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Lieblings-Kletterseil: Die Top 7 des Bergzeit Kletterteams

7 Minuten Lesezeit
Bei einem Kletterseil gibt es - neben der Länge und dem Durchmesser - eine Menge feiner Unterschiede. Die sieben Athleten aus dem Bergzeit Kletterteam stellen Euch ihre Lieblings-Kletterseile vor und erläutern die Vor- und Nachteile.

Das Kletterseil ist einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände beim Klettern. Aber ein Überblick ist nicht einfach: Soll es jetzt besonders dünn sein? Oder mit höherem Mantelanteil fürs Ausbouldern? Mit oder ohne Imprägnierung? So oder so: Wer einmal sein Lieblingsseil entdeckt hat, schwört in der Regel darauf und hofft, dass es möglichst lange im Programm bleibt … Je nach Disziplin (Alpinklettern, Sportklettern oder Bouldern) und Vorlieben (10 Meter Bouldern mit Seil oder 40 Meter Ausdauerhammer) hat so ziemlich jedes Mitglied des Bergzeit Kletterteams seine persönliche Nummer Eins.  Warum das so ist, erklärt das Team im folgenden Artikel.

Das Multitalent: Beal „Joker“

Halle, Sportklettern, Alpinklettern - das Beal Joker ist ein heißer Tipp für alle Kletter-Disziplinen. | Foto: Bene Hirschmann
Halle, Sportklettern, Alpinklettern – das Beal Joker ist ein heißer Tipp für alle Kletter-Disziplinen. | Foto: Bene Hirschmann

Bene Hirschmann: Mein absolutes Lieblings-Kletterseil ist das „Joker Unicore 9.1“ von Beal. Mit keinem anderen Seil kann ich so viele verschiedene Spielarten des Kletterns ausüben. Sei es beim Ausbouldern eines neuen Projekts im Klettergarten oder in der Halle, beim Onsight-Klettern oder bei langen Alpin- und Hochtouren. Mit seinem geringen Durchmesser von 9,1 Millimetern, dem niedrigen Gewicht und der dennoch hohen Haltbarkeit ist das Joker mein Seil für alle Einsatzbereiche.

Beim Auschecken von Projekten kann dieses Seil in Sachen Verschleiß allen anderen Seilen, die mir bisher durch die Hände gegangen sind, locker das Wasser reichen. Auch nach mehrtägigen Sessions im Projekt mit viel Hängen im Seil inklusive Hochziehen und Ablassen über die Expressen sind die Gebrauchsspuren am Mantel minimal. Beim Alpinklettern ist das Handling hingegen optimal: Das Joker 9.1 ist weder zu dünn für den Abrieb an Felskanten noch zu dick und zu schwer für das Sichern und das Tragen beim Zustieg. Die Imprägnierung lässt auch Wasserkontakt zu, sodass Hochtouren und Eisklettern für das Joker 9.1 ebenfalls kein Problem darstellen.

Das Beal Joker 9.1 ist Chiaras absolutes Lieblings-Kletterseil und gehört in ihre Standard-Ausrüstung. | Foto: Chiara Hanke
Das Beal Joker 9.1 ist Chiaras absolutes Lieblings-Kletterseil und gehört in ihre Standard-Ausrüstung. | Foto: Chiara Hanke

Auch das Preis-Leistungsverhältnis kann sich wirklich sehen lassen. Wer in dieses Seil investiert, wird die Entscheidung nicht bereuen und kann sich lange Zeit über ein neues Lieblingsseil freuen!

Chiara Hanke: Mein Lieblings-Kletterseil ist ebenfalls das Joker von Beal. Durch seine „Golden Dry“ Imprägnierung und einen Mantelanteil von 35% weist es eine hohe Abriebfestigkeit und damit Langlebigkeit auf. Für mich ganz einfach der perfekte Kompromiss zwischen Performance und Haltbarkeit!

Bouldermatte statt Kletterseil – Ocun Moonwalk

Ein Crashpad ist beim Bouldern ein absolutes Muss in puncto Sicherheit. | Foto: Chris Münch
Ein Crashpad ist beim Bouldern ein absolutes Muss in puncto Sicherheit. | Foto: Chris Münch

Chris Münch: Weil ich nun schon seit November letzten Jahres ausschließlich beim Bouldern bin, komme ich schon lange nicht mehr über die Viermetermarke hinaus. Deshalb ist mein derzeitiges „Lieblingsseil“ – eine Bouldermatte!

Das Ocun Moonwalk Crashpad hat trotz seines geringen Gewichts sehr gute Dämpfungseigenschaften. Für Traversen – oder um darauf zu schlafen – lässt es sich längs ausklappen. Für normale Boulder und um darauf zu sitzen lässt es sich quer öffnen. Ein Rucksack passt auch noch ganz gut dazwischen.

Und mal ehrlich: auf einem Crashpad sitzt es sich doch deutlich bequemer als auf jedem Seilsack! Deshalb ist das Moonwalk von Ocun mein derzeitiges Lieblings-Kletterutensil.

Für lange Routen: Edelrid „Swift Pro Dry“

Heli ist mit der Beschaffenheit und der Langlebigkeit des Edelrid Swift Pro Kletterseils rundum zufrieden. | Foto: Heli Kotter
Heli ist mit der Beschaffenheit und der Langlebigkeit des Edelrid Swift Pro Kletterseils rundum zufrieden. | Foto: Heli Kotter

Heli Kotter: Mein Lieblings-Kletterseil ist das „Swift Pro Dry 8,9 mm“ von Edelrid. Es ist als Einfach-, Halb- und Zwillingsseil genormt. Bestes Handling, minimales Gewicht und dauerhafte Schmutz- bzw. Wasserresistenz zeichnen dieses Seil aus.

Gerade in langen Routen sorgt das geringe Gewicht und der gut gewebte Mantel für eine geringe Reibung. Man bekommt dann ein bisschen das Gefühl, gänzlich frei von der Last des Seils zu sein – wie ein Boulderer. Für einen Durchmesser von unter 9 Millimetern ist das Seil jedenfalls sehr robust. Das Handling ist auch nach langer Nutzungsdauer immer noch spitze.

Trotzdem würde ich für lange Bouldersessions in kurzen Routen ein dickeres Seil wie das Edelrid Hawk mit 10 Millimetern Durchmesser in Anbetracht ziehen. Gerade bei kurzen Routen ist Reibung auch ein Sicherheitsfaktor. Ich besorge mir immer ein 80 Meter langes Seil, das sich über die Jahre verkürzt. Da wie gesagt das Handling spitze bleibt und sich die Reibung unweigerlich erhöht, kommt bei mir das Swift trotzdem noch in kurzen Routen zum Einsatz. Bei Sicherungsgeräten wie dem Grigri muss keine Hand beim Seilausgeben das Sicherungsgerät berühren. Bei der Anwendung eines Grigris bedeutet dies eine erhebliche Gefahrenreduzierung. Dabei blockiert das Grigri natürlich zuverlässig!

Unterm Strich: Das Edelrid Swift Dry Pro ist mein absolutes Lieblings-Kletterseil. Ich habe es in drei unterschiedlichen Abnutzungszuständen zu Hause liegen. Je nach Vorhaben verwende ich ein neueres oder älteres.

 

Für harte Routen: Skylotec „Ground-up“

Zwei Technologien runden das gute Handling des Skylotex Ground-up Kletterseils ab. | Foto: Martin Tekles
Zwei Technologien runden das gute Handling des Skylotex Ground-up Kletterseils ab. | Foto: Martin Tekles

Martin Tekles: Das „Ground-up“ von Skylotec vereint für mich die verschiedensten Anforderungen, um harte Routen klettern zu können.

  • Geringes Gewicht und geringer Durchmesser (56 g/m bei 9,1mm Durchmesser), um auch nach 40 Klettermetern nicht zu viel Gewicht hochziehen zu müssen
  • Es kann als Halb- oder Zwillingsseil verwendet werden
  • Beständig gegen Wasser und Schmutz (Complete-Shield-Imprägnierung)
  • Liegt gut in der Hand
  • Das Seil ist langlebig und leiert nicht zu stark aus
  • Bei den Seilenden sind zudem (durch Compact-Technologie) Mantel und Kern am Ende verwoben

 

Halbseil Petzl „Paso“

Für Uwe ist gerade beim Eisklettern die Imprägnierung des Seiles das entscheidende Argument. Die Petzl Paso Halbseile halten dabei, was sie versprechen! | Foto: Uwe Daniel
Für Uwe ist gerade beim Eisklettern die Imprägnierung des Seiles das entscheidende Argument. Die Petzl Paso Halbseile halten dabei, was sie versprechen! | Foto: Uwe Daniel

Uwe Daniel: Am liebsten klettere ich in alpinen Routen mit Petzl Paso-Halbseilen mit 7,7 Millimetern Durchmesser. Alles, was ich von einem Seil erwarte, wird erfüllt.

Es gibt keine Probleme mit Wasser – auch nicht bei Minusgraden. Es gehört de facto zum dünnsten Seil seiner Kategorie. Damit bleibt das Packvolumen beeindruckend klein. In Bezug auf dieses Halbseil bleiben keine Wünsche offen!

Ein bestimmtes Kletterseil?

Ein bestimmtes Lieblings-Kletterseil hat Sophie zwar nicht, aber sie achtet auf bestimmte Aspekte in Bezug auf das Handling. | Foto: Sophie Arnold
Ein bestimmtes Lieblings-Kletterseil hat Sophie zwar nicht, aber sie achtet auf bestimmte Aspekte in Bezug auf das Handling. | Foto: Sophie Arnold

Sophie Arnold: Ein konkretes Lieblings-Kletterseil habe ich eigentlich nicht. Unter der Woche gehe ich mehr Bouldern bzw. mache Klettertraining. Bei Klettereinheiten wechseln wir immer ab, wer das Seil mitnimmt. In diesem Sinne ist das Seil ein Ausrüstungsgegenstand, dessen Qualität sich nur wenig auf meine Kletterperformance auswirkt.

Trotzdem: In puncto Sicherheit möchte ich keine Kompromisse eingehen. Material altert und wird spröde, auch wenn man es äußerlich nicht immer sieht. Die Enden des Seils werden regelmäßig abgeschnitten, wenn sie durchgeklettert sind. Nach bestimmter Zeit wird das Seil komplett aussortiert.

Zwar bevorzuge ich keine konkrete Marke, aber gewisse Faktoren sind mir, auch was das Handling angeht, wichtig. Fürs Training spielt das keine so große Rolle, aber in Projekten am Fels muss das Seil gut in der Hand liegen und leicht durch die Haken laufen. Am liebsten verwende ich ein Seil mit einem Seildurchmesser von etwa 9,5 Millimetern – nicht zu dünn und nicht zu dick. Mit einer Länge von etwa 60 Metern ist das Seil auch nicht zu kurz oder zu lang für den täglichen Gebrauch. Egal ob man es nun in der Halle verwendet oder einen Tag in der Fränkischen Schweiz unterwegs ist.

Noch nicht fündig geworden? Eine große Auswahl an Kletterseilen findest Du hier:

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