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Starker Freetouring-Ski

Kästle TX 98 Tourenski im Test

5 Minuten Lesezeit
Der Kästle TX 98 besticht durch perfekte Abfahrtsleistung bei vergleichsweise geringem Gewicht. So muss man beim Aufstieg keine Klötze mit auf den Berg schleppen. Bergzeit-Produktmanager Christian hat den Freetouring-Ski ausgiebig getestet.

Die österreichische Traditionsmarke Kästle hat in den letzten Jahren in der Entwicklung Vollgas gegeben und 2018 mit der neuen TX-Serie eine absolute Geheimwaffe auf den Markt gebracht. In der TX-Range ist mit den Mittelbreiten von 65, 82, 90 und 98 Millimetern für jeden Geschmack etwas dabei. Ein guter Grund diese Ski genauer zu betrachten. Meine Wahl war schnell getroffen: Der Kästle TX 98 besticht durch sein geringes Gewicht, eine sehr gute Kantengriffigkeit und eine besonders laufruhige Fahrweise. Noch dazu stand ein Kästle-Ski schon lange auf meiner Wunschliste.

Alle Infos zum Test: Perfekte Bedingungen in Georgien

Ein Tourenskigeher im Aufstieg bei strahlendem Sonnenschein.
Der Kästle TX 98 ist ein leichter und ausgewogener Allround-Ski mit Schwerpunkt Freetouring. | Foto: Christian Hofstetter

Laut Kästle überzeugt der TX 98 durch eine unschlagbare Abfahrtsperformance bei optimiertem Gewicht. Mit seiner innovativen Karbonkonstruktion soll er spielerische Abfahrten garantieren, aber auch leicht genug für Freude und Kraftersparnis beim Aufstieg sein. Genau der richtige Ansatz für mich, und so nehme ich den TX 98 auf meinen Skitourentrip nach Swanetien, Georgien, mit.

Folgendes Equipment kam im Test neben dem Ski zum Einsatz:

  • Kästle Freetour 12 2.0 Bindung
  • Kästle Fell
  • Dynafit Hoji Pro Tour Skitourenschuh
  • Fischer Traverse Carbon Skitourenschuh

Auf unserer Reise haben wir jegliche Schnee- und Wetterbedingungen vorgefunden, die man sich vorstellen kann: Neuschnee, strömender Regen, Nebel, Sahara-Sandsturm und Sonne – für einen Skitest natürlich perfekt. Wir waren sowohl in einem kleinen Skigebiet, als auch auf langen Skitouren und sogar einmal mit dem Heli unterwegs.

Genuss im Aufstieg und Spaß bei der Abfahrt

Zum Einfahren waren wir im Tetnuldi Ski Resort, etwas östlich von Mestia, unterwegs. Nach ein paar Abfahrten auf verschneiten Pistenhängen haben wir zwei kleinere Touren unternommen, um das Gebiet auf schönen Freeride-Abfahrten zu entdecken. Auf der Piste zeigte sich der Tourenski als ungewöhnlich stabil, der „Rocker“ ist hier genau richtig abgestimmt. Durch die lange effektive Kante greift der Ski recht gut, ist aber trotzdem angenehm spielerisch zu fahren. Mit seiner stabilen Sandwich-Seitenwangenkonstruktion, welche zusätzlich noch durch Carbon- und Fiberglas verstärkt ist, weist der Kästle-Ski einen angenehmen Flex mit hoher Laufruhe auf. Zudem ist die Torsionssteifigkeit genau richtig abgestimmt.

Auch im Aufstieg kam mir der TX 98 nicht auffällig schwer vor, was dem leichten Karuba-Holzkern zu verdanken ist. Bei einer Breite von 98 Millimetern und einer Länge von 178 Zentimetern wiegt er nur 1.350 Gramm pro Ski: ein echter Genuss im Aufstieg.

In der Freeride-Abfahrt gab es eine ordentliche Ladung Powder, weiter unten wurde der Schnee aber deutlich schwerer und hatte sich zunehmend mit Sand vermischt – das Gebiet wurde vor zwei Wochen von einem Sahara-Sandsturm heimgesucht. Aber diese außergewöhnlichen Bedingungen waren für den Kästle TX 98 kein Problem: der Ski war auch bei diesen Gegebenheiten immer sehr gut zu handeln und, noch wichtiger, er hat mir richtig viel Freude bereitet.

Auch bei schwierigen Bedingungen ist der Kästle TX 98 top

An den darauffolgenden Tagen haben wir deutlich längere Skitouren unternommen, zum Teil bei wirklich schwierigen Schneebedingungen. Der Tourenski war im Aufstieg tadellos und konnte alles locker meistern. Seine besondere Stärke hat er dann aber bei der Abfahrt gezeigt, er ließ sich jedes Mal bemerkenswert gut fahren. Die Kombination des TX 98 mit der Kästle Freetour 12 2.0 Bindung fand ich optimal, denn das breite Bohrbild der Bindung unterstützt die gute Kraftübertragung. Auch bei Skitouren mit über 1.500 Höhenmetern ist die Skibreite kein Problem, der leichte Ski ist vielseitig einsetzbar.

Nach Neuschnee und einer klaren Nacht erwarteten uns traumhafte Abfahrten in vergletschertem Gelände. Mit dem Kästle TX 98 hatte ich durchgehend das Gefühl, einen echten Freeride-Ski am Fuß zu haben, egal ob wir auf weiten, offenen Hängen oder im steilen Rinnen-Gelände unterwegs waren.

Ein Skifahrer auf einem freien Hang beim Freeriden.
Freeride-Feeling mit dem Kästle TX 98: einfach genial! | Foto: Christian Hofstetter

Wir hatten oft mit sehr schwierigen Schneeverhältnissen zu kämpfen, aber egal wie ruppig und eisig der Untergrund war, der Tourenski hat mich jedes Mal überzeugt. So fiel mir die Entscheidung oft schwer, ob ich auf Tour meinen Freeride-Ski oder doch den Alleskönner TX 98 mitnehmen soll. Mit passender Bindung und einigermaßen stabilem Schuh ist der Ski ein wirklicher Allrounder und für jeden Einsatzbereich die richtige Wahl.

Fazit zum Kästle TX 98 Tourenski: einer der besten im Freetouring-Bereich

Erfahrungsgemäß sind die meisten Tourenski entweder sehr leicht und extrem steif, oder sie sind super harmonisch zu fahren, aber dann oft schwerer am Fuß. Leichtigkeit schaffen viele Hersteller dann hauptsächlich durch den Einsatz von Carbon in der Bauweise, was aber dazu führt, dass solche Ski nahezu keine Fehler in der Fahrweise verzeihen. Wird mehr Holz und weniger Carbon verbaut, lässt sich der Ski meist sehr angenehm fahren, wiegt dann aber deutlich mehr, was im Aufstieg wiederum für weniger Spaß sorgt.

Beim Kästle TX 98 ist das anders: Ich bin wirklich begeistert, der Ski alles kann und wie vielseitig er sich bei unterschiedlichsten, zum Teil sehr harten Bedingungen, gezeigt hat. Einziges kleines Manko: der Schnee ist mir immer wieder auf dem Dekor kleben geblieben – so war das cleane Design leider nicht immer sichtbar.

Kästle hat es meines Erachtens geschafft, mit dem TX 98 einen sehr leichten und gleichzeitig sehr ausgewogenen Ski zu bauen, der eigentlich von jedem Skifahrer-Typ gefahren werden kann. Bei geringem Gewicht erreichen die Österreicher enorm viel Stabilität. Beide Daumen hoch für sicherlich einen der besten Tourenski im Freetouring-Bereich.

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