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Bewährtes unter der Lupe

Petzl Grigri 2 vs. Petzl Grigri 1: Der Test

4 Minuten Lesezeit
Das erste Petzl Grigri wurde schon länger überholt, auch wenn es viele noch im Kletterrucksack haben. Und diejenigen fragen sich auch, wie sich das neue Grigri wohl in der Praxis verhält. Sophie hat das neue und das alte Grigri am Fels dabei gehabt!

Das Sortiment an Sicherungsgeräten beim Klettern ist inzwischen ziemlich groß geworden. Es reicht von den ganz klassischen Achtern und Tubern bis hin zu Geräten mit Blockierunterstützung wie dem Mammut Smart Belay, dem Climbing Technology Click-Up und vielen anderen. Noch immer dominiert aber das Petzl Grigri. Seit 2011 ist das Petzl Grigri 2 jetzt auf dem Markt und in einer großen Vielfalt von Farben erhältlich.

Material des Petzl Grigri 2 – Langlebigkeit inklusive

Für die Langlebigkeit des Grigri spielt die Materialauswahl eine große Rolle. Die Materialien sind beim Petzl Grigri 2 gleich geblieben. Die beiden Seitenteile bestehen aus Aluminium, der Bremshebel aus Kunststoff und der Bremsmechanismus mit dem Klemmnocken aus Edelstahl. Vom Hersteller Petzl wird so eine lange Lebensdauer erreicht und man hat eine Garantie von drei Jahren auf Material- und Fabrikationsfehler. Die Materialien, die bei beiden Grigris verwendet werden, sind also auf Langlebigkeit getrimmt. Natürlich kommen die Grigris systembedingt an ihre Grenzen, sobald einige tausend Meter über den Edelstahl-Bremsnocken gelaufen sind – allerdings kann das schon mal bis zu zehn Jahre dauern (bei ein bis zwei Mal Nutzung in der Woche).

Petzl Grigri 1 vs Petzl Grigri 2 Foto Sophie Arnold
Bis dieser Block aus feinstem Edelstahl beim Petzl Grigri verschlissen ist, können so einige Meter Kletterseil darübergleiten. Der Grigri kommt aus robusten Materialien. | Foto: Marc Lorin Fassbender

Einsatzbereiche des Petzl Grigri

Das Grigri ist nur für Einfachseile ausgelegt und kann beim Toprope- bzw. Vorstiegsklettern eingesetzt werden. Vor allem bei längeren Sicherungsphasen oder größeren Gewichtsunterschieden erleichtert die Blockierunterstützung des Halbautomaten das Sichern deutlich, da der Sichernde keine beziehungsweise kaum Kraft aufwenden muss, um das Bremsseil zu halten. Gerade beim Ausbouldern ist das von Vorteil für den Sichernden.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile der beiden Grigris

  Petzl Grigri 1 Petzl Grigri 2
Gewicht 220 Gramm 170 Gramm
Seilkompatibilität 10-11 Millimeter 8,9 – 11 Millimeter(empfohlen 9,4 – 10,3 Millimeter)
Abmessungen (L/B/H): 12 / 4,5 / 6,5 Zentimeter 9,5 / 4,5 / 5,5 Zentimeter
Vom Aufbau und der Bedienung her sind beide Grigris eigentlich identisch. Für den normalen Sportklettereinsatz wie geschaffen. Wer aber das Grigri 1 zum Einbohren nutzt, also zum Selbstsichern mit Funktion zum Ablassen, wird schnell merken, dass sich durch den verkürzten Hebel am neuen Grigri 2 die genaue Dosierbarkeit verabschiedet hat. Die Abmessungen des Petzl Grigri 2 sind genau wie die neuen Kletterseile zum Sportklettern deutlich abgespeckt und damit auch deutlich leichter.

Sichern mit dem Petzl Grigri 2

Ein weiterer Punkt, worin sich beide Grigris unterscheiden, ist die Seilkompatibilität. Das Grigri 1 ist für Seile mit einem Durchmesser zwischen zehn und elf Millimeter ausgelegt, wohingegen das Petzl Grigri 2 für Seile im Bereich 8,9 bis elf Millimeter verwendet werden kann. Laut dem Hersteller wird beim Grigri 2 eine Seildicke von 9,4 bis 10,3 Millimeter empfohlen. Ein 9,4 Millimeter Seil war mir persönlich angenehmer als ein etwas dickeres Seil, da es sich beim Seilausgeben mit weniger Kraft durch das Gerät ziehen lässt und so eine schnellere Seilausgabe ermöglicht.

Petzl Grigri 1 vs Petzl Grigri 2 Foto Sophie Arnold
Die Abmessungen des aktuellen Grigri 2 erleichtern den Kletteralltag, da es insgesamt besser in der Hand liegt und zudem auch weniger schwer im Rucksack beim Zustieg wiegt. Immer wieder nützlich, die eingeprägten Anleitungen – immer wieder hilfreich. | Foto: Marc Lorin Fassbender

Handling und Test-Fazit in einem

Wer es gewohnt ist, mit dem alten Petzl Grigri zu sichern, wird sich anfangs beim Umstieg auf das Grigri 2 ein bisschen umgewöhnen müssen: Zum Ablassen muss der Bremshebel nicht wie bei der früheren Version bis ganz hinten aufgeklappt werden. Er löst schon bei etwa dreiviertel der Hebelstrecke aus. Wie mit einer Art ersten Schwelle kann so sicher abgelassen werden. Nach dieser Schwelle geht es schneller und zügig abwärts. Insgesamt reagiert das Petzl Grigri stärker auf kleine Bewegungen des Hebels – Newton lässt grüßen. Durch die größere Seilkompatibilität lässt sich das gleiche Seil beim Grigri 2 im Vergleich zum Grigri 1 ein bisschen „schwerer“ durchs Sicherungsgerät ziehen. Bei nassen, feuchten und alten Seilen, ganz schlimm in Kombination, macht das Petzl Grigri 2 beim Seilausgaben eher weniger Spaß. Aber keine Angst, das ist eher die Ausnahme.

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