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Eine deftige Brotzeit, das Gebimmel von Kuhglocken, grandiose Aussichten und ansonsten nur Ruhe: Von solch einer Alm-Tour träumt wohl jeder Bergwanderer. Andrea Obele verrät die 3 schönsten Almenwanderungen im Chiemgau. Mit Familien-Tipp!

1. Grassauer Almen: Ideal zum Wandern mit Kindern

Feiner Ausblick über den Chiemgau samt "Bayerischem Meer". Die Wanderung über die Grassauer Almen ist wie alle SalzAlpenTouren vom Wanderinstitut als Premiumwanderweg ausgezeichnet. | Foto: Andrea Obele
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Feiner Ausblick über den Chiemgau samt „Bayerischem Meer“. Die Wanderung über die Grassauer Almen ist wie alle SalzAlpenTouren vom Wanderinstitut als Premiumwanderweg ausgezeichnet. | Foto: Andrea Obele

Einen Höhenrundweg mit Erlebnisgarantie findet man bei Grassau im Chiemgau. Auf der als SalzAlpenTour Grassauer Almen ausgeschilderten Wanderung rauscht der Wasserfall, der Kaiserschmarren schmeckt und der Specht klingt auf einem Erlebniswanderweg mit Baumstämmen um die Wette. Auf leichten Wanderwegen und kurzen, auch mal etwas steileren Waldsteigen wandert man in Grassau am Parkplatz des Museum Salz & Moor los. Zunächst geht es am Grießenbach entlang: Fast wie im Urwald fühlt man sich hier zwischen bemoosten Findlingen, vielen Farnen und der Luftfeuchte, die durch den plätschernden Wasserfall entsteht.

Kurz darauf ist das Gelände der Hefteralm (930 Meter) erreicht. Man wandert an einem intakten Brotbackofen vorbei und nicht nur der verführerisch duftende Kaiserschmarren lockt hier auf die Alm, sondern auch Brotzeitteller mit selbst gemachtem Käse und nicht zu vergessen die drolligen Mini-Shetlandponys, die von der Sennerin gezüchtet werden. Weiter geht es über das Gelände der Grassauer Almen zum Bergwalderlebnisweg am Staffen. Auf knapp viereinhalb Kilometer sind über 20 Stationen aufgebaut, die nicht nur Familien mit Kindern eine gute Mischung zwischen Informationen, Spannung, Action und Ausruhen bieten.

Auch das bayerische Meer, der Chiemsee, in seiner ganzen Pracht ist von hier oben bestens zu sehen, sowie die Kampenwand (1.669 Meter) und umliegende Gipfel der Chiemgauer Alpen. Der Rückweg führt über die Bergstation der Hochplattenbahn (1.050 Meter), weite Weideflächen der Rachlalm (920 Meter), über das Bächlein des Torgrabens, den Aussichtspunkt Zeppelinhöhe durch wunderbaren Wald zum Ortsteil Stehtrumpf. Danach führt ein schmaler, etwas rutschiger und unwegsamer Steig über den „Panoramaweg“ zurück zum Ausgangspunkt.

SalzAlpenTour Grassauer Almen: Tipp, Strecke & GPS-Track

  • Tipp: Die reine Gehzeit der zehn Kilometer langen Runde mit etwa 750 Höhenmeter beträgt (ohne Pausen) etwa sechs Stunden. Wer mit konditionell nicht so starken Kindern unterwegs ist, kann sich nur den Bergwalderlebnisweg vornehmen und diesen mit der Hochplattenbahn von Marquartstein aus bequem erreichen. Die Tour zur Hefteralm kann man dann evtl. am nächsten Tag als Alternative unternehmen.
  • Streckenverlauf: Grassau Parkplatz Museum Salz & Moor – Wasserfall – Hefteralm – Bergwalderlebnisweg -Hochplattenbahn – Staffnalm – Rachlalm – Panoramaweg – Ausgangspunkt
  • Download: GPS-Track Almwanderung über die Grassauer Almen (Chiemgau) (per Rechtsklick + Link speichern unter)

2. Staudacher Alm: Durch den Urwald

Der Schnappenkirche über Marquartstein werden viele Wunder nachgesagt. Auch sie liegt an einer vom Wanderinstitut ausgezeichneten SalzAlpenTour. | Foto: Andrea Obele
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Der Schnappenkirche über Marquartstein werden viele Wunder nachgesagt. Auch sie liegt an einer vom Wanderinstitut ausgezeichneten SalzAlpenTour. | Foto: Andrea Obele

Die Staudacheralm liegt ganz in der Nähe der Schnappenkirche in Marquartstein. Damit ist die Almwanderung über einen kurzen Abstecher mit der SalzAlpenTour Marquartstein-Schnappenkirche Besinnungstour kombinierbar. Auf dieser Tour mit etwa 13 Kilometern und 650 Höhenmetern hat man vor allem eines: genügend Zeit, im stillen Wald durchzuatmen, dem Alltag zu entfliehen und auf manch einsamer Bank Ruhe zu tanken. Sei es am Staudach-Denkmal, das vom Ausgangspunkt in der Freiweidacher Straße bei Marquartstein als erstes erreicht wird oder bei der mystischen Quelle vor der Schnappenkirche, die rechts unterhalb des normalen Pfades liegt. Ein Höhepunkt der Runde ist der großartige Ausblick an der Schnappenkirche (1.100 Meter).

Viele Wunder soll es in diesem stark frequentierten Wallfahrtskirchlein gegeben haben. Nicht nur mit seiner Historie punktet dieser mystische Ort, sondern auch – für manchen sogar vor allem – mit der Aussicht über den Chiemgau, die man auf den Bänken vor der Schnappenkirche genießen kann. Bis hinunter nach Marquartstein und bis weit über den Chiemsee hinaus sieht man an klaren Tagen. Die Staudacheralm (1.150 Meter) liegt etwa 35 Minuten einfache Strecke und etwa 130 Höhenmeter von der Schnappenkirche entfernt. Der Abzweig führt gut ausgeschildert links hinter der Schnappenkirche bergauf. Von hier kommend muss man erst einmal durch einen „Urwald“ wandern, um die Hütte zu erreichen, denn hier soll der urwüchsige Wald von früher wieder entstehen.

Urig – das wird es auch, wenn man aus dem Wald heraus durch ein Tor die Staudacheralm erblickt. In ein paar Schritten geht es vorbei an fröhlich gackernden Hühnern und wiederkäuenden Kühen auf die kleine Terrasse der bayerischen Alm. Fröhlich geht es hier zu und bei Bier und frischen, almtypischen Käse- und Speckbroten sowie Kaffee und selbst gebackenem Kuchen lässt es sich in dem Talkessel unter dem Hochgern bestens aushalten. Nach der Rast kehren wir der harmonisch-romantischen Atmosphäre den Rücken und wandern wieder an der Schnappenkirche vorbei auf einem Forstweg zunächst geradeaus durch den Wald abwärts. Der Weg führt uns über den idyllischen Schnappenbach in den Ramsenmooswald mit zahlreichen Findlingen und auf schmalem Weg zum Hochgern-Wanderparkplatz in Nock. Hier müssen wir aufpassen, um nicht rechter Hand den Schnappen-Rundweg zu übersehen, der uns auf idyllischer Panoramastrecke mit Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge zurück zum Ausgangspunkt bringt.

SalzAlpenTour Marquartstein – Schnappenkirche Besinnungstour: Tipp, Strecke & GPS-Track

  • Tipp: Als Ausgangspunkt für die Wanderung kann man alternativ auch den Hochgern-Parkplatz verwenden.
  • Streckenverlauf: Marquartstein Parkbucht Freiweidacher Straße – Staudach-Denkmal – Quelle – Schnappenkirche – Staudacheralm – Schnappenbach – Kindlwand – Wanderparkplatz Hochgern/Nock (Alternativer Startpunkt) – Schnappen-Rundweg – Ausgangspunkt
  • Download: GPS-Track Almwanderung Staudacher Alm (Chiemgau) (per Rechtsklick + Link speichern unter)

3. Stoibenmöseralm: Prachttour auf alten Steigen

Almwandern wie man es sich vorstellt. Der Premiumwanderweg Chiemseeblick in Reit im Winkel führt zur Stoibenmöseralm. | Foto: Andrea Obele
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Almwandern wie man es sich vorstellt. Der Premiumwanderweg Chiemseeblick in Reit im Winkel führt zur Stoibenmöseralm. | Foto: Andrea Obele

Beeindruckende Ausblicke über den Chiemgau und vielfältige Landschaften erwarten den Wanderer auf gut 13 Kilometern und insgesamt 1.024 Höhenmetern auf dem Premiumwanderweg Chiemseeblick zur Stoibenmöseralm (1.260 Meter). Der teils anspruchsvolle Weg führt an versicherten Passagen entlang zum Wetterkreuz (1.061 Meter), das über Holztritte, einen kurzen Steg aus Planken und Holzstufen erreicht wird. Es ist einer der schönsten Ausblicke, die Reit im Winkl zu bieten hat. Über den Lederergraben kreuzend kommt man danach zur Hutzen-Alm (990 Meter). Hier gibt es die besten Kaspressknödel und den besten Kaiserschmarren weit und breit – zubereitet ganz rustikal in schweren Eisenpfannen auf einem Holzofen.

Über eine Landschaft wie aus „Herr der Ringe“ führt später der schmale, fast vergessene Steig zu einer weitläufigen, blütenreiche Wiese, von der sich wieder großartige Weitblicke in die Bergwelt ergeben. Ein steiler Steig endet nach einer Holztreppe auf dem Gelände der Stoibenmöseralm. Man kann sich gar nicht genug satt sehen an dem sensationellem Ausblick, der sich vor allem rechts oberhalb der Alm auf einer Kuppe bietet. Hier befindet sich ein hervorragender Aussichtspunkt mit Holzbänken, die zum Verweilen einladen. Unten in der Hütte gibt es bayerische Gemütlichkeit mit almtypische Brotzeiten. Besondere Schmankerl sind Biobauernbrot aus dem hauseigenen Steinofen und würziges, schmackhaftes Griebenschmalz. Es gibt im Herbst aber auch eher ungewöhnliche Gäste auf der Am zu sehen: Lamas! Seit zehn Jahren betreiben diese hier nach den Kühen „Weidepflege“.

Nach dieser lohnenden Einkehr führt der Weg hinter der Alm zum nächsten Ziel, dem Aussichtspunkt „Tauern- und Chiemseeblick“, der großartige Tiefblicke zulässt. Der Abstieg – mit Chiemsee im Blickfeld – führt zur idyllischen Liebberg-Forsthütte und zum Gelände der Glapfalm. Etwa 25 Minuten nach der Glapfalm zweigt der Weg in einen Steig Richtung Hausbachfall ab. Erlebnisreich zeigt sich hier der Abstieg: Er führt am Hausbach-Wasserfall mit Klettersteig und der Kriegerkapelle vorbei zurück in den Ort.

Premiumwanderweg Chiemseeblick: Tipp, Strecke, GPS-Track

  • Tipp: Wer sich die gesamte Länge der Wanderung nicht zutraut, der kann von der Hutzenalm direkt absteigen und vom Ortsteil Birnbach mit dem Wanderbus zurück zum Ausgangspunkt fahren oder auch zurück wandern.
  • Streckenverlauf: Festsaal Reit im Winkl – Glapfhof – Wetterkreuz -Hutzenalm – Stoibenmöseralm – Ausblick „Tauernblick und Chiemseeblick“ – Liebberg-Forsthütte – Wasserfallsteig – Kriegerkapelle – Ausgangspunkt
  • Download: GPS-Track Premiumwanderweg Alpin Chiemseeblick (per Rechtsklick + Link speichern unter)

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Andrea Obele

... ist hauptberuflich Redakteurin und in ihrer Freizeit am Liebsten in der Nähe ihrer Heimat in den Chiemgauer, Salzburger und Berchtesgadener Alpen unterwegs. Meist in vierbeiniger Begleitung ihres Australian Shepherds Rüden Ari. Aktuell hat Andrea das Wanderbuch „Wandern mit Hund“ im Rother Verlag herausgebracht. Mehr zum Thema unter www.mein-wanderhund.de. Pfeil Alle Artikel von Andrea Obele