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Wetterschutz für alle Fälle

Patagonia Torrentshell 3L Jacket im Test

4 Minuten Lesezeit
Die Torrentshell gehört zu den beliebtesten Wetterschutzjacken von Patagonia. Wie schlägt sich die günstige Regenjacke im Einsatz? Franz Mösbauer hatte sie dabei - auf Wanderungen, im ersten Schnee und im Alltag. Wie die vielseitige Jacke draußen ist, erfährst Du hier im Test.

Ein grüner Allrounder im purpurnen Kleid

Als ich die Torrentshell 3L Jacket von Patagonia das erste Mal in der Hand hielt, musste ich direkt an die Band Deep Purple denken. Vermutlich lag es an der Farbe der Jacke – purple. Obwohl Deep Purple dem Hard Rock zuzuordnen ist, kombinieren die Engländer weiter Genres, wie Blues oder klassische Musik. Auch im Torrentshell Jacket wird viel kombiniert – ohne, dass aber ein spezielles Hard Rock Jacket dabei rauskommt, sondern eine Hardshell mit einem breiten Spektrum und einem äußerst interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hardshelljacke mit 3-Lagen-Laminat
  • H2No®-Membran (Polyurethan mit 13 %- Recycling-Anteil): wind- und wasserdicht, dampfdurchlässig
  • Außenseite: robustes ECONYL® (recyceltes Nylon) mit Imprägnierung (DWR)
  • Praktisch verstaubar in der eigenen Einschubtasche
  • Bergzeit Nachhaltigkeits-Tipp 12/2020
Die Patagonia Torrentshell vereint viele durchdachte Features zu einem guten Preis.

Franz Mösbauer

Die Patagonia Torrentshell vereint viele durchdachte Features zu einem guten Preis.


Viele Details von den Großen werden übernommen

Generell achtet Patagonia bei der Herstellung seiner Produkte auf einen positiven ökologischen Fußabdruck. Dies zeigt sich in der Verwendung der hauseigenen 3-Lagen H2No Membran mit bluesign-Zertifizierung und dem 122 g/m² mit 50-Denier Econyl-Außenmaterial, welches zu 100% recycelt und Fair Trade zertifiziert ist. Im Vergleich zum Vorgänger, bei dem ein 2.5-lagiges Material verwendet worden ist, wirkt die 3-Lagen-Version etwas steifer, aber dafür bekommt man auch ein robusteres und langlebigeres Produkt. Was wiederum die Umwelt freut.

Die hauseigene H2No Membran hält die Jacke dicht.

Franz Mösbauer

Die hauseigene H2No Membran hält die Jacke dicht.


Ansonsten zeigt sich an manchen Ausstattungsdetails, dass gespart worden ist – jedoch ohne die wesentlichen Funktionen einzuschränken. So finden sich überall imprägnierte Reißverschlüsse mit klassischen Abdeckleisten, anstatt wasserdichter Reißverschlüsse, die aber im Testzeitraum absolut wasserdicht waren. Vorteil ist zudem, dass die Zipper leichter und geschmeidiger laufen. Details, wie die voll verstellbare Kapuze, Zugkordeln mit Einarmbedienung, Unterarmreißverschlüsse oder dass die Jacke in ihrer eigenen Tasche verstaut werden kann, wurden wiederum von den „Großen“ übernommen. Und mit ihren rund 400 Gramm – genau gesagt 388 Gramm bei Gr. M – Gewicht drückt die Jacke nicht zu üppig auf die Waage.

Die Reißverschlüsse laufen wunderbar leichtgängig.

Franz Mösbauer

Die Reißverschlüsse laufen wunderbar leichtgängig.


Erwachsen genug für einen vollwertigen Wetterschutz

Zum Testen hätte ich mir zeitweise lieber eine Sonnenliege, als eine Regenjacke gewünscht. Immerhin zeigte sich die Torrentshell in vielen Lebenslagen außerhalb der Haustür als ein zuverlässiger Begleiter! Auf dem 25km langen Heimweg auf dem Crosser hielt sie schön den Regen ab, ohne dass man im eigenen Saft schmoren musste. Bei solchen schweißtreibenden Aktivitäten kann das Klima unter der Jacke durch die Reißverschlüsse unter den Armen reguliert werden.  In der Stadt braucht trotz herbstlicher Tristesse kein Trübsal geblasen werden, da sie sich angenehm legere trägt und durch die angebotene Farbvielfalt sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Auf der Wanderung verschwindet sie platzsparend im Rucksack. Ob dabei die Jacke in ihre Packtasche verpackt wird oder die freien Löcher im Rucksack ausstopft, ist wohl Geschmackssache.

Durch das genial kleine Packmaß passt die Jacke immer noch in den Rucksack - und kann in sich selbst verstaut werden.

Franz Mösbauer

Durch das genial kleine Packmaß passt die Jacke immer noch in den Rucksack – und kann in sich selbst verstaut werden.


Erst zum Schutz vor dem kalten Wind am Gipfel kommt die Jacke wieder raus. Wenn es noch kälter wird, findet auch eine isolierende Schicht, wie eine Primaloft-Jacke, unter der Torrentshell Platz, ohne einzuengen. Wird es dann noch ungemütlicher, werden alle Luken einhändig geschlossen: Sowohl der Saum der Jacke, als auch die Kapuze können einhändig verstellt werden, wobei die Kapuze so geschnitten ist, dass sie die Sicht nicht einschränkt und alle Kopfbewegungen mitmacht. Zuletzt halten die breiten Klettverschlüsse an den Armbündchen das Wetter ab. So verpackt gibt es für mich einen der wenigen Kritikpunkte: Im Kinnbereich vermisste ich eine weichere Abdeckung, als das normale Obermaterial, um ein unangenehmes Scheuern am Kragen auf die Dauer zu vermeiden. Zudem sind für meinen Geschmack die Eingriffe der beiden Taschen für größere Hände etwas knapp bemessen.

Durch die verstellbare Kapuze bzw. den Saum lässt sich die Jacke an den Träger anpassen.

Franz Mösbauer

Durch die verstellbare Kapuze bzw. den Saum lässt sich die Jacke an den Träger anpassen.


So schön leichtgewichtige Jacken sind, stecken diese oft den regelmäßigen, alltäglichen Gebrauch oder das Scheuern von Rucksackträgern ebenso wenig unbeschadet weg, wie das Kuscheln mit Felsoberflächen.

Durchaus Alltagstauglich: Die Patagonia Torrent Shell.

Franz Mösbauer

Durchaus Alltagstauglich: Die Patagonia Torrent Shell.


Hier hat Patagonia mit dem Torrentshell Jacket einen sinnvollen Mittelweg zwischen Alltags-, Outdoor- und Reisetauglichkeit eingeschlagen, ohne in ein Extrem abzudriften. Zudem bekommt der Neubesitzer für einen Portemonnaie schonenden Preis eine vollwertig ausgestattete, zuverlässige Hardshell.

Outdoortauglich? Ist die Patagonia Torrentshell sowieso.

Franz Mösbauer

Outdoortauglich? Ist die Patagonia Torrentshell sowieso.


Das purpurne Fazit: Bergzeit Nachhaltigkeits-Tipp

Testsiegel-Nachhaltigkeitstipp

Sicherlich gibt es in Bezug auf einige Details bessere Hardshells auf dem Markt. Das Patagonia Torrentshell 3L Jacket überzeugt hingegen als ein geniales Gesamtpaket und schont das Budget. Der Einsatz recycelter und biobasierter Materialien und das FairWear-Zertifikat überzeugen. Bei der Ausstattung und ihrer Funktionalität braucht sich die Torrentshell nicht hinter anderen Hardshells verstecken und weiß sowohl im Alltag, als auch im Gebirge zu überzeugen.

rnKurz gesagt, ist das Torrentshell 3L Jacket ebenso vielfältig wie Deep Purple. Nur grüner.
+ umfangreiche Ausstattung- steifer Kinnschutz
+ Hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis- etwas steifes Material
+ Verwendung recycelter Materialien- kleiner Eingriff in die Taschen
+ guter Regenschutz
+ gut laufende Reißverschlüsse

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8 Comments
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Len
1 Jahr

Guter Testbericht, danke!
Können Sie mir sagen, ob die Kapuze helmtauglich ist?
Vielen Dank!

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isartrails
1 Jahr

Meine Erfahrungen mit der TorrentShell (habe mittlerweile die zweite, beide 2,5 Lagen): eine Allwetterjacke ohne viel Schnickschnack, tauglich für die allermeisten Outdooraktivitäten. Wenn ich sie im Einsatz tatsächlich mal ernsthaft brauche, frage ich mich immer, wieso es eigentlich überhaupt Wetterschutz für 600 Euro und mehr gibt. Gut, für Hochtouren im gemischten Gelände würde ich auch zu etwas robusterem greifen, aber das mache ich nicht.

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Dirk
11 Monate

Leider kein Wort zur Passform

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Webmaster
11 Monate
Reply to  Dirk

Lieber Dirk,

danke für Deinen Kommentar. Mein Freund hat diese Jacke auch, also habe ich direkt mal nachgefragt: Die Passform ist „normal“, also true to size. Der Schnitt erlaubt viel Bewegungsspielraum und mein Freund, der die Jacke in L hat und sonst auch Größe L trägt, kann hier sogar noch eine leichte Isolationsjacke drunter ziehen. Ich hoffe, ich konnte Dir damit weiterhelfen.

Liebe Grüße
Caro aus dem Magazin Team

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Leo
9 Monate

Ist die Jacke nun helmtauglich?

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Webmaster
9 Monate
Reply to  Leo

Hallo Leo,

unser Tester hat es nochmals ausprobiert und ein Kletterhelm passt gut unter die Jacke, bei einem Bikehelm wird es oft knapp.

Ich hoffe das hat dir weitergeholfen.

Viele Grüße
Lisa vom Bergzeit Magazin

Markus
8 Monate

Könnt ihr mir sagen ob die Jacke an den Auflagen des Rucksacks auch dauerhaft dicht ist? Vielen Dank Markus

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Webmaster
8 Monate
Reply to  Markus

Hi Markus, einen „dauerhaften“ Erfahrungswert können wir natürlich noch nicht geben. Mein Freund, der die Jacke auch viel mit Rucksack trägt, hatte bislang keine Probleme. Allerdings ist der Schulterbereich, wo der Rucksackträger aufliegt, tatsächlich auch der Bereich, wo sich die Imprägnierung eine Jacke am ehesten abreibt. Wir empfehlen daher bei jeder Regenjacke mit DWR, diese regelmäßig wieder aufzufrischen. Wie das funktioniert, kannst Du hier nachlesen: https://www.bergzeit.de/magazin/regenjacke-impraegnieren-reaktivierung-einwaschen-aufspruehen/

Beste Grüße
Caro vom Bergzeit Magazin

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