Regen- beziehungsweise Hardshell-Jacken brauchen Pflege - und ab und zu auch eine neue Imprägnierung. Nur so halten sie auf Dauer dicht und verweigern beim nächsten Einsatz nicht den Dienst. Unsere Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie du eine Regenjacke imprägnieren kannst.

Jeder, der schon einmal eine Outdoor-Regenjacke gekauft hat, kennt den wundervollen Effekt abperlenden Regens, wenn die Jacke zum ersten Mal schlechtem Wetter standhalten muss. Dieser Effekt kommt bei Outdoor-Regenbekleidung durch die sogenannte DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) zustande. Aufgrund mechanischer Beanspruchung lässt sie mit der Zeit nach und muss aufgefrischt werden. Deshalb solltest Du Deine Regenjacke in regelmäßigen Abständen imprägnieren bzw. die DWR-Ausrüstung aktivieren.

Erst waschen, dann imprägnieren

Eine wasserdichte Regenjacke ist wichtig - regelmäßiges Imprägnieren hilft, dass die Jacke auch wasserdicht bleibt. | Foto: Lisa Kopas
Eine wasserdichte Regenjacke ist wichtig – regelmäßiges Imprägnieren hilft, dass die Jacke auch wasserdicht bleibt. | Foto: Lisa Kopas

Wichtig: Du solltest Deine Regenjacke (und natürlich auch Regenhose!) regelmäßig waschen, um die Funktion der Membran zu erhalten. Denn auch Schweiß oder Schmutz verschlechtern die Atmungsaktivität. Besonders wichtig ist eine Wäsche vor dem Imprägnieren, damit sich die Substanzen vollflächig und gleichmäßig über das Textil verteilen können. Imprägnier- und Waschmittelhersteller wie Holmenkol empfehlen darüber hinaus, grobe Verunreinigungen vor dem Waschen unter fließendem Wasser per Hand zu entfernen.

Wann muss ich die Regenjacke neu imprägnieren?

Diese Frage ist über einen einfachen Test leicht zu beantworten: Dafür wird die Hardshell kurz unter einen Wasserstrahl (Dusche, Gießkanne) gehalten. Perlt das Wasser in großen Tropfen ab und bleibt sie an dieser Stelle trocken, ist noch alles in Ordnung. Bleibt jedoch eine nasse Stelle zurück, muss die DWR-Imprägnierung reaktiviert oder erneuert werden.

DWR-Imprägnierung reaktivieren

Vor dem Imprägnieren: das Obermaterial saugt sich mit Wasser voll - und verschlechtert damit die Atmungsaktivität. | Foto: Florian Glott
Vor dem Imprägnieren: das Obermaterial saugt sich mit Wasser voll – und verschlechtert damit die Atmungsaktivität. | Foto: Florian Glott

Gerade bei noch neuen Regenjacken reicht es oft aus, die DWR-Imprägnierung zu reaktivieren, um das Material wieder wasserfest zu machen. Hier gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Im Wäschetrockner: Einfach die Jacke in den Trockner geben und diese im Schongang bei ca. 60 Grad Celsius für 30 Minuten trocknen. Die Wärme reaktiviert die Imprägnierung. Der Vorteil im Wäschetrockner besteht in der gleichmäßigen Behandlung der Bekleidung.
  2. Mit dem Bügeleisen: Hast Du keinen Trockner zur Verfügung, kannst Du Deine Jacke auch mit dem Bügeleisen behandeln. Einfach die Jacke bei mittlerer Hitze sorgfältig bügeln, aber Achtung: Dabei solltest Du unbedingt ein Tuch zwischen Bügeleisen und Jacke legen und auf die Temperatur achten, damit die Jacke nicht beschädigt wird!
  3. Mit dem Föhn: Eine Alternative zum Bügeleisen ist der Haarföhn. Idealerweise hängst Du die Jacke auf einen Kleiderbügel und föhnst sie mit einigen Zentimetern Abstand rundherum sorgfältig ab.

Welches Imprägniermittel verwenden?

Grundsätzlich kann man die Imprägniermittel selbst in zwei Klassen einteilen, nämlich in PFC-haltige und PFC-freie Produkte. Zwar sind die Produkte, die auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) zurückgreifen, etwas besser, speziell wenn es um das Abweisen von fettigen bzw. öligem Schmutz geht. Allerdings sind diese Chemikalien umstritten, denn viele Verbindungen sind nicht abbaubar und lassen sich durch ihre Beständigkeit kaum mehr aus der Umwelt entfernen. Speziell bei Outdoorbekleidung ein problematischer Faktor.

Alleine aus diesem Grund sollte nur auf PFC-freie Produkte, etwa von Nikwax und Grangers, zurückgegriffen werden. Nikwax bietet seit langem PFC-freie Alternativen an.

Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray?

Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray? Was verwendet werden sollte, hängt von der Outdoor-Regenjacke ab. | Foto: Florian Glott
Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray? Was verwendet werden sollte, hängt von der Outdoor-Regenjacke ab. | Foto: Florian Glott

Neben der chemischen Zusammensetzung unterscheiden sich Imprägniermittel in der Art der Anwendung: Es gibt sogenannte Einwaschimprägnierungen und Imprägniersprays. Schaut man sich im Internet etwas um, mit welcher Methode man idealerweise seine Regenjacke imprägnieren kann oder sollte, so wird man schnell verunsichert. Welche Methode ist nun die richtige?

Tatsächlich gibt es nicht „die eine“, richtige Methode. Denn es kommt auf Deine Jacke an – soll heißen auf das Material und den technischen Aufbau.

  • Einwaschimprägnierungen sind praktisch, sollten aber nicht bei allen Membranen angewant werden da die Atmungsaktivität beeinträchtigt werden kann. Durch das vollständige Bad im Imprägniermittel wird auch die Innenseite des Textils behandelt, wodurch bei porenlosen Polyurethan-Membranen wie Dermizax der Feuchtigkeitstransport von innen nach außen erschwert wird. Bei PTFE-Membranen (zum Beispiel Gore-Tex) tut dies der Dampfdurchlässigkeit jedoch keinen Abbruch, beziehungsweise ist der Effekt so gering, dass kein Unterschied spürbar ist.
  • Imprägniersprays funktionieren bei jedem Modell. Das Spray wird einfach vollflächig nur auf der Außenseite des Textils aufgetragen. Sprühimprägnierungen sind insbesondere auch bei Regen- bzw. Winterjacken mit Isolationsfüllung empfehlenswert. Mit dem Imprägnierspray kannst du zudem beanspruchte Stellen gezielt und besonders gründlich behandeln.

Tipps & Anleitung zur Sprühimprägnierung

  1. Schließe alle Reißverschlüsse und wasche die Regenjacke. Warum? Schmutz und Schweiß können die Funktion der Membran beeinträchtigen und das gleichmäßige Auftragen des Imprägniermittels verhindern.
  2. Beachte die Herstellerangaben: Je nach Hersteller muss das Mittel auf eine trockene oder feuchte Jacke aufgebracht werden.
  3. Breite die Regenjacke an einem gut belüfteten Ort aus.
  4. Sprühe das Mittel auf das Obermaterial der Jacke aus kurzer Entfernung gleichmäßig auf. Hierbei sollte man Stellen wie Reißverschlüsse und Kapuze nicht vergessen!
  5. Lass‘ die Imprägnierung für ein paar Minuten einwirken. Danach arbeitest Du das überschüssige Mittel mit einem feuchten Tuch in die Jacke ein.
  6. Lass‘ anschließend die Jacke an einem schattigen Platz an der Luft trocknen. Um eine Fleckenbildung zu vermeiden, wische überschüssiges Imprägnierspray ab.
  7. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Du die Hardshell an der Luft getrocknet hast. Dazu erneut die Herstellerangaben beachten. Die Durchführung erfolgt wie bereits oben beschrieben mit dem Trockner, Bügeleisen oder Föhn.

Regenjacke imprägnieren mit Einwaschimprägnierung

  1. Schließe alle Reißverschlüsse und wasche die Jacke.
  2. Entferne alle Waschmittelreste aus der Waschmittelkammer und gib‘ die benötigte Menge des Imprägniermittels wie vom Hersteller beschrieben in die Waschmittelkammer. Dieser Schritt entfällt bei Kombi-Waschmitteln, die bereits eine Imprägnierung enthalten.
  3. Stelle die Waschmaschine auf Synthetik- oder Schonwaschgang bei 30 Grad Celsius und – maximal – sanftes Schleudern ein. Im Idealfall verzichtest Du ganz auf den Schleudergang.
  4. Lass‘ danach die Regenjacke an der Luft trocknen. Vermeide dabei direkte Hitzequellen und Sonneneinstrahlung.
  5. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Du die Hardshell an der Luft getrocknet hast (siehe Herstellerangaben). Die Durchführung erfolgt wie oben beschrieben mit dem Trockner oder Bügeleisen.

Regenjacke imprägnieren per Handwäsche

Bei Imprägnierung mit Handwäsche die Regenjacke gründlich, ca. 15 Minuten, in der Lösung einweichen und gelegentlich leicht durchkneten. Anschließend gründlich ausspülen. | Foto: Florian Glott
Bei Imprägnierung mit Handwäsche die Regenjacke gründlich, ca. 15 Minuten, in der Lösung einweichen und gelegentlich leicht durchkneten. Anschließend gründlich ausspülen. | Foto: Florian Glott

Möchtest Du Deine Jacke nicht mit der Waschmaschine aber dennoch mit einer Einwaschimprägnierung behandeln, kannst Du das auch per Handwäsche erledigen.

  1. Lege die frisch gewaschene Jacke in eine Schüssel und gib‘ die laut Hersteller benötigten Mengen an Wasser und Imprägniermittel dazu.
  2. Wasche die Jacke gründlich per Hand in der Lösung. Handschuhe sind ratsam.
  3. Spüle die Jacke nach dem Waschen gründlich aus.
  4. Lass‘ sie anschließend an der Luft trocknen. Keine direkte Hitzeeinwirkung (Heizung) oder Sonne.
  5. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Du die Regenjacke ausschließlich an der Luft getrocknet hast (siehe Herstellenangaben). Dabei gehst Du wie oben beschrieben mit dem Trockner, Föhn oder dem Bügeleisen vor.

Fazit zum Imprägnieren der Regenjacke

Ob Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray hängt von der Jacke ab. Somit gibt es nicht „die“ Imprägniermethode schlechthin, vielmehr spielen Material und Modellgestaltung eine Rolle:

  • Bei porenlosen Membranen (wie beispielsweise Dermizax) und gefütterten Hardshelljacken empfehlen wir ein Imprägnierspray, da dieses die Funktionalität der Materialien nicht beeinträchtigt.
  • Bei mikroporösen Membranen (wie zum Beispiel Gore-Tex) kannst Du hingegen sowohl mit der Waschmaschine als auch mit der Sprühflasche ans Werk gehen.
  • Beachte in jedem Fall immer die Hinweise der Hersteller!

Jede Methode hat gewisse Vor- und Nachteile. Hat man am Ende jedoch alles richtig gemacht, perlt das Wasser wieder sauber ab und es herrscht weiterhin ein angenehmes Klima unter der Jacke. Der nächste Regen kann also kommen!

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Kommentare

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michael

Wer nicht gerade seine Hände imprägnieren möchte, sollte Handschuhe verwenden ;)

Alleine das angreifen der frisch in der Waschmaschine imprägnierten (nikwax) Jacke hinterlässt einen Film auf der Haut der nur schwer abwaschbar ist und sich seltsam anfühlt.

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