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Im Test: Der Bergschuh Montura Tre Cime Evo GTX

5 Minuten Lesezeit
In dieser Sommersaison bringt der italienische Hersteller Montura eine neue und verbesserte Version seines Wanderschuhmodells Tre Cime GTX auf den Markt: der Nachfolger heißt Tre Cime Evo GTX. Bergzeit Testerin Melanie hat das neue Modell intensiv am Berg getestet und stellt Dir den Schuh hier vor.

Einen Schuh von Montura besaß ich bisher noch nicht, daher war ich gespannt, eine neue Marke kennenzulernen und auszuprobieren, wie sich der Schuh sich im Vergleich zu meiner bisherigen Auswahl schlägt. Dazu habe icih ihn gleich bei verschiedenen Bergaktivitäten auf die Probe gestellt.

Größenwahl und Passform

Wanderin steht mit einem Fuß auf Stein

Melanie Ordnung

Melanie mit ihrem Testobjekt, dem Tre Cime Evo von Montura, an den Füßen.


Zunächst galt es, zur Bestellung die richtige Schuhgröße herauszufinden: Mein Tipp: am besten die eigene Fußlänge vermessen (in mm) und mit der Größentabelle des Herstellers abgleichen. Ich trage – bei Straßenschuhgröße 38/38,5 – normalerweise Größe 39 in Wander- und Bergschuhen (durch den Vergleich meiner Fußlänge mit der Größentabelle von Montura komme ich ebenfalls auf dieses Ergebnis) – und siehe da, diese Wahl passt auch beim Tre Cime Evo, der Schuh passt mir sehr gut von der Länge her.

Nun die nächste Herausforderung: mein sehr schmaler Fuß mit geringem Fußvolumen. Hierfür nutze ich für Wander- und Bergschuhe gerne dickere Einlegesohlen. Toll find ich, dass Montura hier an die Bedürfnisse von unterschiedlichen Fußtypen denkt: sie haben entsprechend Sohlen in verschiedenen Stärken speziell für ihr Bergschuh-Sortiment im Angebot. Für den Tre Cime Evo gibt es zwei Sohlen: Im Lieferumfang ist die 2,5 mm Sohle (regular fit) enthalten, separat erhältlich ist die 4,5 mm Variante (narrow fit), die mir Montura ebenfalls für den Test zur Verfügung gestellt hat. Ich starte also mit der dickeren Variante in den Test.

Die Key Facts des Tre Cime Evo GTX im Überblick

  • Die Sohle: Der Tre Cime Evo will ein leichter C-Schuh sein – dementsprechend steif ist die Sohle, das merke ich bereits beim ersten Anprobieren. Sie hat aber dennoch ein gutes Abrollverhalten. Es ist außerdem eine Vibram Sohle – fast schon ein Must-have für einen Bergschuh, wie ich persönlich finde! Top ist außerdem die Kletterzone vorne an den Zehen. Ich lege Wert auf eine ordentlich griffige Sohle und guten Grip, da will ich mich im Gelände einfach drauf verlassen können. Diesem Anspruch wird der Tre Cime Evo vollkommen gerecht, ich bin mit der Sohle sehr zufrieden.
Der Tre Cime Evo verbindet eine ordentliche Sohle mit Komfort und Leichtigkeit.

Melanie Ordnung

Der Tre Cime Evo verbindet eine ordentliche Sohle mit Komfort und Leichtigkeit.


Die Vibram Sohle inklusive Kletterzone.

Melanie Ordnung

Die Vibram Sohle inklusive Kletterzone.


  • Bedingt steigeisenfest: An der Ferse befindet sich der Einsatz für den hinteren Steigeisenhaken. Kombi-Steigeisen können also bei Bedarf mit dem Tre Cime Evo verwendet werden.
  • Wasserdicht: Das Obermaterial besteht aus wasserabweisendem Wildleder und wird durch Textileinsätze ergänzt. Das Gore-Tex Performance Comfort Futter bildet eine atmungsaktive und wasserdichte Membran. So hat man in allen Wetterlagen einen trockenen Fuß. Das Futter ist meinem Empfinden nach relativ stark gepolstert. Kalt wird den Füßen also nicht so schnell, daher ist der Schuh auch für Touren im Schnee gut gewappnet.
  • Die Schnürung: Sie reicht weit nach vorne zu den Zehen und lässt sich damit individuell bis an die Fußspitze anpassen. Perfekt für meine schmalen Fuß, so kann ich flexibel eng schnüren.
  • Der Geröllschutz: Der Schuh ist rundherum, also an der ganzen Fußlänge entlang, mit einem hohem Geröllschutz-Rand versehen und damit sehr robust und abriebfest.
  • Das Gewicht: Ich trage, wie die meisten wohl, lieber leichte Schuhe. Klar, wer will schon schwere Stiefel den Berg hochtragen? Der Tre Cime Evo schafft es, trotz seiner technischen Stärken wie einer steifen Sohle und der Robustheit angenehm leicht zu sein. Er wiegt 1130g.
  • Halt und Stabilität: Der Schaft ist recht weich und nachgiebig, was zum Komfort beiträgt. Zudem ist der Schaft nach hinten hin schön tief ausgeschnitten – das fühlt sich bei der Gehbewegung sehr komfortabel an. Die Ferse ist aber verstärkt und stabil, umschließt den Fuß fest und schützt vor Umknicken.
Der Schuh ist rundherum mit einem hohem Geröllschutz-Rand versehen.

Melanie Ordnung

Der Schuh ist rundherum mit einem hohem Geröllschutz-Rand versehen.


Die Schnürung ist flexibel über die Fußlänge entlang anpassbar.

Melanie Ordnung

Die Schnürung ist flexibel über die Fußlänge entlang anpassbar.


Einsatzbereich des Tre Cime Evo GTX

Ob Bergwanderung, Klettersteig oder Kraxelei, der Tre Cime Evo fühlt sich auf felsigen Pfaden pudelwohl.

Melanie Ordnung

Ob Bergwanderung, Klettersteig oder Kraxelei, der Tre Cime Evo fühlt sich auf felsigen Pfaden pudelwohl.


So, und für welche Aktivitäten taugt der Tre Cime Evo nun?

Ganz klar, es ist kein Schuh für Forstwege, Wald und Wiesen, sondern eher für technisch anspruchsvolles Terrain. Der Schuh fühlt sich wohl auf felsigen schmalen Pfaden und im alpinen Gelände. Auf roten und vor allem schwarzen Bergwegen, auf denen Trittfestigkeit gefragt ist, spielt der Tre Cime Evo seine Stärken aus. Auch auf Klettersteigen kann ich ihn mir, besonders aufgrund der Sohle, sehr gut vorstellen und werde ihn in den nächsten Wochen dort ebenfalls zum Einsatz bringen.

Auch zu leichter alpiner Kletterei (3. Schwierigkeitsgrad) hatte ich den Tre Cime Evo bereits am Fuß und fand ihn zum Klettern sehr stabil und präzise. Beim Treten am Fels fand ich die Sensibilität optimal.

Bei längeren Strecken trägt sich der Schuh ebenfalls angenehm. Ich habe in den letzten Wochen ca. 60-70 Kilometer auf verschiedenen Touren mit ihm zurückgelegt, und auch bei 20 km am Stück hatte ich keine Druckstellen oder Blasen! Vom Tragekomfort bin ich jedenfalls überzeugt.

Kritikpunkte

Auch wenn ich von meinem neuen Bergschuh sehr begeistert bin: ein paar Schwachpunkte möchte ich dennoch ansprechen. Die Zunge ist nicht fixierbar und verrutscht ab und zu etwas. Ich musste unterwegs manchmal neu schnüren – hier wäre ein Metallfixpunkt an der Zunge, den man mit der Schnürung fixiert, wünschenswert. Und die Qualität der Einlegesohlen überzeugt mich leider nicht: Sie bestehen aus relativ einfachem Schaumstoff und sind mir persönlich viel zu weich. Ich nutze hier lieber meine eigenen Einlegesohlen.

Mein Testfazit: Der Montura Tre Cime Evo GTX

Melanie ist sehr zufrieden mit der technischen Performance ihres Testschuhs.

Melanie Ordnung

Melanie ist sehr zufrieden mit der technischen Performance ihres Testschuhs.


Ich mag den Schuh aufgrund der Vielseitigkeit seines Einsatzgebiets. Für mittelschwere bis schwere Wanderungen auf den nächsten Gipfel, zum Hüttentrekking, für leichte Kletterei, Klettersteige oder auch leichte Hochtouren ist der Tre Cime gleichermaßen geeignet.

Zusammenfassend gesagt: es ist ein robuster Schuh für anspruchsvolle Touren, der Leichtigkeit, Stabilität und hohen Tragekomfort verbindet.

Optisch finde ich ihn auch sehr gelungen – das knallige Türkis der Schnürsenkel ist ein echter Hingucker. Wer es farblich etwas dezenter mag: Schwarze Schnürsenkel liegen zusätzlich bei.

Meine Empfehlung: Wer einen Bergstiefel sucht, der vom Anspruch her über dem normalen klassischem B-Kategorie Wanderschuh liegt, aber trotzdem noch keine fortgeschrittene C-Kategorie ist, der trifft mit dem Tre Cime Evo eine sehr gute Wahl!

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