Der Brooks Mazama 2 ist die Neuauflage des leichtesten Trailrunningschuhs aus dem Hause Brooks. Bergzeit-Redakteur und Schuhtester Arnold Zimprich hat dem schnellen Leichtgewicht im Geländetest aufs Profil gefühlt.

„Erobere jedes Gelände mit Geschwindigkeit in unserem leichtesten, schnellsten Geländeschuh, der von Geländeläufern bevorzugt wird, denen Tempo wichtig ist“ – das sagt Brooks über den schnittig designten Mazama, der 2018 bereits in der zweiten Auflage auf den Markt gekommen ist.

Guter Grip auch im Schnee - der Brooks Mazama 2 musste sich einem vielseitigen Test unterziehen. | Foto: Arnold Zimprich
Guter Grip auch im Schnee – der Brooks Mazama 2 musste sich einem vielseitigen Test unterziehen. | Foto: Arnold Zimprich

Leicht ist er tatsächlich, der Brooks – und überzeugt zudem mit einem geradlinigen, schnittigen Design. Sein Gewicht liegt bei (auf der Küchenwaage nachgemessenen) 290 Gramm pro Schuh (Größe EUR 44,5). Die Herstellerangabe liegt übrigens bei 263,7 g für die Mustergröße US 9 (EUR 42,5).

Das Gewicht mag absolute Leichtgewichtsfanatiker nicht vom Sockel holen – inov-8 baut zum Beispiel mit dem X-Talon 210 nur ca. 210 Gramm schwere Trailrunner. Für höhere Gewichtsklassen mit mehr als 80 Kilogramm, zu denen auch ich mich zähle, könnten die rund 100 Gramm mehr pro Schuhpaar jedoch auch deutlich mehr Komfort bedeuten – dazu später mehr.

Hält der Mazama 2 Laufschuh, was Brooks verspricht?

Ich hatte von Brooks schon drei verschiedene Trailrunning-Schuhe im Einsatz: Den Cascadia 7 und 10, den ersten Caldera 1 sowie den Pure Grit 1 und 3 (Brooks nummeriert die neu überarbeiteten Auflagen seiner Schuhmodelle durch). Von allen Brooks-Schuhen war ich recht angetan: Mit den Cascadias fühlten sich auch über 50 Kilometer lange Läufe noch komfortabel an, die Pure Grits sind speziell auf kürzeren Strecken im abwechslungreichen Gelände echte Komfortwunder.

Umso gespannter bin ich, als sich mit dem Mazama 2 ein weiterer vielversprechender Testschuh von Brooks dazugesellt. Der Cascadia 10 ist mit seinen 370 Gramm pro Schuh (bei Größe EUR 44,5) für schnelle Ausflüge im Gelände oft zu schwerfällig und begleitet mich daher eher auf Langstrecken jenseits der 20 Kilometer. Der Pure Grit 3 ist hingegen recht weich und bietet ein gutes Gefühl für den Untergrund, der Langstrecken-Komfortfaktor steht bei diesem Schuh eher an zweiter Stelle. Beim Mazama 2 soll die „Propulsion Plate“ im Vorfuß für mehr Vortrieb im Gelände sorgen – ein perfekter Kompromiss zwischen den beiden erstgenannten also und damit perfekt für meine Anforderungen!

Schmaler Schnitt – und gute Führung

Schlüpft man in den Mazama 2, fällt fast als erstes der schmale Schnitt auf. Verglichen mit meinem gut eingelaufenen Cascadia 10 fühlt sich der Mazama 2 fast etwas eng an. Das liegt jedoch primär an der an den Seiten mit dem Fußbett vernähten Lasche, die den Fuß komplett umgreift und ihm einen festen, sockenähnlichen Halt verschafft.

Endlich ist es soweit und ich kann den Brooks Mazama mit auf eine erste 15,5 Kilometer-Runde nehmen. Vorher habe ich ihn schon ein paar Tage „eingelatscht“, wie man so schön sagt. Im Gegensatz zu meinem „Multitool“, dem Cascadia 10, dessen Schwungmasse durch die umfassende Dämpfung recht hoch ist, fällt schon beim Probegehen mit den Mazamas das geringe Gewicht auf. Aufgrund meines hohen „Kampfgewichts“ von etwa 83 Kilogramm habe ich mich bisher immer etwas davor gescheut, einen leichteren Trailrunner ins Gelände auszuführen. Nach dem Pure Grit 3, den ich schon lange durchgelaufen habe, ist es das erste Mal, dass ich mich wieder an einen Schuh in der 250-300 Gramm-Klasse herantraue – die Spannung steigt!

Vielseitige Geländetests mit dem Brooks Mazama 2

  • Ein cleveres Detail beim Brooks Mazama 2: Die "Schnürbandgarage". | Foto: Arnold Zimprich
    Ein cleveres Detail beim Brooks Mazama 2: Die „Schnürbandgarage“. | Foto: Arnold Zimprich

    In der Morgendämmerung eines verregneten Tages drehe ich eine erste kleine Laufrunde auf Asphalt- und Kieswegen – und bin sofort angetan. Der Untergrund wechselt zwischen Matsch, rutschigem Kies, vollgesogener Wiese und Teerstraße. Auf keinem dieser Untergründe gibt sich der Schuh eine Blöße. Meine Befürchtung, die Propulsion Plate würde in irgendeiner Form den Abrollvorgang beeinträchtigen, bestätigt sich in keine Weise.

  • Auf einer reinen Asphaltrunde fühlt sich der Mazama 2 sehr direkt und fast wie ein leichter Straßenflitzer an – der Propulsion Plate sei Dank. Sie soll die Kraft im Vorfußbereich besser auf den Untergrund übertragen und tut dies auch.
  • An einem sonnigen Wochenende kann ich den Mazama 2 mit auf eine abwechslungsreiche Trailrunningrunde mitnehmen, auf der sich Kieswege mit Wurzelpfaden, exponierte, felsige Steige – die z.T. im Schnee versunken sind – mit kurzen Teerpassagen und Feldwegen abwechseln. Ich bin verblüfft, wie gut e(r)s läuft. Der Schuh beisst sich in jeden Untergrund, ich spüre nur wenig Unterschied zu meinen grobstolligeren Modellen von z.B. inov-8.

Mein Fazit zum Brooks Mazama 2

In meinen Augen hat Brooks mit dem Mazama 2 einen tollen Wurf vollbracht. Er ist deutlich leichter als der Cascadia 10 und der Caldera 1 und schafft den idealen Kompromiss aus Spurtreue und Komfort. Die etwas enge Passform mag zu Beginn etwas irritieren, entpuppt sich aber letztendlich als maßgeblicher Grund für den tollen, rutschfreien Sitz. Auch ein paar Teerkilometer nimmt einem der Mazama 2 keinesfalls übel und eignet sich somit auch durchaus für gemischte Laufrunden. Ich habe in ihm jedenfalls einen neuen Lieblingsbegleiter gefunden und werde ihn auf die Pole Position im Schuhschrank stellen!

Die wichtigsten Daten zum Brooks Mazama 2 auf einen Blick:

Der Brooks Mazama 2 erinnert vom Design und vom ersten Look&Feel her an einen Straßenlaufschuh - im Test bewies er jedoch ausgezeichnete Geländequalitäten. | Foto: Brooks
Der Brooks Mazama 2 erinnert vom Design und vom ersten Look&Feel her an einen Straßenlaufschuh – im Test bewies er jedoch ausgezeichnete Geländequalitäten. | Foto: Brooks
  • Gewicht: 592 Gramm (Paar, EUR 44,5)
  • Sprengung: 6 mm (alles zum Thema Sprengung liest Du in unserem Artikel Sprengung bei Laufschuhen – was bedeutet das eigentlich?)
  • BioMoGo DNA Zwischensohle
  • Propulsion Plate im Vorfuß
  • Sticky Rubber Profilsohle
  • geeignet für: gemischte Trails in abwechslungsreichem Gelände
  • ungeeignet für: extrem nasse und schlammige Trails

Um die Schuhwahl zu erleichtern, stellt Brooks allen Trailrunnern auf seiner Website einen praktischen Schuhberater zur Verfügung.

Brooks Mazama 2 Damenmodell bei Bergzeit:

Brooks Mazama 2 Herrenmodell bei Bergzeit:

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