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Bei Verspannungen kleben

Rücken tapen: in 8 einfachen Schritten

4 Minuten Lesezeit
Zu lang gesessen oder Deine Muskulatur im Rücken ist überbeansprucht? Ein Kinesiotape kann helfen. Doch wie legst Du das Tape richtig an und worauf musst Du achten? Wie Du Deinen Rücken tapen kannst, erklärt Dir Ergotherapeutin Lea Grüner.

Wahrscheinlich hast Du sie schon an allen erdenklichen Muskelgruppen und Gliedmaßen gesehen: bunte Kinesiotapes. Sie sind nicht nur im Spitzensport, sondern auch im Breitensport angekommen und können bei Beschwerden eine hilfreiche Unterstützung sein. Auch bei Beschwerden im Rücken. Deswegen zeige ich Dir, wie Du Deinen Rücken in acht einfachen Schritten tapen kannst und worauf es dabei ankommt.

Das musst Du vor dem Rücken tapen beachten

Erstmal ein paar allgemeine Grundlagen zum Tapen: Damit das Tape besser klebt, sollte die Haut an der entsprechenden Stelle trocken, frei von Creme, Öl und am besten auch frei von Haaren sein und Du solltest die Klebefläche des Tapes nicht mit den Fingern berühren. Für eine optimale Wirkung legst Du das Tape bereits am Vortag an, mindestens jedoch 30 Minuten vor dem Sport. Mit etwas Übung, der richtigen Technik und ein wenig anatomischen Kenntnissen kannst Du die gewünschte Wirkung des Tapes erzielen.

Damit das Tape gut klebt, sollte die Haut trocken und frei von Creme, Öl etc. sein.

Lea Grüner

Damit das Tape gut klebt, sollte die Haut trocken und frei von Creme, Öl etc. sein.


Wie lange bleibt das Kinesiotape auf der Haut?

Das Tape kann bis zu einer Woche kleben bleiben (außer es kommt zu Juckreiz oder Hautrötungen – dann bitte sofort entfernen!) und lässt sich in feuchtem Zustand, also z.B. nach dem Duschen am besten ablösen. Für weitere Informationen dazu, was Kinesiotapes sind und wie sie wirken, empfehle ich Dir diesen Artikel: Was ist Kinesiotape und wie funktioniert es?

Wann tape ich meinen Rücken?

Kommen wir also jetzt zum Rücken-Tape. Ich zeige Dir eine Tapeanlage, die das Iliosakralgelenk als typische Lokalisation von Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule unterstützt und zusätzlich die Muskelspannung entlang der gesamten Wirbelsäule positiv beeinflusst. Du kannst das Rücken-Tape prophylaktisch einsetzen, um Rückenschmerzen im Voraus zu vermeiden oder es bei Schmerzen aufgrund falscher Körperhaltung, zu langem Sitzen, überbeanspruchter Muskulatur oder auch bei ausstrahlenden Schmerzen aufgrund von Bandscheibenerkrankungen nutzen. Bei chronisch auftretenden Schmerzen sollte jedoch Deine Statik sowie Deine Körperhaltung einmal genauer überprüft werden.

Das Rücken-Tape kann bei Schmerzen im Iliosakralgelenk und der Lendenwirbelsäule helfen sowie bei Schmerzen aufgrund von zu langem Sitzen.

Lea Grüner

Das Rücken-Tape kann bei Schmerzen im Iliosakralgelenk und der Lendenwirbelsäule helfen sowie bei Schmerzen aufgrund von zu langem Sitzen.


Die Anleitung: Rücken tapen

Das Tape besteht genau genommen aus zwei Tapeanlagen. Beide Tapeanlagen können auch getrennt voneinander angewandt werden, haben zusammen aber eine besonders angenehme Wirkung. Zum Anlegen brauchst Du hierbei auf jeden Fall Hilfe und tatsächlich auch recht viel Tapematerial.

So geht’s:

  • Beuge Dich nach vorne, so dass Dein Rücken rund wird (die Hände kannst Du auf den Oberschenkeln abstützen).
  • In dieser Position werden zwei Tapestreifen vom Haaransatz im Nacken bis oberhalb der Pofalte abgemessen und zugeschnitten. Die Ecken bitte abrunden.
Zwei Tapestreifen werden vom Haaransatz bis zur Pofalte gemessen.

Lea Grüner

Zwei Tapestreifen werden vom Haaransatz bis zur Pofalte gemessen.


Und dann entlang der Wirbelsäule aufgeklebt.

Lea Grüner

Und dann entlang der Wirbelsäule aufgeklebt.


  • Den ersten langen Streifen direkt am Haaransatz rechts der Wirbelsäule ansetzen und entlang der Wirbelsäule gerade nach oben ausstreichen. Auf keinen Fall zusätzliche Dehnung auf das Tape bringen, die Krümmung der Wirbelsäule ist vollkommen ausreichend.
  • Dasselbe mit dem anderen Streifen links der Wirbelsäule.
  • Dann drei weitere Tapestreifen zuschneiden, die horizontal über das gesamte Becken reichen. Auch hier die Ecken abrunden.
Drei kurze Tapestreifen zuschneiden, die horizontal über das Becken reichen.

Lea Grüner

Drei kurze Tapestreifen zuschneiden, die horizontal über das Becken reichen.


Die anderen Tapestreifen sternförmig über die Wirbelsäule kleben.

Lea Grüner

Die anderen Tapestreifen sternförmig über die Wirbelsäule kleben.


  • Wir brauchen weiterhin einen runden Rücken. Taste nach dem Schmerzpunkt und merke Dir die Stelle als Höhe für das erste querverlaufende Tape.
  • Lege das erste Quertape genau horizontal über den Schmerzpunkt. Reiße dazu die Folie des Tapes in der Mitte ein, dehne das Tape im mittleren Bereich und klebe es über dem Schmerzpunkt an. Die Enden klebst Du wieder ohne Dehnung auf. Die Mitte des Quertapes liegt auf der Wirbelsäule – nicht auf dem Schmerzpunkt, es muss also lang genug zugeschnitten werden.
  • Die anderen beiden Tapestreifen werden ebenfalls gedehnt und diagonal von links oben nach rechts unten und von rechts oben nach links unten (Verlauf über dem Schmerzpunkt) aufgeklebt, so dass ein gleichmäßiger Stern entsteht.
Nach dem Aufrichten das Tape noch einmal feststreichen und die unterstützende Wirkung genießen.

Lea Grüner

Nach dem Aufrichten das Tape noch einmal feststreichen und die unterstützende Wirkung genießen.


Geschafft. Jetzt kannst Du Dich wieder aufrichten und müsstest eigentlich sofort eine angenehm unterstützende Wirkung spüren.

Anleitungen zum selber Tapen

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