Island ist ein Winter-Geheimtipp für Abenteuerlustige und Naturliebhaber. Nahe am Polarkreis wartet eine faszinierende Winterwelt mit nahezu unendlichen Gletschern, gewaltigen Wasserfällen, heißen Quellen und schimmernden Nordlichtern.

Januar 2015. Bestens vorbereitet starten wir zu unserem fünftägigen Winter-Abenteuer in Island. Neben der kompletten Wintermontur haben wir Zelte, Campingkocher, Steigeisen, Eispickel, Seile und Lawinenschaufel mit im Gepäck. Nach knapp vier Stunden Flugzeiten landen wir in Keflavik, dem internationalen Flughafen des Inselstaats. Ein eisiger Wind und kalter Schnee blasen uns direkt zur Begrüßung ins Gesicht. Herzlich willkommen im Winterparadies Island!

Die Ringstraße führt um ganz Island und ist rund 1.300 Kilometer lang. Nur selten sehen wir andere Autos - außer, wenn eines von der Straße geschlittert ist und Hilfe braucht. | Foto: Sina Burmeister
Die Ringstraße führt um ganz Island und ist rund 1.300 Kilometer lang. Nur selten sehen wir andere Autos – außer, wenn eines von der Straße geschlittert ist und Hilfe braucht. | Foto: Sina Burmeister

Am Flughafen nehmen wir unseren Mietwagen entgegen, einen Toyota VX Landcruiser. Ein Geländewagen ist auf Island im Winter essentiell, um auch abseits der Ringstraße, die die Insel umrundet, unterwegs sein zu können. Der Landcruiser erweist sich auf den verschneiten und teils spiegelglatten Straßen als äußerst hilfreich. Im Laufe der Reise wird uns klar, dass es im isländischen Winter dazu gehört, mit dem Auto im Schnee stecken zu bleiben, von der Straße abzukommen oder ins Rutschen zu geraten. Nahezu täglich sehen wir Autos am Straßenrand und helfen ihnen wieder zurück auf die Straße. Mit Schneeschaufel, Seil und Eispickel sind wie für diese Aufgabe bestens gerüstet. Doch die größten Abenteuer warten abseits der Straße auf uns!

Island im Winter – Fotogalerie

Direkt vom Flughafen aus steuern wir die Lavahöhle Leidarendi in der Nähe von Reykjavík an. Im nächtlichen Schneesturm ist es nahezu unmöglich, den Einstieg zur Höhle zu finden. Die Höhle selbst ist unerwartet groß und ohne Schwierigkeiten zu bewältigen - nicht gerade spektakulär, jedoch ein schöner Beginn unserer Islandreise. | Foto: Sina Burmeister
Direkt vom Flughafen aus steuern wir die Lavahöhle Leidarendi in der Nähe von Reykjavík an. Im nächtlichen Schneesturm ist es nahezu unmöglich, den Einstieg zur Höhle zu finden. Die Höhle selbst ist unerwartet groß und ohne Schwierigkeiten zu bewältigen – nicht gerade spektakulär, jedoch ein schöner Beginn unserer Islandreise. | Foto: Sina Burmeister
Besuch der "Klassiker" im Süden Islands: Die spektakuläre Wasserfontäne des Großen Geysirs, der namensgebend für diese Art von geothermalen Quellen ist, und der Geysir Strokkur, der in regelmäßigen Abständen von etwa zehn Minuten ausbricht und eine bis zu 30 Meter hohe Wassersäule in die Luft schleudert. Wer da nicht aufpasst und schnell genug von der Kraterabsperrung zurücktritt, bekommt schon mal eine nasse Ladung von oben ab. Bei den eisigen Wintertemperaturen gefriert das Wasser in Sekundenschnelle zu Eis und die Kleidung wird steif. | Foto: Sina Burmeister
Besuch der „Klassiker“ im Süden Islands: Die spektakuläre Wasserfontäne des Großen Geysirs, der namensgebend für diese Art von geothermalen Quellen ist, und der Geysir Strokkur, der in regelmäßigen Abständen von etwa zehn Minuten ausbricht und eine bis zu 30 Meter hohe Wassersäule in die Luft schleudert. Wer da nicht aufpasst und schnell genug von der Kraterabsperrung zurücktritt, bekommt schon mal eine nasse Ladung von oben ab. Bei den eisigen Wintertemperaturen gefriert das Wasser in Sekundenschnelle zu Eis und die Kleidung wird steif. | Foto: Sina Burmeister
Wir bestaunen die tief verschneiten und vereisten Wasserfälle Gulfoss, Skógafoss, Seljalandsfoss und Svartifoss. Letztgenannter bietet einen ausgezeichneten Spot für eine nächtliche Abseilaktion. Wir seilen uns 20 Meter an den Basaltsäulen ab, die wie Orgelpfeifen von der Felskante des Svartifoss hängen und am Rande mit meterlangen Eiszapfen geschmückt sind. Unsere Abseilstrecke endet im Flussbett, das im Winter zu einem Trichter aus Eis erstarrt ist. | Foto: Sina Burmeister
Wir bestaunen die tief verschneiten und vereisten Wasserfälle Gulfoss, Skógafoss, Seljalandsfoss und Svartifoss. Letztgenannter bietet einen ausgezeichneten Spot für eine nächtliche Abseilaktion. Wir seilen uns 20 Meter an den Basaltsäulen ab, die wie Orgelpfeifen von der Felskante des Svartifoss hängen und am Rande mit meterlangen Eiszapfen geschmückt sind. Unsere Abseilstrecke endet im Flussbett, das im Winter zu einem Trichter aus Eis erstarrt ist. | Foto: Sina Burmeister
Highlight unserer Island-Tour ist der Gletscher Vatnajökull. Der flächenmäßig größte Gletscher der Welt außerhalb der Arktis verfügt über eine Eisdicke von bis zu 950 Meter. Wir sind zutiefst beeindruckt vom Anblick der gewaltigen Eismassen. Im Winter leuchtet der über 8.000 Quadratkilometer große Eisriese türkisblau. | Foto: Sina Burmeister
Highlight unserer Island-Tour ist der Gletscher Vatnajökull. Der flächenmäßig größte Gletscher der Welt außerhalb der Arktis verfügt über eine Eisdicke von bis zu 950 Meter. Wir sind zutiefst beeindruckt vom Anblick der gewaltigen Eismassen. Im Winter leuchtet der über 8.000 Quadratkilometer große Eisriese türkisblau. | Foto: Sina Burmeister
Mit Steigeisen, Eispickel und Seil bewegen wir uns über das Eis, rutschen gewaltige Eisflanken hinunter und bauen uns Seilbrücken von einer Eisrippe zur nächsten. | Foto: Sina Burmeister
Mit Steigeisen, Eispickel und Seil bewegen wir uns über das Eis, rutschen gewaltige Eisflanken hinunter und bauen uns Seilbrücken von einer Eisrippe zur nächsten. | Foto: Sina Burmeister
Der Blick vom Vatnajökull schweift über gewaltige Sanderflächen bis zum Meer. | Foto: Sina Burmeister
Der Blick vom Vatnajökull schweift über gewaltige Sanderflächen bis zum Meer. | Foto: Sina Burmeister
Allabendlich bewundern wir funkelnde Polarlichter am Himmel. | Foto: Sina Burmeister
Allabendlich bewundern wir funkelnde Polarlichter am Himmel. | Foto: Sina Burmeister
Eine Nacht wollen wir in einem Iglu verbringen. Mit Schneeschaufeln und Schneesägen machen wir uns an die schweißtreibende Arbeit. Schwache Nordlichter begleiten unser Bauvorhaben. Nach mehr als vier Stunden Schneesägen, Schneeschaufeln und Schneeklötzer stapeln müssen wir das Projekt jedoch abbrechen, weil es uns nicht gelingt, das Dach des Iglus zu schließen. Der Schnee ist zu weich, die Konstruktion zu instabil - uns fehlt schlichtweg die Erfahrung im Iglubau. So verbringen wir auch unsere letzte Nacht im Zelt. | Foto: Sina Burmeister
Eine Nacht wollen wir in einem Iglu verbringen. Mit Schneeschaufeln und Schneesägen machen wir uns an die schweißtreibende Arbeit. Schwache Nordlichter begleiten unser Bauvorhaben. Nach mehr als vier Stunden Schneesägen, Schneeschaufeln und Schneeklötze stapeln müssen wir das Projekt jedoch abbrechen, weil es uns nicht gelingt, das Dach des Iglus zu schließen. Der Schnee ist zu weich, die Konstruktion zu instabil – uns fehlt schlichtweg die Erfahrung im Iglubau. So verbringen wir auch unsere letzte Nacht im Zelt. | Foto: Sina Burmeister
Zum Abschluss unserer Island-Reise im Winter darf ein Bad in heißen Quellen nicht fehlen. Wir entscheiden uns für die natürliche belassene Badestelle im Reykjadalur oberhalb von Hveragerð.
 Die mit Holzstegen und Kleiderständern ausgebaute Badestelle ist nach einem zweistündigen Fußmarsch vom Parkplatz aus zu erreichen. Das Ablegen sämtlicher Kleiderschichten kostet uns zunächst reichlich Überwindung. Die Außentemperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgen für Gänsehaut und blaue Lippen. | Foto: Sina Burmeister
Zum Abschluss unserer winterlichen Island-Reise darf ein Bad in heißen Quellen nicht fehlen. Wir entscheiden uns für die naturbelassene Badestelle im Reykjadalur oberhalb von Hveragerð. Die mit Holzstegen und Kleiderständern ausgestattete Badestelle ist nach einem zweistündigen Fußmarsch vom Parkplatz aus zu erreichen. Das Ablegen sämtlicher Kleiderschichten kostet uns zunächst reichlich Überwindung. Die Außentemperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgen für Gänsehaut und blaue Lippen. | Foto: Sina Burmeister

Fazit: Island im Winter

In Vorbereitung auf diese Reise haben wir viele Berichte über das schlechte Wetter Islands gehört und gelesen. Wir hatten jedoch Glück und erlebten den Winter in Island als eine ganz besondere Reisezeit. Eindrückliche Bilder von klirrendem Eis und Schnee neben heißem Lava- und Schwefeldampf, angenehm warme Quellen – Island übt im Winter einen ganz speziellen Reiz aus. Die meiste Zeit wurden wir von Sonnenschein begleitet, in der Nacht bewunderten wir funkelnde Nordlichter. Außerdem waren wir die meiste Zeit allein unterwegs. Die Reise und unsere Erlebnisse haben Lust auf mehr gemacht. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen – vielleicht sogar im Sommer!

Alle Bildbände bei Bergzeit:

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