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Aggressiv und bissig

La Sportiva Akyra Trailrunningschuh im Test

4 Minuten Lesezeit
Der La Sportiva Akyra Trailrunningschuh für lange bis ultralange Strecken bietet Platz und Halt an den entscheidenden Stellen. Langstrecken-Experte Joachim Langstädtler hat den neuen Laufschuh mit der aggressiven Sohle in der Praxis getestet.

Mit dem Akyra hat La Sportiva seine Trailrunning-Produktpalette um einen dritten Schuh für die Ultradistanzen erweitert. Der altbewährte Ultra Raptor und der Akasha, beides Laufschuhe, die ebenso für die Trail-Langstrecke konzipiert wurden, bekommen damit einen noch aggressiveren großen Bruder.

Mein erster Eindruck zum La Sportiva Akyra

Joachim Langstädtler hat den La Sportiva Akyra zum Praxistest auf die Tegernseer Trails geführt. | Foto: Joachim Langstädtler
Joachim Langstädtler hat den La Sportiva Akyra zum Praxistest auf die Tegernseer Trails geführt. | Foto: Joachim Langstädtler

Schon beim ersten Reinschlüpfen fühlt sich mein Fuß im Akyra durch die relativ weiche Dämpfung des Laufschuhs wie zu Hause. Der Schuh trägt sich ganz einfach sehr bequem. Im Vorderfußbereich wartet der Schuh mit einer relativ breiten Zehenbox auf, gleichzeitig bietet er im hinteren Bereich aber auch einen sehr stabilen Halt für die Ferse.

Der Fuß ist optimal eingebettet und hat einen genialen Halt. Das bewirkt auch das sogenannte Trailcage System, das La Sportiva im Akyra verbaut. Das Schnürsystem wird hierbei zwischen zwei Schaftschichten integriert, so dass sich der Schuh im Volumen an die meisten Füße spielend leicht anpasst. Lediglich bei Personen mit sehr schmalen Füßen könnte durch den breiten Vorderfußbereich ein leicht schwammiges Gefühl entstehen.

Der La Sportiva Trailrunningschuh im Praxistest

In den Bergen zwischen Schliersee und Tegernsee haben sich für mich in den letzten Wochen die perfekten Trail-Bedingungen geboten, um den Akyra auf Herz und Nieren zu prüfen. Zu Beginn läuft sich der Schuh etwas hart, es dauert also ein wenig, bis er sich an den Fuß anpasst. Dann wird er aber immer bequemer. Trotzdem muss ich ganz klar sagen: Es braucht ein wenig Anlaufzeit, bis man mit dem Schuh warm wird.

Auf den Trails zwischen Tegernsee und Schliersee fühlt sich der Akyra zu Hause. | Foto: Joachim Langstädtler
Auf den Trails zwischen Tegernsee und Schliersee fühlt sich der Akyra zu Hause. | Foto: Joachim Langstädtler

Ist diese Periode aber einmal überwunden, macht der Schuh einfach nur noch Spaß! Das Trailcage System sorgt, wie bereits erwähnt, für eine perfekte Passform und einen stabilen Halt für den Fuß. Im Obermaterial setzt La Sportiva zusätzlich auf thermoverschweißte TPU-Applikationen.

Der Hersteller nennt dieses Feature Microlite Skeleton. Auf deutsch bedeutet dies ein Obermaterial, das dem Schuh einerseits Struktur und Sicherheit von oben verleiht aber gleichzeitig in Sachen Flexibilität keine Abstriche macht und die Laufbewegung des Fußes begleitet und unterstützt.

Laufschuh für technische Trails

Die Kombination dieser beiden Systeme gibt mir beim Laufen – gerade auf sehr technischen Passagen – ein sicheres Gefühl. Mit dem La Sportiva Akyra schlage ich mir auch keine Zehen blau, wenn ich aus Versehen mal einen Stein oder eine Wurzel mitnehme.

Die Sohle des Akyra ist dabei deutlich stolliger und aggressiver als die der „kleinen Geschwister“ Ultra Raptor oder Akasha. Die Zwei-Komponenten Frixion XT Gummimischung bietet den optimalen Mix aus Grip und Langlebigkeit. Gerade bei sehr harten, technischen Downhills beisst der Akyra mit seiner Sohle zu wie kein zweiter Schuh.

Geröllfelder, harte, steinige Downhills und auch sehr tiefgängige schlammige Passagen sind ein Kinderspiel. Und dabei bietet der Schuh gerade im Sprunggelenk und Fersenbereich einen großartigen Halt. Ohne großartig nachdenken zu müssen, wo ich den nächsten Schritt hinsetze, kann ich mich einfach auf das Wesentliche konzentrieren: Laufen, Spaß haben, im Dreck spielen!

Testfazit zum La Sportiva Akyra

Der Akyra ist eine echte Maschine für harte, technische Trails. Gerade für lange Distanzen eignet sich der Schuh durch seine schöne, breite Zehenbox perfekt. Dazu kommt eine ordentliche, aber nicht zu weiche Dämpfung und ein großartiges Fußbett. Die Sohle lässt, wie gesagt, keine Wünsche offen. Der La Sportiva Akyra ist der Traktor unter den Trailrunningschuhen. Ein schweres Arbeitsgerät, dass alle Situationen großartig meistert!

Nicht geeignet ist der Schuh für Personen mit sehr schmalen Füßen, da er im Vorderfußbereich recht breit ist. Wenn man mit dem Schuh auf sehr leichten, flowigen Trails unterwegs ist, kann er sich zeitweise etwas klobig anfühlen. Mit seinen 335 Gramm pro Schuh ist der Akyra kein Leichtgewicht. Das will er allerdings auch gar nicht sein! Der Schuh ist also nicht für schnelle, kurze Einheiten auf Flowtrails geeignet, sondern eher für die Langstrecke in technischem, verblockten Gelände.

Alle Fakten zum Trailrunningschuh im Überblick

  • Gewicht: 335 Gramm pro Schuh
  • Sprengung: neun Millimeter
  • Stärken: Sehr schöne Passform und Rundum-Schutz für den Fuß (Trailcage System/Microlite Skeleton), perfekter Grip und Kontrolle
  • Schwächen: Mit 335 Gramm eher schwer, nicht für schmale Füße gemacht (breite Zehenbox)

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