Flugreisen mit Baby oder Kleinkind - davor schrecken zahlreiche Eltern zurück. Familien-Reiseexperte Dario Saczko-Brack erläutert, was man beachten sollte, damit die nächste Flugreise mit dem Nachwuchs reibungslos und stressfrei über die Bühne geht.

Oftmals ist es die Aussicht auf eine unangenehme Flugreise, die Eltern mit Kleinkind vor einer Buchung zurückschrecken lässt. Horrorgeschichten von dauer-schreienden Babys, entnervten Eltern und nörgelnden Mitreisenden machen die Runde – doch ist da wirklich was dran? Reiseexperte und Familienvater Dario Saczko-Brack hat fünf Tipps zusammengestellt, die mit so manchem Schreckgespenst aufräumen und dazu beitragen, dass die nächste Flugreise auch mit Nachwuchs garantiert gelingt.

Tipp 1: Stimme Flugzeiten mit dem Baby-Schlafrhythmus ab

Wer die Flugzeiten mit dem Schlafrhythmus des Babys abstimmt, hat schon vieles richtig gemacht. | Foto: Dario Saczko-Brack
Wer die Flugzeiten mit dem Schlafrhythmus des Babys abstimmt, hat schon vieles richtig gemacht. | Foto: Dario Saczko-Brack

Etwas, das auch wir schmerzhaft lernen mussten, ist die Auswahl der richtigen Flugzeiten. Sofern es möglich ist, sollte man lange Flüge in der Nacht und kurze Flüge über den Mittagsschlaf wählen. Besonders bei langen Flügen lohnt sich sogar ein höherer Flugpreis für Flüge in der Nacht gegenüber einem Tagesflug.

Auf unserer Reise nach Kuba startete der Flieger beispielsweise morgens um halb acht Uhr. Das bedeutete für uns, um vier Uhr aufzustehen. Ergo war die Nacht für uns um vier Uhr vorbei, für unsere kleine Tochter ging sie aber noch weiter. Mit etwas Glück schlief sie zu Beginn des Zehn-Stunden Fluges noch ein wenig, doch schon kurz darauf war sie putzmunter – wir dafür hundemüde. Eine schlechte Kombination!

Unser Rückflug dagegen startete um halb elf Uhr abends. Das Kind war müde, wir waren müde, alle haben geschlafen. Eine gute Kombination!

Tipp 2: Nutze Familienplätze und kenne Deine Rechte

Oft gibt es die Möglichkeit, die Fluggesellschaft noch vor dem Check-In zu kontaktieren und wirklich komfortable Familienplätze zu buchen. Diese gibt es im Speziellen auf Langstreckenflügen, sie befinden sich in der Regel im Mittelgang ganz vorne. Hier hat man mehr Beinfreiheit und oft gibt es sogar kleine Bettchen, die an der Wand aufgehängt werden.

Wenn man mit Baby fliegt, genießt man in vielen weiteren Bereichen Vorteile. Oft gibt es beim Check-In und an anderen Stellen, wo es normalerweise lange Warteschlangen gibt, eine „Priorityschlange“. Diese ist für Behinderte, Schwangere und eben auch Familien mit kleinen Kindern gedacht. Sollte es keine gesonderten Abfertigungsbereiche geben, kann man sich getrost im Business-Bereich anstellen. Meistens wird das akzeptiert.

Da kann der Flug kommen: Kleinkinder unter zwei Jahren zahlen nur einen Bruchteil des regulären Flugpreises. | Foto: Dario Saczko-Brack
Da kann der Flug kommen: Kleinkinder unter zwei Jahren zahlen nur einen Bruchteil des regulären Flugpreises. | Foto: Dario Saczko-Brack

Kleinkinder unter zwei Jahren zahlen nur einen Bruchteil des Flugpreises. Wenn man eine Flugreise plant, sollte man sicherheitshalber mit der entsprechenden Fluggesellschaft absprechen, ob das Kind nur beim Hinflug oder auch noch beim Rückflug unter zwei Jahren alt sein muss – sonst kann es zu unerwarteten Problemen kommen.

Selbst wenn das Baby keinen eigenen Sitzplatz hat, gewährleisten die meisten Fluggesellschaften die gleichen Gepäckbedingungen wie für Erwachsene. Anstatt einen Koffer für das Baby kann man so z.B. auch eine Kindertrage aufgeben. Den Kinderwagen kann man übrigens fast immer zusätzlich zum Gepäck bis zur Flugzeugtüre mitnehmen.

Als Reisender mit Baby erlauben Fluggesellschaften in der Regel zusätzlich zum Handgepäck eine Wickeltasche mit an Bord zu nehmen. Diese darf sogar Fertiggläser und Wasser (selbst große 1,5-Liter-Wasserflaschen oder Thermoskannen mit heißem Wasser) enthalten. Im Zweifel sollte man sich schon vorher genau über die einzelnen Gepäckbestimmungen informieren!

Tipp 3: Nutze Baby-/Kinderangebote an Flughäfen

Einige Flughäfen bieten Unterhaltungsmöglichkeiten für die Kleinen an. Wickelräume sind meistens vorhanden, wenn auch manchmal etwas versteckt. Es lohnt sich daher immer, nachzufragen. Und selbst wenn es keinen Wickelraum geben sollte, besteht kein Grund zur Verzweiflung – mit einer Wickelunterlage wird zur Not auch der Wartebereich zur „Wechselzone“. Andere Mitreisende haben normalerweise Verständnis dafür. Besonders wenn man mit Baby reist sind Mitreisende in der Regel sehr hilfsbereit – und es wird eigentlich immer eine Lösung gefunden.

Auch was die Unterhaltung der Kinder angeht wird auf immer mehr Flughäfen vorgesorgt. Nicht selten sind kleine Spielplätze oder Krabbelecken vorhanden, auf denen sich die Kinder austoben können – z.B. in Kiew. Andere Flughäfen wie Madrid bieten sogar eigene, komplett ausgestattete Spielzimmer inklusive Betreuung an. Es macht also besonders bei längeren Aufenthalten Sinn, nach derartigen Plätzen Ausschau zu halten – auch wenn diese oft etwas versteckt sind.

An vielen Flughäfen finden sich Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten für die Kleinsten. | Foto: Dario Saczko-Brack
An vielen Flughäfen finden sich Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten für die Kleinsten. | Foto: Dario Saczko-Brack

Tipp 4: Sorge für Unterhaltung!

Nicht zu unterschätzen ist auch die richtige Vorbeugung gegen Langeweile bei den kleinen Reisenden. Ein Flug – egal ob Lang- oder Kurzstrecke – kann sich je nach Laune des Kindes sehr in die Länge ziehen. Flugzeuge auf Langstreckenflügen bieten oft im Sitz eingebaute Fernseher. Hier kann man sich Filme selbst aussuchen und hat zumindest für kurze Zeit ein wenig Ruhe.

Dennoch ist es auf jeden Fall sinnvoll, ein kleines Repertoire an vertrauten Spielsachen mitzunehmen. Denn zwischen den vielen neuen Eindrücken geben bekannte Dinge von Zuhause dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Für uns hat es sich als sehr effektiv erwiesen, für unsere Tochter eigens einen kleinen Rucksack mitzunehmen, den wir gemeinsam gepackt haben.

Nicht nur die Spielsachen an sich sind interessant, sondern auch die Tatsache, genau wie die Eltern eine eigene Tasche dabei zu haben. Um aber nicht bereits am Flughafen das ganze Pulver zu verschießen, sollte man immer ein paar kleine – bekannte als auch neue – Spielsachen im Gepäck der Eltern dabei haben!

Tipp 5: Die richtige Kleidung

Es muss kein Bärenfell sein - trotzdem ist die richtige Bekleidung für eine gelungene Flugreise entscheidend. | Foto: Dario Saczko-Brack
Es muss kein Bärenfell sein – trotzdem ist die richtige Bekleidung für eine gelungene Flugreise entscheidend. | Foto: Dario Saczko-Brack

Wer schon einmal mit dem Flugzeug gereist ist, hat sicherlich bemerkt, dass es recht große Temperaturunterschiede auf der Reise geben kann. Das liegt besonders daran, dass man häufig die Orte wechseln muss und diese darüber hinaus noch unterschiedlich beheizt/gekühlt werden. Das Kind richtig anzuziehen ist also das A und O.

Im Winter können besonders große Warteräume nur schwach beheizt sein, was sich bei längeren Wartezeiten bemerkbar macht. Im Sommer sollte man hingegen auf Klimaanlagen achten, da speziell die Kleinen schnell auskühlen können. Am besten hat sich das bekannte Zwiebelprinzip erwiesen: Mehrere dünne Lagen, welche man bei Bedarf an- oder ausziehen kann.

Fazit zum Fliegen mit Baby und Kleinkind

Die erste Flugreise mit Kind mag eine große Herausforderung darstellen. Hat man jedoch die erste Hürde genommen und erfolgreich hinter sich gebracht, wird man auch künftige Flugreisen mit Vorfreude planen!

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Bär mit Zelt. | Foto: Mat Hayward/Fotolia

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