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Ein Skitourenklassiker

Ortovox Haute Route 32 Rucksack im Test

7 Minuten Lesezeit
Ob im Winter bei der Skitour oder bei der Sommer- und Herbstwanderung, der Rucksack Haute Route 32 von Ortovox ist ein echter Alleskönner. Und somit optimal für längere Tagestouren. Unser Tester Lorenzo Rieg nahm den Rucksack mit zum Wandern und Skifahren. Wie sich der Rucksack geschlagen hat? Liest du hier.

Die Haute Route Rucksäcke von Ortovox sind wahre Dauerbrenner, die allerdings im Laufe der Jahre auch immer wieder überarbeitet und optimiert werden. Mein Testmodell ist der Haute Route 32, der in schickem und kräftigem Blau mit Akzenten in Orange daherkommt.

Ausstattung und Details des Haute Route

Als erstes fällt das robuste Material aus dem der gesamte Rucksack gefertigt wurde auf. Obwohl er relativ leicht ist, wurde weder an Features noch am Tragesystem gespart. So sind sowohl der Hüftgurt als auch die Träger breit ausgeführt und gut gepolstert, damit schafft der Rucksack einiges an Gewicht. Der gut verstellbare Brustgurt ist zusätzlich mit einer Notfallpfeife ausgestattet. Neben dem Hauptfach, welches praktischerweise sowohl von oben als auch über einen großzügig dimensionierten Reißverschluss über das Rückenpanel geöffnet werden kann, hat der Rucksack ein extra Fach für die Sicherheitsausrüstung, das auch nochmal eine kleine Karte mit Sicherheitshinweisen enthält, sowie mehrere kleinere Fächer. Zwei davon sind ebenfalls von oben außen am Rucksack zugänglich, eines davon ist recht groß und nimmt beispielsweise auch eine Skibrille auf, das andere, von Ortovox als Kartenfach bezeichnet, ist auch nicht gerade klein und enthält bei mir Dinge wie Handy, Taschentücher oder ähnliches. Am Hüftgurt befindet sich eine weitere geräumige Tasche über die man schnell Zugriff auf Sachen wie Riegel, Sonnencreme oder auch eine gar nicht so kleine Kamera hat. Schlussendlich befindet sich innen am Rückenpanel noch ein weiteres Fach, in dem ich vor allem Wertsachen unterbringe. Dieses Fach verfügt auch über einen Schlüsselclip. Direkt darunter befindet sich das Fach für das Trinksystem, für das der Rucksack natürlich auch vorbereitet ist.

Selbstverständlich verfügt der Rucksack auch über diverse Befestigungsmöglichkeiten außen, wobei hier hervorzuheben ist, dass diese großteils entweder abnehmbar oder verstaubar sind, wodurch der Haute Route einen sehr aufgeräumten Eindruck macht. Dies ist auch praktisch, da man dadurch mit dem Rucksack weniger hängenbleibt (beispielsweise im Lift) und einfach weniger Bändel herumflattern. Fest vernäht sind die seitlichen Skihalterungen, die massiv ausgeführt sind und auch als Kompressionsriemen Verwendung finden. Die Befestigungsriemen für Snowboards oder Schneeschuhe, mit denen übrigens auch andere Dinge gut außen am Rucksack transportiert werden können, sind filigraner und eben abnehmbar. Auch die beiden Kletthalterungen mit denen zwei Eispickel sehr solide am Rucksack verstaut werden können kann man leicht entfernen, wenn man sie nicht benötigt. Die diagonale Skibefestigung ist verstaubar, genauso wie die Helmhalterung.
Insgesamt hat der Rucksack also wirklich viele Fächer und Halterungen, schafft es dabei allerdings trotzdem übersichtlich zu bleiben. Zusätzlich trägt die helle Farbe des Stoffes im Inneren dazu bei, dass man seine Siebensachen schnell im Rucksack findet. Hierfür ist natürlich auch der Zugang über den großen Reißverschluss am Rücken hilfreich.

Rucksack in Action
Auch auf der Piste verspricht der Rucksack einen super Halt. | Foto: Lorenzo Rieg

Der Rucksack im Test

Vorbereitung

Der Rucksack lässt sich gut packen und entpacken. Dabei, sowie auch im Gebrauch, ist der Zugang über das Rückenpanel einfach genial. Man kann den Rucksack hinlegen, weit aufzippen und sieht sofort alles was sich im Hauptfach befindet. Naturgemäß lässt sich der Rucksack im Vergleich zu Modellen mit Deckelfach etwas weniger vollstopfen beziehungsweise überladen, da man den Reißverschluss eben noch zubekommen muss. Der Rucksack und vor allem das Hauptfach sind allerdings recht geräumig, wenn man gut packt bekommt man hier wirklich viel unter. Allerdings wäre er mir persönlich für Mehrtagestouren eher zu klein, wobei er zumindest bei Übernachtung in bewirtschafteten Hütten dafür ausreicht. Generell tendiere ich auch dazu recht viel Material mitzunehmen und habe beispielsweise immer eine große Spiegelreflexkamera mit zwei Objektiven dabei. Natürlich können auch außen am Rucksack Dinge verstaut werden, beispielsweise die Jacke im Aufstieg oder ein Seil, allerdings lässt sich das Volumen des Rucksacks selbst nicht erweitern. Lobend zu erwähnen sind die wirklich durchdachten und robusten Befestigungsmöglichkeiten für Pickel und Ski (seitlich). Die Helmhalterung funktioniert wunderbar, ist allerdings für meinen Helm fast etwas klein. Ich habe zugegebenermaßen einen recht großen Kopf und daher einen voluminösen Helm, diesen muss ich aber ziemlich in die Helmhalterung hineinzwängen. Das ist jetzt nicht tragisch, etwas mehr Platz wäre hier aber nett.

Dank der zahlreichen Fächer finde ich, sobald ich mich einmal dran gewöhnt habe alles immer ins entsprechende Fach zu stecken, Dinge wie Sonnenbrille, Riegel, Sonnencreme etc. wirklich schnell, da alles seinen Platz findet.

Insgesamt lässt sich der Rucksack mit allem was man auch für ausgedehnte Tagestouren oder Skihochtouren benötigt leicht bepacken und bietet noch Platz für das ein oder andere Extra. Für mehrtägige Unternehmungen kommt es auf den persönlichen Bedarf an, ich würde ihn hier nur bei reinen Hüttentouren bei denen ich mit Halbpension versorgt werde mitnehmen.

Rucksack beim Tourengehen
Die Helmhalterung funktioniert wunderbar, ist allerdings für den Helm des Testers fast etwas klein. | Foto: Lorenzo Rieg

In Aktion

Der Rucksack trägt sich wirklich gut, das Ortovox O-Flex Rückensystem mit einem stabilen Rahmen im Rucksack leistet hier offenbar gute Dienste. Alle Gurte lassen sich auch während man den Rucksack auf hat leicht einstellen und der Rucksack trägt sich so auch vollbepackt über lange Stunden sehr angenehm. Zudem sitzt das Gewicht nah am Körper, was gerade bei der Abfahrt wichtig ist und einen so möglichst wenig behindert. Durch die Form muss man beim Bepacken des Haute Route ein wenig darauf achten, dass er nicht zu „kopflastig“ wird, allerdings ist es ein leichtes schwerere Dinge wie Steigeisen, Kamera oder die Trinkflasche unten in den Rucksack zu packen und dies dadurch zu vermeiden. Durch die angesprochenen zahlreichen Fächer und den Zugang über das Rückenpanel bleibt die Ordnung im Rucksack jederzeit gewahrt und Suchorgien beim Umbauen von Aufstieg auf Abfahrt oder umgekehrt bleiben einem erspart. Für mich, der ich mir oft Fragen wie „Wo ist nochmal das Fellwachs?“ oder „Muss ich jetzt den ganzen Rucksack ausleeren um an die Steigeisen zu kommen?“ stelle und zudem häufig die Kamera auspacke, ist ein solcher Zugang wirklich wichtig und ein Feature auf das ich nicht verzichten möchte.

Natürlich kann der Rucksack nicht nur auf Skitouren verwendet werden. Auch beim Freeriden im Skigebiet macht er eine gute Figur. Hierbei würde es ein kleinerer Rucksack natürlich auch tun, allerdings lässt sich der Haute Route ganz gut komprimieren und kann daher auch verwendet werden, wenn er nicht so gut gefüllt ist. Auch für eher sommerliche Aktivitäten wie Wandern oder Biken habe ich ihn schon eingesetzt, was natürlich ebenfalls gut funktioniert. Allerdings wäre hier anzumerken, dass der Rucksack über kein wirkliches System zur Belüftung am Rücken verfügt und man daher schon ganz gut ins Schwitzen kommen kann.

Und die Nachteile?

Das klingt ja soweit alles wunderbar, aber was sind denn die Nachteile des Haute Route 32? Hier muss ich gleich sagen, dass es Ortovox gelungen ist einen wirklich guten, durchdachten und robusten Rucksack zu designen, der eine wirklich überzeugende Performance abliefert. Trotzdem findet man natürlich ein paar Nachteile, wobei diese für mich wirklich eher Kleinigkeiten sind. An erster Stelle steht für mich hier die weniger überzeugende Snowboardhalterung. Mir als Skifahrer ist diese ja egal, transportiert man aber häufig ein Snowboard längs am Rucksack, sollte man sich das eventuell vor einem Kauf genauer ansehen. Der Transport von zwei Splitboardhälften funktioniert dafür ähnlich super wie der von einem Paar Ski.

Weiterhin haben das von oben zugängliche Fach für Kleinteile sowie der Zugang zum Hauptfach von oben keine doppelten Zipper. Dadurch kann man sie mit seitlich angebrachten Ski kaum öffnen da der Zipper unter dem Ski zu liegen kommt. An das Hauptfach kommt man natürlich über das Rückenpanel trotzdem gut ran, insofern ist das auch eher eine Kleinigkeit als ein Beinbruch.

Wandern mit dem Haute Route
Nicht nur im Winter ist der Haute Route Rucksack einsetzbar, auch im Sommer zu Wanderungen trägt er sich optimal. | Foto: Lorenzo Rieg

Testfazit

Der Haute Route 32 ist ein solider, robuster und sehr praktischer Rucksack, der stark auf Wintersport zugeschnitten ist, trotzdem aber auch bei anderen Betätigungen eine gute Figur macht. Er sitzt auch bei Bewegung sehr gut am Körper, schafft hohe Lasten und bietet viele Fächer und Halterungen. Für mich persönlich ist er eher ein Rucksack für längere Tagestouren, bei mehrtägigen Unternehmungen darf man nicht mit viel Extragepäck unterwegs sein, für Übernachtungen auf Hütten sollte das Volumen allerdings leicht ausreichen.

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