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LVS-Geräte 2022/23 im Vergleich

9 Minuten Lesezeit
Lawinensuchgeräte gibt es viele, aber was sind eigentlich die Unterschiede? Wann lohnt sich ein Profigerät und wann reicht ein Standardmodell vollkommen aus? Bergzeit Autor Lorenzo stellt Dir die aktuellen LVS-Geräte vor.

Einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für Freerider, Skitouren- und Schneeschuhgeher ist das Lawinenverschüttetensuchgerät, kurz LVS-Gerät. In Kombination mit Lawinenschaufel und Lawinensonde ist es unverzichtbar zur Kameradenrettung, welche bei einer Lawinenverschüttung meist die einzige wirkliche Überlebenschance darstellt. Seit Jahrzehnten ist das Prinzip dabei gleichgeblieben: Ein kombiniertes Sende- und Empfangsgerät wird sendend am Körper getragen. Im Notfall wirst Du mit Hilfe der Empfangsfunktion entlang der Feldlinien zum Verschütteten geleitet. Hier stellen wir dir die aktuellen LVS-Geräte im Vergleich vor.

Musstest Du das vor nicht allzu langer Zeit anhand von lauter werdenden Pieptönen tun, wirst Du bei aktuellen LVS-Geräten recht intuitiv von Pfeilen auf dem digitalen Display, teilweise ergänzt durch akustische oder haptische Hinweise, geleitet. Welche Modelle aktuell auf dem Markt sind und was sie voneinander unterscheidet, haben wir Dir in unserem Marktüberblick zusammengefasst.

Der aktuelle Stand der Technik: Das LVS-Gerät heute

Bei allen aktuellen LVS-Geräten handelt es sich um digitale Dreiantennengeräte. Das ermöglicht im Vergleich zum analogen Ur-LVS mit nur einer Antenne vor allem eine bessere Feinortung und größere Unabhängigkeit von der Koppellage. Somit sind breitere Suchstreifen möglich und Du wirst intuitiver und auch schneller zum Verschütteten geführt. Eine Markierfunktion kann zusätzlich viel Zeit bei Mehrfachverschüttungen sparen.

Dreiantennengeräte mit Markierfunktion sind heutzutage Standard bei LVS-Geräten.

Bergzeit

Dreiantennengeräte mit Markierfunktion sind heutzutage Standard bei LVS-Geräten.


Die meisten Hersteller bieten ein Topmodell, welches zusätzlich zu den Standardfunktionen weitere Spezialfunktionen bietet. Zum Beispiel einen Analogmodus, einen Neigungsmesser oder eine gesonderte Gruppencheck-Funktion. Beim Standardmodell verzichten die Hersteller häufig auf diese Zusatzfunktionen; die Standardfunktionen sind aber für praktisch alle Verschüttungsszenarien ausreichend.

Die wichtigsten Weiterentwicklungen bei LVS in den vergangenen Jahren sind einerseits die Steigerung der Reichweite und andererseits das Aufkommen von verhältnismäßig leistungsstarken, aber sehr kompakten und leichten Geräten. Während gerade bei den Top-Geräten die Reichweite sowohl bei idealer als auch bei schlechterer Koppellage gesteigert werden konnte, gibt es mittlerweile auch Geräte mit einem Gewicht von etwa 150 Gramm. Zudem verbessert sich die Benutzerfreundlichkeit mehr und mehr und die Geräte werden intuitiver in der Bedienung. Zuletzt fokussierten sich Verbesserungen häufig auf die Bedienung und eine möglichst einfache Nutzbarkeit. Das brachte beispielsweise eine Vibrationsfunktion von Pieps oder Sprachkommandos beim neuen Ortovox Diract Voice hervor.

Bei der verfügbaren Technik solltest Du jedoch nicht vergessen, dass Du Deine Sicherheit im Gelände am besten erhöhst, wenn Du gar nicht erst von einer Lawine erfasst wirst. Risikomanagement in Sachen Lawinensicherheit erfordert Wissen, welches vor allem durch Ausbildung und Erfahrung erworben wird. Lawinenfachwissen zählt ebenso zur Pflichtausstattung im Gelände wie ein Lawinensuchgerät.

Der Umgang mit dem LVS-Gerät muss geübt sein.

Ortovox

Der Umgang mit dem LVS-Gerät muss geübt sein.


Übersicht über die aktuellen Lawinensuchgeräte

Mammut

Mammut bietet mit der aktuellen Barryvox-Serie bewährte Geräte mit solider Technik. Das Barryvox S ist das Spitzengerät mit den meisten Zusatzfunktionen. Aber auch das abgespeckte Barryvox ist gerade für Einsteiger sehr interessant.

Barryvox

Das Barryvox überzeugt durch einfache Bedienung und gute Leistung. Der etwas günstigere Preis macht das LVS-Gerät gegenüber dem „großen Bruder“ Barryvox S vor allem für Einsteiger interessant, die dennoch auf nichts verzichten wollen. Mammut hat dem Gerät eine Suchstreifenbreite von 70 Metern verpasst, der Sendebetrieb beträgt beeindruckende 300 Stunden.

Barryvox S

Das Mammut Barryvox S ist das Top Modell von Mammut und bietet viele Funktionen und intuitive Bedienung. Es kombiniert die optische und akustische Führung und glänzt mit einem außergewöhnlich hohen Maß an Individualisierungsmöglichkeiten. So kann beispielsweise durch die Verschüttetenliste gescrollt werden und die Suchstreifenbreite beträgt beeindruckende 70 Meter. Außerdem hilft die Smart Search-Funktion dem Retter, um im Falle eines Lawinenunglücks noch schneller suchen zu können. Nach dem Firmware-Update, welches im Winter 2020 auf den Markt kam, gibt es sogar noch mehr Möglichkeiten, das LVS-Gerät individuell zu konfigurieren.

Mammut LVS-Sets

Du möchtest Deine Lawinenausrüstung neben dem Mammut LVS-Gerät direkt mit Sonde und Schaufel vervollständigen? Dann lohnt sich ein Blick auf die Set-Angebote, denn hier sind die beiden Utensilien in verschiedenen Ausführungen gleich mit dabei.

Die passende Kombination aus Lawinensuchgerät , Schaufel und Sonde ist hier nicht zu finden? Dann kannst Du Dir mit unserem LVS-Konfigurator einfach Dein persönliches Set zusammenstellen.

Ortovox

Die LVS-Geräte von Ortovox verfügen über die patentierte „Smart-Antenna“-Technologie. Diese ermöglicht ein automatisches Umschalten auf die Sendeantenne mit der vermutlich besseren Lage im Raum. Auch eine Funktion zum automatischen Umschalten von „Suchen“ auf „Senden“ im Falle eines längeren Stillstands des Gerätes ist bei allen Ortovox-LVS integriert. Dadurch soll vermieden werden, im Falle einer Nachlawine im Suchmodus verschüttet zu werden.

Diract Voice und Diract

Das neue Diract Voice ist ein innovatives Gerät, welches auf eine möglichst intuitive Bedienung setzt. Durch das große Display mit stabiler Richtungsanzeige und die zusätzlichen Sprachkommandos in der Suchphase verspricht man sich eine Zeitersparnis bei der Suche. Das soll helfen, wenn jede Sekunde entscheidend sein kann. Zusätzlich ist das Gerät recht kompakt und leicht, mit USB-C aufladbar sowie per Ortovox App updatebar. Wir haben das Diract Voice für Dich getestet.

Zusätzlich gibt es das LVS-Gerät als Diract das im Vergleich zum Diract Voice keine Sprachkommandos gibt.

Ortovox LVS-Sets

Du möchtest Deine Lawinenausrüstung neben dem Ortovox LVS-Gerät direkt mit Sonde und Schaufel vervollständigen? Dann lohnt sich ein Blick auf die Set-Angebote, denn hier sind die beiden Utensilien in verschiedenen Ausführungen gleich mit dabei.

Die passende Kombination aus Lawinensuchgerät, Schaufel und Sonde ist hier nicht zu finden? Dann kannst Du Dir mit unserem LVS-Konfigurator einfach Dein persönliches Set zusammenstellen.

Arva

Die LVS-Geräte von Arva sind im deutschsprachigen Raum nicht allzu weit verbreitet. Sie funktionieren aber äußerst zuverlässig und bieten vor allem ein interessantes Preis-Leistungsverhältnis.

Neo BT Pro

Das Neo BT Pro ist das neue Topgerät von Arva. Die Suchstreifenbreite ist mit 80 Metern angegeben, was zumindest auf dem Papier rekordverdächtig ist. Natürlich verfügt das Gerät auch über die typischen Features wie Gruppencheck, Markierfunktion, automatische Umschaltung von Suchen auf Senden etc. Zudem kann es auch mit der Arva App selbst konfiguriert werden.

Evo 5

Mit dem neuen Evo 5 hat Arva ein wirklich kleines und äußerst leichtes Lawinensuchgerät auf dem Markt, welches sich aber vor den „großen“ nicht verstecken muss. Neben dem Form- und Gewichtsfaktor punktet es mit allen notwendigen Funktionen und bietet eine Suchstreifenbreite von 50 Metern.

BCA

Die Erfinder des digitalen LVS-Geräts, BCA, haben mit dem Tracker S ein günstiges Modell im Programm. Vor der Konkurrenz muss sich BCA weder in Sachen Leistungsfähigkeit noch bezüglich der Zusatzfunktionen verstecken.

Tracker S

Der Tracker S ist das günstigere LVS von BCA. Im Gegensatz zu Tracker 3+ und Tracker 4 verfügt der Tracker S über keine automatische Notfallumschaltung und die Firmware kann nicht geupdated werden.

Pieps

Pieps hat ein umfangreiches Sortiment an LVS im Programm. Dabei sind alle Pieps-Geräte mit der elektronischen Pieps-Lawinensonde „I-Probe“ kompatibel. Hierbei wird der Sendemodus eines mit der I-Probe gefundenen Pieps-Gerätes unterdrückt, was im Falle einer Mehrfachverschüttung hilfreich ist.

Powder BT

Das Powder BT ist eine abgespeckte Version des Topgeräts Pro BT. Es ist technisch gesehen nahezu identisch zum Pro BT. Aber es verfügt weder über die erweiterten Gruppencheck-Funktionen, noch über den Vibrationsalarm oder den Neigungsmesser. Auch auf die Messung der Frequenz anderer Geräte und die Kompatibilität zum TX600 musst Du verzichten. Dafür erhältst Du ein grundsolides Lawinenpieps zu einem günstigeren Preis. Wir haben das Powder BT für Dich getestet.

Micro BT Sensor

Mit dem Micro BT hat Pieps ein sehr kleines und leichtes Dreiantennengerät auf dem Markt. Im Gegensatz zum Pro BT richtet es sich nicht an „professionelle“ Anwender (wie Bergführer, Bergrettung etc.). Es ist vielmehr auf eine einfache und intuitive Bedienung ausgelegt. Das Micro BT Sensor wechselt automatisch per Distanzsensor vom Sende- in den Suchmodus, sobald das Gerät ausgepackt wird (und nicht per Schalter, wie bei anderen Geräten üblich). Ein Umschalten auf Senden im Fall einer Nachlawine erfolgt ebenfalls automatisch, wenn das Lawinensuchgerät eine Minute lang nicht bewegt wird.

Das Micro BT Sensor ist auch im Pieps LVS-Set gemeinsam mit der Shovel C660 Lawinenschaufel sowie der iProbe BT 260 Lawinensonde erhältlich.

Pro BT

Das Pro BT ist das Top-Gerät von Pieps. Es kann die Sendefrequenz anderer LVS-Geräte überprüfen und das Signal des Pieps TX600 (ein Pieps-Gerät, welches auf einer anderen Frequenz sendet und für Hunde entwickelt wurde) empfangen. Zusätzlich verfügt das Gerät über einen „Vibrationsalarm“ und die Möglichkeit des einfachen Updates über Bluetooth. Außerdem wurde die Ablesbarkeit des Displays verbessert. Auch die bekannte erweiterte Gruppencheck-Funktion ist enthalten, ebenso wie ein Neigungsmesser.

Black Diamond

Black Diamond nimmt eine Sonderstellung im LVS-Markt ein. Denn die Geräte der Tochterfirma Pieps werden teils auch von Black Diamond angeboten. Während das Guide BT allerdings tatsächlich dem Pro BT entspricht, ist das neue Recon LT Beacon technisch mit dem Pieps Micro BT Button (nicht im Bergzeit Sortiment) identisch. Allerdings ist es doch deutlich anders verpackt und wird hier daher extra angeführt.

Recon LT Beacon

Das Gehäuse des Recon LT Beacon ist extrem kompakt und mit gerade einmal 137 Gramm ist es jetzt wohl das leichteste LVS am Markt. Dabei ist es technisch allerdings voll auf der Höhe. Einerseits kann es über Bluetooth mittels App konfiguriert werden. Andererseits kann es auch dank der drei Antennen und fast kreisförmiger Reichweite bei der Suche mit größeren Geräten durchaus mithalten.

Aktuelle LVS-Geräte im Vergleich

Hersteller Modell Gewicht Empfohlene Suchstreifen-breite Zusatzfunktionen Preis in EUR (UVP)
ArvaNeo BT Pro214g80mAktuell größte empfohlene Suchstreifenbreite, umfangreiche Zusatzfunktionen329,95
Evo5165g50mInterferenz-Management264,95
BCATracker S215g50m"Big Picture" Mode
269,95
MammutBarryvox S210g70mUmfassend konfigurierbar, Analog-Modus429,95
Barryvox210g70m324,95
OrtovoxDiract Voice210g50mSprachkommandos im Suchmodus389,95
Diract210g50m329,95
PiepsPowder BT230g60m299,95
Pro BT230g60mHangneigungsmesser, kann das Signal des TX600 empfangen399,95
Micro BT Sensor150g50mAutomatische Aktivierung des Suchmodus339,95
Black Diamond Recon LT Beacon137g50mLeichtestes aktuelles LVS auf dem Markt319,95
Guide BT225g60m399,95

Fazit: Welches LVS-Gerät brauche ich?

Ein aktuelles Dreiantennengerät mit Markierfunktion kann man heutzutage als Stand der Technik und damit als Voraussetzung für jeden bezeichnen, der sich im schneebedeckten Gelände bewegt. Ob Du eines der Topgeräte mit den verschiedenen Zusatzfunktionen benötigst oder Dir eine abgespeckte Version, die praktisch jeder Hersteller anbietet, ausreicht, musst Du letztendlich selbst entscheiden.

Für welches Hersteller-Modell Du Dich entscheidest, ist ebenfalls eine individuelle Sache. Am besten probierst Du verschiedene Geräte aus, um zu sehen, mit welchem Du bei der Suche am schnellsten zum Ziel kommst. Aber auch der Tragekomfort am Körper kann eine Rolle bei der Entscheidung spielen.

Nicht vergessen: Das beste LVS-Gerät bringt nur dann etwas, wenn Du den Umgang damit immer wieder trainierst! Also raus in den ersten Schnee und üben!

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