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Nicht mehr ganz dicht?

Regenjacke imprägnieren – so geht’s richtig!

8 Minuten Lesezeit
Deine Regenjacke oder -hose ist nicht mehr ganz wasserdicht? Dann musst Du die Imprägnierung wieder auffrischen bzw. die DWR-Ausrüstung wieder aktivieren. Hier erfährst Du, wie das geht und was Du beachten musst!

Jeder, der schon einmal eine Outdoor-Regenjacke gekauft hat, kennt den wundervollen Effekt abperlenden Regens, wenn die Jacke zum ersten Mal schlechtem Wetter standhalten muss. Dieser Effekt kommt bei Regenbekleidung durch die sogenannte DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) zustande.

Im Laufe der Zeit lässt die Imprägnierung – etwa durch mechanische Beanspruchung- nach und muss erneuert oder kann zum Teil auch aufgefrischt werden. Deshalb solltest Du Deine Regenjacke in regelmäßigen Abständen imprägnieren bzw. die DWR-Ausrüstung aktivieren.

Erst waschen, dann imprägnieren

Wichtig: Vor jedem Imprägniervorgang muss die Jacke gewaschen werden. Je nach dem welche Membran Deine Hardshellhose oder -jacke hat findest Du hier die passende Waschanleitung:

Einwaschimprägnierung oder Spray: Was passt zu meiner Kleidung?

Neben der chemischen Zusammensetzung unterscheiden sich Imprägniermittel in der Art der Anwendung: Es gibt sogenannte Einwaschimprägnierungen und Imprägniersprays. Schaut man sich im Internet etwas um, mit welcher Methode man idealerweise seine Regenjacke imprägnieren kann oder sollte, so wird man schnell verunsichert. Welche Methode ist nun die richtige?

  • Einwaschimprägnierungen sind praktisch, sollten aber nicht bei allen Membranen angewant werden. Denn sie können die Atmungsaktivität beeinträchtigten. Durch das vollständige Bad im Imprägniermittel wird auch die Innenseite Deines Kleidungsstücks behandelt.
    • Bei einer porenlosen Polyurethan-Membranen wie Dermizax wird so der Feuchtigkeitstransport von innen nach außen erschwert.
    • Bei PTFE-Membranen kannst (zum Beispiel Gore-Tex) tut dies der Dampfdurchlässigkeit jedoch keinen Abbruch, beziehungsweise ist der Effekt so gering, dass kein Unterschied spürbar ist.
  • Imprägniersprays funktionieren bei jedem Modell. Das Spray wird einfach vollflächig nur auf der Außenseite des Textils aufgetragen. Sprühimprägnierungen sind insbesondere auch bei Ski-, Regen- bzw. Winterjacken und Bekleidung mit Isolationsfüllung empfehlenswert. Mit dem Imprägnierspray kannst du zudem beanspruchte Stellen gezielt und besonders gründlich behandeln.
Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray? Was verwendet werden sollte, hängt von der Outdoor-Regenjacke ab.

Florian Glott

Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray? Was verwendet werden sollte, hängt von der Outdoor-Regenjacke ab.


Sprühimprägnierung: Tipps und Anleitung

  1. Schließe alle Reißverschlüsse und wasche die Regenjacke. Warum? Schmutz und Schweiß können die Funktion der Membran beeinträchtigen und das gleichmäßige Auftragen des Imprägniermittels verhindern.
  2. Beachte die Herstellerangaben: Je nach Hersteller muss das Mittel auf eine trockene oder feuchte Jacke aufgebracht werden.
  3. Breite die Regenjacke an einem gut belüfteten Ort aus.
  4. Sprühe das Mittel auf das Obermaterial der Jacke aus kurzer Entfernung gleichmäßig auf. Hierbei solltest Du Stellen wie Reißverschlüsse und Kapuze nicht vergessen!
  5. Lass‘ die Imprägnierung für ein paar Minuten einwirken. Danach arbeitest Du das überschüssige Mittel mit einem feuchten Tuch in die Jacke ein.
  6. Lass‘ anschließend die Jacke an einem schattigen Platz an der Luft trocknen. Um Fleckenbildung zu vermeiden, wische überschüssiges Imprägnierspray ab.
  7. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Dein Imprägniermittel eine Hitzebehandlung erfordert und die Hardshell an der Luft getrocknet wurde. Dazu erneut die Herstellerangaben beachten. Die Durchführung erfolgt wie weiter unten im Abschnitt zur DWR-Ausrüstung beschrieben mit Trockner, Föhn oder Bügeleisen.

Wichtig: Wärme hilft nur dann, wenn das für die Imprägnierung verwendete Mittel ganz grundsätzlich eine Aktivierung mit Wärme erfordert.

Bildanleitung zum Imprägnieren mit Spray

Die gewaschene Jacke an einem gut gelüfteten Ort ausbreiten und einsprühen ...

Florian Glott

Die gewaschene Jacke an einem gut gelüfteten Ort ausbreiten und einsprühen …


... und die Imprägnierung nach einigen Minuten mit einem feuchten Tuch etwas einarbeiten ...

Florian Glott

… und die Imprägnierung nach einigen Minuten mit einem feuchten Tuch etwas einarbeiten …


 ... dann die Jacke an der Luft trocknen oder in den Wäschetrockner geben.

Florian Glott

… dann die Jacke an der Luft trocknen oder in den Wäschetrockner geben.


Damit es perlt, muss eventuell die Imprägnierung durch Wärme aktiviert werden - hier bitte die Anleitung des Imprägniermittels beachten.

Florian Glott

Damit es perlt, muss eventuell die Imprägnierung durch Wärme aktiviert werden – hier bitte die Anleitung des Imprägniermittels beachten.


Regenjacke imprägnieren mit Einwaschimprägnierung/Wash in

  1. Schließe alle Reißverschlüsse und wasche die Jacke.
  2. Entferne alle Waschmittelreste aus der Waschmittelkammer und gib‘ die benötigte Menge des Imprägniermittels wie vom Hersteller beschrieben in die Waschmittelkammer. Dieser Schritt entfällt bei Kombi-Waschmitteln, die bereits eine Imprägnierung enthalten.
  3. Stelle die Waschmaschine auf Synthetik- oder Schonwaschgang bei 30 Grad Celsius und – maximal – sanftes Schleudern ein. Im Idealfall verzichtest Du ganz auf den Schleudergang.
  4. Lass‘ danach die Regenjacke an der Luft trocknen. Vermeide dabei direkte Hitzequellen und Sonneneinstrahlung.
  5. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Dein Imprägniermittel eine Hitzebehandlung erfordert und die Hardshell an der Luft getrocknet wurde (siehe Herstellerangaben). Die Durchführung erfolgt wie weiter unten im Abschnitt zur DWR-Ausrüstung beschrieben mit Trockner oder Bügeleisen.
Waschmittelschublade der Waschmaschine reinigen, Einwaschimprägnierung einfüllen.

Florian Glott

Waschmittelschublade der Waschmaschine reinigen, Einwaschimprägnierung einfüllen.


Die Jacke bei 30 Grad im Schonwaschgang waschen. Schleuderzahl verringern oder möglichst ganz auf den Schleudergang verzichten.

Florian Glott

Die Jacke bei 30 Grad im Schonwaschgang waschen. Schleuderzahl verringern oder möglichst ganz auf den Schleudergang verzichten.


Anschließend die Regenjacke - je nach Anwendeanleitung des Imprägniermittels - eventuell im Trockner, mittels Bügeleisen oder Föhn aktivieren.

Florian Glott

Anschließend die Regenjacke – je nach Anwendeanleitung des Imprägniermittels – eventuell im Trockner, mittels Bügeleisen oder Föhn aktivieren.


Regenjacke imprägnieren per Handwäsche

Möchtest Du Deine Jacke nicht mit der Waschmaschine aber dennoch mit einer Einwaschimprägnierung behandeln, kannst Du das auch per Handwäsche erledigen.

  1. Alle Reißverschlüsse schließen und ab damit in die Wäsche. Beachte die Waschanleitung des Herstellers.
  2. Lege die frisch gewaschene Jacke in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und gib‘ die laut Hersteller benötigten Mengen an Wasser und Imprägniermittel dazu.
  3. Wasche die Jacke gründlich per Hand in der Lösung. Handschuhe sind ratsam.
  4. Spüle die Jacke nach dem Waschen gründlich aus.
  5. Lass‘ sie anschließend an der Luft trocknen. Keine direkte Hitzeeinwirkung (Heizung) oder Sonne.
  6. Aktiviere gegebenenfalls die Imprägnierung durch Wärme, falls Dein Imprägniermittel eine Hitzebehandlung erfordert und die Regenjacke ausschließlich an der Luft getrocknet wurde (siehe Herstellerangaben). Dabei gehst Du wie im folgenden Abschnitt zur DWR-Ausrüstung beschrieben mit dem Trockner, Föhn oder dem Bügeleisen vor.
Bei Imprägnierung mit Handwäsche die Regenjacke gründlich, ca. 15 Minuten, in der Lösung einweichen und gelegentlich leicht durchkneten. Anschließend gründlich ausspülen.

Florian Glott

Bei Imprägnierung mit Handwäsche die Regenjacke gründlich, ca. 15 Minuten, in der Lösung einweichen und gelegentlich leicht durchkneten. Anschließend gründlich ausspülen.


Wie aktiviert man eine DWR-Ausrüstung?

Das gilt vorwiegend für Imprägnierungen, die per- oder polyfluorierte Chemikalien (PFC) enthalten. Diese haben eine hydrophile und eine hydrophobe Seite. Die Wärme hilft dabei, die Moleküle auszurichten bzw. die Funktionalität in die richtige Bahn zu leiten. Imprägnierungen auf Basis anderer Stoffe, wie beispielsweise Nikwax, müssen und können nicht durch Wärme aktiviert werden.

Für das Reaktivieren einer PFC-basierten Imprägnierung ist Wärme erforderlich. Am Einfachsten klappt das Auffrischen daher im Wäschetrockner. Wer keinen hat findet mit Bügeleisen und Föhn zwei Möglichkeiten die Sache von Hand anzupacken.

  1. Im Wäschetrockner: Einfach die Jacke in den Trockner geben und diese im Schongang bei etwa 60 Grad Celsius für 30 Minuten trocknen. Die Wärme reaktiviert die Imprägnierung. Der Vorteil im Wäschetrockner besteht in der gleichmäßigen Behandlung der Bekleidung.
  2. Mit dem Bügeleisen: Hast Du keinen Trockner zur Verfügung, kannst Du Deine Jacke auch mit dem Bügeleisen behandeln. Einfach die Jacke bei mittlerer Hitze sorgfältig bügeln, aber Achtung: Dabei solltest Du unbedingt ein Tuch zwischen Bügeleisen und Jacke legen und auf die Temperatur achten, damit die Jacke nicht beschädigt wird.
  3. Mit dem Föhn: Eine Alternative zum Bügeleisen ist der Haarföhn. Idealerweise hängst Du die Jacke auf einen Kleiderbügel und föhnst sie mit einigen Zentimetern Abstand rundherum sorgfältig ab.

Video-Anleitung Regenjacke waschen & imprägnieren

Die wichtigsten Fragen zum Imprägnieren Deiner Regenjacke oder Regenhose

Hier findest Du die wichtigsten Fragen zum Waschen Deiner Hardshell-Bekleidung. Falls Deine Frage nicht mit dabei ist: ab damit in die Kommentare!

Welche DWR-Imprägnierungen kann man reaktivieren?

Gerade bei noch neuen Regenjacken und speziell bei Gore-Tex-Jacken reicht es oft aus, die DWR-Imprägnierung zu reaktivieren, um das Material wieder wasserfest zu machen.

Wie kann ich meine Regenjacke imprägnieren?

Dafür verwendest Du am besten Sprüh- oder Einwaschimprägnierung. Was Du dafür brauchst, hängt von Deinem Kleidungsstück ab. Mit einer Sprüh-Imprägnierung bist Du aber auf der sicheren Seite. Wichtig: Vor jeder Imprägnierung das Kleidungsstück erst waschen!

Muss ich eine neue Hardshell oder Skijacke imprägnieren?

Nein, normalerweise sind hochwertige Kleidungen mit einer sogenannten Ausrüstung, meist eine DWR-Imprägnierung versehen, die wasserabweisend ist.

Warum sollte ich meine Jacke eigentlich imprägnieren?

Wenn sich das Obermaterial Deiner Jacke mit Wasser vollsaugt, funktioniert die atmungaktive Membran nicht mehr richtig. Dann hast Du eine Funktionsjacke ohne Funktion. Nur die Imprägnierung in Kombination mit der atmungsaktiven Membran sorgt dafür, dass Deine Jacke wasserdicht und atmungsaktiv ist.

Welche Unterschiede gibt es bei Imprägniermitteln

Grundsätzlich kann man die Imprägniermittel anhand ihrer chemischen Funktionsweise in zwei Klassen einteilen, nämlich in PFC-haltige und PFC-freie Produkte. Wir empfehlen hier immer PFC-freie Imprägnierungen, da diese weniger schädlich für die Umwelt sind. mehr dazu erfährst Du im Beitrag PFC-frei – Was bedeutet das bei Outdoorbekleidung und -ausrüstung?

Deine Frage ist noch nicht beantwortet? Dann schreib sie uns in die Kommentare!

So imprägnierst Du Deine Kleidung nachhaltig

Grundsätzlich kann man die Imprägniermittel anhand ihrer chemischen Funktionsweise in zwei Klassen einteilen, nämlich in PFC-haltige und PFC-freie Produkte. Zwar sind Produkte, die auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) basieren etwas besser – speziell wenn es um das Abweisen von fettigen bzw. öligem Schmutz geht. Allerdings sind diese Chemikalien umstritten, denn viele Verbindungen sind nicht abbaubar und lassen sich durch ihre Beständigkeit kaum mehr aus der Umwelt entfernen. Besonders bei Outdoorbekleidung ein problematischer Faktor. Alleine aus diesem Grund sollte nur auf PFC-freie Produkte, etwa von Nikwax und Grangers, zurückgegriffen werden.

Darüber hinaus erfordern PFC-haltige Imprägnierungen zum Abschluss ggf. eine Wärmebehandlung (siehe Anleitung am Produkt). Schließt das Pflegeetikett Deiner Regenjacke den dafür nötigen Wäschetrockner und das Bügeleisen aus, dann ist es in jedem Fall besser auf alternative Imprägniermittel zurückzugreifen.

  • Unser Tipp: Nikwax bietet seit langem PFC-freie Alternativen an. Dabei handelt es sich um ein Elastomer, das nicht mit Hilfe von Hitze aktiviert werden muss. Das spart einen Arbeitsschritt und Energie. Ein Wäschetrockner ist für das Imprägnieren nicht erforderlich.
Eine wasserdichte Regenjacke ist wichtig - regelmäßiges Imprägnieren hilft, dass die Jacke auch wasserdicht bleibt.

Lisa Kopas

Eine wasserdichte Regenjacke ist wichtig – regelmäßiges Imprägnieren hilft, dass die Jacke auch wasserdicht bleibt.


Fazit zum Imprägnieren der Regenjacke

Ob Einwaschimprägnierung oder Imprägnierspray hängt von der Jacke ab. Somit gibt es nicht die Imprägniermethode schlechthin, vielmehr spielen Material und Modellgestaltung eine Rolle:

  • Bei porenlosen Membranen (wie beispielsweise Dermizax) und gefütterten Hardshelljacken empfehlen wir ein Imprägnierspray, da dieses die Funktionalität der Materialien nicht beeinträchtigt.
  • Bei mikroporösen Membranen (wie zum Beispiel Gore-Tex) kannst Du hingegen sowohl mit der Waschmaschine als auch mit der Sprühflasche ans Werk gehen.
  • Beachte in jedem Fall immer die Hinweise der Hersteller!

Jede Methode hat gewisse Vor- und Nachteile. Hat man am Ende jedoch alles richtig gemacht, perlt das Wasser wieder sauber ab und es herrscht weiterhin ein angenehmes Klima unter der Jacke. Der nächste Regen kann also kommen!

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