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Wolle im Rücken

Der Ortovox Peak Light 30S Rucksack im Test

7 Minuten Lesezeit
Seit über 30 Jahren entwickeln die Oberbayern Rucksäcke für den alpinen Anspruch, im Sommer wie auch im Winter. Ortovox hat sich uneingeschränkte innovative Funktionalität auf die Entwickler-Fahnen geschrieben. Auch der Peak Light 30 S aus der High Alpine-Linie hält sich an diese Grundprinzipien. Verena hat den Hochtourenrucksack auf einigen Skitouren im alpinen Gelände getestet.

Ortovox: Mountain Safety Pioneers since 1980

Von Beginn an steht bei Ortovox das Thema Schutz und Komfort am Berg an erster Stelle. Das spiegelt sich nicht nur in der Produktentwicklung wider, sondern prägt auch den verantwortungsvollen und vor allem nachhaltigen Umgang mit Mensch und Natur.

Neben Produkten aus dem Lawinensicherheits- und Notfallbereich wurde ab 1985 auch mit der Entwicklung innovativer Rucksäcke gestartet. Ein paar Jahre später wird das Sortiment dann um Bergsportbekleidung aus einem Wolle-Faser-Mix ergänzt. Ziel von Ortovox ist es, durch intelligente und funktionelle Produkte den Bergsport ein Stück sicherer zu machen und Menschenleben zu schützen. Wie aber merkt man das an einem Produkt, zum Beispiel an einem Rucksack?

Ortovox Peak Light 30s Test
Der Ortovox Peak Light 30s wurde ausgiebig getestet | Foto: Verena Oberndorfer

Ausstattung und Aufbau des Rucksacks

Minimales Gewicht bei maximaler Funktion: Der Peak Light ist DER Begleiter für anspruchsvolle Hochtouren. So beschreibt Ortovox seinen Rucksack. Eine spannende Ansage – entsprechend freue ich mich über den anstehenden Rucksack-Test.

Das S im Namen des Hochtourenrucksacks, hinter der Zahl 30, welche Auskunft über das Liter-Volumen des Rucksacks gibt, steht für „short“ und ist speziell auf Bergsteiger/innen mit einem kurzen Rücken abgestimmt. Das Rückensystem dieses Rucksacks ist deutlich kürzer als bei der „normalen“ Variante, dem Peak Light 32, welche sich für Personen ab einer Körpergröße von ca. 1,75 Metern eignet.

Auf den ersten Blick wirkt der Rucksack clean und aufgeräumt, ohne nutzlosen Schnickschnack. Auf den zweiten Blick entdeckt man aber viele kleine Details, die sich im Einsatz am Berg als sehr nützlich erweisen:

  • Auch das Rückensystem besticht durch Komfort: Der Rücken bleibt trocken und warm. „Swisswool inside“ sorgt für einen Feuchtigkeitsabtransport der 29mal stärker ist als herkömmliches, synthetisches Material und somit den Rücken trocken hält. Auch wenn man ins Schwitzen kommt, sorgt das Swisswool-Rückensystem für ein angenehmes, warmes Tragegefühl und wird nie unangenehm kalt. Gerade auf Skitouren und Hochtouren, bei denen kalte Temperaturen vorherrschen oder der Wind auch mal recht ziehen kann, ist dies ein unschlagbares Detail. Im Vergleich zu meinen anderen Rucksäcken empfand ich das Wärmeklima am Rücken als optimal. Gut zu wissen: Swisswool stammt aus dem Hochgebirge der Schweizer Alpen und wird aus Gründen der Nachhaltigkeit vollständig in Europa produziert und verarbeitet. (Mehr erfahren im Beitrag Swisswool – Outdoor-Wolle aus der Schweiz)
  • Solides Tragesystem: Das Tragegestell kann bei Bedarf entfernt werden und ist so für jeden Rücken und dessen Ansprüche flexibel anpassbar. So wird der Rucksack leichter und man hat noch etwas mehr Platz, z.B. für ein Trinksystem und eine Trinkblase. Die entsprechenden Ausgangsöffnungen sind am Hauptfach mit „H2O“ gekennzeichnet. Auch ohne das Tragegestell ist der Rucksack noch recht stabil, allerdings würde ich das Entfernen nur bei viel Gewicht und hohem Packmaß empfehlen. Der Rucksack sitzt stabil am Rücken und macht jede Bewegung mit, ohne am Rücken herum zu wackeln.
  • Das Hauptfach hat eine großzügige Öffnung, ist mit zwei Schnellverschlüssen ausgestattet und kann jederzeit ohne Deckel verwendet werden. Das Öffnen und Schließen ist kinderleicht, auch mit nur einer Hand bedienbar und durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet. Das System funktioniert reibungslos und ist, wie auch schon die Zipper, mit Handschuhen ebenfalls gut zu handhaben.
  • Reißverschluss: Der rundumlaufende Reißverschluss am Hauptfach ist durchdacht: Man gelangt schnell an alle wichtigen Utensilien, auch in die Tiefen seines Rucksacks – ohne den Toploader komplett auspacken zu müssen. Die Deckeltasche kann von innen und außen befüllt werden und bietet viel Stauraum für Kleinkram. Sie ist abnehmbar und kann z.B. bei längeren Touren auch einmal auf der Hütte gelassen werden. Die Fronttasche mit Reißverschluss ist ein ideales Fach, um Karten und Kleinigkeiten, die schnell griffbereit sein müssen, zu verstauen. Toll an dem Rucksack ist auch, dass alle Reißverschlüsse wasserabweisend und die Enden der einzelnen Zipper mit gummierten Enden ausgestattet sind. So hat man die Zipper auch mit dicken Handschuhen gut im Griff.
  • Breiter und komfortabler Hüftgurt: Er lässt sich bequem einstellen und ist gut gepolstert. Auch die Hüftflosse ist abnehmbar und mit einer kleinen Tasche ausgestattet, in der etwa das Smartphone einen guten Platz findet. Einziger Nachteil: Die Tasche ist nur mit einem Klett verschlossen, da heißt es eher vorsichtig sein. Auf der anderen Seite können an einer Schlaufe Ausrüstungsgegenstände wie z.B. Karabiner, eine Trinkflasche oder ähnliches einfach befestigt werden. Grundsätzlich sind alle Tragegurte sehr bequem, einfach zu verstellen und schneiden bei der richtigen Einstellung überhaupt nicht ein. Da die Sicherheit immer im Fokus steht, ist am Brustgurt eine kleine Signalpfeife angebracht.
  • Außen findet man beim Peak Light keine weiteren Fächer, Netze oder sonstige Taschen, was bei einem Alpinrucksack aber auch nicht notwendig ist. Trotzdem hat er viele individuelle Befestigungsmöglichkeiten, die bei Nichtgebrauch auch abgenommen werden können. Bei der Auslieferung werden sämtliche Zusatzteile im Deckelfach mitgeliefert. Man findet etwa ein Helmnetz und zusätzliche Klettbänder.
  • A-Skifixierungen: Mit den Fixierungen können Ski angebracht werden. Keine Neuerfindung, aber trotzdem ein solides System, das jederzeit funktioniert und vor allem auch schnell geht. Einfach Ski in die untere Öffnung stecken und über die obere Fixierung festzurren. Trotz aufgeladener Ski fühlt sich der Rucksack am Rücken vom Gewicht her immer ausgeglichen und gut verteilt an.
  • Seilfixierung und Pickelbefestigung sind durchdacht und intuitiv zu bedienen. Auch hier zeigt sich wieder der Sicherheitsgedanke von Ortovox: Die Pickelgarage schützt die Haue des Pickels recht gut und durch die mitgelieferten Klettverschlüsse kann man alles gut befestigen. Auf Sommertouren lassen sich hier auch gut Wanderstöcke befestigen. Alle Gurte sind lang genug, so dass Seile/Ski, etc. leicht und individuell fixiert werden können. Eine durchdachte Lösung ist auch die Möglichkeit einen Eispickel am Tragegurt einzuhängen. So hat man die Hände frei, aber der Pickel ist jederzeit griffbereit.

Ortovox empfiehlt bei der Pflege den Rucksack nur mit der Hand zu reinigen, keine Maschinenwäsche!

Praxistest: Der Ortovox Peak Light 30 S

Silvretta (Wiesbadener Hütte) und Georgien: Das waren meine Testumgebungen für den Peak Light. Er war mir ein treuer Begleiter auf unserem Skitourentrip nach Mestia, Georgien und hat dort alle Einsätze mit Bravour gemeistert.

Egal ob beim Freeriden, auf Skitour oder als Reisebegleiter. Egal ob bis oben hin gefüllt oder halb leer – er hat sich immer als zuverlässiger und vor allem wärmender Freund (Swisswool sei Dank) erwiesen. Ski und Pickel waren einfach und intuitiv zu installieren, was gerade im alpineren Bereich ein sicheres Gefühl vermittelt.

Ich bin gespannt auf seine Einsätze im Sommer, wenn es ins kombinierte, alpine Gelände geht. Hier wird er sicherlich ebenfalls seine Stärken ausspielen können.

Der Ortovox Peak Light 30s bewährt sich in der Praxis. | Foto: Verena Oberndorfer
Der Ortovox Peak Light 30s bewährt sich in der Praxis. | Foto: Verena Oberndorfer

Mein Fazit zum Ortovox Peak Light 30 S

Mich hat der Peak Light auf ganzer Linie überzeugt. Normalerweise finde ich bei jedem Rucksack Punkte, die mir nicht so richtig gefallen. Bei diesem habe ich allerdings kaum etwas zu meckern. Vor allem das Rückensystem aus Swisswool ist mein persönliches Highlight. Die Wärmeleistung bei widrigen Verhältnissen ist unschlagbar. Das Tragesystem liegt perfekt am Rücken an, reibt nicht und ist superbequem. Auch voll beladen inklusive Ski auf dem Rücken fühlt sich der Rucksack nie richtig schwer an. Einzig die Verstellbänder an den Hüftflossen finde ich fast zu lang. Die S-Version ist für kleinere Personen ausgelegt, die normalerweise auch schmaler sind. Selbst bei mir stehen die Bänder über.

Der Peak Light ist fürs Bergsteigen entwickelt: egal ob im Sommer beim Alpinklettern oder im Winter auf Ski(hoch)touren. Für mich war er während seines Testeinsatzes ein wunderbarer Begleiter: beim Skitouren gehen und beim Freeriden. Er macht alles mit und wird auch allen Ansprüchen gerecht. Er ist vielseitig einsetzbar und besticht durch einfaches Handling, komfortablen Sitz und schönem cleanen Design. Man kann ihn auch problemlos auf Mehrtagestouren mitnehmen, allerdings muss man dann bei 30 Litern Packmaß schon einen gewissen Minimalismus an den Tag legen – was nicht immer ganz einfach ist.

Daten und Fakten zum Ortovox Peak Light 30 S

  • Gewicht: 1.020 Gramm (Peak Light 30 S); Volumen: 30 Liter
  • Maße: 27 x 59 x 15 Zentimeter (Breite x Höhe x Tiefe)
  • Aufteilung: Deckeltasche, Hüftgurttasche(n), Deckelinnentasche
  • Besondere Ausstattung: Trinksystem kompatibel, Pickelhalterung, Skibefestigung, Helmbefestigung, Seilhalterung, Stockhalterung, Notsignalpfeife, abnehmbarer Hüftgurt und Brustgurt

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