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Schlurfschritt und Spitzkehre

Skitourengehen: Die richtige Technik

5 Minuten Lesezeit
Fragt man Skitourengeher, was das Tolle an ihrem Sport ist, dann sagen sie: Die Kombination aus Aufstieg und Abfahrt. Und die Nähe zur Natur. Bergauf und -ab bringen aber erst dann so richtig Spaß, wenn man die Technik beherrscht.

Skitouren-Technik auf einen Blick

  • Hebe Bein und Ski beim Gehen nicht an, sondern schiebe den Ski nach vorn und gleite über den Schnee.
  • Belaste im steileren Gelände die ganze Fußsohle gleichmäßig und passe die Steighilfe der Hangneigung an.
  • Übe die Spitzkehren-Technik, damit Du sie im steilen Gelände sicher beherrschst.
  • Fasse die Skistöcke aus Sicherheitsgründen nicht in den Schlaufen.
  • Übe das Geländefahren auf nicht präparierten Abschnitten im Skigebiet oder wähle als Anfänger eine Skitour, bei der Du auf der Piste abfahren kannst.
  • Nimm an einer geführten Skitour oder einem Skitourenkurs teil, um die Technik (insbesondere Spitzkehre!) zu üben und nützliche Tipps zu erhalten.

Beim Gehen: Schlurfschritt

Zwei Frauen gehen mit ihren Tourenski im Schlurfschritt den Berg hinauf.
Mit der richtigen Technik ist Skitourengehen ganz leicht: Im Schlurfschritt den Berg hinauf. | Foto: Bergzeit

Das Gehen mit Tourenski unter den Füßen ist ganz einfach. Es ist fast wie normales Gehen, nur dass man die Beine nicht anhebt. Man schlurft stattdessen dahin. Das Gewicht ist auf dem Standbein und das entlastete Bein wird einfach locker nach vorne geschoben. Bei jedem Schritt gleiten die Felle hörbar über den Schnee.
Wenn Du die Füße hebst, merkst Du schnell: Das kostet viel Kraft – und schaut aus wie ein Storch im Schnee. Den Ski also nach vorne schieben und hüftbreit gehen. Hältst Du die Beine zu eng, reiben Knie, Skischuhe und Skier aneinander und Du verlierst schnell das Gleichgewicht. Allerdings sind die Aufstiegsspuren manchmal so tief ausgetreten und schmal, dass breitbeiniges Gehen schwer ist. Achtung Stolpergefahr!

Beim Aufstieg: Steighilfe passend einstellen

Wie lang der Schritt ausfällt, hängt vom Gelände ab. Auf gerader Strecke ohne Neigung gehst Du meist automatisch ausholender, Du kannst fast gleiten wie beim Langlaufen. Wird der Hang steiler, machst Du kürzere Schritte.
Bei einer Hangneigung ab circa 25 Prozent empfiehlt es sich, die Steighilfe an der Skibindung höher zu stellen. Sie hilft, die Standposition auf dem Ski zu optimieren. Idealerweise solltest Du nämlich immer mittig über dem Ski stehen, das heißt, dass Du die ganze Fußsohle und nicht nur den Vorderfußbereich belastest. Ist das Gelände steil, neigen vor allem Skitouren-Anfänger dazu, sich instinktiv nach vorne zu lehnen. Das ist jedoch genau falsch! Dadurch verlagert sich das gesamte Körpergewicht auf die Skispitze und der Ski rutscht nach hinten weg. Achte daher immer darauf, die ganze Fußsohle gleichmäßig zu belasten und die Steighilfe der Hangneigung anzupassen.

Im steilen Gelände: So geht die Spitzkehren-Technik richtig

Solange es relativ flach dahingeht, kannst Du einfach geradeaus aufsteigen. Nimmt die Hangneigung zu, kompensierst Du die Steilheit durch Schlangenlinien und Serpentinen, das heißt Du gehst in einfachen, weiten Kurven.
Beim Bogentreten wird der Kurvenradius erheblich enger und die Schrittlänge kürzer. Die Ski werden bei jedem Schritt leicht angehoben – ja, jetzt darfst Du den Ski anheben! – und vor dem Setzen deutlich in Kurvenrichtung gedreht. Für eine 180-Grad-Kurve benötigst Du etwa fünf Schritte.

Ist ein Hang mehr als 35 Grad geneigt, kommst Du mit Bogentreten jedoch nicht mehr weiter. Jetzt hilft nur noch die Spitzkehre. Und die geht so: Du läufst bis zum Ende der Spur beziehungsweise bis zu dem Punkt, an dem Du die Richtung ändern möchtest. Je flacher die Spur vor der Spitzkehre ist, desto leichter geht es. Am besten ist, Du stehst völlig horizontal und stützt Dich mit den Stöcken ab. Dann verlagerst Du das Gewicht auf den Talski, hebst den Bergski an und drehst seine Spitze in die neue Richtung. Du stehst nun quasi mit gegrätschten Beinen da und musst den zweiten Ski nachsetzen. Dafür belastest Du den bereits gedrehten Ski und hebst den anderen an. Wenn Du sein Ende mit einem gezielten Kick nach unten schwingst, lässt er sich wesentlich leichter um den Unterschenkel in die neue Richtung drehen. Außerdem bleibst Du im tiefen Schnee nicht so leicht hängen.

Skitourengeher beim Anwenden der Spitzkehren-Technik an einem steilen Hang.
Ganz wichtig beim Skitourengehen an steileren Hängen: Die richtige Spitzkehren-Technik. Du übst sie am besten im flachen Gelände. | Foto: Bergzeit

Spitzkehren lernst Du, indem Du sie immer und immer wieder übst – am besten anfangs im flachen Gelände, das gibt Dir mehr Sicherheit im Bewegungsablauf. Wenn Du sie gut beherrschst, merkst Du, wie kraftsparend diese Art des Umsteigens ist und wie sicher Du auch im steilen Gelände auf dem Ski stehst.

Skitourenstöcke: Richtig einsetzen und nicht in die Schlaufen

Die Skistöcke werden beim Aufstieg gegenläufig zu den Ski verwendet, also rechter Ski/ linker Stock und linker Ski/ rechter Stock. Die Stöcke helfen Dir, im Gleichgewicht zu bleiben. Im steilen Aufstieg kannst Du Dich mit ihnen zusätzlich abdrücken. Querst Du einen Hang oder hängt das Gelände zu einer Seite weg, greifst Du den Bergstock weiter unten und machst ihn dadurch kürzer. So bleibst Du gerade stehen und knickst nicht mit der Hüfte zur Talseite ab. Wichtig ist sowohl fürs Skitourengehen als auch fürs Freeriden: Niemals in die Schlaufe der Stöcke greifen. Stöcke können Stürze verschlimmern und wirken bei einer Lawinenverschüttung wie Anker. Wer in der Schlaufe fixiert ist, wird seine Stöcke im Notfall nicht schnell genug los.

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