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Schneemann, Schlitten & Co.

Winterwandern mit Kindern

6 Minuten Lesezeit
Eine Schneeballschlacht? Klar, die geht immer. Aber eine Winter-Wanderung mit Kindern? Bergzeit Autorin Stefanie Schindler verrät, wie's geht.

Schneebedeckte Berge, zugefrorene Seen, verschneite Wanderwege und das Knirschen des Schnees unter den Schuhen bei jedem Schritt. Daran können wir Erwachsenen uns beim Winterwandern erfreuen. Auch wer mit Kindern wandert, der muss die Wandersaison nicht mit dem ersten Schneefall für beendet erklären. Ganz im Gegenteil.

Macht nicht nur Rotkäppchen Spaß: Im Winter durch den tief verschneiten Wald zu laufen, ist ein ganz besonderes Erlebnis für Kinder.

Stefanie Schindler

Macht nicht nur Rotkäppchen Spaß: Im Winter durch den tief verschneiten Wald zu laufen, ist ein ganz besonderes Erlebnis für Kinder.


Winterwandern mit Kindern funktioniert hervorragend. Kinder lieben es, durch frischen Schnee zu stapfen, Schneemänner zu bauen und Schneeengel zu formen. Auch die Aussicht auf eine Abfahrt mit dem Schlitten lässt jedes Kinderherz höherschlagen.

Mit der richtigen Ausrüstung und ein paar Grundkenntnissen sind Winterwanderungen mit Kindern an schönen Wintertagen der perfekte Ausgleich zum Alltag.

Die Tourenplanung

Plane kurze und einfache Touren

Für eine Wanderung mit Kindern muss viel Zeit eingeplant werden, besonders im Winter, denn durch Schnee zu wandern ist anstrengend. Winterwanderungen sollten deshalb kurz und einfach sein, zumal die Tage im Winter viel kürzer sind.

Präparierte Winterwanderwege sind für Wandereinsteiger perfekt, aber auch nicht präparierte Wege können mit Kindern begangen werden, wenn diese genügend breit und nicht zu steil sind.

Auf präparierten Winterwanderwegen kommt der kleine Wandernachwuchs besser voran.

Stefanie Schindler

Auf präparierten Winterwanderwegen kommt der kleine Wandernachwuchs besser voran.


Auf Wanderungen, für die von vorneherein Grödel und Schneeschuhe benötigt werden, würde ich zu Beginn, und vor allem beim Wandern mit kleineren Kindern, verzichten. Der Spaß und nicht die sportliche Ambition sollten beim Winterwandern ganz klar im Vordergrund stehen.

Eine Hütte zum Aufwärmen

Eine Hütte, die auch im Winter geöffnet hat, ist beim Winterwandern mit Kindern Gold wert. Kalte Finger und Zehen können hier aufgewärmt werden und die müden Kinderbeine können eine lange Pause einlegen.

Wandern in der Sonne

Sonnenstrahlen und Vitamin D können auch im Winter gesammelt werden, wenn bei der Wahl der Wanderung auf eine Süd-Ausrichtung geachtet wird.

Sonne, Schnee und Schlitten: Das macht eine Winterwanderung mit Kindern perfekt.

Stefanie Schindler

Sonne, Schnee und Schlitten: Das macht eine Winterwanderung mit Kindern perfekt.


Wanderung mit Schlittenabfahrt

Eine Rodelabfahrt ist für die ganze Familie ein besonderer Spaß und ein großartiger Wandermotivator für Kinder. Wem es nichts ausmacht einen Schlitten hinter sich herzuziehen, der wird bei der Abfahrt auf jeden Fall mit leuchtenden Kinderaugen belohnt werden.

Nach einem anstrengenden Bergauf mit dem Schlitten herunter zu sausen, macht nicht nur den Kindern Spaß.

Stefanie Schindler

Nach einem anstrengenden Bergauf mit dem Schlitten herunter zu sausen, macht nicht nur den Kindern Spaß.


Die richtige Ausrüstung

Kleidung: Am besten Zwiebelprinzip

Das A und O beim Wandern mit Kindern ist das Anziehen nach dem Zwiebelprinzip. Kinder sollten viele dünne Schichten übereinander anziehen, die bei Bedarf aus- und wieder angezogen werden können.

Die erste Schicht sollte aus einem dünnen Longsleeve und einer Leggins bestehen. Produkte aus Merinowolle oder Polyester sind hier die beste Wahl. Baumwolle sollte vermieden werden, denn sie nimmt viel Feuchtigkeit auf, trocknet allerdings schlecht.

Als zweite Schicht eignet sich ein Fleece und eine weitere Hose, z.B. eine Jogginghose. Sie sollte bequem sein und nicht einengen.

Zu guter Letzt ziehen Kinder bei einer Winterwanderung einen Schneeanzug oder eine Schneehose mit passender Winterjacke an.

Longsleeve, Leggins, Fleecejacke und oben drüber ein Schneeanzug: So sind Kinder für den Schnee-Ausflug bestens gerüstet.

Stefanie Schindler

Longsleeve, Leggins, Fleecejacke und oben drüber ein Schneeanzug: So sind Kinder für den Schnee-Ausflug bestens gerüstet.


Mit diesen drei Schichten und der Wärme von innen dürfte keinem Kind zu kalt werden. Eltern sollten sich unterwegs die Mühe machen und dem Kind eine Schicht ausziehen, wenn diesem zu warm ist. Was nützt das Zwiebelprinzip, wenn nicht davon Gebrauch gemacht wird?

Eine warme Wintermütze, ein Schal und dicke Handschuhe runden die richtige Ausrüstung für eine Winterwanderung ab.

Schuhe: Mit welchen wandert es sich am besten?

Was ist eigentlich mit den passenden Winterschuhen? Beim Winterwandern mit Kindern ist es wichtig, dass die Füße der Kinder trocken und warm bleiben.

Bei der Wahl der Schuhe sollten Eltern darauf achten, dass der Schuh wasserdicht und warm gefüttert ist. Eine wasserdichte und atmungsaktive Gore-Tex-Membran und isolierendes Futter sind hier eine gute Wahl. Die Sohle des Schuhs muss guten Halt geben und wenn möglich sollte der Schuh über den Knöchel reichen. So bleiben die Füße länger warm, es dringt nicht so leicht Schnee ein und Kinder haben einen guten Stand.

Für meine Tochter dürfen sich die Schuhe auch nicht zu klobig anfühlen und sie muss sich noch gut darin bewegen können. Wer so einen Schuh findet, der hat einen Begleiter für den ganzen Winter – nicht nur für das Winterwandern.

Wasserdicht, warm, stabil und bequem: So lassen sich die perfekten Winter-Wanderschuhe für Kinder beschreiben.

Stefanie Schindler

Wasserdicht, warm, stabil und bequem: So lassen sich die perfekten Winter-Wanderschuhe für Kinder beschreiben.


Grödel: Brauchen wir die?

Obwohl ich zuvor geschrieben habe, dass ich auf Wanderungen verzichten würde, für die von vorneherein Grödel benötigt werden, ist nie ganz klar, was einen auf einer Winterwanderung erwartet.

Gab es gerade jede Menge Neuschnee, dann ist Winterwandern eine feine bzw. weiche Sache. Angetaute und wieder gefrorene Wege können allerdings spiegelglatt sein. Auch Wanderwege, die viel begangen werden, sind häufig hart und vereist. Mit Grödeln wandert ihr einfach drüber und auch ein Schlitten, evtl. samt Kind, zieht sich damit viel einfacher den Berg hoch.

Sonnenschutz: Auch im Winter wichtig

Bei einer Winterwanderung darf auf keinen Fall der Sonnenschutz vergessen werden. Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht und trifft Haut und natürlich auch Augen mit voller Wucht.

Eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist auch für eine Winterwanderung wichtig.

Bei langen Wanderungen mit viel Schnee und Sonnenschein sollten auch Kinder eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz tragen. Bei uns trifft hier allerdings die Theorie auf die knallharte Realität: Meine Tochter kommt mit einer Sonnenbrille einfach nicht klar.

Die Kälte

Im Winter ist es kalt. Manchmal sogar sehr kalt. Das kann unangenehm sein, muss es aber nicht. Wichtig beim Wandern mit Kindern im Winter ist die Wärme von innen und die kommt durch ausreichende Bewegung.

Natürlich dürfen Kinder auch eine Pause einlegen, aber die Zeit ohne Bewegung sollte nicht zu lange dauern. Mehrere kurze Pausen sind im Winter besser, damit die Kinder nicht auskühlen.

Auf dem Schlitten gezogen werden? Das macht allen Kindern Spaß.

Stefanie Schindler

Auf dem Schlitten gezogen werden? Das macht allen Kindern Spaß.


Damit es nicht zu kalt wird, sollten sie ab und zu aber auch selbst laufen.

Stefanie Schindler

Damit es nicht zu kalt wird, sollten sie ab und zu aber auch selbst laufen.


Eine Thermoskanne mit warmem Tee sollte beim Winterwandern immer im Gepäck sein.

Dauern die Pausen lange bzw. ist es sehr kalt, dann sollten Eltern darauf achten, dass sich die Kinder auch in den Pausen bewegen. Wie wäre es mit einer Schneeballschlacht oder dem Bau eines Schneemannes?

In der Regel bewegen sich Kinder beim Wandern sehr viel mehr als wir Erwachsenen, das gilt auch im Winter. Ein „zu kalt“, ist also keine Ausrede, im Winter die Wanderschuhe nicht zu schnüren. Wichtig ist, dass auch wir Erwachsenen darauf achten, von innen warm zu bleiben.

Motivation für den Wandernachwuchs

Wie bei jeder Wanderung mit Kindern sollte auch im Winter der Spaß im Vordergrund stehen. Wer Kinder hat, der weiß, dass diese in der Regel nicht über einen längeren Zeitraum fröhlich kichernd den Berg hochstapfen.

Wir Eltern müssen auch beim Winterwandern mit Kindern motivieren. Zwischendurch eine Schneeballschlacht oder ein Überraschungssnack, den wir Eltern aus dem Rucksack ziehen, hilft bei uns ungemein. Ich verwickele meine Tochter unterwegs außerdem in ein Gespräch, bei dem wir überlegen, was wir auf der Hütte trinken werden und wir uns darüber „streiten“, wer bei der Schlittenabfahrt wohl vorne liegen wird.

Geht gar nichts mehr, dann machen wir eine Pause und genießen ein warmes Getränk. Anschließend halten wir nach Tierspuren im Schnee Ausschau und siehe da, gleich sind wir auf der Hütte angekommen.

Wandern im Winter ist ein Traum - nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder!

Stefanie Schindler

Wandern im Winter ist ein Traum – nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder!


Fazit: Winterwandern mit Kindern

Mit Kindern lässt es sich im Winter hervorragend wandern. Mit der richtigen Ausrüstung, einem geeigneten Wanderweg und ganz viel Spaß am Draußen sein, werdet ihr den Winter vielleicht bald zu eurer liebsten Wanderzeit erklären.

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