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Die etwas andere 'Nabelschnur'

Selbstsicherung beim Klettern – simpel, aber bitte g’scheid!

3 Minuten Lesezeit
Egal ob am Fels oder in der Halle: Richtiges Sichern ist wichtig, um Unfälle zu vermeiden. Wie man sich eine Selbssicherung beim Klettern richtig bindet, erfährst Du hier!

Im Felsklettergarten oder in Klettertouren mit Zwischenständen findet üblicherweise eine vorbereitete, am Klettergurt / Karabiner befestigte Schlinge zur Selbstfixierung jedes Kletterers Anwendung – die sogenannte ‚Nabelschnur‘ oder auch schlicht Selbstsicherung.

Die Nabelschnur beim Klettern

Vernähte Bandschlinge zur Selbstsicherung beim Klettern.
Man benötigt eine vernähte Bandschlinge, je nach Körpergröße 60 bis 80 Zentimeter, und einen Verschlusskarabiner. | Foto: Julius Kerscher

Zwar ist eine Selbstsicherung beim Klettern am Stand prinzipiell auch mit einem Kletterseil per Verschluss-Karabiner und Mastwurfknoten möglich. Doch manchmal, insbesondere am Abseilstand, ist eine separate Schlinge zur raschen und übersichtlichen Fixierung während des Fädelns am Umlenker in Klettergärten oder auch zum besonders raschen Bezug eines Standes aus heikler Position durchaus praktisch.

Die Nabelschnur, die direkte Verbindung vom eigenen Klettergurt zum Sicherungspunkt in der Wand, ist in manchen Situationen, gerade am Abseilstand, die einzige Versicherung gegenüber Absturz. Entsprechend wichtig ist eine überlegte Handhabung, durchdacht vorbereitetes Material.

Selbstsicherung beim Klettern leicht gemacht

Üblicherweise wird eine vernähte Bandschlinge, je nach Körpergröße zwischen 60 und 80 Zentimetern, an der Einbindeschlaufe des Klettergurtes per Ankerstich befestigt. Sie sollte lang genug sein, um Spielraum zu haben und gleichzeitig aber auch kurz genug, um seitlich am Gurt verstaut die Bewegungen beim Klettern nicht zu behindern.

Dazu kommt nur noch ein Verschlusskarabiner, fix mit der Schlinge verbunden, bereit zum Einklippen am jeweiligen Ring/ Zentralpunkt. Klingt einfach, dennoch sieht man viel zu viel Miss(t)konstruktionen an Gurten baumeln… Der Karabiner sollte ein Verschluss-Karabiner sein, kein Schnapper, und keinesfalls nur lose in der Schlinge hängen. Es droht ansonsten die selbsttätige Öffnung und Aushängung, gefolgt von einem Absturz.

Bereits ein paar leichte Bewegungen – vor und zurück, hin und her – können zur Schlaufenbildung führen, die Schlaufe kann sich ungünstig über den Schnappermechanismus legen und ihn öffnen. Schraubverschlüsse können im ungünstigsten Fall durch Schlaufen aufgedreht werden. Klingt unwahrscheinlich? Ja – aber: Murphy’s law – was schief gehen kann, … Auch hierzu schmökere man an Regentagen einmal in den Klassikern von Pit Schubert!

Ankerstich und lose Schlaufen im Karabiner gefährden die Selbstsicherung beim Klettern.
So nicht… lose Schlaufen oder auch Ankerstich (ganz rechts) lassen zu viel Spiel am Karabiner. | Foto: Julius Kerscher

Selbstsicherung: Obacht beim Ankerstich!

Ein Ankerstich am Karabiner ist als Befestigung auch nicht ideal. Auch er lockert sich zu leicht und kann den Schnappermechanismus umschlingen. Der ideale Befestigungsknoten ist und bleibt der Mastwurfknoten (siehe Bild unten). Der Mastwurfknoten zieht sich unter Belastung, egal an welchem der freien Stränge, fest, lockert sich nicht selbsttätig und ist dennoch wieder leicht zu lösen.

Befestigung des Karabiners mittels Mastwurf - die empfohlene Methode. | Foto: Bergzeit
Befestigung des Karabiners mittels Mastwurf – die empfohlene Methode. | Foto: Julius Kerscher

Den Karabiner zuzuschrauben sollte man nie vergessen. Etwas teuerer, aber eben eine Spur sicherer als Schraub-Karabiner sind die Safe-Lock-Karabiner, welche diesbezügliche Vergesslichkeit kompensieren können. Andererseits kann man bei Safe-Lock-Karabinern argumentieren, dass durch eintretende Routine ohne Zuschrauben  sie das Vergessen des Zuschraubens auch fördern können, sollte man doch mal wieder nur mit Schrauber unterwegs sein.

Genau Hinschauen und Mitdenken muss man also immer! Oder man greift auch zur guten alten Erziehungsmethode – jeder nicht zugeschraubte Schrauber bedeutet, dem dies entdeckenden Seilpartner ein Bier oder Äquivalentes ausgeben zu müssen!

Allen viel Freude beim Kraxeln!

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