• Seit 1999 online
  • Powered by 350 Bergsportler
  • Am Puls der Berge
Wie ein großer!

Deuter Schmusebär: Der Kinderrucksack im Test

6 Minuten Lesezeit
Der Deuter Schmusebär ist der Klassiker unter den Kinderrucksäcken von Deuter. 2019 kommt er in überarbeiteter Form auf den Markt. Was der neue Schmusebär kann und was sich beim Update alles verändert hat, verrät unser Testbericht.

„Schmusebär!“ Es ist schon etliche Jahre her, dass ich in einer Augsburger Kletterhalle auf Deuter-Produktentwickler Thomas Hilger traf und ihn nach dem ultimativen Tipp für einen Rucksack fürs Kindergartenalter fragte. Die Antwort kamt prompt und erforderte keinerlei Diskussion: Der Schmusebär ist ein durchdachter Klassiker aus dem Hause Deuter, der – wie die meisten Deuter-Produkte – alle paar Jahre auf den neuesten Stand gebracht wird.

Dass ich einige Jahre später trotzdem den kleineren Deuter Pico auf meine Einkaufsliste setzte, lag daran, dass mir Schmusebärs kleiner Bruder als Kita-Rucksack für meine 20 Monate alte Tochter besser geeignet schien. Und das war er auch. Ein Reißverschluss, zwei Seitentaschen und fünf Liter Volumen waren für die Zeit in der Krabbelgruppe ideal. Auch im ersten Kindergartenjahr schlug sich der Mini-Rucksack zum Transport von Brotzeitdose, Trinkflasche, Fleecejacke und Krimskrams in meinen Augen recht gut.

Meine Tochter war anderer Meinung. Beim Kauf des Picos hatte ich Wert auf neutrale Farben gelegt und daher ein Modell in Froschgrün erworben. Etwa ab dem dritten Geburtstag wurde dies zum Problem und führte im letzten Jahr dauerhaft zu kindlichem Wehklagen. Die Tochter hat eine Lieblingsfarbe und die – so habe ich nach einigem Widerstand gelernt – gilt es, zumindest bei Neuerwerbungen zu akzeptieren. Welch ein Glück, dass es den neuen Schmusebär auch in „Magenta Hotpink“ gibt!

Wandern mit dem Deuter Schmusebär Kinderrucksack.
Radfahren, Wandern, Ausflüge – mit der „richtigen“ Ausrüstung macht das unserer Tochter gleich viel mehr Spaß. Beim Kinderrucksack heißt der Schlüssel dazu „Magenta Hotpink“. Natürlich gibt’s den Schmusebär aber auch in Blau und Grün. | Foto: Judith Hackinger

Tatsächlich ausschlaggebend für den Umstieg auf den Schmusebär war allerdings weniger die Farbe sondern die Tatsache, dass dieser mit acht Litern Volumen dem wachsenden Anspruch der Freizeitaktivitäten unserer Vierjährigen besser gerecht wird.

Was ist neu am Deuter Schmusebär?

Rein optisch hat der Kinderrucksack durch die Überarbeitung 2019 ein moderneres Design erhalten. Statt eines gemusterten Oberstoffes in Blau, Grün oder Pink sorgen nun große Druckmotive mit reflektierenden Elementen für den kindgerechten Look. Letztere sind in den Augen meiner Tochter – so viel hat sie in Sachen Verkehrserziehung bereits gelernt – besonders lobenswert. Auch an den Schulterträgern sind im Brustbereich 3M-Reflektoren angebracht.

Quasi „umgezogen“ ist die kleine Reißverschlusstasche. Sie wanderte beim 2019er-Schmusebär ins Deckelfach und dieses Feature bringt die Augen meiner Tochter ganz besonders zum Leuchten: Genau wie bei Mamas Rucksack! Zum totalen Glück fehlt nur noch der Schlüsselclip ;-). Beim Verschluss verzichtet Deuter nun auf den zweiten Klipp und erlaubt insgesamt etwas mehr Spielraum, um Ausrüstung unter den Deckel zu klemmen.

Ebenfalls verändert wurden die flexiblen Seitentaschen. Diese sind nicht mehr aus Mesh gefertigt sondern aus dem gleichen robusten 600D Polyester-Obermaterial wie der Rucksackboden. Eine Trinkflasche hat trotzdem problemlos Platz, zudem lässt sich Sammelgut wie Zapfen, Bucheckern und Co. widerstandslos daraus entfernen. An beiden Seiten finden sich hier zwei zusätzliche Materialschlaufen, die ebenfalls Begeisterung wecken: Wie bei Papas Kletterrucksack!

Nicht mehr dabei ist beim 2019er Rucksack der namensgebende Mini-Teddy. Im Sinne der Nachhaltigkeit verzichtet Deuter auf das seinerzeit innovative Extra, da die meisten Kinder ohnehin mehr als genug Kuscheltiere haben. Deuter möchte daher nicht noch mehr Plastikplüsch auf den Markt werfen.

Was hat sich nicht oder kaum verändert?

Weitgehend unverändert sind die Maße des Deuter Schmusebär: Mit 33 x 21 x 15 Zentimeter ist er zwar minimal breiter und höher, dafür aber schlanker. Das Volumen bleibt mit acht Litern gleich und auch das Gewicht steht bei 290 Gramm. Der Kontaktrücken ist weich und komfortabel gepolstert, die S-förmigen Schulterträger sind angenehm gepolstert und ergonomisch auf die Zielgruppe der Drei- bis Sechsjährigen abgestimmt.

Wie sitzt der Deuter Schmusebär am Kinderrücken?

Mit 106 Zentimetern Körpergröße liegt meine Tochter in ihrer Altersklasse (etwas über 4,5 Jahre) an der 50er-Perzentile, also genau im Mittelfeld. Hinsichtlich der Rückenlänge ist der Schmusebär für sie passend, hat aber auch noch gut Spielraum zum Wachsen. Ich rechne damit, dass er hier locker noch mindestens zwei Jahre im Einsatz bleibt.

Radfahren mit dem Deuter Schmusebär Kinderrucksack.
Der Schmusebär ist leicht, sitzt bequem und lässt sich mit dem Brustgurt gut fixieren. Bei einer Körpergröße von 106 Zentimeter ist noch ordentlich Luft für Wachstum. | Foto: Judith Hackinger

Wie trägt sich der Deuter Schmusebär?

„Bequem!“ ist das knappe Urteil der viereinhalbjährigen Testerin. Als Mama muss ich feststellen, dass der Schmusebär hier mit Stolz und Begeisterung sehr gerne selbst beim Radfahren, Wandern und zum Kindergarten getragen wird. Allerdings – der Verdacht liegt zumindest nahe – vermute ich diesbezüglich eher einen Zusammenhang mit der „schönen Farbe“.

Schmusebär vs. Pico: Welchen Unterschied machen drei Liter Zuladung?

Wie oben beschrieben war für uns die größere Zuladung für den Umstieg vom Pico (fünf Liter) auf den Schmusebär (acht Liter) entscheidend. Als reiner Kindergarten-Alltagsrucksack für Brotzeitdose und Trinkflasche wäre der Pico nach wie vor ausreichend. Muss auch Regen- oder Wechselbekleidung ins Gepäck, dann wird die Zuladung ab Kleidergröße 104 aufwärts langsam eng. „Große“ Kinderkleidung schlägt in Sachen Packmaß nämlich deutlich voluminöser zu Buche als Kleidung in 86/92.

Der Schmusebär schluckt mit seinen acht Litern aber noch deutlich mehr. Unter anderem lässt sich mit ihm endlich der Wunsch umsetzen, die eigene Kletterausrüstung „wie der Papa“ selber zu transportieren – ohne das Kind dabei mit einem unnötig großen Rucksack bei Alltagseinsätzen zu überladen.

Unser Test-Fazit zum Deuter Schmusebär

Kind wandert mit Deuter Schmusebär Kinderrucksack.
Vom ersten Moment an geliebt: Der Deuter Schmusebär ist ein treuer Begleiter – egal ob am Berg, auf dem Rad oder im Kindergarten. | Foto: Judith Hackinger

Wie bei allen Deuter-Produkten handelt es sich auch beim Schmusebär um ein qualitativ sehr hochwertiges, durchdachtes Produkt. Mängel oder Schwachstellen sucht man vergebens, der Rucksack ist für eine lange Lebensdauer ausgelegt und kann in ein paar Jahren sicher an den Bauchzwerg weitervererbt werden – vorausgesetzt die Farbe stimmt ;-). In Sachen Ergonomie und Ausstattung ist der Kinderrucksack optimal auf die Zielgruppe abgestimmt. Die Verschlüsse lassen sich einfach bedienen, sodass der Rucksack gerne auch selbst gepackt wird. Das Packmaß von acht Litern ist für die Altersgruppe und den normalen Kindergartengebrauch mit gelegentlichen Wald-Ausflügen (kein Waldkindergarten) mehr als ausreichend. Auch für „größeres“ Tagesgepäck lässt er genug Spielraum, so dass man ihn für viele Freizeitaktivitäten oder auch als Kuscheltierkraxe hervorragend nutzen kann.

Ergänzend lässt sich nur noch eines festhalten: Wieder einmal mussten wir Eltern lernen, welchen Unterschied „die richtige Farbe“ bzw. das richtige Design macht, damit unser Kind seine Ausrüstung auch wirklich nutzt. Unser Tipp daher: Kind selber entscheiden und aussuchen lassen!

Mehr rund ums Wandern und Outdoor mit Kind im Bergzeit Magazin

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Unsere Top Outdoor Kategorien


Bergzeit Magazin - Dein Blog für Bergsport & Outdoor

Willkommen im Bergzeit Magazin! Hier findest Du Produkttests, Tourentipps, Pflegeanleitungen und Tipps aus der Outdoor-Szene. Von A wie Alpspitze bis Z wie Zwischensicherung. Das Redaktionsteam des Bergzeit Magazins liefert zusammen mit vielen externen Autoren und Bergsport-Experten kompetente Beiträge zu allen wichtigen Berg- und Outdoorthemen sowie aktuelles Branchen- und Hintergrundwissen.