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Der Outdoor-Urstoff

Was ist Fjällräven G-1000? Alles zu Material, Pflege und Eigenschaften

7 Minuten Lesezeit
Fjällräven G-1000 blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück und gilt als Urgestein der Funktionsmaterialien. Wir erklären welche Eigenschaften und Vorteile G-1000 hat, welche Materialvarianten es gibt und was Du beim Waschen und Wachsen von G-1000 beachten musst.

Was ist G-1000 von Fjällräven?

G-1000 ist ein Material mit einer speziellen Wachsbeschichtung von Fjällräven. Das Material für Outdoor-Bekleidung und -Taschen ist seit mittlerweile fast 50 Jahren auf dem Markt. Der Stoff besteht zu 65 Prozent aus Polyester und zu 35 Prozent aus Baumwolle und ist – je nach Materialvariante – mit einer feinen Schicht Greenland Wax überzogen, die erneuert werden kann. Inzwischen kommt das Material auch bei einigen Schuhen von Hanwag zum Einsatz. G-1000 ist in mehreren Varianten erhältlich.

Was sind die Vorteile des Fjällräven G-1000 Materials?

Wanderer in einer Hose aus G-1000 und einem G-1000 Rucksack
Relativ leicht, atmungsaktiv, angenehm zu tragen und robust: Fjällräven verarbeitet G-1000 in verschiedenen Varianten zu funktionaler Bekleidung und Ausrüstung. | Foto: Fjällräven

Marco Weingartner, Textil-Produktmanager bei Bergzeit meint dazu: „G-1000 ist sehr robust, verhältnismäßig leicht und sehr angenehm zu tragen. Es bietet sich perfekt an, um damit auf Reisen zu gehen oder auch einfach nur den klassischen Outdoor-Alltag zu bestreiten.“

Fjällräven G-1000 ist durch den Materialmix aus Baumwolle und Polyester robust und denkbar pflegeleicht. Die gewachsten Materialvarianten sind gegenüber Feuchtigkeit und Nässe sehr resistent. Eine dauerhafte Pflege mit Fjällräven Greenland Wax erhält diese Funktion und macht alle G-1000 Produkte zu zuverlässigen Begleitern. Hinzu kommt, dass bei jedem gewachsten Produkt auch Wind kaum spürbar ist und wichtige Körperwärme nicht abtransportiert wird. Neben einer sehr hohen Atmungsaktivität und Dampfdurchlässigkeit ist das Material auch gegenüber UVA- und UVB-Strahlen resistent und verhindert bei langen Wanderungen unter starker Sonneneinstrahlung Sonnenbrände.

Material-Varianten: Silent, Lite, Air, Heavy Duty und Eco

G-1000 gibt es in mehreren Versionen: z.B. Original, Lite und Silent (v.l.n.r.) | Foto: Fjällräven
G-1000 gibt es in mehreren Versionen: z.B. Original, Lite und Silent (v.l.n.r.) | Foto: Fjällräven

Mittlerweile ist Fjällrävens G-1000 in fünf verschiedenen Ausführungen erhältlich. Neben dem G-1000 Original gibt es auch die Variante Silent, das luftige Lite, das noch luftigere Air sowie das extrem robuste Heavy Duty. Alle vier Varianten gibt es auch mit dem Zusatz Eco.

„Eco“: Das bedeutet, dass bei G-1000 Eco in Sachen Rohstoffauswahl insbesondere auf die Nachhaltigkeit geachtet wurde: Das Polyester ist recycelt und die Baumwolle aus biologischem Anbau.

  • G-1000 – der Klassiker. Ursprünglich war das Material als Zeltgewebe gedacht. Inzwischen ist es bei Outdoor-Bekleidung zum Klassiker avanciert.
  • G-1000 Silent: Hierbei handelt es sich um eine gebürstete Variante des Originals. Das macht das Gewebe etwas schwächer, dafür auch geräuschfrei.
  • G-1000 Lite: ist leichter und lockerer gewebt als die Originalvariante und nur leicht gewachst. Das Material ist damit luftiger und speziell für den Sommer oder Reisen in wärmere Regionen geeignet; im Gegensatz zu den anderen G-1000-Varianten ist das Lite allerdings nicht mückendicht sowie weniger wind- und wasserabweisend.
  • G-1000 Air: Ungewachst für eine bessere Belüftung, leicht und locker gewebt und noch atmungsaktiver als die Lite-Variante. G-1000 Air ist für warme Klimazonen gemacht, bietet jedoch keinen Schutz vor Mücken, Wind und Wetter.
  • G-1000 Heavy Duty: Hierbei handelt es sich um eine extrem robuste Version des G-1000, das insbesondere bei Rucksäcken und Taschen zum Einsatz kommt.

Wie wäscht man Fjällräven G-1000?

Frauen mit G-1000 Taschen, Jacken und Hosen.
Reichlich unkompliziert: G-1000 ist strapazierfäig, pflegeleicht und ideal für viele Outdoor-Abenteuer. | Foto: Fjällräven

Das Waschen von Bekleidung aus G-1000 ist eigentlich ganz leicht: Einfach das Kleidungsstück bei maximal 40 Grad (besser 30 Grad) in die Waschmaschine stecken. Bei Bedarf kann man danach, bzw. auch nach längerer Lagerung eines Kleidungsstücks,  das Wachs durch Büglen bei niedriger Temperatur auffrischen. Auch abföhnen mit Hilfe eines Haartrockners ist eine Option.

  • Tipp: Die Beschichtung aus Greenland Wax muss nach zwei bis drei Wäschen erneuert werden. Daher solltest Du G-1000 Bekleidung nur dann waschen, wenn es unbedingt nötig ist.

Zugleich kann man so seine G-1000-Imprägnierung mit Hilfe der Waschmaschine gut regulieren. Braucht man die Hose für wärmeres Wetter, wäscht man das Wachs ganz einfach wieder aus  (ggf. in mehreren Waschgängen) und die Kleidung wird luftiger. Das ist zum Beispiel für Reisen in trockene Regionen oder Wüstengegenden praktisch. Im Winter oder für schlechteres Wetter kann man die Wachsschicht dann wieder auftragen …

Wachs erneuern bei G-1000: Wie geht das?

Zur Pflege gehört beim G-1000 auch das regelmäßige Nachwachsen. Diese „Wartung“ von G-1000-Produkten kann man selbst in die Hand nehmen – das dazu notwendige Greenland Wax (das übrigens aus Paraffin und Bienenwachs besteht) reicht für mehrmaliges Nachimprägnieren. Wichtig: G-1000 Produkte dürfen nur mit Wachs imprägniert werden.

Wie trägt man Greenland Wax auf?

Die Wachs-Behandlung von G-1000 ist denkbar einfach: Wachs auftragen und einbügeln. | Foto: Fjällräven
Die Wachs-Behandlung von G-1000 ist denkbar einfach: Wachs auftragen und einbügeln. | Foto: Fjällräven
  1. Wachs aufreiben: Es wird ganz einfach an Stellen, wo man es für nötig erachtet, direkt auf die G-1000-Oberfläche aufgerieben. Man kann gezielt bei Jacken Schultern und Ärmel und bei Hosen Knie, den Hosenboden und -Saum mehrmals bearbeiten. So wird die Kleidung für Wanderungen durch nasses Gras oder durchs Unterholz optimal vorbereitet. Eine flächige Aufbringung empfiehlt sich besonders für lange Ausflüge in niederschlagsreiche Gebiete.
  2. Mit Bügeleisen aufschmelzen: Anschließend wird das Greenland Wax mit Hilfe eines Föns oder Bügeleisens (bei Bügeleisen mittlere Hitze ohne Dampf) verflüssigt, damit es in die G-1000-Fasern einzieht – fertig! Bei etwa 50-60 Grad beginnt das Wachs zu schmelzen und wird von den Fasern aufgesogen.
  3. Wiederholen: Für einen stärker wasserabweisenden Effekt kann der Vorgang auch mehrmals wiederholt werden – oft ist dies für besonders beanspruchte Stellen wie Schultern, Knie oder Rücken sinnvoll. Das Wachs sollte dann jeweils als dünne Schicht aufgetragen werden.

Fjällräven selbst weist auf die Not-Variante des Nachwachsens für Unterwegs hin: das Kleidungsstück über einen Gaskocher halten und dann langsam tiefer wandern – bis zu drei Handbreit über den Gaskocher. Hier ist allerdings sehr große Vorsicht geboten, sodass das Kleidungsstück (oder man selbst) keinen Schaden nimmt.

Wie oft muss das Wachs bei G-1000 erneuert werden?

Hier gilt als Faustregel: Nach jeder zweiten bis dritten Wäsche muss die Wachsschicht von Fjällräven G-1000 & Co erneuert werden.

Videoanleitung: G-1000 richtig wachsen

Die G-1000-Legende: Geschichte eines Klassikers

Mann in einer Greenland Jacke aus Fjällräven G-1000
Die Greenland Jacke ist ein echter Fjällräven-Klassiker – und natürlich aus G-1000 gefertigt. | Foto: Fjällräven

Am Anfang war: G-1000. Fjällräven-Gründer Åke Nordin entwickelte nach einer Expedition nach Grönland im Jahr 1966 G-1000 höchstpersönlich – und läutete damit eine neue Ära in Sachen Funktionsbekleidung ein. Beim Namen G-1000 horchen daher nicht nur Fjällräven-Kenner auf. Das Material hat inzwischen einen legendären Ruf und darf als Urvater der bekannten Gore-Tex Membranen und anderer Funktionsmaterialien gelten. Obwohl gute 50 Jahre auf dem Markt, ist das stabile und pflegeleichte Material aktueller denn je.

Bergzeit hat Fjällräven-Bekleidung mit G-1000 für die verschiedensten Einsatzbereiche im Sortiment. Darunter befinden sich Dauerbrenner wie die Greenland Jacke, die 1968 ihr Debüt feierte und im Laufe der Zeit immer wieder angepasst wurde. Sie eignet sich perfekt für lange Spaziergänge sowie den Alltagseinsatz von Frühjahr bis Herbst bei nahezu jedem Wetter.

Die Greenland Winter Jacke ist wiederum ein für die kalte Jahreszeit konzipierter Parka, der auf einem zeitlosen Entwurf von 1972 basiert. Mit dem Greenland Winter Jacket findet sich ein Mitglied der Greenland-Familie, das als stylishe Allround-Jacke für den winterlichen Einsatz in der Stadt und in der Natur punkten kann.

Ein besonders vielseitiges und innovatives Outdoor-Produkt ist die Keb Touring Hose. Sie kombiniert robustes G-1000 mit Stretchmaterial. Heraus kommt eine strapazierfähige Outdoorhose mit sehr hoher Bewegungsfreiheit und Lebensdauer – nicht umsonst steht das G in G-1000 für Grönland und für den zuverlässigen Einsatz in rauer und wilder Natur.

Fazit zu Fjällräven G-1000

G-1000 hat viel dazu beigetragen, dass Fjällräven immer noch auf dem erfolgreichen Kurs ist, den Firmengründer Nordin von Beginn an eingeschlagen hat. „Åke beschloss, die Natur den Menschen zugänglicher zu machen. Wir fühlen uns seit 50 Jahren dieser Idee verpflichtet und werden sie auch in den nächsten 50 Jahren weiter fortsetzen“, so ein Statement des schwedischen Herstellers.

Was bekomme ich also mit einem G-1000 Bekleidungsstück, abgesehen von einer beeindruckenden 50-jährigen Erfolgsgeschichte? Auch wenn das G-1000 funktional kaum mit einer Gore-Tex-Pro-Membran mithalten kann: Man bekommt damit ein unglaublich pflegeleichtes, robustes, authentisches und vielseitiges Kleidungsstück, mit dem man lange seine Freude haben kann.

Im Bergzeit Sortiment finden sich viele Produkte mit G-1000:

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Gerhard
6 Jahre

G1000 mag ja als Material robust sein. Sein Zeltplanencharme lässt sich aber nicht wegdiskutieren. Und, was diesen Test endgültig als Werbeeinschaltung outet, ist die Atmungsaktivität: Im wirklichen Outdooreinsatz ist das Material gewöhnungsbedürftig und wartet mit erheblichen Nachteilen auf: Das G1000 an sich ist nicht wasserdicht, nicht mal wasserfest: Längerer Regen dringt locker – und nachhaltig durch. Auch die Atmungsaktivität ist relativ: was moskitofest und winddicht ist, kann gleichzeitig kein Dampftransportwunder sein. Trägt man das Wax auf, ist der Stoff zwar wasserfester als zuvor, was man aber kaum nutzen kann, da bei schon normaler Aktivität sich innen in der Jacke mehr… Read more »

Franzi
6 Jahre

Ich bin absoluter Fan des Fjällräven-Materials. Meine Karla Hose von Fjällräven ist meine Lieblingsoutdoorhose und (fast) immer mit dabei. Bei meinen Touren im regnerischen England (Lake District) und im stürmischen Patagonien war sie ein super Begleiter, da nicht nur robust, sondern auch winddicht und wenn frisch gewachst auch sehr stark wasserabweisend. Ich würde sagen, sie ist ideal für Aktivitäten in kühlen Regionen, wo man eher friert als schwitzt. In Finnland hab ich den dicken festen Stoff auch der Mücken wegen zu schätzen gewusst. Für Reisen in wärmere Gefilde wäre mir das Material zu warm/dick. Aber in allen anderen Gegenden war… Read more »

Gerhard
6 Jahre

Ja, da kann ich zustimmen, das Material sollte vielleicht immer eng in Zusammenhang mit der Klimazone gesetzt werden. Ich trage meine (eher lifestylige) Greenland No1 Special Edition im österreichischen „Winter“ mit Wollpullover und das geht gut. Wenn es trocken ist, schwitz‘ ich nicht und fühl‘ mich wohl. Windschutz ist super. Atmungsaktivität auch. Gewachst ist meine aber nicht. Bei Regen gibt es aber definitiv besseres. Negativ eingestellt bin ich wegen z.B. dem „Anorak No8“, der als expeditionstauglich in der Werbung angepriesen wird und das nicht liefern kann. Als Berufssoldat (Infanterie, div. Alpinqualifikationen) trau‘ ich mir das zu beurteilen. Ich hab‘ ihn… Read more »

Arnold Zimprich
6 Jahre

Servus Gerhard,

ich bin der Verfasser der Zeilen über G-1000. Vielleicht lässt sich zusammenfassend sagen, dass das Material sicher nicht an aktuelle Funktionsmaterialien herankommt, aber für Puristen und Freunde aufgeräumter Optik seinen Zweck erfüllt. Klar, Ueli Steck oder Hansjörg Auer werden wohl kaum in G-1000 die Wände raufkraxeln, aber der lifestylig orientierte Outdoorfreund und Leute, die ein pflegeleichtes und langlebiges Material für draußen suchen, finden mit G-1000 nach wie vor einen super Begleiter.

Viele Grüße,
Arnold

Kian Wolf
5 Jahre

Hallo,

ich selber habe einen Rucksack von Eastpak, 44l, kostete 44€.
Ist sehr belastbar + komfortabel.
Davor hatte ich 10 Jahre einen 24l Rucksack von Deuter, für 40€ den ich täglich gebraucht habe.
Nun endlich meine Frage: Warum sind die Rucksäcke von Fjäll Räven so verhältnis mäßig teuer, bzw. wie rechtfertigt sich dieser Preis ?

MfG

Kian

Webmaster
5 Jahre
Reply to  Kian Wolf

Hallo Kian,
jetzt weiß ich leider nicht genau, welchen Fjällräven-Rucksack Du meinst. Generell gehört Fjällräven nicht zu den günstigen Anbietern, wenn man es etwa mit Eastpack vergleich. Hier zahlt man sicher auch Design und nachhaltige Herstellung mit – Fjällräven setzt beispielsweise auf Biobaumwolle und umweltfreundliche Produktion. (Mehr dazu gibt’s auf der Fjällräven Homepage). Aber eben auch die hochwertige Verarbeitung.
Viele Grüße
Stefan vom Bergzeit Magazin Team

Kian Wolf
5 Jahre

Hallo Stefan,

ich meinte generell alle Rucksäcke von Fjällräven.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Kian


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