur knackigen Gratüberschreitung kann für sie beim Wandern im Herbst alles dabei sein. Die Tour durch die Höllentalklamm ist für sie ein Klassiker für die ganze Familie, der gerade im Herbst seinen ganz besonderen Reiz hat. 

Tosende Wassermassen und bizarre Felsformationen – damit lockt die Höllentalklamm bei Grainau. Durch die etwa einen Kilometer lange Schlucht hat sich der Hammersbach tief in den Fels gegraben und rauscht ins Tal. Vom Grainauer Ortsteil Hammersbach steigt man am gleichnamigen Bach entlang in circa einer Stunde (rund 300 Höhenmeter) zur Klammeingangshütte auf. Hier muss man Eintritt zahlen. Durch beleuchtete Felstunnel, über Stege, Treppen und Brücken geht es durch die Klamm stetig nach oben. An warmen Tagen ist es hier angenehm kühl und feucht. Aber auch bei Regen macht die Tour Spaß – denn man wird sowieso von allen Seiten nass. Regenkleidung ist daher angeraten!

Mit Blick Richtung Zugspitze, auf die Waxensteine, Riffelwände und den Höllentalferner, führt der Weg am Ende der Klamm durch das grüne, hochalpine Höllental in einer Dreiviertelstunde weiter zur Höllentalangerhütte. Diese wurde Ende August 2015 mit einem Neubau wiedereröffnet (Öffnungszeiten beachten – in diesem Jahr voraussichtlich bis 9. Oktober!).

Die Höllentalklamm ist eine spektakuläre Wanderung durch eine schmale Schlucht.

TVB Grainau

Die Höllentalklamm ist eine spektakuläre Wanderung durch eine schmale Schlucht.


Nach einer ausgiebigen Rast an der Hütte geht es auf gleichem Weg wieder nach unten. Ein alternativer Abstiegsweg führt über den Stangensteig: Dazu geht man zunächst ein kurzes Stück auf dem Anstiegsweg zurück, verlässt diesen dann und wandert auf der anderen Bachseite rechts bergauf. Auf einer Brücke überquert man in schwindelerregender Höhe die Höllentalklamm und quert anschließend auf dem gut ausgebauten Stangensteig die Mandlwand. Danach geht es durch den Stangenwald hinunter zurück zum Ausgangspunkt in Hammersbach. Für diese Variante wird Trittsicherheit vorausgesetzt.

ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Wanderparkplatz in Hammersbach bei Grainau.
  • Anfahrt: Mit dem Auto durchs Garmischer Zentrum der Hauptstraße nach Grainau folgen oder mit dem Eibsee-Bus bzw. der Zugspitzbahn (jeweils stündlich) vom Garmischer Bahnhof bzw. dem Hausberg-Parkplatz bis zur Haltestelle Hammersbach.
  • Routenverlauf: Hammersbach (758 Meter) – Klammeingangshütte (1.047 Meter) – Klammende (1.193 Meter) – Höllentalangerhütte (1.387 Meter) – Stangensteig (oder zurück durch die Klamm) – Hammersbach (758 Meter)
  • Schwierigkeit: leicht (teilweise rutschig in der Klamm), mittel bei Abstieg über Stangensteig
  • Kondition: leicht bis mittel
  • Höhenmeter: ca. 600
  • Dauer: ca. 4 Stunden insgesamt (auch bei der Stangensteig-Variante)
  • Einkehr: Höllentalangerhütte, Höllentalklamm-Eingangshütte (nur Kiosk), verschiedene Restaurants in Hammersbach
  • Ausrüstung: Normale Wanderausrüstung
  • Wanderführer & Karte: Alpenvereinskarte Wettersteingebirge & Zugspitze, Kompass-Wanderführer „Rund um die Zugspitze“

5. Laber mit Ettaler Manndl

Portraitbild Bärbel

Wandern ist immer eine gute Idee, findet Bergzeit Redakteurin Bärbel. Am schönsten, wenn man diese wertvollen Stunden in der Natur mit Freunden oder Familie teilen kann. Wann immer es die Zeit erlaubt, zieht es sie deshalb in die Berge: mit Wanderschuhen, Mountainbike oder Ski. Die Wanderung auf den Laber geht dabei immer. Im Sommer, wenn die Laber Bergbahn donnerstags bis 22 Uhr fährt, gern auch als kurze Feierabendtour: In der Abendsonne über die Schartenköpfe zum Gipfel des Laber aufsteigen, lecker essen im Laberhaus und hinunter fahren mit der Bergbahn.  

Aussichtsreich mit Felseinlage ist die Wandertour auf den Laber. Die einfache Bergwanderung beginnt an der Talstation der Laber-Bergbahn in Oberammergau. Von dort geht es hinauf zur unbewirtschafteten Laberalm und weiter zum Laber auf 1.682 Metern. Empfehlenswert ist der Aufstieg über die Schartenköpfe, dieser erfordert jedoch etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Oben auf dem Laber angekommen, kann man die steilste unpräparierte Skiabfahrt Deutschlands bewundern und sich auf der Sonnenterrasse des Laberhauses eine Einkehr gönnen. Die wunderbare Aussicht reicht vom Estergebirge über Wetterstein und Karwendel bis zum Wilden Kaiser.

Über die Schartenköpfe zum Gipfel des Laber: Wer ein Minimum an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit besitzt, wird hier mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Bärbel Voigtländer

Über die Schartenköpfe zum Gipfel des Laber: Wer ein Minimum an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit besitzt, wird hier mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.


Auf einem schmalen Höhenpfad und vorbei am Nebele gelangt man in einer Dreiviertelstunde hinüber zum Ettaler Manndl. Wer trittsicher und schwindelfrei ist, kraxelt über den kurzen, ausgesetzten Klettersteig auf das Manndl hinauf. Ungeübte und Kinder sollten ihre Klettersteigausrüstung dabei haben. Alle anderen umrunden das Manndl und steigen über den Soila-See und die im Sommer bewirtschaftete Soila-Alm ab. Über eine Forststraße oder etwas ausholender durch das Lainetal geht es zurück nach Oberammergau.

Variante: Wer wenig Zeit hat, kürzt den Aufstieg (oder den Abstieg) mit der Laber-Bergbahn ab.

ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Parkplatz am Erlebnisbad WellenBerg in Oberammergau neben der Talstation der Laber-Bergbahn. Über die A95 München-Garmisch und B23 bis Ausfahrt Oberammergau Süd.
  • Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug auf der Strecke München-Garmisch, Umstieg in Murnau; alternativ Umstieg in Oberau und weiter mit RVO-Bus bis Haltestelle „Aufacker“ (5 min. Fußweg zur Laberbahn).
  • Routenverlauf: Talstation Laber-Bergbahn (837 Meter) – Laberalm – Schartenköpfe – Laber (1.682 Meter) – Ettaler Manndl (Abstecher, 1.633 Meter) – Soila-See (1.398 Meter) – Soila-Alm (1.330 Meter) – Bärenbad – Oberammergau (Talstation)
  • Schwierigkeitsgrad: leicht; Schartenköpfe und Gipfelanstieg zum Ettaler Manndl erfordern allerdings absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit (ausgesetzter, kurzer Klettersteig)
  • Kondition: mittel
  • Höhenmeter: ca. 850
  • Dauer: ca. 5 Stunden (Auf- und Abstieg mit Ettaler Manndl)
  • Einkehr: Laber-Berggasthof, Soila-Alm (Juni-Oktober)
  • Ausrüstung: normale Wanderausrüstung, für Ettaler Manndl ggf. Klettersteigausrüstung (insbesondere für Kinder!)

6. Tegernseer Hütte mit Roß- und Buchstein

Bergzeit Magazin Redakteur Martin

Martin Bachmeier

Eigentlich kann eine Bergtour für Martin nicht lange und ausgesetzt genug sein. Doch manchmal ist auch eine entspannte Wanderung der passende Ausgleich zum Alltag – Hauptsache Bergsport in der Natur! Da bietet sich eine Tour zur Tegernseer Hütte an, die idyllisch und exponiert zwischen den Gipfeln von Roß- und Buchstein liegt. Auch wenn schon etwas Schnee liegt lohnt sich der Aufstieg, denn die Aussicht ist atemberaubend. 

Vom Wanderparkplatz Bayerwald hinter Kreuth schlängelt sich der Weg südseitig und steil in Serpentinen bergauf. Kurzes Durchatmen am Sonnbergalm-Niederleger und weiter geht es auf dem Bergpfad hinauf durch den Wald. Auf dem Hochleger der Sonnbergalm hört der Wald auf und wir gelangen mit schöner Aussicht über einen breiten Rücken an den Fuß des Roßsteins.

Wer gern kraxelt, nimmt den Steig direkt zum Gipfel mit einfachen Klettereinlagen und Drahtseil-Unterstützung. Von hier steigt man in wenigen Minuten zur Tegernseer Hütte ab. Spektakulär und exponiert liegt die Hütte auf 1.650 Metern zwischen Roß- und Buchstein. Alle anderen umgehen den Roßstein nordseitig und wandern auf leichtem Weg zur Hütte. Von dort aus kann man den Gipfel auch über einen einfachen Gratweg erreichen.

Wem die herrliche Aussicht und die Sonnenterrasse der Tegernseer Hütte noch nicht genügen, der besteigt anschließend noch den Buchstein. Hierfür sind allerdings Klettererfahrung (bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad) und Schwindelfreiheit erforderlich. Bei Regen ist die Kraxelei nicht zu empfehlen, denn die Felsen sind glatt und abgespeckt – und werden dann besonders rutschig.

Auch bei etwas Schnee lohnt sich der Aufstieg zur Tegernseer Hütte.

Martin Bachmeier

Auch bei etwas Schnee lohnt sich der Aufstieg zur Tegernseer Hütte.


Abstiegsvarianten: Von der Tegernseer Hütte steigt man nach Norden in Serpentinen rund 100 Höhenmeter ab und hält dann westlich auf eine Geländekante zu. Hier könnte man links wieder zurück zur Sonnbergalm gelangen (Umgehungsvariante Roßstein) und über den Aufstiegsweg absteigen.

Für eine etwas größere und abwechslungsreichere Rundtour wählen wir die Route über die Röhrlmoosalm und durch das wildromantische Tal am Schliffbach entlang. An der B 307 angekommen geht es nach wenigen Metern an der Straße das letzte Stück an der Weißach entlang zurück zum Parkplatz oder zur Bushaltestelle.

ℹ️ Die wichtigsten Infos zur Tour
  • Start- und Endpunkt: Wanderparkplatz Bayerwald hinter Kreuth (an der B 307, etwa 500 Meter westlich von Bayerwald auf der rechten Seite)
  • Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Busverbindung von Tegernsee über Kreuth (RVO-Linie 9556 Tegernsee – Wildbad Kreuth – Stuben, Haltestelle Bayerwald)
  • Routenverlauf: Wanderparkplatz Bayerwald (850 Meter) – Sonnbergalm-Niederleger (1.144 Meter) – Sonnbergalm-Hochleger (1.450 Meter) – Roßstein (1.698 Meter) – Tegernseer Hütte (1.650 Meter) – Abstecher zum Buchstein (1.701 Meter) – Röhrlmoosalm (1.100 Meter) – Wanderparkplatz
  • Schwierigkeitsgrad: mittel; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit für Gipfelsteig zum Roßstein erforderlich (Umgehung möglich); Buchstein: Kletterpassagen im Schwierigkeitsgrad I+ bzw. II nach UIAA (nur bei absolut trockenen Felsen machbar)
  • Kondition: mittel
  • Höhenmeter: ca. 850
  • Dauer: rund 4,5 Stunden (bei Abstieg wie Aufstieg); ca. 5 Stunden bei Abstieg über Röhrlmoosalm und Schliffbachtal (Rundweg)
  • Einkehr: Tegernseer Hütte (geöffnet Mai bis 1. Novemberwochenende)
  • Ausrüstung: normale Wanderausrüstung

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