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Saubere Daune

Daunenjacke waschen und trocknen: Mach’s richtig!

8 Minuten Lesezeit
Wer sich für eine gute Daunenjacke entscheidet, investiert auch gutes Geld. Oft kommt danach die Frage: Kann man die waschen? Ja, kann man - aber richtig! Wir erklären Schritt für Schritt, wie und womit Du Deine Daunenjacke richtig wäschst und - das ist eigentlich noch wichtiger - richtig trocknest.

Daunen sind langlebig. Sehr langlebig. Ihre Bauschkraft und Isolierfähigkeit bleiben über Jahre erhalten und lassen sich mit der richtigen Pflege immer wieder erneuern. Damit Dich Deine Daunenjacke möglichst lange begleiten kann, sind dabei drei Dinge wichtig: ein achtsamer Umgang, das richtige Waschmittel und sorgfältiges Trocknen.

Deine Daunenjacke wäschst Du mit Daunenwaschmittel im Wollwaschgang. Anschließend musst Du sie sorgfältig trocknen und aufbauschen. Dabei helfen Tennisbälle.

Valentin Rapp

Deine Daunenjacke wäschst Du mit Daunenwaschmittel im Wollwaschgang. Anschließend musst Du sie sorgfältig trocknen und aufbauschen. Dabei helfen Tennisbälle.


Daunen bestehen aus Keratin, einem faserigen (fibrillären) Eiweiß (Protein). Herkömmliche Waschmittel enthalten oft Protease, ein Enzym zum Lösen von eiweißbasiertem Schmutz. Um Schäden an der Daune zu vermeiden, ist ein spezielles, enzymfreies Daunenwaschmittel notwendig.

Mehr über die Eigenschaften und Besonderheiten von Daunen erfährst Du im Beitrag Daunen: Alle Infos zu Eigenschaften, Qualität & Herkunft

Wie wäscht man eine Daunenjacke?

Bevor Du Deine Daunenjacke (oder auch einen Daunenmantel oder andere Bekleidung mit Daunenfüllung) wäschst, wirf einen Blick auf das eingenähte Pflegeetikett. So erfährst Du, welche Pflegemaßnahmen und Temperaturen der Hersteller Deiner Daunenjacke für das Produkt empfiehlt.

Berücksichtige die Angaben des Herstellers bei den folgenden Anleitungen zum Waschen und Trocknen Deiner Daunenkleidung. Weichspüler ist bei Daune ein No-Go!

Anleitung Daunenjacke waschen

  1. Vorbereiten

    Verschließe die Reißverschlüsse und Kletts, leere die Taschen und drehe die Jacke auf links.

  2. Waschmittel

    Benutze ein spezielles Daunenwaschmittel.

  3. Beladen

    Gib die Daunenjacke allein in die Wäschetrommel (Fassungsvermögen mindestens sechs Kilo).

  4. Programmwahl

    Wenn nicht anders angegeben, bei 30 Grad im Fein- oder Wollprogramm.

  5. Schleuderzahl reduzieren

    Reduziere die Schleuderzahl auf 400 bis maximal 600 Umdrehungen.

  6. Extra Spülgang

    Lass nach der Hauptwäsche einen zusätzlichen Spülwaschgang folgen.

  7. Vorsicht beim Entladen

    Daunenprodukte nach dem Waschen vorsichtig (!) aus der Maschine holen und sorgfältig trocknen.

Vorsicht bei Nässe! Gerade beim Herausholen der Daunenjacke aus der Waschmaschine ist es besonders wichtig, dass Du ganz behutsam mit dem Kleidungsstück umgehst. Da die Jacke trotz des sanften Schleudergangs noch sehr schwer ist, kann es bei unvorsichtigem Handling zu Rissen an den Nähten oder Innennähten bzw. Kammerabtrennungen kommen.

Aus diesem Grund solltest Du auch beim Waschen KEINE Tennisbälle mit in die Maschine geben.

Wie trocknet man eine Daunenjacke richtig?

Die große Kunst bei der Daunenpflege besteht darin, die klatschnasse Daune sorgfältig zu trocknen. Nur so kannst Du sie wieder in ihren Ursprungszustand versetzen.

Der Geheimtipp beim Daunenjacke trocknen: Tennisbälle. Sie sorgen dafür, dass die Jacke locker aufgeschüttelt wird und die Daunen wieder bauschig werden.

Valentin Rapp

Der Geheimtipp beim Daunenjacke trocknen: Tennisbälle. Sie sorgen dafür, dass die Jacke locker aufgeschüttelt wird und die Daunen wieder bauschig werden.


Idealerweise verwendest Du dafür einen Wäschetrockner, da die Daune hier zeitgleich zum Trocknen auch aufgewirbelt wird. Wichtig ist ein Fassungsvolumen von mindestens sechs Kilogramm. Ansonsten weichst Du besser auf den Waschsalon aus.

Daunenjacke trocknen im Wäschetrockner

  1. Programmwahl
    Richte Dich bei der Programmwahl nach dem Pflegeetikett. Meist wird eine niedrige Temperatur (kalt) von 40 bis 60 Grad empfohlen. Bei vielen Trocknern ist das Kurzprogramm eine gute Wahl.
  2. Tennisbälle
    Gib zusätzlich zur Daunenjacke zwei bis drei Tennisbälle in den Trockner. Sie helfen beim Aufbauschen.
  3. Aufschütteln
    Nach dem ersten Trockenvorgang ist eine Jacke meist noch feucht oder eher nass. Schüttle sie vorsichtig auf. Fühlbare Daunenklumpen kannst Du sanft in die Mitte der Kammern schieben.
  4. Wiederholen
    Wie oft Deine Daunenjacke zurück in den Trockner muss, hängt von Produkt und Trockner ab. Wiederhole so lange, bis nur noch sehr, sehr wenig Restfeuchte spürbar ist (schranktrocken).
  5. Auslüften & Nachtrocknen
    Schüttle Deine Jacke nach dem Trocknen nochmal gut auf. Breite sie liegend über einem Wäscheständer locker aus und lass sie über Nacht ganz durchtrocknen. Abschließend noch einmal aufschütteln.
💡 Warum muss Daune beim Trocknen aufbauschen?

Daune hat eine feine, dreidimensionale Struktur. Beim Waschen fällt Daune in sich zusammen, klumpt und isoliert in der Folge nicht mehr gut. Beim Trocknen ist es notwendig die Daunenfüllung zu lockern, um die Klumpen zu lösen. Nur so können sich die feinen Äste wieder entfalten und aufbauschen.

Profi-Tipps für fluffigere Daunen

Oft sammeln sich nasse Daunen in den Ecken des Kragens oder am Saum. Achte beim Trocknen darauf, dass derartige Klumpen Platz zum Lockern haben. Schieb die Daunen bei jedem Aufschütteln vorsichtig aus den Ecken in die Mitte der Kammern. Dort lösen sie sich leichter auf. Die Daune kann wieder aufbauschen und ihre dreidimensionale Struktur entfalten. Damit regeneriert sich auch die Isolationsfähigkeit wieder.

Gib der Daunenfüllung idealerweise nach dem Trocknen noch Zeit und Raum zum Entfalten. Breite Deine Jacke an einem warmen Ort über dem Wäscheständer aus. Ideal ist dafür ein Platz in der Sonne oder auch ein warmer Kachelofen (Vorsicht: nicht hieß!), wo Du sie ein paar Stunden ruhen lässt.

Gibt es Alternativen zum Wäschetrockner?

Jein. Wer keinen Wäschetrockner besitzt, hat beim Trocknen seiner Daunenjacke drei Möglichkeiten:

  1. Trocknen am Wäscheständer
    Kann gelingen, die Arbeit der Tennisbälle ist aber mühsam. Regelmäßig, anfangs mit viel Umsicht, aufschütteln, um ein Verklumpen der Daune zu vermeiden und ihr beim Aufbauschen zu helfen.
  2. Trockner-Kaffee
    Bei Mutti oder Freunden mit Trockner fragen und einen Kuchen mitbringen.
  3. Waschsalon
    Kommerzielle Trockner sind sogar besser für alle Daunenjacken und Schlafsäcke, da sie ein größeres Volumen haben. Für Daunenmäntel und Schlafsäcke ist dieses große Volumen unbedingt notwendig!

Video-Anleitung: Daunenjacke richtig waschen und trocknen

FAQ zum Thema Daunenpflege

Wie wäscht man Daunenmäntel? Wie oft wäscht man und wie pflegt man hydrophobierte Daune? Nachfolgend fassen wir die häufigsten Fragen rund ums Thema Daunenpflege zusammen. Hast Du noch weitere Fragen? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag.

Wie oft wäscht man eine Daunenjacke?

Grundsätzlich gilt: So oft wie nötig, so selten wie möglich. Wer seine Jacke nur im Alltag trägt und ansonsten trocken und sauber lagert, wird auch ohne Wäsche lange Freude an seinem Kleidungsstück haben. Ordentlich auslüften genügt oft schon, um eine Daunenjacke über lange Zeit frisch zu halten.

Oft reicht schon gründliches Lüften und ein feuchter Schwamm für eine einfache Reinigung.

Anfällige Stellen wie Kragen oder Ärmelbündchen kann man bei Bedarf zudem mit einem feuchten Schwamm und etwas Funktionswaschmittel behandeln, ohne dass eine komplette Wäsche notwendig ist.

Wer viel und auch beim Sport mit einer Daunenjacke unterwegs ist, wird sie vermutlich mehr oder weniger regelmäßig waschen wollen. Ein bis zwei Mal pro Jahr wird bei einer im normalen Bergsport-Einsatz benutzten Daunenjacke aber in den meisten Fällen reichen.

Wie wäscht man Daunenmäntel?

Das Prinzip zum Waschen und Trocknen gilt auch für Daunenmäntel. Wichtig ist allerdings, dass Waschmaschine und Trockner auch groß genug sind. Im Zweifelsfall solltest Du hier lieber auf einen Waschsalon oder einen professionellen Reinigungsservice ausweichen.

Wie wäscht man Daunenschlafsäcke?

Bei Daunenschlafsäcken solltest Du aufgrund des Volumens am besten auf Handwäsche setzen, sofern es sich nicht um ein ultraleichtes Modell handelt. Eine Anleitung dazu findest Du im Beitrag Schlafsack waschen: Eine Anleitung zur richtigen Pflege.

Warum nicht in der Maschine? Für die meisten Daunenschlafsäcke reicht das Fassungsvermögen einer normalen Waschmaschine nicht aus, um die empfindlichen Daunen in einem Schlafsack nicht zu quetschen.

Braucht man wirklich Daunenwaschmittel?

Ja. Daunenwaschmittel sind gezielt auf die besonderen Bedürfnisse der Daune abgestimmt. Die meisten haushaltsüblichen Waschmittel enthalten sogenannte Proteasen. Das sind Enzyme, die Eiweiß spalten und Alltagsverschmutzungen wie Blut, Milch, Hautpartikel oder andere Flecken schon bei niedrigen Temperaturen lösen. Da Daune aus Eiweiß besteht, kann sie durch Proteasen beschädigt werden.

Zusätzlich sind Daunenwaschmittel – ganz ähnlich wie Wollwaschmittel – leicht rückfettend. Das enthaltene Fett pflegt die Daune und hilft, dass sie nach der Wäsche ihre natürliche Spannkraft wieder zurück gewinnt – natürlich ohne den Stoffen zu schaden.

Daunenverträgliche Waschmittel sind konzentriert und explizit als Daunenwaschmittel gekennzeichnet: Nikwax und Holmenkol bieten zum Beispiel passende Produkte an, die Du für unbehandelte und auch imprägnierte Daune verwenden kannst.

Woll- und Feinwaschmittel können sich alternativ auch für die Daunenpflege eignen. Hier empfiehlt sich ein kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe, ob darin wirklich keine Proteasen enthalten sind.

Verwende ein spezielles Daunenwaschmittel und lasse die Finger von Weichspüler!

Übrigens: Weichspüler ist bei der Daunenpflege ein absolutes No-Go! Weichspüler verklebt die feine Struktur und schädigt damit die Isolationsfähigkeit der Daunen.

Mindestens sechs Kilo sollte das Ladegewicht Deiner Waschmaschine betragen können. Bei Daunenmänteln oder dicken Daunenjacken sind sieben oder sogar acht Kilo nötig.

Valentin Rapp

Mindestens sechs Kilo sollte das Ladegewicht Deiner Waschmaschine betragen können. Bei Daunenmänteln oder dicken Daunenjacken sind sieben oder sogar acht Kilo nötig.


Maschinenwäsche oder Handwäsche?

Eine Handwäsche war lange die einzige sinnvolle Möglichkeit, um eine dicke Daunenjacke waschen zu können und gilt zudem auch als schonender. Vorausgesetzt allerdings, man weiß was man tut und bringt der Daune auch bei der Handwäsche die nötige Achtsamkeit entgegen.

Mittlerweile sind die Waschmaschinen größer und moderner geworden und daher häufig der einfachere Weg. Dank schonenden Waschtrommeln und geeigneten Programmen können auch voluminösere Jacken in die Maschine, sofern die Maschine mindestens sechs Kilo – besser mehr – Ladekapazität bietet.

Deine Waschmaschine sollte mindestens sechs Kilogramm Zuladung fassen, um eine Daunenjacke zu waschen.

Die Trommelgröße ist wichtig, damit sich die Daunenjacke frei in der Trommel bewegen kann. So werden die Daunen beim Waschen, Spülen und Schleudern nicht komprimiert, Schmutz und Waschmittelrückstände können besser ausgespült werden. Aus diesem Grund solltest Du Deine Daunenjacke auch immer separat, ohne weitere Kleidungsstücke oder Tennisbälle, waschen.

Hydro-Daune: Womit wäscht man imprägnierte Daune?

Bei Daunenjacken und -Schlafsäcken kommt heute häufig imprägnierte Daune zum Einsatz. Diese Hydro-Daune ist unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und damit besser geeignet für den „harten Bergalltag“. Wie aber wäscht man so eine Jacke?

Für imprägnierte Daune gibt es spezielle Daunenwaschmittel.

Für die normale Reinigung werden auch imprägnierte Daunen am besten analog zur Anleitung oben mit Daunenwaschmittel gewaschen. Optimal ist dafür zum Beispiel das Daunenwaschmittel von Nikwax.

Alle vier bis fünf Wäschen empfiehlt es sich, die Imprägnierung der Daunen zu erneuern, da sich diese – so wie bei anderer Funktionsbekleidung auch – mit der Zeit abnutzt.

Ideal ist dafür eine Einwaschimprägnierung oder eine Kombi-Lösung aus (enzymfreiem) Funktionswaschmittel und Imprägnierung. Beide Varianten werden am einfachsten entsprechend der Herstellerinfo auf dem Wasch-/Imprägniermittel und dem Pflegeetikett in der Waschmaschine angewandt.

Fazit zum Waschen und Trocknen von Daunenjacken

Es ist gar nicht so schwer, eine Daunenjacke zu waschen, um sie funktionsfähig zu halten. Eine behutsame Waschvorbereitung der Jacke, Daunenwaschmittel und das Feinwaschprogramm sind schon die halbe Miete. Die andere Hälfte erledigt am besten der Trockner.

Um zu verhindern, dass die Daunen nach der Wäsche verklumpen, hilft der simple Tennisball-Trick beim Trocknen. Mit etwas Liebe und Umsicht kannst Du Dein Waschergebnis zusätzlich verbessern, so dass Du lange Freude an Deiner kuscheligen Daunenjacke hast.

Brauchst Du noch Daunenwaschmittel?

Zum Daunenwaschmittel

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