Blasen - egal ob an der Ferse, am Ballen oder an den Zehen - können jede Wanderung, Laufrunde oder Bergtour unerträglich machen. Doch wie entstehen sie und wie kann man Blasenbildung vorbeugen? Sechs Tipps, die das Schlimmste verhindern.

Jeder kennt es: Man ignoriert das leichte Reiben an den Füßen so lange, bis jeder Schritt immer unangenehmer wird. Am Ende ist der Schmerz fast unerträglich. Die Rede ist von Blasen. Doch was sind die Ursachen von Blasen an den Füßen? Wie entstehen sie? Und wie kann man sie verhindern, bevor sie entstehen?

Kurze Grundlage zur Haut

Unsere Haut besteht aus mehreren Schichten, die normalerweise durch feine Strukturen miteinander verzahnt sind. Ganz oberflächlich liegt die Oberhaut (lat. Epidermis), die auch die Hornhaut mit einschließt. Darunter liegt die Lederhaut (lat. Dermis), in der sich unter anderem die Haarwurzeln und die Schweißdrüsen befinden. Die unterste Schicht, die noch zur Haut gezählt wird, ist die sogenannte Unterhaut (lat. Subcutis), die unter anderem die Blutgefäße enthält.

Wie entstehen Blasen?

So entstehen Blasen - die wichtigsten Einflussfaktoren. | Graphik: Wrightsock
So entstehen Blasen – die wichtigsten Einflussfaktoren. | Graphik: Wrightsock

Immer dann, wenn etwas wiederholt reibt, wirken sogenannte Scherkräfte auf die Haut. Die Verzahnungen zwischen den Hautschichten lösen sich nach einiger Zeit und es strömt Gewebsflüssigkeit in den neu entstandenen Hohlraum ein. Wenn sich tiefere Hautschichten lösen, kann auch Blut einströmen.

Das ist einerseits geschickt, weil die Flüssigkeit jetzt die tieferen Hautschichten vor noch mehr Druck schützt, andererseits wird der Druck im Gewebe erhöht. Dadurch werden die sehr sensiblen Schmerzkörperchen aktiv. Und dann wird das Signal „Schmerz“ ans Gehirn über die sensiblen Nervenbahnen weitergeleitet.

 

Blasen beim Wandern vorbeugen: Maßnahmen zur Prophylaxe

Wie kann man Blasen vorbeugen? Das Prinzip ist einfach – die Umsetzung kann schwieriger werden. Es geht darum, beim längeren Laufen jegliche Form von Reibung an den Füßen zu vermeiden. Je nach persönlicher Veranlagung und „Bauform“ der Füße kann dies einfacher oder schwieriger sein. Im Folgenden findet Ihr Tipps und Tricks, die helfen können, Blasen und wunde Füße zu verhindern.

1. Passendes Schuhwerk

Wanderschuhe müssen richtig passen und sollten vor der großen Tour eingelaufen sein. | Foto: Franziska v. Treuberg
Wanderschuhe müssen richtig passen und sollten vor der großen Tour eingelaufen sein. | Foto: Franziska v. Treuberg

Die wichtigste aller Regeln: Immer auf gutes, passendes und eingetragenes Schuhwerk achten. Hier lohnt es sich, etwas mehr Geld zu investieren, damit man einen Schuh hat, der wirklich perfekt zum eigenen Fuß passt. Liegen Fußprobleme vor, ist gegebenenfalls eine individuell angepasste Einlegesohle von Vorteil. Die Schuhe müssen vor allem an der Ferse fest sitzen und dürfen beim Laufen und insbesondere Bergaufgehen nicht rutschen. Beim Schnüren ist darauf zu achten, dass die Ferse sitzt, wo sie sein soll. Gegebenenfalls sollte man mehrmals stehenbleiben und nachschnüren. Neue Schuhe, speziell aus synthetischen Materialien, sollten vor längeren Touren immer eingelaufen werden. Ansonsten gilt: austesten und den individuell passenden Bergschuh in der richtigen Größe aussuchen. Bei der Größenwahl hilft der Schuhgrößenberater.

2. Die richtigen Socken

Nicht nur die Schuhe sind entscheidend, um Blasen vorzubeugen. Auch die Socken spielen eine wichtige Rolle. Der Hersteller Wrightsock hat dafür spezielle Anti-Blasen-Socken entwickelt, die Reibung effektiv verhindern. | Foto: Wrightsock
Nicht nur die Schuhe sind entscheidend, um Blasen vorzubeugen. Auch die Socken spielen eine wichtige Rolle. Der Hersteller Wrightsock hat dafür spezielle Anti-Blasen-Socken entwickelt, die Reibung effektiv verhindern. | Foto: Wrightsock

Als Zwischenschicht zwischen Schuh und Fuß haben die Sportsocken eine wichtige Funktion zur Vermeidung von Blasen. Sie dienen als Polsterung und halten den Fuß trocken. Die Socken müssen von der Größe her perfekt passen und dürfen keine Falten werfen. Darüber hinaus sollte man auf eine gute Schweißaufnahme achten  – gerade bei wasserdichten Schuhen. Socken aus (Merino-)Wolle sind eine gute Wahl, da sie viel Feuchtigkeit aufnehmen können und sich trotzdem trocken anfühlen. Baumwollsocken sind beim Wandern auf jeden Fall zu vermeiden. Sie verlieren im feuchten Zustand ihre Form und kleben auf der Haut. Ob dickere oder dünnere Socken getragen werden, ist abhängig von Einsatzbereich, Temperatur und Geschmack und muss im Zweifel ausgetestet werden. Socke und Schuh sollten sich vom Einsatzbereich her in jedem Fall ergänzen. Eine Laufsocke und eine Wandersocke sind einfach unterschiedlich konzipiert.

Der Hersteller Wrightsock hat sich darauf spezialisiert, spezielle Anti-Blasen-Socken zu bauen. Diese sind doppellagig aufgebaut, das heißt Innen- und Außensocke können sich entgegengesetzt zueinander bewegen. Somit reibt Socke an Socke und nicht die Socke auf der Haut. Alternativ kann auch eine Unterziehsocke wie die Rohner Protector Plus gegen Blasen an den Füßen helfen. Einen guten Sitz haben zudem die Kompressionssocken des Herstellers CEP. Diese liegen extra eng an und verhindern somit Falten. Auch die PhD-Socken von Smartwool stehen für gutes Klimamanagement und guten Sitz – das 4 Degree Elite Fit System verhindert Verrutschen und Druckstellen und damit auch Blasen.

3. Fußpflege

Da das eigentliche Problem am Ende immer die Füße betrifft, sollte man auch ihnen eine gewisse Aufmerksamkeit zu Gute kommen lassen. Wer empfindlich ist, kann auf kleineren Touren austesten, ob es hilft beanspruchte Stellen vorher mit Vaseline einzureiben. Das reduziert die Reibung und damit auch die Wahrscheinlichkeit, Blasen zu entwickeln. Ebenso wichtig ist es, auf trockene Füße zu achten, da sonst die Hornhaut aufquillt und man so noch mehr zu Blasen neigt.

4. Fußtraining

Regelmäßiges Barfußlaufen hilft, die Füße unempfindlicher zu machen. An stark beanspruchten Stellen bildet sich so nach und nach Hornhaut, die bei späteren Beanspruchungen als Schutzschicht dient.

5. Tape

Tape kann helfen, von Reibung beanspruchte Stellen am Fuß zu schonen, an denen man zu Blasen neigt. | Foto: Renate Tröße / pixelio.de
Tape kann helfen, von Reibung beanspruchte Stellen am Fuß zu schonen, an denen man zu Blasen neigt. | Foto: Renate Tröße / pixelio.de

Hat man Stellen, von denen man weiß, dass man dort zu Blasenbildung neigt, kann auch eine Schicht Tape oder ein Pflaster helfen.

  • Wichtig ist, das Tape auf saubere und trockene Haut aufzukleben und darauf zu achten, dass es keine Falten bildet. Diese können ansonsten erst recht zu Blasen führen. Die Taperänder sollten an wenig beanspruchten Stellen liegen.
  • Wert legen sollte man auf ein klebestarkes und stabiles Textil-Tape, das sich beim Schwitzen nicht löst. Leukotape® aus der Apotheke ist hier eine sehr gute Wahl. Es ist zwar etwas teurer, hält aber auch sehr gut.

6. Blasenpflaster

Geht man auf längere Touren, sind spezielle Blasenpflaster zur Prophylaxe zu empfehlen (zum Beispiel Compeed®). Compeed-Pflaster bilden ein Gelpolster über der Haut und schützen den abgeklebten Bereich sehr gut. Blasenpflaster haben den Vorteil, dass sie die darunter liegende Haut nicht aufweicht. Sie können daher auch mehrere Tage am Fuß kleben. In der Regel bleibt ein Compeed-Blasenpflaster am Fuß, bis es sich von selbst ablöst.

All diese Tipps können helfen Blasen vorzubeugen. Dennoch sind sie keine Garantie. Trotz aller Maßnahmen wird es immer wieder Situationen geben, in denen man bei aller Vorsicht eine Blase bekommt.

Die wichtigsten Tipps zur Behandlung von Blasen gibt es im Artikel: Blasen am Fuß behandeln – was kann man tun?

Mehr rund ums Thema Füße im Bergzeit Magazin:

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