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Bretter, die die Welt bedeuten

Bergzeit Test: Allround-Tourenski 2021/22 im Vergleich

8 Minuten Lesezeit
Du bist auf der Suche nach einem zuverlässigen Allround-Tourenski für den kommenden Winter? Wir haben für Dich die aktuellen Modelle der Hersteller Augment, Ski Trab, K2, Scott u.v.m. getestet.

Das mit der Wetterprognose für den Winter ist immer ein bisschen wie Glaskugel lesen. Die einen Experten meinen, einen Überraschungswinter mit extra viel Schnee zu sehen, die anderen erwarten einen „ganz normalen“ Winter im Trend der vergangenen Jahre – also eher mild. Doch egal, wie’s nun wirklich wird: A bisserl wos geht ollaweil, wie der Bayer sagen würde. Und damit Du so bald als möglich ins fluffige Weiß starten kannst, haben wir uns für Dich nach den besten Allround-Tourenskiern der Saison 2021/22 umgesehen – und die Modelle im großen Bergzeit-Skitest ausgiebig getestet.

Video: Der große Bergzeit Tourenski-Test

Bergzeit Tourenski-Test: So haben wir getestet

Beste Bedingungen herrschten am Stubaier Gletscher, als wir uns in der Allerheiligenwoche 2021 mit elf Paar Allround-Tourenski der aktuellen Wintersaison zum Test begaben. Pünktlich am Vorabend des Tests begann es im Stubaital zu schneien, sodass wir eine schöne Unterlage zum Testen vorfanden. Unsere neun Testerinnen und Tester (vier Damen und fünf Herren) bewerteten dabei jeden Ski sowohl im Auf- als auch im Abstieg. Dabei wurden Schulnoten für folgende Testkriterien vergeben:

Testkriterien Aufstiegs-Performance

  • Gewicht: Gerade in den vergangenen Jahren sind echte Leichtgewichtswunder auf den Markt gekommen. Wir haben bewertet, welches Gesamtgewicht der Ski auf die Waage bringt – natürlich stets mit derselben (Pin-)Bindung.
  • Spitzkehrentauglichkeit: Wie leicht lässt sich im steilen Gelände die Spitzkehre durchführen? Wie einfach kommt die Schaufel nach oben?

Testkriterien Abfahrts-Performance

  • Laufruhe bzw. Spurtreue: Hier wurde bewertet, wie ruhig der Ski gleitet – also ohne zu flattern oder „auszubrechen“.
  • Wendigkeit: Macht der Ski einen agilen oder trägen Eindruck? Wie ist das Kurvenverhalten?
  • Steuerung: Geht der Frage nach, wie schnell der Ski auf die Bewegungen der Testerin bzw. des Testers reagierte. Ist die Steuerung leicht und dynamisch oder eher kraftraubend?

Darüber hinaus haben unsere Tester und Testerinnen das Design der Ski bewertet: Fanden sie es ansprechend oder eher nicht? Denn das Auge fährt ja bekanntlich mit.

Das Bergzeit Tourenski Test-Team

Das Bergzeit-Team v.l.n.r.: Jonas, Marie, Tina, Christian, Flo, Verena und Event-Organisatorin Lea.

Bergzeit

Das Bergzeit-Team v.l.n.r.: Jonas, Marie, Tina, Christian, Flo, Verena und Event-Organisatorin Lea.


Florian verantwortet im Buying & Merchandising Team die Bereiche Ski, LVS, Bike und Elektronik. Florian ist ein Allrounder – von Skitourenrennen wie der Sellaronda bis hin zu steilen Abfahrten in Bulgarien hat er schon so ziemlich alles auf Skiern gemacht. Seine liebsten Touren sind etwas länger und werden durch schöne Tiefschneeabfahrten gekrönt – aber das wichtigste ist ein cooler Tag mit Freunden. 

Christian ist Head of Buying & Merchandising bei Bergzeit. Als Skifahrer bezeichnet er sich als „Allrounder mit Freude am Runterfahren“. Lange und kräftezehrende (ausdauernde) Skitouren mit alpinem Anspruch sind sein persönliches Highlight; er bringt schon mehr als 15 Jahre Erfahrung im Tourenbereich mit.

Verena ist Teamlead Marketing Cooperations bei Bergzeit. Sie ist vor allem Freeriderin, jedoch immer offen für Neues (auch an Skitourenrennen oder der vereinzelten Skihochtour nahm sie schon teil). Schon seit frühester Kindheit steht Verena auf den Skiern, seit rund zehn Jahren begeistert sie sich für das Tourengehen.

Anita kam über eine Wildcard zu uns: Als Bergzeit Club Mitglied hat sie sich bei unserem Gewinnspiel beworben und wurde aus dem Lostopf gezogen. Anita ist eine Ski-Allrounderin, die gerne carvt und knackige, präparierte Pisten genauso liebt wie das Gelände. Am allerliebsten aber fährt sie frisch verschneite Hänge.

Auch Benedikt ist einer der Gewinner unseres Bergzeit Club Gewinnspiels. Seit er klein ist, steht Benedikt auf Skiern und ist in seiner Jugend auch Rennen gefahren. Seit rund zehn Jahren findet man Benedikt auf Tourenski und allein im vergangenen Winter brachte er es dabei auf stolze 100.000 Höhenmeter. Seine Traumtour besteht aus einem schnellen Aufstieg mit leichtem Material gepaart mit maximaler Abfahrts-Performance im Tiefschnee.

Jonas ist unser Travel Operations Manager. Er betreibt das Skitourengehen seit mehr als zehn Jahren und ist eigentlich nie auf der Piste anzutreffen – sondern am liebsten auf mäßig steilen Gletschern nach Neuschnee. Die Weite der Hänge, die sanften Geländeübergänge und die Möglichkeit, viele neue Lines zu ziehen sind für ihn das Höchste.

Tina meisterte ihre erste Abfahrt im zarten Alter von drei Jahren. Sie ist Channel Managerin bei Bergzeit und würde sich selbst als sportlich-aktive Skifahrerin bezeichnen mit Rennerfahrung bis zum Jugendalter. Tina ist ausgebildete Skilehrerin. Ihr perfekter Tag im Schnee besteht aus Powder, Powder und nochmal Powder.

Michael ist Verkäufer in unserer Filiale in Großhartpenning. Seine Leidenschaft: Freies Fahren abseits der Piste – dabei kommt für ihn Style vor Speed. Die „Bretter, die die Welt bedeuten“, begleiten ihn schon sein ganzes Leben lang: Er ist als Jugendlicher Alpinrennen gefahren, ist ausgebildeter Telemarklehrer und hat sogar mal eigene Freeride-Ski entwickelt und verkauft.

Marie war in Ihrer Kindheit überwiegend auf den Pisten unterwegs und hat an zahlreichen Rennen teilgenommen. Seit einigen Jahren erfreut sie sich immer mehr am Tourengehen und scheut vor keiner Anstrengung zurück. Powderhänge und Sonne zaubern Marie immer ein Lächeln ins Gesicht.

Der Allround-Tourenski-Test: Die Ergebnisse

In der Optik halten sich die Hersteller in diesem Jahr zumeist bedeckt. Erdige, dunkle Töne, Holzoptik bzw. schlichte Designs bestimmen hier das Bild – und kommen bei unseren Testern gut an. Die „mutigeren“ Designs mit grellen Farben überzeugten im Test weniger. Doch letztlich ist die Frage der Optik natürlich eine sehr subjektive.

Die Allrounder in der Aufstiegs-Performance

Leichte Bauweisen – erzielt beispielsweise durch Carbonfasern oder Titanal-Verstärkungen – bestimmen nach wie vor den Markt der Tourenski mit einer Mittelbreite zwischen 85 und 94 mm. Mit einem Gesamtgewicht zwischen 2,0 und 2,6 Kilogramm erwiesen sich alle zehn getesteten Modelle auch bei längeren Aufstiegen als ideale Partner, die nicht zu schnell die Kräfte rauben. In Sachen Spitzkehrentauglichkeit fielen insbesondere die Modelle von Fischer auf: der Transalp 86 Carbon und der Transalp 90 Carbon. Diese Ski sind so austariert, dass die Spitze ohne Kraftaufwand nach oben schnellt und in die neue Richtung positioniert werden kann – so das eindeutige Fazit aller (unterschiedlich großen) Tester. Als nicht ganz ideal für lange Aufstiege erwies sich der Earlybird Chickadee: Der Ski ist zwar wendig und ideal für Powder-Abfahrten, im Aufstieg erschwerte die ungewöhnliche, vorne in die Länge gezogene Schaufelform Spitzkehren laut Testern jedoch eher.

Die Allrounder in der Abfahrts-Performance

Einen erstaunlich laufruhigen Ski – trotz sehr geringen Gewichts von 2,02 Kilogramm bei 157 Zentimetern Länge – hat Skitrab mit dem Frauenmodell Bernina auf den Markt gebracht. Das Fazit unserer Testerinnen dazu: „Hält die Spur ausgezeichnet“ und ist „ein guter Freund bei (hoch-)alpinen Einsätzen!“. Auch in Sachen Beweglichkeit bzw. Performance in Kurven lobten die Damen den Bernina, der sich im Test als besonders wendig erwies. Bei den Herren- bzw. Unisexmodellen tat sich vor allem das Modell Bergzeit Atomic Backland hervor: „Ein Ski, der greift – kein Flattern der Schaufel, so soll’s sein“, freuten sich unsere Tester. Auch der Orb Freebird von Black Crows überzeugte unsere Testerinnen und Tester. In Sachen Laufruhe und Spurtreue ist er „der Fels in der Brandung bzw. die eierlegende Wollmilchsau, die sich wie auf Schienen fahren lässt und ein Traum bei weichem und zerfahrenem Schnee ist“. Dank Tip Rocker ist er sehr wendig, aber dennoch stabil und funktioniert neben frischem Powder sogar sowohl in der Buckelpiste als auch auf eisigen Pisten

Wer einen wendigen, dynamischen Ski sucht, sollte sich den Damenski Superguide 88 von Scott näher ansehen, da er sich im Test schön spritzig fuhr und mit allen Verhältnissen ausgezeichnet klar kam. Die Herren beeindruckte vor allem das Modell Augment Tour Carbon – er eignet sich vor allem für geübte Fahrer und kurze Schwünge sowie – auch hier – der Bergzeit Atomic Backland, der „dynamisch“ ist und „einfach alles mitmacht“.

Als besonders reaktionsfreudig in der Steuerung erwiesen sich der Scott Superguide 88 (Damen), der Bergzeit Atomic Backland 85 (Herren/Unisex) sowie der Fischer Transalp 86 Carbon (Herren/Unisex), die von den Herstellern alle mit vergleichsweise kurzen Radien versehen wurden. Die Modelle Augment Tour Carbon 88 oder der ZAG Ubac 89 erwiesen sich als gute Kompagnons für sehr erfahrene Skifahrer: Sie spielen ihrer Stärken eher in langen Touren, großen Radien und ihre Laufruhe in wechselhaftem Gelände aus.

Noch ein Tipp für die Damen: Einsteigerinnen und leicht fortgeschrittene Fahrerinnen, die einen ausgewogenen Allrounder suchen, sind mit dem K2 Klassiker Talkback 88 oder dem Movement Session 85 gut beraten. Beide Tourenski zeigten im Test ein gutes Verhältnis aus Aufstiegs- zu Abfahrtsperformance und kamen mit (fast) allen Bedingungen zurecht. Einzig bei hartem, zerfahrenem Schnee stoßen diese eher leichten Modelle an ihre Grenzen.

Die getesteten Tourenski im Bergzeit Shop

Testergebnisse: Die Allround-Tourenski im Detail

Testfazit Allround-Tourenski für 2021/22

Die von uns getesteten Allrounder machen ihrem Namen alle Ehre: Alle zehn Modelle zeigten ein ausgewogenes Verhältnis von Aufstiegs- zu Abfahrtsperformance. Dafür sorgten einerseits die Leichtbauweise , dank derer alle Modelle in Sachen Gewicht sehr nah beeinander lagen. Andererseits gelang es den Herstellern aller hier getesteten Modelle – natürlich in unterschiedlich starker Ausprägung – ihren Ski trotz allem die nötige Laufruhe zu verpassen, um mit (fast) allen Bedingungen klarzukommen. Lediglich im Anspruch gab es deutliche Unterschiede: Die Modelle der Hersteller Augment bzw. ZAG wenden sich vor allem an den Spezialisten, der eine gute Position auf dem Ski hat und präzisen Druck ausübt. Auf der anderen Seite gibt es die eher fehlerverzeihenden Modelle – wie beispielsweise von Scott oder Movement – die sich bei allen Bedingungen gut schlagen und ein eher gutmütiges Fahrverhalten aufweisen. Mit welchem Modell Du also in diese Saison starten willst, hängt ganz von Deinen persönlichen Skills und Vorlieben ab. Wir wünschen eine schneereiche Saison!

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