Mit den richtigen Laufschuhen ist Trailrunnning auch in der kalten Jahreszeit kein Problem. Unsere Kaufberatung hilft Dir, den passenden Winterlaufschuh für Deinen Einsatzbereich zu finden!

Winter und Laufen – viele Sportler schreckt diese Kombination ab. Es ist kalt, eisig oder nass, und überhaupt – warum in aller Welt sollte man in der kalten Jahreszeit seine Laufschuhe schnüren? Wo doch – je nach Schneelage – der Tiefschnee oder das nächste Skigebiet locken und das Fitnessstudio in greifbarer Nähe ist?

Es gibt viele Gründe dafür, auch im Winter die Laufschuhe zu schnüren – mehr dazu in unserem Artikel „Laufen im Winter – Tipps fürs Lauftraining“ – und viele Schuhmodelle, die gleichzeitig der wichtigste Ausrüstungsgegenstand und für den Spaß am Winterlaufen entscheidend sind. Im Folgenden geben wir daher allen potentiellen (und natürlich auch den eingefleischten) Winterläufern einen Überblick, was beim Kauf von Winter-Laufschuhen zu beachten ist. Um jeder Zielgruppe die passenden Schuh-Tipps an die Hand zu geben, haben wir Winterläufer in vier verschiedene Typen eingeteilt.

Typ 1: Im Winter Laufen? Wenn, dann nur aus Versehen.

Du liebst Laufen! Aber eigentlich nur im Sommer, wenn die Temperaturen über 20 Grad klettern und Du nicht in drei Bekleidungsschichten schlüpfen musst, um die Kälte in Schach zu halten. Jetzt ist er aber doch gekommen, dieser eine strahlend schöne Wintertag, an dem es Dich in den Fußsohlen juckt – und mit ihm der Wunsch, auch mal im Schnee die Laufschuhe zu schnüren. Ein Schuh, den man sommers wie winters hernehmen kann – das wäre schon was!

Du solltest Dir einen bequemen Allround-Schuh zulegen, der den Fuß nicht zu sehr fordert, gut gedämpft ist und mit jeder Art Untergrund zurechtkommt.

Kauftipps aus dem Bergzeit-Sortiment:

  • Ein gern verwendeter Ganzjahres-Laufschuh ist der Salomon XA Pro 3D GTX. Der Schuh ist so etwas wie der Allrounder bei den Salomon-Schuhen – ihn gibt es seit vielen Jahren fast unverändert. Die Beliebtheit hat ihren Grund: Der Schuh ist sehr komfortabel und hat ein vielseitig einsetzbares Profil, dank Gore-Tex schützt er vor Regen und Nässe. (zum ausführlichen Testbericht)
    Plusminus Salomon XA Pro 3D GTX:
    + super Allwetter- und Allzweckschuh
    – für den harten Geländeeinsatz fehlt dem XA Pro 3D GTX das bissige Profil
  • Adidas hat mit dem Terrex Agravic GTX einen vielseitigen Laufschuh im Programm, der durch sein griffiges Profil auch im Schnee-Trail so richtig Spaß macht. Er glänzt mit gutmütigen Laufeigenschaften, einer robusten Continental-Profilsohle und einer präzisen Schnürung, die den Schuh optimal am Fuß fixiert.
    Plusminus adidas Terrex Agravic GTX:
    + für adidas typisch ist die ausgezeichnete Passform, die von jahrzehntelanger Erfahrung im Schuhbau zeugt
    – Spitzfindige werden sich am etwas steifen Obermaterial stören, das jedoch im Grunde für den Wintereinsatz ideal ist

Typ 2: Ich laufe gerne – aber im Winter bin ich Einsteiger.

Joggen im Winter – das ist neu für Dich. Trotzdem meinst Du es ernst und willst Deine Winter-Laufaktivitäten ausbauen. Du suchst einen gutmütigen Schuh, der Dich bei den ersten Winter-Abenteuern optimal unterstützt und viel Sicherheit in Eis und Schnee bietet.

Dann darfst Du einen Laufschuh aussuchen, der schon etwas mehr Biss hat. Denn mit den Sommer-Straßenlaufschuhen auch in den Schnee zu starten, ist keine sonderlich gute Idee!

Kauftipps aus dem Bergzeit-Sortiment:

  • Der Salomon Speedcross 4 GTX ist einer der echten Trailrunning-Klassiker. Durch die hohen, flexiblen Stollen beißt er sich erbarmungslos in den Schnee, der Schuh hat zudem eine angenehme Passform. (zum ausführlichen Testbericht)
    Plusminus Salomon Speedcross GTX:
    + legendärer Biss in weichem Schnee und Matsch
    – auf hartem Untergrund (Asphalt) fühlt sich der Speedcross 4 GTX nicht sehr wohl
  • Mit dem Brooks Pure Grit 5 bekommt man ein echtes Grip-Wunder. Der Schuh beißt sich – ähnlich wie der Speedcross 4 – gnadenlos in den Schnee. Durch den flachen Aufbau gibt der Pure Grit darüber hinaus eine ausgezeichnete Rückmeldung über den Untergrund. Die sockenähnliche Passform macht den Laufschuh zu einem Komfortwunder. Hier gilt: Mangels Gore-Tex eher ein Schuh für trockene, kalte (Schnee)verhältnisse.
    Plusminus Brooks Pure Grit:
    + ausgezeichnete Rückmeldung durch geringe Sprengung
    – nicht wasserdicht, nur für trockene Verhältnisse geeignet

Typ 3: Ich bin Winter-Routinier und suche was Solides.

Das Winterlaufen gehört für Dich zum Standardprogramm. Du kennst Deine Winter-Haus-Laufrunde in- und auswendig. Große Experimente sind allerdings nichts für Dich – Du bist ein Gewohnheitstier. Du hast schon den ein oder anderen Schuh durchprobiert und willst jetzt was Vernünftiges, das keine Verlegenheitslösung mehr ist.

Eifrige Winterläufer wissen: auf das richtige Schuhwerk kommt es an! | Foto: La Sportiva
Eifrige Winterläufer wissen: auf das richtige Schuhwerk kommt es an! | Foto: La Sportiva

Hauptsache robust und guter Grip – so lautet für Dich die Devise. Für Erfahrene darf es schon ein Laufschuh sein, der dem Fuß etwas abverlangt.

Kauftipps aus dem Bergzeit-Sortiment:

  • Inov-8 hat mit dem X-Talon 225 einen Schuh im Programm, der mit seinen hohen Stollen nicht nur auf schlammigen Trails, sondern auch im Schnee punkten kann. Der minimalistische Schuh liefert exakte Rückmeldungen, einen punktgenauen Grip und eignet sich primär für trockene Verhältnisse. Für den Tiefschnee ist er aufgrund des niedrigen Schafts eher weniger geeignet – hierfür sollte man zu Gamaschen greifen.
    Plusminus inov-8 X-Talon 225:
    + in Sachen Grip ist inov-8 – nicht nur bei diesem Modell – schwer zu schlagen
    – minimalistische Dämpfung, fordert den erfahrenen Läufer
  • Der Saucony Peregrine ICE+ ist ein echtes Winter-Ass. Saucony orientiert sich bei der Konstruktion an der Normalversion des Peregrine, einem ausgezeichneten Allround-Laufschuh. Für den Läufer bedeutet das einen ausgereiften, bequemen und zuverlässigen Schuh, der auch auf längeren Strecken Spaß macht. Der Clou: Saucony setzt beim Peregrine auf die exklusive Vibram Arctic Grip-Sohle, die durch eine raffinierte Gummimischung besten Sohlengriff auf Eis und Schnee ermöglicht. Die seitlich vernähte Zunge verhindert das Eindringen von Schnee.
    Plusminus Saucony Peregrine ICE+:
    + wasserabweisendes Obermaterial und spezielle Gummimischung für Schnee und Eis
    – für den richtig groben Wintereinsatz ist der Peregrine ICE+ etwas zu brav profiliert

Typ 4: Hardcore, Hardcore, Hardcore – der Winter ist Dein Spielplatz!

Du bist ein abgehärteter Läufer und „Vollprofi“. Eis, Schneesturm, Kälte – Du läufst einfach bei jedem Wetter. Je extremer, desto besser – Dein Leben ist ein einziger Materialtest. Der Winter-Halbmarathon gehört für Dich daher genauso zum Standardrepertoire wie die Laufrunde bei minus zehn Grad. Du findest es schade, wenn der Schnee schmilzt, denn dann wird das Laufen wieder langweilig …

Du solltest zu einem Schuh mit maximalem Grip und bester Isolierung greifen. Ideal sind auch Schuhe mit knöchelhohem Schaft – oder Trailrunner mit Gamasche.

Kauftipps aus dem Bergzeit-Sortiment:

  • Wer gerne auch nach Neuschneefällen unterwegs ist, sollte sich die entsprechenden Modelle aus dem Hause La Sportiva genauer anschauen, zum Beispiel den  Ultra Raptor GTX. Der Schuh ist äußerst robust, hat eine bissige Sohle und wurde im harten, hochalpinen Langstreckeneinsatz auf Herz und Nieren getestet. La Sportiva setzt darüber hinaus auf eine Gore-Tex Membran, die den Schuh zum Regen-Profi macht. Die Optik hält, was sie verspricht – der Schuh macht einfach alles mit – vom extremen Schnee-Trail bis zur Regenrunde. Die La Sportiva-Modelle Bushido und Mutant kann man zu Winter-Laufschuhen umrüsten – mit dem A.T. Grip Spike Kit. Dabei werden kleine Spikes in die Sohle geschraubt.
    Plusminus La Sportiva Ultra Raptor:
    + überragender Wetterschutz und bissiges Profil
    –  durch den vergleichsweise hohen Preis nur für Viel-Läufer interessant
  • Den Scarpa Neutron Gaiter (kommt im Winter 2016) machen vor allem zwei Besonderheiten zum perfekten Schuh für winterliche Einsätze: Erstens die integrierten Gamaschen, die Schnee und Matsch draußen halten. Und zweitens greift die bissige Vibram Genetik Icetrek-Sohle auch bei winterlichen Bedingungen.
    Plusminus Scarpa Neuton Gaiter:
    + zuverlässiger Halt auf Schnee und Matsch und integrierte Gamaschen
    – insbesondere für grobe Einsätze geeignet
Ob ausgetrampelte Pfade oder Tiefschnee - der richtige Schuh für Deinen Einsatz ist robust und hat maximalen Grip. | Foto: Salomon
Ob ausgetrampelte Pfade oder Tiefschnee – der richtige Schuh für Deinen Einsatz ist robust und hat maximalen Grip. | Foto: Salomon

Zubehör und Tipps für Winter-Laufschuhe und deren Besitzer

Abschließend geben wir noch ein paar Ausrüstungstipps für Läufer, die auch in der kalten Jahreszeit unterwegs sein wollen.

  • Mehrere Schuhe zur Auswahl: Wer es mit dem Joggen im Winter ernst meint, sollte sich auf lange Sicht einen kleinen „Fuhrpark“ zusammenstellen. Einen Laufschuh mit Spikes oder Gamaschen für die extremen Tage, einen mit groben Stollen für weichere Schneeverhältnisse und eventuell einen mit nicht ganz so grobem Profil für kalte, aber schneearme Tage.
  • Gore-Tex oder nicht? Wasserdichte Schuhe mit Gore-Tex sind zwar bei nasskalten Verhältnissen von Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig. Nässeempfindliche Läufer werden Gore-Tex zu schätzen wissen. Hartgesottene, denen die Wegbeschaffenheit im Grunde egal ist und die keine Pfütze auslassen, wird auch Gore-Tex nicht vor nassen Füssen bewahren!
  • Socken: Der Autor dieser Zeilen kann für Winterläufer nur eines empfehlen: Merinosocken! Speziell die  Smartwool PhD Run Light Laufsocken glänzten in zahlreichen Winter-Tests mit einer ausgezeichneten Performance. Sie sind dick genug, um auch mit Temperaturen im Minus-Bereich zurechtzukommen und haben eine durchdachte Passform, die Blasen an den neuralgischen Stellen vermeiden hilft. Zudem hat Merinowolle den klaren Vorteil, dass sie auch im nassen Zustand wärmt und unangenehme Gerüche vermeidet!
  • Richtige Laufbekleidung im Winter: Zum Thema Laufbekleidung im Winter findet sich in Kürze ein eigener Artikel im Bergzeit Magazin, der das Thema auf grundlegende Weise behandelt.

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