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Wer sich für eine gute Daunenjacke entscheidet, investiert in der Regel auch gutes Geld. Früher oder später muss diese gepflegt und vor allem gewaschen werden. Wenn man ein paar Punkte beachtet, ist das keine Zauberei.

Daunenjacken sind aus Alltag und Bergsport nicht wegzudenken. Warm, leicht, angenehm zu tragen und dank fortschreitender Bemühungen mittlerweile auch häufig tierfreundlicher als noch vor einigen Jahren. Ein Riesenvorteil in der Daune liegt in ihrer Langlebigkeit gegenüber einer Kunstfaserfüllung. Sie kann ihre Bauschkraft und somit Isolierfähigkeit sehr lange erhalten und immer wieder erneuern. Damit dieser Vorteil bestehen bleibt, ist die richtige Pflege absolut wichtig.

Im Alltagsgebrauch: Lüften, ein wenig mit dem Schwamm reinigen und fertig

Die gute Nachricht ist: Wer seine Jacke nur im Alltag trägt und sonst trocken und sauber lagert, wird auch ohne Wäsche lange Freude haben. Ordentlich auslüften, anfällige Stellen wie Kragen oder Ärmelbündchen bei Bedarf mit einem feuchten Schwamm und etwas Funktionswaschmittel behandeln, das war es schon. Soviel zur Theorie, in der Praxis sorgen Schokoladenfinger vom Nachwuchs oder noch Schlimmeres irgendwann dafür, dass die schöne Daunenjacke gewaschen werden will.

Wann muss man eine Daunenjacke waschen?

Irgendwann hilft es nichts mehr: Man muss die Daunenjacke waschen! Am besten geht man hier mit Bedacht vor. aber keine Angst es ist eigentlich ganz einfach! | Foto: Bela Elbich
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Irgendwann hilft es nichts mehr: Man muss die Daunenjacke waschen! Am besten geht man hier mit Bedacht vor. Aber keine Angst, es ist eigentlich ganz einfach! | Foto: Bela Elbich

Outdoor-Sportler, die ihre Bekleidung wesentlich intensiver benutzen, werden noch viel schneller dieses Bedürfnis verspüren. Immer wieder kommen auch Jacken zur Reklamation, die „nicht mehr warm halten“ und ziemlich dünn wirken. Diese sind meistens nass geworden oder falsch gewaschen worden sind. Halt, Stop, ist das nicht ein Widerspruch zwischen „nicht nass werden lassen“ und „waschen“?

Um das zu verstehen, ist es hilfreich einen kurzen Blick auf die graue Theorie zu werfen. Daunen bestehen aus Keratin, einem faserigen (fibrillären) Protein. Auch Wolle, Horn oder auch Haare bestehen im Grunde daraus. Jeder mit langem, womöglich welligem oder lockigem Haar kennt es: Nass hängen die einzelnen Strähnen aneinander, trocknen sie ohne regelmäßiges kämmen, verfilzen sie. Ziemlich schmerzhaft, dieses Gewurschtel dann wieder auseinander zu bringen. Ähnliches passiert mit Daune, wenn sie nass wird: Dann fällt sie in sich zusammen, klumpt, isoliert auch nicht mehr gut. Durch ordentliches Trocknen und Aufbauschen (ähnlich der furchtbaren Föhnfrisuren in den Achtzigern) kommt sie wieder in ihren Ursprungszustand zurück. Dazu später im Text mehr.

Spezielle Daunenwaschmittel

Mit dem Wissen um das Keratin ist der erste wichtige Schritt zur Wäsche getan, nämlich der Griff zum richtigen Waschmittel. Die meisten haushaltsüblichen Waschmittel, allen voran Vollwaschmittel enthalten Proteasen, das sind Moleküle, die Eiweiß spalten. Ist eine tolle Sache, weil damit Alltagsverschmutzungen wie Blut oder andere Flecken schon bei niedrigen Temperaturen verschwinden. Blöderweise ist Keratin eben auch ein Eiweiß, kann also durch die Wahl des falschen Waschmittels nachhaltig beschädigt werden. Gute Waschmittel sind konzentriert und explizit als Daunenwaschmittel gekennzeichnet: Nikwax,  Granger’s oder TOKO bieten hervorragende Produkte an, welche auch die verwendeten Stoffe bei ultraleichten Outdoor-Daunenjacken bei der Pflege berücksichtigen.

Daunenjacke richtig waschen

Eine Wäsche von Hand ist zwar schonender und gerade bei dicken Jacken sinnvoll, aber bei ausreichender Trommelgröße ist eine Maschinenwäsche auch möglich. Das Pflegeetikett des Herstellers sollte beachtet werden, aber mit 30 Grad und minimalem Schleudern, sowie dem Woll- oder Daunenprogramm ist man meistens gut beraten. Achtung: Die Jacke wird nach dem Waschen sehr schwer und sollte mit äußerster Vorsicht aus der Maschine geholt werden, da die Nähte oder die Innennähte bzw. Kammerabtrennungen bei der Belastung reißen könnten. Immer wieder begegnet man mittlerweile imprägnierter Daune. Diese reagiert unempfindlicher auf Feuchtigkeit, welcher man im „harten Bergalltag“ zwangsläufig öfter begegnet, wie z.B. unser Millet Trilogy Down Tek Jackentest herausgefunden hat. Wie wäscht man so eine Jacke dann?

Daunenjacke waschen | Foto: Bela Elbich
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Dünne Daunenjacken können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Dickere brauchen möglichst mehr Volumen, mindestens 7 Liter Fassungsvermögen. Nach dem Waschen am besten zu zweit oder sehr vorsichtig zum Trocknen / Abtropfen legen. | Foto: Bela Elbich

„Das kann mit Funktions-oder Daunenwaschmittel gewaschen werden“, erzählt Erik Wolbert von der Firma Granger’s. „Besser für alle Daunenjacken oder Kunstfaserjacken wie Coreloft, Primaloft etc. ist ein 2in1 Waschmittel mit Imprägnierer wie  z.B. Granger’s 2in1 Cleaner & Proofer“.

Daunenjacke trocknen

Die Kunst besteht nun darin, die klatschnasse Daune wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Am allerbesten geht das mit einem Trockner, auf der Heizung oder dem Wäscheständer müsste man stundenlang die Jacke locker aufschütteln und so der Daune beim Aufbauschen helfen. Mit ein, zwei Tennisbällen und der Bewegung des Trockners spart man sich diese Prozedur, erhält aber im Umkehrschluss ein lautes, unrythmisches Geklapper – perfekt, wenn man seine Nachbarn nicht mag.

Keinen Trockner zu haben bedeutet übrigens nicht zwangsläufig eine Unmöglichkeit des Projekts „Daunenjacke waschen“. Auch dafür hat der Experte Erik Wolbert einen Tipp: „Bei Mutti oder Freunden mit Trockner einladen und Kuchen mitbringen – oder in einen Waschsalon gehen.“ Kommerzielle Trockner sind besser für alle Daunenjacken und Schlafsäcke, da sie ein größeres Volumen haben.

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Bela Elbich

Neben seiner Arbeit bei Bergzeit in Gmund ist Bela Elbich als freier Fotograf und Autor tätig. Jede freie Minute verbringt er in den Bergen oder auf Reisen in exotische Länder, am liebsten ist er dabei zu Fuß unterwegs. Die heimischen Berge im Alpenvorland sind als Testgebiet oder Erholungsmöglichkeit längst zum zweiten Wohnzimmer geworden. Pfeil Alle Artikel von Bela Elbich