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Ab auf die Schultern!

Minimeis G3 im Test: Wie bewährt sich die Schultertrage für Kinder?

5 Minuten Lesezeit
Drei norwegische Väter hatten eine Mission: Die ultimative Kindertrage musste her. Fünf Jahre Entwicklungszeit später kam die innovative Minimeis G3 auf den Markt. Familie Allgäuer hat die leichte Schultertrage für Bergzeit getestet und dabei auch den Vergleich mit herkömmlichen Kinderkraxen nicht gescheut.

Wer Kinder hat, kennt’s: Bei Städtereisen, beim Einkaufen oder einfach beim längeren Spazierengehen möchten die meisten Kleinkinder nach einer mehr oder weniger langen Zeit getragen werden. Für viele am Schönsten ist das auf den Schultern von Mama oder Papa. Um das auch über einen längeren Zeitraum auszuhalten und dabei noch die Arme frei zu haben, hat Minimeis eine Schultertrage G3 für Kleinkinder entwickelt. Aber ist die Schultertrage wirklich eine gute Alternative zu anderen Babytragen?

Praxischeck: Handhabung der Minimeis G3

Die Minimeis-Kindertrage G3 war für uns beim ersten Kennenlernen weitgehend selbsterklärend. Einzig beim Bauchgurt haben wir uns vergewissert, ob wir ihn richtig benutzen.

Die Trage kann mit einem einzigen Handgriff zu- oder aufgeklappt werden und ist im geklappten Zustand ganz einfach im Staufach vom Kinderwagen, außen am Rucksack oder praktisch unter dem Arm zu verstauen. Dank der flexiblen Sicherungssysteme (Neun-Punkt-Gurt) können sowohl Babys als auch größere Kinder sicher und komfortabel in der Minimeis G3 transportiert werden. Unsere Tochter war beim Test 21 Monate alt und etwa zehn Kilo leicht.

Auf Papas Schultern genießt die kleine Testerin den freien Ausblick. Das Konzept der Minimeis G3 Kindertrage unterscheidet sich grundlegend von Kraxen und anderen Babytragen.

Agnes Allgäuer

Auf Papas Schultern genießt die kleine Testerin den freien Ausblick. Das Konzept der Minimeis G3 Kindertrage unterscheidet sich grundlegend von Kraxen und anderen Babytragen.


Herstellerempfehlung: Geeignet ist die Minimeis G3 nach Herstellerangabe ab dem eigenständigen, freien Sitzen bis etwa fünf Jahre.  Die maximale Traglast ist vom Hersteller nicht eingeschränkt. Mimimeis geht davon aus, dass sich dies in der Praxis von selbst limitiert, bevor die maximale Belastbarkeit der Trage erreicht ist. Die Schlaufen zum Hochheben der Trage wurden nach Herstellerangabe bis 20 Kilo getestet.

Das Gurtsystem am Sitz der Minimeis G3 ist variabel. Bis zehn Monate empfiehlt der Hersteller den Einsatz aller Gurte. Danach kann in eigenem Ermessen auf Bauchgurt und Fußfixierung reduziert werden.

Agnes Allgäuer

Das Gurtsystem am Sitz der Minimeis G3 ist variabel. Bis zehn Monate empfiehlt der Hersteller den Einsatz aller Gurte. Danach kann in eigenem Ermessen auf Bauchgurt und Fußfixierung reduziert werden.


Ist die Minimeis Schultertrage einmal aufgesetzt geht alles ganz schnell. Der Brustgurt wird durch drei Klicksysteme fixiert und kann mit zwei Schlaufen festgezogen werden bis die Einstellung für die tragende Person passt. Schwups, ist das Kind auf die Schulter gesetzt, die Beinschlaufen geklettet und der Bauchgurt geklickt. Dann kann es losgehen!

Das Kind sitzt in der Minimeis Schultertrage perfekt und fällt auch bei wilderem Zappeln nicht von der Schulter. Als Tragende(r) kann ich unsere Tochter ohne Unterstützung in die Trage setzen und alle relevanten Sicherungen selbst bedienen, auch wenn es manchmal ein wenig schwer fällt, den Kinder-Bauchgurt hinter dem eigenen Kopf zu finden.

Nur 1,6 Kilo Gewicht und ein kleines, handliches Packmaß gehören zu den Vorzügen der Minimeis G3 Kindertrage.

Agnes Allgäuer

Nur 1,6 Kilo Gewicht und ein kleines, handliches Packmaß gehören zu den Vorzügen der Minimeis G3 Kindertrage.


Insgesamt ist das Handling der Minimeis G3 selbsterklärend.

Agnes Allgäuer

Insgesamt ist das Handling der Minimeis G3 selbsterklärend.


Wie trägt sich die Minimeis G3 Schultertrage?

Die Minimeis kann durch das Wegfallen der Hände als Sicherung in einer natürlichen Körperhaltung getragen werden und somit waren auch längere Fußmärsche von etwa zwei Stunden kein Problem für Schulter und Rücken. Selbstverständlich merkt man das Gewicht auf der Schulter, aber es war ähnlich anstrengend wie ein getragener Rucksack. Bei heißem Wetter schwitzt man im Schulterbereich allerdings mehr als bei Rucksäcken mit guter Belüftung.

Die Beine des Kindes sind über Klettgrute fixiert. So hat der Träger unterwegs die Hände frei.

Agnes Allgäuer

Die Beine des Kindes sind über Klettgrute fixiert. So hat der Träger unterwegs die Hände frei.


Material, Verarbeitung und Passform

Die Minimeis macht qualitativ einen sehr guten Eindruck. Das Material scheint gut verarbeitet und robust zu sein. Außerdem ist die Trage im Einsatz ein Leichtgewicht und schont somit zusätzlich die Schulterpartie. Die Abdeckung der Lehne ist ganz einfach zu entfernen und kann so leicht gereinigt werden, falls mal etwas daneben geht.

Das Tragesystem rund um die Schultern scheint für alle Körpergrößen und -beschaffenheiten konstruiert zu sein. Die Träger sind flexibel und gleichzeitig sehr stabil verarbeitet. Die Klicksysteme funktionieren einwandfrei und das Nachjustieren ist schnell und einfach zu erledigen.

Mit wenigen Handgriffen ist der kleine Passagier in der Minimeis wieder fixiert. Papa und Tochter sind startklar.

Agnes Allgäuer

Mit wenigen Handgriffen ist der kleine Passagier in der Minimeis wieder fixiert. Papa und Tochter sind startklar.


Auch das Absteigen klappt im Handumdrehen und ohne, dass die Schultertrage abgenommen werden muss.

Agnes Allgäuer

Auch das Absteigen klappt im Handumdrehen und ohne, dass die Schultertrage abgenommen werden muss.


Die Minimeis G3 im Vergleich zu klassischen Kraxen

Mann beim Verschließen der Minimeis G3 Kindertrage
Manchmal ist es etwas mühsam die Verschlüsse des Bauchgurtes hinter dem Kopf zu finden. | Foto: Agnes Allgäuer

Im Gegensatz zu klassischen Kinderkraxen hat die Minimeis auch ein paar Nachteile. Es fehlt ein Staufach für Getränke, Riegel, Wechselkleidung, Sonnencreme oder was man sonst noch so alles mit Kind mit sich herum trägt. Eine zusätzliche Bauchtasche lässt sich jedoch problemlos mit der Trage kombinieren.

Auch einen Sonnenschutz oder -segel gibt es nicht und es ist für unser Kind fast unmöglich in der Schultertrage zu schlafen. Die Minimeis ist somit vordergründig für den Einsatz in der Stadt oder bei leichten Wanderungen gedacht und wurde auch von uns nur dafür eingesetzt.

Dadurch, dass die Minimeis G3 im Brustbereich endet und es somit keinen Hüftgurt gibt, liegt das gesamte Gewicht im oberen Rückenbereich. Für Träger mit einem anfälligen Rücken könnte dies zu Problemen führen. Wir haben den Tragekomfort bei unseren Testtouren aber als sehr angenehm empfunden.

Die Minimeis G3 ist mit nur 1,6 Kilo sehr leicht und handlich und somit für den Transport und die Aufbewahrung kaum zu übertreffen – insbesondere im Vergleich zu den klassischen Kraxen.

Den kleinen Entdeckern auf der Schulter bietet die Minimeis Schultertrage natürlich einen vergleichsweise hervorragenden Ausblick und lässt sie so auf ganzheitliche Weise an den Eindrücken um sie herum teilnehmen. Schließlich wird die Sicht nach vorne nicht durch einen Rücken gestört.

Mein Test-Fazit zur Minimeis G3 Schultertrage

Die Minimeis G3 ist ein echter Hingucker, praktisch, einfach zu bedienen und hochwertig verarbeitet. Unsere Tochter ist ganz scharf drauf in der Minimeis getragen zu werden. Im richtigen Einsatzgebiet – für Ausflüge und Touren ohne geplantes Schläfchen – ist die Schultertrage für uns eine echte Alternative zu anderen Babytragen geworden. Wir können die Minimeis G3 nach dem Test uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Eckdaten zu Minimeis G3

  • Gewicht: 1,6 Kilo
  • Abmessungen: 30 x 40 x 10 Zentimeter (Breite/Höhe/Tiefe)
  • Altersempfehlung: ab dem sicheren freien Sitzen (ca. sechs Monate) bis etwa fünf Jahre
  • Größenempfehlung Träger: keine. Geeignet für alle Körpergrößen und Staturen
  • Material: 100 Prozent Polyester

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