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Vor hochalpiner Kulisse

Langlaufen in Tirol: 5 Loipen-Tipps

10 Minuten Lesezeit
Zum Langlaufen ist Tirol ein Paradies - für klassische Langläufer genauso wie für sportliche Skaterinnen. In Zusammenarbeit mit dem Bergverlag Rother stellen wir Dir fünf der schönsten Tiroler Langlaufgebiete vor.
In Tirol erwarten Dich zahlreiche traumhafte Langlaufloipen, wie hier im Hinteren Schönachtal mit Blick auf den Zillerkopf.

Gerhard Hirtlreiter

In Tirol erwarten Dich zahlreiche traumhafte Langlaufloipen, wie hier im Hinteren Schönachtal mit Blick auf den Zillerkopf.


Um Innsbruck herum findest Du den ganzen Winter über perfekte Bedingungen zum Langlaufen: Seefeld und Leutasch sind der Inbegriff für Schneesicherheit.rn

Und wenn Frau Holle doch einmal die Gebiete südlich des Alpenhauptkamms bevorzugt, gelangst Du über die Brennerautobahn in kurzer Zeit zu den wunderschönen Eisack-Seitentälern um Sterzing. Im Unterinntal mit seinen Seitentälern gibt es neben den bekannten Loipenrevieren um Kitzbühel und im Kaiserwinkel auch zahlreiche versteckte Kleinode mit herrlichen Loipen. rn

Fünf Tiroler Langlaufgebiete stellen wir Dir im Folgenden vor.

1. Langlaufen im Kühtai

Schneesichere Höhenloipe auf 2.000 Meter Höhe

Das Kühtai steht im Allgemeinen für Pistenskifahren und Skitourengehen. Langlaufloipen gibt es an der Passhöhe zwischen Sellrain- und Ötztal jedoch auch. Die Strecken sind nicht lang, dafür aber schneesicher bis ins Frühjahr und von einer sensationellen Hochgebirgsszenerie umgeben. Die dünnere Höhenluft führt zu zusätzlichen Schnaufern – nehmen wir es positiv und freuen uns über ein wirkungsvolles Höhentraining.

Tourensteckbrief

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  • Ausgangspunkt: A-6183 Kühtai 15, Parkplätze bei der Talstation des Mut-Lifts zwischen der Passhöhe und der östlich davon gelegenen Dortmunder Hütte (dort End-Hst. Bus 4166 von Innbruck)
  • Weitere Einstiege: Parkplatz an der Straße Richtung Ötz auf Höhe des Stausees (dort auch die Haltestelle Längentalspeicher der Buslinie 4196 von Ötz)
  • Höhenlage: 1.900 – 2.000  Meter
  • Steigungen: 160  Meter
  • Streckenlänge\/Laufstil: 8,2 km Klassisch, davon rund 3 km auch Skating
  • Laufrichtung: Nach Beschilderung
  • Anforderungen: Kurze, anspruchsvolle Abfahrtspassagen zwischen Mutlift und Längentalspeicher, ansonsten leicht
  • Einkehr: Hotel Alpenrose, Dortmunder Hütte westlich des Ausgangspunktes
  • Mehr Informationen: www.kuehtai.info, Tel. +43 5239 5222\r\n

Loipenbeschreibung

Vom Parkplatz beim Mutlift (1) rutschen wir Richtung Westen hinunter und durch eine Straßenunterführung. Nun links an einer Liftstation vorbei auf eine kurze, aber knackige Steigung (bei der Rückfahrt die größte Herausforderung der ganzen Strecke!). Auf einer Hangterrasse geht es dann auf der rechten der beiden Spuren Richtung Westen. In einem reizvollen Zirbenwald folgen einige Kurven und eine Wendeschleife. Nachdem wir die Zirben hinter uns gelassen haben (2), zweigen wir rechts ab und gleiten hinunter zu einer Rechtskehre (!); anschließend geht es weiter bergab, nun aber mit geradem Auslauf. Die Straße wird mit abgeschnallten Skiern überquert.

Blick von der Staumauer über den Längentalspeicher auf Kühtai.

Gerhard Hirtlreiter

Blick von der Staumauer über den Längentalspeicher auf Kühtai.


Die Loipe führt uns im Uhrzeigersinn einmal um den Speichersee Längental herum.

Gerhard Hirtlreiter

Die Loipe führt uns im Uhrzeigersinn einmal um den Speichersee Längental herum.


Beim Parkplatz am Längentalspeicher (3) schwenken wir nach rechts in die Loipe ein, die entgegen dem Uhrzeigersinn um den Speichersee Längental herumführt: über die Staumauer, dann am Südufer entlang ins Längental. Dort geht es über eine Brücke. Anschließend steigt die Spur etwas an zu einer Wendeschleife (4). Nach der folgenden, leicht kurvigen, aber nicht sonderlich anspruchsvollen Abfahrt gleiten wir rechts oberhalb von Betriebsgebäuden durch ein kurzes Waldstück. Nach links über eine Werksstraße, kommt man bergab gleitend wieder dem See nahe. Mit einigen Kurven erreichen wir wieder den Parkplatz (3), bei dem die Straße überquert wird.

Nun auf bekannter Strecke zur Geländeterrasse hinauf. Oben, nahe den Zirbenbeständen (2) zweigen wir rechts ab und laufen an einem Marterl mit Rastbank vorbei zu dem kurzen Gefälle (!) bei der Liftstation, das sichere Brems- und Steuertechnik verlangt (ggf. abschnallen).

Bald darauf erreichen wir die Claudia-Loipe, von der wir einen traumhaften Blick auf den Neunerkogel genießen.

Gerhard Hirtlreiter

Bald darauf erreichen wir die Claudia-Loipe, von der wir einen traumhaften Blick auf den Neunerkogel genießen.


Iglubar vor eindrucksvoller Kulisse: Die Staumauer des Finstertal-Speichersees.

Gerhard Hirtlreiter

Iglubar vor eindrucksvoller Kulisse: Die Staumauer des Finstertal-Speichersees.


Zurück am Ausgangspunkt, halten wir die Grundrichtung bei. Über den Auslauf der Skipisten rutschen wir an einer weiteren Liftstation vorbei. Nach Überquerung der Zufahrt des Hotels Alpenrose treffen wir auf die Claudia-Loipe. Wir nehmen die rechte Spur, die bald mit einem Rechtsbogen auf die eindrucksvolle Staumauer des Finstertal-Speichersees zu führt. Dabei steigt die Loipe etwas an. Ab der Wendekurve (5) gleitet man dann über ein mäßiges Gefälle entspannt bergab, bis die Strecke mit einer Straßenüberquerung nach links umbiegt. Bald darauf schließt sich die Schleife und der Ausgangspunkt (1) ist erreicht.

Beeindruckende Fernblicke von der Langlaufloipe: Der wuchtige Gaiskogel überragt die Loipe im Osten, im Mittelgrund erkennt man die Dortmunder Hütte.

Gerhard Hirtlreiter

Beeindruckende Fernblicke von der Langlaufloipe: Der wuchtige Gaiskogel überragt die Loipe im Osten, im Mittelgrund erkennt man die Dortmunder Hütte.


2. Rinner Panoramaloipen

Wunderschöne Landschaft unterm Glungezer

Beim Ort Rinn ziehen abwechslungsreiche Loipenschleifen hoch über dem Inntal über die herrliche Landschaft des Innsbrucker Mittelgebirges, dessen Topografie in der Späteiszeit vor rund 15.000 Jahren beim Zerfall des großen Inngletscherstroms entstanden ist. Die jenseits des Inntals imposant aufragenden Kalkmassive des Karwendelgebirges bilden eine eindrucksvolle Kulisse für dieses Tiroler Loipenparadies.

Tourensteckbrief

Loipenbeschreibung

Am Einstieg gegenüber dem Liftparkplatz (1) folgen wir der Loipe nach rechts und gleiten in einem Linksbogen zu einem querenden Weg. Anschließend geht es in einem sanften Rechtsbogen in ein Kurvengeschlängel am Ortsrand. Danach ziehen wir nach Norden und kommen leicht rechts haltend zu einer Straßenüberquerung. Anschließend laufen wir in einem ansteigenden Rechtsbogen auf eine aussichts­reiche Geländewelle, hinter der eine etwas tiefer liegende Linkswende wartet. So geht es erneut über die Geländewelle und anschließend zu einer Verzweigung, an der wir nach rechts in den Wald (2) laufen. Dort nehmen wir ebenso die rechte Spur, überqueren ein Sträßchen und ziehen, leicht nach rechts versetzt, an der Rückseite einer Häuserreihe vorbei wieder hinaus auf freies Feld.

Tiroler Langlaufparadies: Rund um die Ortschaft Rinn erwarten Dich herrliche Loipen mit eindrucksvollen Ausblicken, wie hier der Blick auf den Glungezer.

Gerhard Hirtlreiter

Tiroler Langlaufparadies: Rund um die Ortschaft Rinn erwarten Dich herrliche Loipen mit eindrucksvollen Ausblicken, wie hier der Blick auf den Glungezer.


Von der Loipe bei der Unteren Hochstraße erblickst Du das Karwendel mit dem Großen Bettelwurf, der Hohen Fürleg, dem Hundskopf und dem Hochnissl (von links).

Gerhard Hirtlreiter

Von der Loipe bei der Unteren Hochstraße erblickst Du das Karwendel mit dem Großen Bettelwurf, der Hohen Fürleg, dem Hundskopf und dem Hochnissl (von links).


Nach zwei Wenden, erst nach rechts und dann nach links, folgt eine längere, sanfte Abfahrt. Nach dem nächsten Wiederaufstieg und einer anschließenden Straßenüberquerung (3) im Bereich Obere Hochstraße verzweigt sich die Loipe. Wir halten uns dort rechts und ziehen gegen den Uhrzeigersinn eine Schleife über ein großes Feld, zunächst etwas bergab, dann wieder bergauf. Bei der Straßenüberquerung (3) schließt sich diese Schleife wieder. Danach folgen wir der rechten Spur; sie führt bald in den Wald. Dort treffen wir auf die schon bekannte Loipe, verlassen sie aber am Ende des Waldstücks (2) wieder, indem wir mit herrlichem Blick auf die Stubaier Alpen geradeaus laufen. Bei der folgenden Loipenkreuzung halten wir uns rechts, gewinnen damit etwas Höhe, halten aber die Grundrichtung bei.

Loipenblick von Rinn übers Inntal hinweg aufs Karwendel: rechts der Baumgruppe die Rumerspitze, in der rechten Bildhälfte breit und hoch der Bettelwurf.

Gerhard Hirtlreiter

Loipenblick von Rinn übers Inntal hinweg aufs Karwendel: rechts der Baumgruppe die Rumerspitze, in der rechten Bildhälfte breit und hoch der Bettelwurf.


Bei der folgenden Verzweigung (4) hat man die Wahl: Entweder scharf links oder geradeaus steil bergan. Erstere Möglichkeit bietet eine bequeme Rückkehr am Fuß des Rinner Bichl (dabei im Verlauf einen Rechtsbogen beschreibend). Wer den knackig-steilen Anstieg annimmt, kommt mehr ins Schwitzen, erlebt dafür aber ein abwechslungsreicheres Streckenprofil: Oben angekommen genießt man die Aussicht und wendet sich nach links. Im folgenden Rechtsbogen nimmt man dank eines Gefälles gut Fahrt auf (!) und zischt zügig zur Straßenüberquerung nahe dem Anfang der Route. Dort rechts laufend kann man auch die letzten Meter noch auf neuer Strecke zurücklegen.

Entspanntes Langlaufen beim Ortsteil Untere Hochstraße mit Blick auf das Kellerjoch (im Hintergrund).

Gerhard Hirtlreiter

Entspanntes Langlaufen beim Ortsteil Untere Hochstraße mit Blick auf das Kellerjoch (im Hintergrund).


Bei Langläufern beliebt: Das Wipptal vor der beeindruckenden Kulisse der nördlichen Stubaier Alpen.

Gerhard Hirtlreiter

Bei Langläufern beliebt: Das Wipptal vor der beeindruckenden Kulisse der nördlichen Stubaier Alpen.


3. Langlaufen im hinteren Ratschingser Tal

Zwischen Bichl und Flading

Ein großes Streckennetz erwartet uns im hinteren Ratschingser Tal nicht. Sehr wohl aber schneesichere Loipen in alpinem Ambiente. Und Gasthäuser, in die man gerne einkehrt. Besonders geeignet ist das Gebiet auch für Langläufer, die gemeinsam mit Alpinskiläufern anreisen, da es auch vom Parkplatz des Ratschingser Skizirkus erreichbar ist. Und sogar direkt im Skigebiet der Alpinen gibt es eine Höhenloipe (Variante).

Tourensteckbrief

  • Ausgangspunkt: I-39040 Ratschings; die großzügigsten Parkmöglichkeiten mit Loipenanschluss gibt es im Dorf Flading (1485 m) am Ende der Talstraße.
  • Weitere Einstiege: Wer sich die – meist schneebedeckte, teils eisige – Straße nach Flading sparen will, kann sein Auto auch an geeigneten Stellen in und bei Bichl abstellen – so z.B. am oberen Ende des letzten, am höchsten und am weitesten talein gelegenen Seilbahnparkplatzes und von dort gut 500 m zu Fuß talein zur Abzweigung nach Bichl gehen (auch dort begrenzte Parkmöglichkeiten) oder – als Gast – am talein rechts gelegenen Larchhof parken. Dort befindet sich auch eine Bushaltestelle direkt an der Loipe. Sie wird von Linie 312 angefahren – vom Bhf. Sterzing über Stange und Bichl.
  • Höhenlage: 1.350 –1.480  Meter
  • Steigungen: 150  Meter
  • Streckenlänge/Laufstil:  8,0 km (Klassisch und Skating)
  • Laufrichtung: egal
  • Orientierung: ohne Probleme
  • Anforderungen: überwiegend nicht zu anspruchsvolle Strecke
  • Einkehr: Schölzhornhof in Flading, Hotel Alpenspitz in Bichl, Larchhof bei der Bushaltestelle
  • Variante: Besonders aussichtsreich ist die 16 km lange Höhen- und Panoramaloipe Platschjoch. Sie verläuft auf 1.790 bis 1.890 m Höhe im Skigbeiet Ratschings-Jaufen und ist mit der 8er-Kabinenbahn von Bichl aus zu erreichen (Einkehrmöglichkeiten bei der Rinner- und der Kalcheralm). Information: www.ratschings.info, Tel. +39 0472 760608

Bergverlag Rother

Loipenbeschreibung

Langlaufen in Tirol: Schattige Loipe am Morgen, Jaufenkamm im Hintergrund in der Sonne.

Gerhard Hirtlreiter

Die Loipe liegt am frühen Vormittag noch im Schatten. Der Jaufenkamm darüber strahlt schon in der Sonne.


Vom Parkplatz Flading (1) starten wir talaus und gelangen so bald in den Wald. Das Tal wird enger, sodass sich die Loipe den Geländegegebenheiten und dem Verlauf des Ratschingser Baches immer wieder anpassen muss – beste Voraussetzungen für eine abwechslungsreiche Strecke. Wieder auf freiem Feld, nutzt die Loipe den Platz und holt zu großzügigem Streckenverlauf aus. Beim Ort Bichl (2) ist der östliche Wendepunkt erreicht.

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Wieder talein laufend, halten wir auf eine Häusergruppe mit Kapelle am oberen (nördlichen) Rand der Wiesenfläche zu. Dort, am Larchhof (3) befindet sich nicht nur eine attraktive Einkehrmöglichkeit, sondern auch die Bushaltestelle, die für öffentlich Anreisende der ideale Ausgangspunkt ist. Vom Hof geht es über Wiesenflächen talein zur bewaldeten Talenge. Dort nehmen wir an der Verzweigung die noch nicht gelaufene Trasse. In Flading (1) steuern wir das Auto an, um den dort deponierten warmen Tee zu genießen und eine weitere Runde dranzuhängen; wer für heute schon genug hat, kann die Langlauftour mit einer abschließenden Einkehr im Gasthof Schölzhornhof ausklingen lassen.

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Blick über das hintere Ratschingser Tal: Wer früh startet, kann die ersten Sonnenstrahlen auf der Langlaufloipe noch ganz allein genießen.

Gerhard Hirtlreiter

Blick über das hintere Ratschingser Tal: Wer früh startet, kann die ersten Sonnenstrahlen auf der Langlaufloipe noch ganz allein genießen.


Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese Loipe ganz einfach zu erreichen. Der Bus hält direkt an der Loipe, an der Haltestelle am Larchhof.

Gerhard Hirtlreiter

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese Loipe ganz einfach zu erreichen. Der Bus hält direkt an der Loipe, an der Haltestelle am Larchhof.


4. Mit den Langlaufski von Gerlos ins Schönachtal

Schneesichere Loipen mit hochalpiner Kulisse

Gerlos, der Hauptort im gleichnamigen Tal, ist eine quirlige Destination für actionhungrige Pistenrutscher. Umso größer ist der Gegensatz, wenn man mit den schmalen Latten in die Stille des Schönachtals eintaucht, das von den Dreitausendern der östlichen Zillertaler Alpen herabzieht.

Tourensteckbrief

Loipenbeschreibung

Auf Langlaufski vom quirligen Gerlos in die Stille des Schönachtals: Hier erwarten Dich wunderschöne Loipen mit hochalpinen Ausblicken, wie hier auf den Hanger.

Gerhard Hirtlreiter

Auf Langlaufski vom quirligen Gerlos in die Stille des Schönachtals: Hier erwarten Dich wunderschöne Loipen mit hochalpinen Ausblicken, wie hier auf den Hanger.


Vom Seilbahnparkplatz (1) tragen wir die Ski über die Bundesstraße und dabei gleichzeitig über den Gerlosbach. Rechts neben den Parkplätzen des großen Hotels Alpina setzen wir in die Loipe ein und laufen geradewegs Richtung Südosten. Bald wechseln wir auf das andere Ufer des Bachs. Die Loipe mündet in ein Almsträßchen, dem wir bergan folgen – bei gutem, nicht gestreutem Schnee auf Skiern (im Grätenschritt), ansonsten tragen wir die Latten eine Viertelstunde lang. rn

rnNachdem wir auf einer Brücke die Bachseite erneut gewechselt haben, öffnet sich der Blick auf den wunderschönen Talboden. Auf Höhe einer Geschiebesperre (2) geht es auf dem Sträßchen ein kurzes Stück geradeaus vorbei, dann verlassen wir das Almsträßchen nach rechts, halten dabei aber die Grundrichtung bei. Im Talboden folgen wir einer Rechtskurve, laufen bald darauf aber wieder talein. Später fädeln wir uns wieder in den Fahrweg ein. Dem folgen wir ein Stück, bis die Langlaufstrecke sich wieder vom Sträßchen löst und nach links bergan führt.

In einer fallenden Rechtskurve geht es zur Sonnenterrasse der Lackenalm (3) hinab. Der Verlockung, dort einzukehren, widerstehen wir zunächst mal und genießen die Vorfreude darauf, uns das am Rückweg zu gönnen. Auf dem talein führenden Fahrweg zieht die Langlaufstrecke leicht ansteigend durch einen Hang und anschließend durch ein Waldstück. Dahinter taucht die unbewirtschaftete Issalm (4) auf, an der man gut seine eigene Brotzeit genießen kann. Sie bietet herrliche Blicke auf die alpine Umrahmung eines Talkessels mit flachem Boden. In den rutschen wir über einige Höhenmeter hinab, um darin eine Ehrenrunde zu drehen.

Die Stinkmoosalm mit der gleichnamigen Loipe im vorderen Talabschnitt.

Gerhard Hirtlreiter

Die Stinkmoosalm mit der gleichnamigen Loipe im vorderen Talabschnitt.


Auf der Schleife bei der Issalm im hinteren Tal.

Gerhard Hirtlreiter

Auf der Schleife bei der Issalm im hinteren Tal.


Auf bekannter Strecke geht es zurück zur Lackenalm (3). Kurz danach fädeln wir nicht wieder in das Sträßchen ein, sondern überqueren es, um anschließend auf hügeliger und kurviger Loipe links des Baches talaus zu gleiten. Bei der Geschiebesperre (2) kehren wir dann aber doch zurück auf die vom Anstieg her bekannte Straße. Wenn sie weder vereist noch gestreut ist, können sichere Langläufer darauf im Pflug hinabfahren. Ansonsten trägt man die Latten besser wieder – ist ja nicht lang.

Die Sonnenterasse der Lackenalm lädt zu einer gelungenen Rast unterwegs ein.

Gerhard Hirtlreiter

Die Sonnenterasse der Lackenalm lädt zu einer gelungenen Rast unterwegs ein.


Im Talboden angekommen, kann man meist einer rechts abzweigenden Spur folgen und nach Passieren des Campingplatzes Schönachhof Richtung östlicher Talbegrenzung laufen. Schließlich doch talaus gleitend, hält man sich nach einem Bauernhof rechts und unterquert gleich darauf die zum Gerlospass führende Hauptstraße (5). Beim Gerlosbach wenden wir uns nach links und gelangen parallel zum Gewässer und zum Schluss über eine Brücke zurück zum Parkplatz (1).

5. Langlaufen rund um Kals am Großglockner

Unterm höchsten Österreicher

Wenn Frau Holle wiederholt übers Mittelmeer auf direkten Weg in die Alpen gezogen ist und ihre weiße Pracht an der Südabdachung des Alpenhauptkamms abgeladen hat, kann man den Winter zwischen Innsbruck und Kitzbühel im Grünen erleben …nix für Nordtiroler Wintersportler! Im nahen Osttirol kann es bei solchen Witterungslagen jedoch vorkommen, dass die Landschaft förmlich im Schnee versinkt.

Langläufer, die im Raum Kitzbühel wohnen oder urlauben, können bei solchen Witterungslagen dank der guten Verkehrsverbindung über den Pass Thurn und durch den Felbertauerntunnel in überschaubarer Zeit in eines der Osttiroler Schneelöcher fahren. Ein besonders schneesicheres Langlaufgebiet, das auch noch eine sensationelle Hochalpenkulisse bietet, findet man um Kals am Großglockner.

Tourensteckbrief

Loipenbeschreibung

Vom Parkplatz bei Großdorf (1) halten wir auf die Kirche St. Georg zu. Dort legt sich die Loipe in einem Linksbogen. Wir nähern uns dem Kalser Bach, dem wir nun talaus folgen. Bald nachdem die Trasse das Ufer gewechselt hat, führt sie unter dem Hauptort Kals-Ködnitz vorbei. Danach leitet die Loipe nach links hinab und über den einmündenden Ködnitzbach (2). Weiter talaus erreicht man die Lanabrücke (3), über die man auf die Fischteichrunde kommt. Zurück am Bach (3), nehmen wir die alte Laufrichtung wieder auf. Kurz vor der Knopfbrücke (4) der Talstraße wendet sich die Spur nach links. Nun beginnt eine Steigungsstrecke, die zu einer Talterrasse unterhalb von Lesach führt. Dort ist eine Schleife gespurt, die nicht umsonst »Talblickloipe« heißt. Über die Straße hinweg gelangt man zum Ort und zum dortigen Gasthaus (5).

Blick von der Loipe auf Oberlesach und den monumentalen Glödis (3.206 Meter).

Gerhard Hirtlreiter

Blick von der Loipe auf Oberlesach und den monumentalen Glödis (3.206 Meter).


Auf der Terrasse unterhalb von Lesach ist eine herrliche Loipe angelegt.

Gerhard Hirtlreiter

Auf der Terrasse unterhalb von Lesach ist eine herrliche Loipe angelegt.


Zurück auf der Talblickloipe, laufen wir den Rest dieser Runde aus. Auf bekannter Strecke geht es dann zurück. Dabei erfordert die Abfahrt von der Lesacher Talterrasse hinab zum Kalser Bach (4) beherrschtes Fahren (!).

Sensationelle Hochalpenkulisse am Kalser Bach.

Gerhard Hirtlreiter

Sensationelle Hochalpenkulisse am Kalser Bach.


Die gotische Kirche St. Georg vor der Kulisse der Granatspitzgruppe.

Gerhard Hirtlreiter

Die gotische Kirche St. Georg vor der Kulisse der Granatspitzgruppe.


Nachdem wir das Kichlein St. Georg passiert haben, könnte man gleich zum Ausgangspunkt zurückkehren. Es lohnt sich aber, zum Abschluss noch über die Sonnenloipe in mehreren Schleifen zur aussichtsreichen Jausenstation Tembler (6) hinaufzuziehen. Nach der Einkehr kann man dann auch mit vollem Bauch ohne große Anstrengung zum Ausgangspunkt zurückgleiten – aber bremsen sollte man noch können.

Unterm höchsten Österreicher: Glocknerwand, Großglockner (3798 m) und Figerhorn (von links).

Gerhard Hirtlreiter

Unterm höchsten Österreicher: Glocknerwand, Großglockner (3798 m) und Figerhorn (von links).


Mehr zu den Themen Langlaufen und Tirol gibt’s hier:

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