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Wenn er hustet und stottert

Benzinkocher reinigen und warten: So geht’s!

7 Minuten Lesezeit
Wie jedes andere Equipmentteil braucht auch Dein Outdoor-Kocher viel Liebe, damit er Dir lange anstandslos einen treuen Dienst leistet. Wie viel Arbeit Du in Wartung und Reinigung Deines Benzinkochers stecken musst, hängt hauptsächlich vom Brennstoff ab.

Keine Sorge: Die Reinigung und Pflege bei einem Benzinkocher bzw. Multifuel-Kocher ist eigentlich kein wirklicher Aufwand, sie sollte aber regelmäßig gemacht werden.

Benzinkocher: Auf den Brennstoff kommt es an

Welchen Aufwand Dir die Reinigung Deines Benzinkochers macht, hängt davon ab, was Du mit dem Kocher alles verfeuerst. Vorzugsweise solltest Du Deinen Kocher mit speziellem Kocherbenzin betreiben (Du kannst auch Rein-, Wasch- oder Feuerzeugbenzin nehmen). Damit brennt er sehr sauber ab und mit etwas Pflege hier und da bleibt Deine Campingküche niemals kalt.

Allerdings kannst Du mit einem Multifuel-Kocher auch an die nächste Tankstelle gehen und Dir Autobenzin oder Diesel abzapfen, sogar mit Kerosin läuft er. Diese Brennstoffe sind aber auf andere Einsatzbereiche (Autos und Flugzeuge) abgestimmt, daher enthalten sie zusätzliche Inhaltsstoffe und hinterlassen beim Verbrennen deutlich mehr Rückstände im Kocher. So ein zugerußter Kocher ist nicht nur unappetitlich, er ist vor allem extrem störanfällig.

Tipp: Eine Ausnahme stellen die Soto-Benzinkocher Stormbreaker und Muka dar. Diese verbrennen in der Vorheizphase kein flüssiges Benzin, sondern haben sofort eine blaue und gelbe Flamme, brennen also ähnlich wie ein Gaskocher. Selbst mit Tankstellenbenzin betrieben bleiben sie sauber und rußfrei und riechen nicht. Dadurch ist auch der Wartungsaufwand deutlich geringer.

Mit einem Multifuelkocher kannst Du Dir Deinen Brennstoff an jeder Tanksäule weltweit zapfen. Wenn Du den Reinigungsaufwand minimieren willst, greifst Du jedoch besser auf spezielles Kocherbenzin zurück.

Hans-Jürgen Spengemann/pixelio.de

Mit einem Multifuelkocher kannst Du Dir Deinen Brennstoff an jeder Tanksäule weltweit zapfen. Wenn Du den Reinigungsaufwand minimieren willst, greifst Du jedoch besser auf spezielles Kocherbenzin zurück.


Wie häufig solltest Du Deinen Kocher reinigen bzw. warten?

Unabhängig davon, welchen Brennstoff Du verwendest, ist es ratsam, den Kocher nach jeder größeren Tour einmal zu reinigen und zu warten. Es ist außerdem sinnvoll, vor jeder großen Tour zu checken, ob auch wirklich alles funktioniert, damit Du unterwegs keine Überraschung erlebst.

Ohnehin würde ich Dir empfehlen, Deinen Kocher vor der Tour einmal auseinander- und wieder zusammenzubauen, um Dich mit dem Werkzeug und den einzelnen Teilen vertraut zu machen. Wenn Du bei miesem Wetter nach einem langen, anstrengenden Tag abends im Zelt sitzt und Dein Kocher will nicht, dann ist es die falsche Zeit, sich mit seiner Funktionsweise auseinanderzusetzen. Und auf das Internet mit schnellen How-To-Lösungen wirst Du Dich in dieser Situation auch nicht verlassen können.

Dein Wartungs- und Reparaturwerkzeug solltest Du auf der Tour in jedem Fall dabeihaben. Denn kannst Du in der Pumpe keinen Druck mehr aufbauen oder fängt Dein Kocher an zu „husten“, dann solltest Du nicht warten, bis Du wieder zuhause bist, sondern gleich ans Werk gehen. Achte darauf, dass Du Verbrauchsteile wie Fett und Dichtungen am besten gleich ersetzt, wenn Du sie aufgebraucht hast.

Was brauchst Du zur Reinigung und Wartung?

  • Das passende Werkzeug, Ersatzdichtungen, Silikonfett usw. liegen jedem neuen Benzinkocher bei.
  • Für die Reinigung nimmst Du Dir einen weichen Lappen und Reinigungsbenzin zur Hand und schon kann es losgehen.
Einen weichen Lappen für die Reinigung und das Wartungs-Zubehör, was Deinem Benzinkocher beiliegt - mehr brauchst Du nicht.

Stefan Rehm

Einen weichen Lappen für die Reinigung und das Wartungs-Zubehör, was Deinem Benzinkocher beiliegt – mehr brauchst Du nicht.


Anleitung: Benzinkocher reinigen und warten

Auch wenn es punktuelle Unterschiede gibt, sind die meisten modernen Benzin- und Multifuel-Kocher sich im Aufbau sehr ähnlich. Wenn Du weißt, wie Du einen reinigst, dann kommst Du in der Regel mit allen klar. Diesen vier Teilen Deines Benzinkochers solltest Du Deine Aufmerksamkeit im Besonderen widmen:

  • Brennstoffpumpe
  • Düse
  • Regler
  • Vorheiz-Pad

Etwas anders funktioniert es bei den oben beschriebenen Soto-Benzinkochern Muka und Stormbreaker. Diese kommen ohne Vorheizpad aus, denn sie verbrennen kein flüssiges Benzin in der Vorheizphase. Das Reglerrad befindet sich direkt an der Pumpe. Somit sind für diese beiden Kocher nur die Reinigungsschritte für die Brennstoffpumpe und die Düse relevant. Diese müssen lediglich bei Bedarf gereinigt werden.

Die Brennstoffpumpe

Kannst Du nicht mehr genug Druck erzeugen, um das Benzin über die Zuleitung zum Brenner zu transportieren, dann solltest Du Dir das Pumpleder einmal genauer anschauen. Dafür schraubst Du den Kolben auf und ziehst ihn heraus. Das Pumpleder befindet sich am Ende der Kolbenstange und sollte immer geschmeidig und gleichförmig rund sein.

Du solltest das Pumpleder immer gut mit dem beiliegenden Silikonfett schmieren. Ist es verformt, dann kannst Du es mit den Fingern in der Regel wieder in seine Form ziehen. Ist es dagegen eingerissen, gehört es ausgetauscht.

Wenn jetzt immer noch nicht genug Druck auf die Pumpe kommt, dann schau Dir das Rückschlagventil und den Brennstofffilter einmal genauer an und tausche sie aus, wenn sie stark verschmutzt sind. Da Du jetzt eh schon alles aufgeschraubt vor Dir liegen hast, schau Dir gleich noch die Dichtungen an, fette sie ein oder tausche sie gegebenenfalls aus.

Die Düse

Eine klassische Störung des Benzinkochers ist das „Husten“, wenn durch eine verstopfte Düse der Kocher unregelmäßig brennt und quasi zu stottern anfängt. Neuere Kocher haben häufig eine Schütteldüse eingebaut, die sich quasi alleine reinigt. Dafür musst Du nicht einmal groß selbst Hand anlegen, die Bewegung beim Gehen mit dem Rucksack reicht schon aus.

Funktioniert das nicht oder hat Dein Kocher keine Schütteldüse, dann nimmst Du die Nadel aus dem Multifunktionswerkzeug des Kochers. Mit ihr kannst Du die Düse wieder freistechen; anschließend klopfst Du sie aus und wischst sie mit Deinem weichen Lappen sauber.

Eine verstopfte Düse kannst Du mit der beiliegenden Nadel wieder freistechen.

Stefan Rehm

Eine verstopfte Düse kannst Du mit der beiliegenden Nadel wieder freistechen.


Wenn Du Deinen Benzinkocher einmal auseinandergebaut hast, kontrolliere die Dichtungen gleich mit und fette sie ein.

Stefan Rehm

Wenn Du Deinen Benzinkocher einmal auseinandergebaut hast, kontrolliere die Dichtungen gleich mit und fette sie ein.


Der Regler

Gerade wenn Du kein „sauberes“ Benzin (Autobenzin oder Diesel) verbrennst, dann verdreckt der Regler oft sehr schnell. Auch hier hilft das Multiwerkzeug und Dein Lappen, um wieder sauber die Brennstärke einstellen zu können.

Du löst die Zuleitung zum Regler, drehst diesen dann komplett heraus und putzt ihn mit dem weichen Tuch. Auch hier gilt: Wenn eh schon alles zerlegt ist, dann kontrolliere gleich die Dichtungen (reinigen, einfetten oder austauschen).

Das Vorheiz-Pad

Um den Kocher auf Temperatur zu bringen, arbeitet er mit einem Vorheiz-Pad. Hat das Pad einige Zeit auf dem Buckel und ist abgenutzt, gehört es ausgetauscht. Auch hier darfst Du wieder schrauben und auseinanderbauen – in diesem Fall nimmst Du den Brenner aus dem Gestell.

Das alte Pad wird durch einen Sprengring gehalten. Diesen löst Du, setzt ein neues Pad ein, checkst den Sprengring (auch der gehört ausgetauscht, wenn er stark mitgenommen ist) und fixierst alles wieder. Aber vorher, Du hast es erraten, machst Du Dich mit Deinem Lappen ans Werk und reinigst auch hier alle Teile.

So lagerst Du den Kocher richtig

Traurig, aber wahr: Dein Kocher wird mehr irgendwo herumliegen, als wirklich im Einsatz zu sein, denn leider ist der Urlaub ja meist begrenzt. Also ab mit ihm in den Keller, oder? Lieber nicht, außer es ist ein gut isolierter, trockener Keller.

Wie Du schon selbst gesehen hast, ist Dein Kocher zwar ein robustes Teil, aber er hat auch viele Einzelteile und Dichtungen und die mögen es übers Jahr gesehen lieber gemütlich. Deshalb würde ich den Benzinkocher gut gewartet und gereinigt in einem Schrank im Wohnzimmer aufbewahren. Und wenn Du dann zufällig über ihn stolperst, dann kommen gleich die Erinnerungen an die letzte Tour hoch und Du freust Dich schon darauf, wenn ihr beide bald wieder losziehen könnt.

  • Tipp: Soto empfiehlt außerdem, die Pumpe nicht in der Flasche mit Benzin zu lagern.
Richtig gelagert und regelmäßig gereinigt und gewartet - so hält Dein Kocher lange und ist jederzeit bereit für die nächste Tour.

Kyle Glenn/Unsplash

Richtig gelagert und regelmäßig gereinigt und gewartet – so hält Dein Kocher lange und ist jederzeit bereit für die nächste Tour.


Fazit: Aufwand zu groß?

Wie Du siehst, wird ein Benzin- oder Multifuel-Kocher immer ein gewisses Maß an Reinigung und Pflege von Dir verlangen. Über das Verwenden des richtigen Brennstoffs kannst Du den Aufwand allerdings geringer halten. Doch ganz ohne Zuwendung kommt ihr beiden nicht miteinander aus.

Eine deutlich wartungsärmere Alternative sind die bereits erwähnten Benzinkocher von Soto, die völlig anders als die klassischen Mehrstoffkocher funktionieren, nicht rußen und somit sauber bleiben.

Gegebenenfalls kommt auch ein Gaskocher für Dich in Frage. Bei diesem brauchst Du so gut wie keine Arbeit in die Instandhaltung zu stecken. Denn einen Gaskocher kannst Du ohnehin nur mit den dafür vorgesehenen Gaskartuschen betreiben. Diese brennen sehr sauber ab, hinterlassen keinen Ruß, es werden keine Zuleitungen verstopft und keine Teile verunreinigt. Deshalb gibt es hier eigentlich gar nichts zu machen, außer fleißig Geschirrspülen – und wenn der Kocher eine Piezo-Zündung hat, ab und an mal schauen, ob die noch funktioniert.

Mittlerweile gibt es auch Gaskocher, die unabhängig von Höhe, Temperatur und Füllstand der Kartusche eine gleichbleibend hohe Leistung erbringen. Allerdings solltest Du immer vorher checken, ob in Deinen bevorzugten Reiseländern überhaupt passende Gaskartuschen erhältlich sind, denn was den Multifuel-Kocher aufwendiger in der Pflege macht, ist auch seine große Stärke: Du findest fast überall einen Brennstoff, mit dem Du ihn betreiben kannst.

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