Skitourengehen gewinnt für immer mehr Wintersportler an Reiz. Damit man mit Freude und vor allem sicher in den Bergen unterwegs ist, gilt es als Einsteiger einiges zu beachten. Deshalb haben wir für alle Skitouren-Anfänger die wichtigsten Tipps zu Ausrüstung, Sicherheit und Technik gesammelt.

Wie tastet man sich ans Skitourengehen heran? Einfach auf’s Geratewohl losmarschieren? Keine gute Idee. Skitouren-Anfänger sollten sich in Pistennähe ausprobieren, am besten in Begleitung erfahrener Freunde. Dort ist man vor den Gefahren des freien Geländes sicher und eine Skitour ist so gut wie immer möglich. Dabei gilt dennoch Vorsicht: Skitourengeher, die am Pistenrand aufsteigen, müssen unbedingt hintereinandergehen und Rücksicht auf den Skibetrieb nehmen.

Mittlerweile gibt es etliche Skigebiete, die eine oder sogar mehrere Aufstiegsspuren aufweisen, damit sich Tourengeher und Alpinfahrer gar nicht erst in die Quere kommen. Ideal für Einsteiger sind spezielle Skitourenlehrpfade und Skitourenparks, wo auf Schautafeln oder durch geschultes Personal wichtiges Wissen und Tipps vermittelt werden.

Skitouren-Ausrüstung: Erst testen, dann kaufen

Skitourenlehrpfade, geführte Skitouren oder Skitourenkurse sind für Anfänger zu empfehlen. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar
Skitourenlehrpfade, geführte Skitouren oder Skitourenkurse sind für Anfänger zu empfehlen. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar

Wer Skitouren als Anfänger einmal ausprobieren will, kann sich die Ausrüstung dafür mittlerweile in vielen Sportfachgeschäften vor Ort ausleihen. Der Vorteil: Man kann verschiedenes Material ausprobieren, etwa ob einem ein breiterer abfahrts- oder ein leichterer aufstiegsorientierter Tourenski besser liegt.

Bei den Schuhen gilt: Die einen mögen es lieber härter und fester, weil man auf der Abfahrt mehr Halt hat. Den anderen reichen Skitourenschuhe, bei denen man kaum merkt, dass man sie anhat, so weich und bequem sind sie.

Bei den Skifellen, die zum Aufstieg über den Skibelag geklebt werden, unterscheidet man grob zwischen Naturhaar, Synthetik und Mischqualität. Ein Skihelm sollte nicht nur für Pistenskifahrer, sondern auch für Tourengeher selbstverständlich sein.

Für die ersten Skitouren tut es ein ganz normaler Skirucksack mit einem Volumen zwischen 25 und 30 Litern. Hinein gehören Wechselkleidung, Proviant und vor allem genug Flüssigkeit. Sogenannte Camelbaks sind Trinkblase mit Schlauch, die im Rucksack verstaut werden. Sie sind ideal für diejenigen, die öfter einen Schluck trinken wollen ohne dabei stehen zu bleiben.

Skitouren als Anfänger: Notfallausrüstung ist Pflicht!

Mit dem Thema Lawinensicherheit muss sich jeder Skitourengeher auseinandersetzen - auch als Anfänger, bevor man das erste Mal von der Piste ins Gelände geht. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar
Mit dem Thema Lawinensicherheit muss sich jeder Skitourengeher auseinandersetzen – auch als Anfänger, bevor es erste Mal von der Piste ins Gelände geht. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar

Was außerdem jeder Skitourengeher – vom Skitouren-Anfänger bis zum Profi – dabei haben sollte, ist die Notfallausrüstung. Dazu gehören ein Lawinenverschüttetensuchgerät, kurz LVS-Gerät, eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel. Aber es reicht nicht aus, diese Dinge nur bei sich zu tragen, man muss auch damit umgehen können. Spätestens dann, wenn man sich von der gesicherten Piste hinaus ins Gelände orientiert.

Auch wenn Stürze das größte Verletzungsrisiko auf Skitouren darstellen, Unfälle mit tödlichem Ausgang sind fast ausschließlich auf Lawinenabgänge zurückzuführen. Ob eine Lawine ausgelöst wird, hängt entscheidend von der Zusammensetzung und Festigkeit der Schneedecke ab. Deren Aufbau ist wiederum abhängig von ganz unterschiedlichen Wettereinflüssen. Bei Schneefall wächst die Schneedecke an, Regen weicht sie auf, Wind sorgt für Triebschneeansammlungen und Sonneneinstrahlung verändert die Schneekristalle.

Die Wahrscheinlichkeit in einer Lawine zu überleben ist gering. Rund zehn bis 20 Prozent der Verschütteten sterben schon innerhalb der ersten Minuten durch mechanische Verletzungen. Lehrbücher sagen, nur derjenige, der in den ersten 15 Minuten gefunden und ausgegraben wird, hat eine Überlebenschance von 90 Prozent. Danach sinkt sie rapide. Deswegen ist es so wichtig, dass man weiß, wie ein LVS-Gerät funktioniert und man das Suchen immer und immer wieder übt. Der Deutsche Alpenverein, Ski- und Ausrüstunghersteller, Tourismusdestinationen und professionelle Bergführer bieten dazu Workshops, Kurse und Veranstaltungen an.

Lawinenlagebericht, Topografie und Hangbeschaffenheit

Der Lawinenlagebericht informiert, bei welcher Hangneigung und in welcher Hangexposition Lawinenabgänge am wahrscheinlichsten sind. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar
Der Lawinenlagebericht informiert, bei welcher Hangneigung und in welcher Hangexposition Lawinenabgänge am wahrscheinlichsten sind. | Foto: Kathrin Thoma-Bregar

Nicht weniger wichtig ist es, im Winter den Lawinenlagebericht richtig interpretieren zu können. Dieser ist im Internet ganz leicht abrufbar (Deutschland: www.lawinenwarndienst-bayern.de, Österreich: www.lawine.at, Schweiz: www.slf.ch). Außerdem sollte man Topografie, Hanglage und Hangbeschaffenheit einzuschätzen wissen. Auf beliebten Touren ist zwar meist immer schon gespurt, aber man sollte sich nicht darauf verlassen, dass diese Spur auch sicher ans Ziel führt. Außerdem könnte sie jederzeit von Schnee verweht sein oder einfach irgendwo enden. Dasselbe gilt für die Abfahrt. Der Spruch: „Da sind schon welche gefahren, da passiert nichts“ hat schon etlichen Skibergsteigern das Leben gekostet.

Skitourengehen lernen: Die richtige Aufstiegstechnik

… beschreibt die Autorin in diesem Artikel: „Schlurfschritt und Spitzkehre: Die richtige Technik für Skitourengeher

Abfahrt für Skitouren-Anfänger: Sicher im Tiefschnee

Jeder Tourengeher träumt von der perfekten Abfahrt und flockigem Neuschnee. Die Realität sieht meist so aus: zerpflügtes Gelände, harschiger Untergrund, eisig oder tief sulzig. Die Frage, ob man fürs Skitourengehen ein guter Skifahrer sein sollte, erübrigt sich. Ein Skitouren-Anfänger wird im Gelände nicht glücklich, ganz davon abgesehen, dass es gefährlich ist. Einsteiger sollten ihre Touren daher so wählen, dass sie auf präparierten Pisten wieder abfahren können.

Oft unterschätzt man auch die Abfahrt, weil man denkt: Geht doch nur noch bergab. Aber bergab bei schwierigen Bedingungen kann ganz schön an den Kräften zehren. Auch die Tourenplanung spielt hier eine Rolle: Wer sich völlig ausgepowert an die Abfahrt macht, riskiert Verletzungen und Lawinenauslösungen, denn Stürze belasten die Schneedecke mit dem bis zum Siebenfachen des eigenen Körpergewichtes. Und anders als in einem Skigebiet kann es abseits der Piste lange dauern, bis Hilfe vor Ort ist. Das Gute: Gelände-Skifahren kann man lernen. Diverse Skischulen und Skivereine haben neben Skitourenkursen auch entsprechende Kurse zum Fahren im Tiefschnee im Angebot.

Unser Buchtipp für Skitouren-Anfänger

Literatur für Skitouren-Anfänger: "Vom Couch-Potato zum Skitourengeher" (Pietsch-Verlag)
Literatur für Skitouren-Anfänger: „Vom Couch-Potato zum Skitourengeher“ (Pietsch-Verlag)

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