Funktionell, komfortabel und bis in kleinste Detail durchdacht - moderne Wanderhosen sind perfekt auf die Ansprüche von Outdoorsportlern abgestimmt. Unsere Kaufberatung verrät, auf welche Ausstattung und Materialien Sie achten sollten.

Wie so oft bei Outdoor-Ausrüstung stellt sich auch vor dem Kauf einer Wanderhose die Frage nach dem geplanten Einsatz. Führen die Touren ins hochalpine Gelände, geht’s zum Trekking nach Skandinavien oder sind eher Wanderungen im Mittelgebirge geplant? Soll die Hose im Frühjahr und Herbst, im Sommer oder das ganze Jahr über zum Einsatz kommen? Anhand dieser Fragen lassen sich schnell einige Ansprüche an Material, Schnittdetails und Funktionalität einer Wanderhose festmachen.

Das Material ist entscheidend

Vorweg: Moderne Wanderhosen punkten – im Vergleich zu ihren Vorgängern, den bis in die 1980er-Jahre beliebten Kniebundhosen – durch den Einsatz von Funktionsmaterialien. Kunstfasergewebe oder -mischungen bieten im Gegensatz zu reinen Bauwollstoffen wie Denim und Cord einen deutlich besseren Wind- und Wetterschutz. Während zum Beispiel eine Baumwoll-Jeans bei Nieselregen sofort Wasser aufnimmt, schwer wird und anschließend nur langsam trocknet, nehmen Kunstfasergewebe aus Polyester oder Polyamid grundsätzlich weniger Feuchtigkeit auf und transportieren diese rasch nach außen ab.

Wird aus dem Schauer ein heftiger Regen und die Wanderhose richtig nass, sind Kunstfasergewebe in kurzer Zeit wieder trocken. Eine Jeans oder eine Hose aus Baumwoll-Cord hat hier schlechte Karten. Zusätzlich sorgen die funktionellen Kunstfasermischungen für ein angenehmes Trageklima auf der Haut, indem die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit rasch nach außen abgegeben wird, ohne dass die Hose zu „kleben“ beginnt. Eine anti-mikrobielle Ausrüstung hemmt auch bei Wanderhosen unangenehme Geruchsbildung.

Nichtsdestotrotz sind die Materialien bei Wanderhosen heute vielfältiger den je. Viele Materialien sind speziell für den Einsatz in Spezialbereichen getrimmt und bieten mehr oder weniger isolierende Eigenschaften, einen Schutz vor Mücken oder sind besonders robust und abriebfest.

Wanderhosen aus bi-elastischen Materialien machen jede Bewegung und jeden Sprung ohne einzuschränken mit. Schließlich ist Bewegungsfreiheit in der Freizeit Trumpf. | Foto: Bergzeit/Hansi Heckmair
Wanderhosen aus bi-elastischen Materialien machen jede Bewegung und jeden Sprung ohne einzuschränken mit. Schließlich ist Bewegungsfreiheit in der Freizeit Trumpf. | Foto: Bergzeit/Hansi Heckmair

Auswahlkriterium Einsatzzweck

Abhängig vom Einsatzzweck bestimmt daher das Material die Auswahl im Hosensortiment. Wer in den Alpen oder Mittelgebirgen primär Tagestouren unternimmt, schätzt bei seiner Wanderhose besonders leichte und schnell trocknende Kunstfasermaterialien, die hoch atmungsaktiv und gleichzeitig windabweisend sind. Meist handelt es sich dabei um feine Polyamid- oder Polyestergewebe, die zudem Schutz vor UV-Strahlung und Mückenstichen bieten. Einen besonderen Komfort bieten bi-elastische Stoffe, die sowohl längs als auch quer dehnbar sind. Das sorgt für eine einmalige Bewegungsfreiheit. Hier kneift nichts, hier zwickt nichts, die Wanderhose sitzt perfekt.

Wanderhosen aus Softshell-Material

Auch das mittlerweile bewährte Softshell-Material wird bei Wanderhosen immer beliebter – vor allem wenn es in gemäßigte Breiten oder ins Hochgebirge geht. Softshell ist mit oder ohne Membrane erhältlich und stellt quasi ein Mittelmaß aus Fleece und Hardshell dar. Die Stoffe zeichnen sich durch weichen Griff, eine besonders dichte Faserbindung, Elastizität und eine relativ glatte Oberfläche aus, die wasser-, wind- und schmutzabweisend ist. Eine ideale Kombination, die in Form einer Wanderhose viel Komfort verpricht.

Wer eine winddichte Softshellhose sucht, sollte auf ein Dreilagenlaminat mit Membran (Gore-Tex Windstopper oder Polartec Powershield) zurückgreifen oder nach einen membranlosen Modell aus Schöller „dryskin“ oder „dynamic“ Ausschau halten. Softshells ohne Membran sind grundsätzlich als atmungsaktiver einzustufen.

  • Mit Membran: winddicht, verbesserter Wetterschutz, weniger Atmungsaktiv
  • Ohne Membran: windabweisend, sehr Atmungsaktiv

Softshell kennt viele Formen

Softshellhosen sind in den unterschiedlichsten Materialstärken erhältlich, so dass sich der Einsatz nicht explizit auf alpine Bergtouren und Wanderungen festmachen lässt. Wer auch an Regentagen oder bei kühleren Temperaturen unterwegs ist, wird auch im Mittelgebirge mit einer Wanderhose aus einem dünnen oder mitteldicken Softshellmaterial seine Freude haben. Ebenso sind Softshellhosen bei stürmischen Künstenwanderungen ein echter Segen.

Wasserabweisender Baumwoll-Polyester-Mix

Wer Wert auf einen natürlichen Griff, Strapazierfähigkeit und maximale Atmungsaktivität seiner Trekkinghose legt, wird bei nordischen Herstellern wie Fjällräven fündig. Die Wanderhosen der Schweden sind dem legendärem G-1000 gefertigt. Letzteres ist eine dicht gewebte, robuste und schnell trocknende Polyester-Baumwoll-Mischung, die mittels einer Grönlandwachs-Beschichtung wasserabweisend gemacht werden kann. Einmal beschichtet hält das Material leichten Regenschauern stand, die Wachsschicht kann nachträglich ausgewaschen, verstärkt oder nachgerüstet werden. Durch die dichte Webart hält G-1000 neben schädlichen Sonnenstrahlen auch die gierigen Rüssel von Stechmücken fern. Nicht zuletzt deshalb sind die skandinavischen Wanderhosen bei Nordland-Trekkern besonders beliebt.

Wasserdichte Wanderhosen

Wasserdichte Wanderhosen bzw. sogenannte Regenhosen sind aus Hardshell-Laminaten gefertigt und bieten dank integrierter Klima-Membran einen zuverlässigen Schutz vor Wind und Regen. Alle Infos und Auswahlkriterien dazu findet ihr in unserer Kaufberatung Regenhose.

Grundausstattung einer Wanderhose

Zur Grundausstattung einer bequemen Wanderhose gehört ein weicher, elastischer Bund mit integriertem Gürtel oder ordentlichen Gürtelschlaufen. So bleibt die Hose auch nach einer langen Tour – und schrumpfendem Bauch – an Ort und Stelle. Zusätzliche Flexibilität bieten integrierte Befestigungsschlaufen für optionale bzw. abnehmbare Hosenträger. Diese sind vor allem dann praktisch, wenn der Gürtel unter dem Hüftgurt des Rucksacks drückt oder scheuert.

Beim Thema Taschen kommt es vor allem auf den persönlichen Geschmack des Trägers und den Einsatzzweck an. Wer seine Wanderhose auch als bequeme Reisehose trägt, kann ein verstecktes Geheimfach im Hosenbein zu schätzen wissen. Wer gerne viel „am Mann“ verstaut, für den gibt es stattdessen geräumige, dreidimensionale Beintaschen für Karten, Handy und Navi oder viele kleinere Spezialfächer für Multitool & Co. Schlichte Zip-Taschen tragen nicht auf, schlucken aber auch nur das Nötigste.

  • Tipp: Wichtig ist, dass Funktionalität und Bewegungsfreiheit durch die beladenen Taschen nicht eingeschränkt werden. Idealerweise sind die Beintaschen so platziert, dass sie auch bei hohen Stufen oder beim Klettern nicht stören oder gar scheuern.
Die Taschen einer Wanderhose schlucken Kompass und Kartenmaterial. Unterwegs dürfen sie nicht kratzen oder scheuern. | Foto: Fjällräven
Die Taschen einer Wanderhose schlucken Kompass und Kartenmaterial. Unterwegs dürfen sie nicht kratzen oder scheuern. | Foto: Fjällräven

Die Funktionalität liegt im Detail

Dank weiterer durchdachter, funktioneller Details lassen sich viele Wanderhosen sehr vielseitig nutzen:

  • Verstärkte Beinabschlüsse trotzen zum Beispiel selbst dem verirrten Zacken eines Steigeisens.
  • Ein praktisches Feature ist ein Boot-Loc-Haken, mit dem die Hose an den Schuhen fixiert werden kann, um das Hochrutschen zu verhindern.
  • Ein weitenverstellbarer Beinabschluss kann möglichst eng an den Schuh angepasst werden, so dass das Eindringen von Schnee oder Schotter auch ohne integrierte Gamaschen verhindert wird.
  • Seitliche und mit Mesh hinterlegte Ventilationsöffnungen erlauben gerade bei anstrengenden Anstiegen ordentlich Luftzirkulation. Idealerweise lassen sich die Schlitze leicht und weit öffnen, schießen aber auch dicht ab, um allen Wetterlagen gewachsen zu sein. Derartige Hosen eignen sich somit nicht nur zum Trekking, sondern auch für Ski- und Hochtouren.
  • (Elastische) Verstärkungen an Knien und Gesäß sind vor allem sinnvoll, wenn mit häufigem Felskontakt zu rechnen ist.

Schnitttechnisch sorgen vorgeformte Knie, elastische Materialien oder clevere Detailllösungen mit elastischen, atmungsaktiven Einsätzen und Zwickel bei Wanderhosen für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, vor allem wenn Kraxeleien zu meistern sind.

Zip-Off-Hosen zum Wandern

Eine echte Glaubensfrage unter Wanderern sind Zip-Off-Hosen. Während die einen auf abnehmbare Hosenbeine schwören – vor allem wenn unterwegs mit großen Temperaturschwankungen zu rechnen ist – bemängeln die anderen durch die umlaufenden Reißverschlüsse eine Einschränkung des Tragekomforts oder stören sich an der Optik. Hier hilft nur probieren und selbst entscheiden, ob man sich durch die Trennungen in seiner Bewegungsfreiheit gestört fühlt. Alternativ bieten viele Hersteller Modelle mit integrierten Laschen, die zur Befestigung hochgekrempelter Hosenbeine dienen. So „schrumpft“ die lange Trekkinghose im Handumdrehen zur 3/4-Pant.

Eine Wanderhose muss sitzen

Zu guter Letzt gilt es trotz aller funktionellen Details die perfekte Passform zu finden. Schließlich muss die perfekte Wanderhose vor allem eines: Sitzen! Marken-Hersteller wie Vaude und Mammut legen bei ihrer Schnittgestaltung ein hohes Augenmerk auf das Thema Passgenauigkeit und Sitz, Sunway und Schöffel bieten ihre Damen- und Herren-Modelle als kurze, normale oder lange Variante an. So ergibt sich ein sehr breit aufgestellter Größenverlauf. Bei Sunway sind viele Hosen auf Wunsch auch als Bauchgrößen bestellbar. Für weitere Fragen zu Funktion, Größen oder Passform steht Ihnen unser Bergzeit Service-Team via Live-Chat, Email oder Telefon gerne zur Verfügung.

Zusammenfassung

Funktionsmaterialien machen moderne Wanderhosen zum idealen Begleiter am Berg bzw. auf Tour: Schnell trocknende, robuste und großteils elastische Stoffe bieten unterwegs Bewegungsfreiheit und Komfort. Darüber hinaus sind viele Wanderhosen aus Materialien gefertigt, die für bestimmte Einsatzbereiche optimiert sind. Abhängig von der Konstruktion (mit oder ohne Membran) bieten zum Beispiel Hosen auf Softshell-Laminaten Schutz vor Wind und Wetter und, je nach Materialstärke/-variante, eine gewisse Isolation. Hosen aus einem dicht gewebten Baumwolle-Kunstfaser-Mix sind strapazierfähig, besonders atmungsaktiv und mückendicht.

Bei der Ausstattung ist auf den Tragekomfort zu achten: Bund und Taschen sollten die Bewegungsfreiheit unterstützen, insgesamt sollte die Wanderhose gut sitzen um jede Bewegung mitzumachen. Clevere Details wie Boot-Loc-Haken oder weitenverstellbare Beinabschlüsse verhindern das Eindringen von Schnee und Geröll, Verstärkungen an besonders beanspruchten Stellen sorgen für eine lange Lebensdauer. Sehr vielseitig nutzbar sind die sogenannten Zip-Off-Hosen, die sowohl kurz auch lang getragen werden können und unterwegs in einem Kleidungsstück maximale Flexibilität erlauben.

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