Wo liegen die fünf besten Klettersteige in Tirol? Klettersteig-Experte Philipp Munkler hat tief in seinem Archiv gekramt und fünf heiße Tipps aus dem Inntal, dem Tannheimer Tal und der Tiroler Zugspitzarena zusammengestellt.

Die Voraussetzungen für Klettersteige sind in Tirol perfekt: Felswände gibt es genug. Aus der großen Menge an Klettersteigen möchten wir fünf vorstellen, die man sich nicht entgehen lassen sollte – sofern man die notwendige Erfahrung und den notwendigen – wie der Tiroler sagt – „Schmalz“ mitbringt.

Klettersteige – Abenteuer für jedermann?

Klettersteige bieten beeindruckende und wunderschöne Tiefblicke, wie hier an der Köllenspitze. | Foto: TVB Tannheimer Tal
Klettersteige bieten beeindruckende und wunderschöne Tiefblicke, wie hier an der Köllenspitze. | Foto: TVB Tannheimer Tal

Felswände faszinieren die Menschen schon immer. Sie sind mächtig, abschreckend und wunderschön zugleich. Früher war das Klettern eher eine Heldentat und nur wilden Burschen (und Mädels) vorenthalten, die ein hohes Risiko eingegangen sind. Heute ist das anders. Sportkletterer haben die Felsen mit Bohrhaken ausgestattet und in vielen Wänden wurden Klettersteige eingerichtet. Diese bieten auch dem „Normalverbraucher“ einen Blick in die Welt der Vertikalen.

Eine Erfindung der Neuzeit sind Klettersteige aber nicht, schon 1843 begann man mit dem Klettersteigbau am Dachstein und wenig später auch am Großglockner. Doch damals ging es eher darum, den Gipfel zu erreichen, als um den sportlichen Gedanken eine Wand zu bezwingen oder sich die schönste Linie herauszupicken.

Heute ist das Begehen einer Via Ferrata beinahe zum Trendsport geworden. Nicht ohne Grund: Es gibt mittlerweile gesicherte Steige für jedermann, egal ob für die Familie oder für den ambitionierten Klettersteiggeher. Irgendwo wird jeder fündig. Leider kommt es nicht selten vor, dass sich Leute verleiten lassen, die Gefahren unterschätzen, die das Gebirge mit sich bringt und in Not geraten. Jeder sollte sich also zwei Fragen stellen, bevor er in einen Steig einsteigt:

  1. Bin ich den Anforderung gewachsen?
  2. Bringe ich wirklich die Erfahrung mit, die für ein sicheres Steigen in diesem Gelände notwendig ist?

Unerlässlich ist – neben der Erfahrung – auch die richtige Ausrüstung, also Steinschlaghelm, Klettersteigset mit Bandfalldämpfer und Klettergurt. Hier hilft auch die Packliste Klettersteig weiter.

Der Innsbrucker Klettersteig – Reizvolle Aussicht

Der Innsbrucker Klettersteig ist ein landschaftlich sehr schöner Klettersteig hoch über Innsbruck und dem Inntal. Er bietet eine Gratüberschreitung mehrerer Gipfel bei mittlerer Schwierigkeit. Die Ausblicke nach Innsbruck und in die gewaltige, vergletscherte Bergwelt des Hauptkamms rauben dem Aspiranten den Atem. Nach dem ersten Teil (Schwierigkeit C) kann die Tour übrigens auch im Langen Sattel abgebrochen werden.

Hoch über Innsbruck bietet der Innsbrucker Klettersteig atemberaubende Tiefblicke. | Foto: Innsbruck Tourismus/Tirol Tourismus
Hoch über Innsbruck bietet der Innsbrucker Klettersteig atemberaubende Tiefblicke. | Foto: Innsbruck Tourismus/Tirol Tourismus
  • Schwierigkeit: 1. Teil C/ 2. Teil D
  • Gehzeit/Höhendifferenz:  6:40 Std/640 Hm
  • Anreise/Zufahrt: Auf der A12 bis Innsbruck und im Stadtzentrum beim Congress Innsbruck parken. Von dort mit der neuen Hungerburgbahn und den beiden Sektionen der Nordkettenbahn zur Bergstation Hafelekar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn nach Innsbruck und mit den Bussen der IVB zur Hungerburgbahn.
  • Talort/Ausgangspunkt: Innsbruck/Bergstation Hafelekar
  • Zustieg zur Wand: Von der Bergstation der Nordkettenbahn den Wegweisern folgend in Richtung Hafelekar zum Einstieg.
  • Klettersteigverlauf:
    1. Teil:
    Vom Einstieg zur Seegrubenspitze aufsteigen (C, dann B/C und leichter) und vom Gipfel kurz in die Seegrubenscharte absteigen (max. B). Nach kurzem Gehgelände folgen der Aufstieg (max. B/C) zur Östlichen Kaminspitze und eine Gratüberschreitung der weiteren Kaminspitzen (ein Spalt, dort kurz C und ein abzukletterndes Steilstück B/C) inkl. Hängebrücke (A). Danach ein steiler Block (C) und ein kurzer Abstieg (A/B) in eine Scharte und Aufstieg (A/B) zum Kemacher (2480 m). Abstieg (kurz B/C, sonst um A/B) in den „Langen Sattel“ (2258 m, Abstiegsmöglichkeit zur Seegrube und von dort zum Beginn des zweiten Teils aufsteigen (gleich neben dem Gipfel der Östl. Sattelspitze).
    2. Teil: Von der Östlichen Sattelspitze (2369 m) steil hinunter (kurz C) und zwischen Türmen zurück zum Grat (B). Über eine Stufe (C) auf den Gipfel der  Westlichen Sattelspitze (2339 m) und von dort eine steile Kante hinunter (C) und durch eine plattige Rinne (C) zum letzten Steilstück. Leicht überhängend hinunter (C/D, mit vielen Klammern) zum Ende der Schwierigkeiten. Weiter (A) vorbei an „Frau Hitt“ in den Frau-Hitt-Sattel (2270 m).
  • Abstieg: Auf markierten Wanderwegen; Anfangs absteigen, später in östlicher Richtung zur Mittelstation Seegrube queren.
  • Beste Jahreszeit: Juni-Oktober
  • Kartenmaterial/Literatur:   AV Karte 31/5 (Innsbruck und Umgebung) oder Kompass WK 036 (Innsbruck und Umgebung); Klettersteig-Führer:   Rother Klettersteigführer Bayer, Vorarlberg, Tirol, SalzburgKlettersteigführer ÖsterreichRother Klettersteigatlas Alpen

Kaiser-Max-Klettersteig – sportlich durch die Martinswand

Der Kaiser-Max-Klettersteig ist einer der schwersten Klettersteige im ganzen Alpenraum. Man erreicht zwar keinen Gipfel und wird von etwas Autobahnlärm begleitet, dafür bietet sich ein einzigartiges Wandfeeling. Der Steig leitet durch eine senkrechte, kompakte Wand. Je höher man kommt, desto steiler wird es. Der Klettersteig kann ungefähr in der Mitte der Route abgebrochen werden, abgestiegen wird in diesem Fall auf einer Alternativroute. Erst danach kommt die Hauptschwierigkeit.

Einer der anspruchsvollsten Klettersteige des Alpenraums: der Kaiser Max-Klettersteig an der Innsbrucker Martinswand. | Foto: Innsbruck Tourismus/Tirol Tourismus
Einer der anspruchsvollsten Klettersteige des Alpenraums: der Kaiser Max-Klettersteig an der Innsbrucker Martinswand. | Foto: Innsbruck Tourismus/Tirol Tourismus
  • Schwierigkeit: 1. Teil D/2. Teil E
  • Gehzeit/Höhendifferenz: 3:45 Std; 350 Hm
  • Anreise/Zufahrt: Über die A 12 nach Zirl und weiter auf der B 171 in östlicher Richtung. Nach dem großen Steinbruch auf diversen Parkplätzen parken. Mit öffentlichen VerkehrsmittelnMit der Bahn nach Kematen, von dort zu Fuß
  • Talort/Ausgangspunkt: Gasthäuser in Zirl/Parkplatz an der Martinswand
  • Zustieg zur WandVom Parkplatz unter der Martinswand (bei dem Schild mit der Klettersteig-Erklärung) über markierten Waldweg zum Einstieg.
  • Klettersteigverlauf:
    1. TeilNach der leichten Einstiegsquerung (Einstieg bei Tafel) folgt gleich ein knackiges Steilstück (C/D), das zu einer längeren und leichteren Passage auf einer Rampe überleitet. Die Passage wird durch ein kurzes, aber schweres Steilstück (C) unterbrochen. Am Ende der ansteigenden Querung kommt eine lange Steilpassage, die schwere Stellen (D) aufweist. Kurz vor der Abzweigung zur Maximilian-Grotte (der Ausstieg zur Grotte ist steil; C/D) legt sich das Gelände etwas zurück (B).
  • 2. TeilZuerst leicht ansteigend (B) über eine Steilstufe (C) gelangt man in den sogenannten „Spitz“, eine Nische, in der man gut rasten kann. Nach dem Spitz geht es steil hinunter (C) und man quert teilweise sehr ausgesetzt (C) zum Beginn der senkrechten Steilpassage. Diese ist zuerst etwas gestuft (D) bis man nach der „Nische“ in die sehr steile Schlusswand (D/E) hinausquert. In der glatten Wand aufwärts (E), bis man kurz an einer Kante verschnaufen kann. Danach noch einige sehr steile Meter (E) bis zum Absatz mit dem Wandbuch (A; hier kann man schon nach links ausqueren). Das letzte kurze Stück quert zuerst etwas nach rechts (C/D), dann senkrecht (E) aufsteigen und über Platten (D) zum Ende des Steiges. Auch dort dann nach links ausqueren.
  • Abstieg: Über den Abstiegs-Klettersteig (Stellen B) bis auf Höhe der Maximilian-Grotte. Nun entlang eines Pfads zum Ausgangspunkt. Beendet man den Steig an der Maximilian-Grotte, auf einem unschwierigen Weg zurück in Richtung Zirl. Schließlich entlang der Bundesstraße zum Ausgangspunkt.
  • Beste Jahreszeit: April bis Oktober
  • Kartenmaterial/Literatur: AV Karte 31/5 (Innsbruck und Umgebung) oder  Kompass WK 036 (Innsbruck und Umgebung); Klettersteig-Führer:   Extreme Klettersteige in den Ostalpen, Rother Klettersteigführer Bayer, Vorarlberg, Tirol, Salzburg,   Klettersteigführer ÖsterreichRother Klettersteigatlas Alpen,

Seebenwand-Klettersteig: Spektakulärer Wasserfallblick

Der Seeben-Klettersteig ist kurz und knackig und führt ohne langen Zustieg durch eine tolle Wand mit wasserzerfressenem Fels. Dabei bietet der Klettersteig eine tolle Aussicht auf einen spektakulären Wasserfall. Und am Ende wartet der wunderschön gelegene Seebensee!

Kurz und knackig - das zeichnet den Seebenwand-Klettersteig aus. | Foto: Bergsport Total/Tiroler Zugspitz Arena
Kurz und knackig – das zeichnet den Seebenwand-Klettersteig aus. | Foto: Bergsport Total/Tiroler Zugspitz Arena
  • Schwierigkeit: D/E
  • Gehzeit/Höhendifferenz: 4:20 Std./500 Hm
  • Anreise/Zufahrt: Mit dem PKW nach Ehrwald, im Ortszentrum Abzweig Richtung Gaistal und weiter zur Talstation. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn nach Ehrwald und mit dem Bus zur Talstation (Bus geht nicht so häufig!).
  • Talort/Ausgangspunkt: Ehrwald/Parkplatz Ehrwalder Almbahn
  • Zustieg zur Wand: Ab der Talstation den Tafeln „Wasserfall und Seeben-Klettersteig“ in südlicher Richtung folgen, zuerst über eine Forststraße über eine Brücke des Gaisbachs und kurz dahinter links auf einen schönen Saumweg entlang des Bachs. Ist der Wasserfall erreicht, dem Schild „Klettersteig“ folgen – der Weg wird nun steiler und zieht direkt zur rechten Seite des Wasserfalls hinauf (rotes Steiglein). Der Einstieg befindet sich rechts unterhalb des Wasserfalls in den Seebenwänden.
  • KlettersteigverlaufDie steile Einstiegswand (D) stellt gleich die erste Herausforderung dar (Blick hinunter nicht vergessen!). Vorsicht wegen Steinschlaggefahr durch Vorausgehende! Durchwegs sehr ausgesetzt und nicht immer ganz fester Fels! Weiter über Wandstufen und Querungen zu einer erdigen Passage (durchwegs C/D). Etwas leichter durch eine Verschneidung zur sog. „steilen Platte“ (D – Schlüsselstelle). Hinter der Platte folgt ein rassiger Überhang und kurze erdige Passagen. Nach einer Querung (C) ist die Hochfläche erreicht und der Klettersteig zu Ende.
  • Abstieg: Über den Zustieg zur Coburger Hütte unschwierig zurück zum Ausgangspunkt.
  • Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
  • Kartenmaterial/Literatur: AV Karte 4/2 (Wetterstein- und Mieminger Geb. / mittleres Blatt) oder  Kompass WK 25 (Zugspitze – Mieminger Kette); Klettersteig-FührerExtreme Klettersteige in den Ostalpen, Rother Klettersteigführer Bayer, Vorarlberg, Tirol, Salzburg,   Klettersteigführer ÖsterreichRother Klettersteigatlas Alpen

Klettersteig Tajakante – Ausdauertour für Trainierte

Die Tajakante ist sehr lang und anstrengend und führt, wie der Name schon vermuten lässt, über einen markanten Grat auf den Tajakopf. Die beiden Klettersteige Seebenklettersteig und die Tajakante lassen sich bestens als Ausdauertour für sehr trainierte Geher miteinander verbinden. Alternativ kann man es aber auch etwas gemütlicher angehen und mit der Ehrwalder Almbahn aufsteigen oder auf der Coburger Hütte übernachten.

Lang und anstrengend über den markanten Grat auf den Tajakopf - so verläuft der Taja-Klettersteig. | Foto: Bergsport Total/Tiroler Zugspitz Arena
Lang und anstrengend über den markanten Grat auf den Tajakopf – so verläuft der Taja-Klettersteig. | Foto: Bergsport Total/Tiroler Zugspitz Arena
  • Schwierigkeit: D/E
  • Gehzeit/Höhendifferenz (beide Teile): 1.400m / 8 Std.
  • Anreise/Zufahrt: Von Füssen oder Garmisch bzw. von Telfs über den Fernpass nach Ehrwald. Dort zur Talstation der Ehrwalder-Alm-Bahn (Parkplatz). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn nach Ehrwald und mit dem Bus zur Talstation (Bus fährt nicht so häufig!).
  • Talort/Ausgangspunkt: Ehrwalder Almbahn / Übernachtungsmöglichkeit Coburger Hütte
  • Zustieg zur WandUnterhalb des Parkplatzes der Gondelbahn zur Ehrwalder Alm zweigt der Steig über den „Hohen Gang“ (teilweise versichert; A/B) zum Seebensee ab. Der Steig führt direkt zum Seebensee, an dessen linker Seite man zur Materialseilbahn der Coburger Hütte gelangt. Gleich danach Abzweigung nach links (anfangs im Bachbett) und auf markiertem Steig zum Einstieg. Alternativ mit dem Mountainbike auf der asphaltierten Straße zur Ehrwalder Alm und weiter bis zur Materialseilbahn.
    Variante Gondel: Bis zur Ehrwalder Alm auffahren und auf Wanderweg weiter bis zum Seebensee. Anschließend wie oben zum Einstieg. Zeit: 1,5 Stunden von der Bergstation.
    Variante Seebenklettersteig: Alternativ kann auch unten der schwere (D/E) Seebenklettersteig gemacht werden – Ausstieg ist auch beim Seebensee.
  • Klettersteigverlauf:
    Teil 1: Die Route folgt dem unteren Grat und wartet mit einigen Steilpassagen und luftigen Stellen (mehrmals C) auf. In Gratmitte des ersten Teils ist eine leicht überhängende Passage zu bewältigen (D). Danach kommt noch eine sehr luftige Stelle auf der rechten Gratseite (C). Am Ende des ersten Teils erreicht man eine horizontale Gratpassage (auch hier einige Stellen B), die zu einem Gehstück führt.
    Gehpassage: Man folgt kurz den Steigspuren (teilw. rote Markierung) zum zweiten Aufschwung. Meist wird in diesem Bereich ausgiebig gerastet.
    Teil 2: Dieser hat nach einer Querung (B) im unteren Teil ein Steilstück (C/D, hier macht sich bei den meisten Begehern schon das Konditions- und Kraftproblem bemerkbar). Danach folgen wieder leichtere Passagen (A/B bis B), die mit kurzen Aufschwüngen (B/C) wechseln. Nach einem kurzen Gehstück kommt das letzte Gratstück vor dem Gipfel, auch hier kurze Steilpassagen (B, aber etwas leichter als unten). Kurz vor dem Gipfel trifft man auf den Abstiegsweg, diesem folgt man zum höchsten Punkt mit dem Kreuz.
  • Abstieg: Über den Tajakopf-Normalweg (Seilversicherungen, A/B) hinab zum Drachensee und zur Coburger Hütte (Trittsicherheit erforderlich!)
  • Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
  • Kartenmaterial/LiteraturAV Karte 4/2 (Wetterstein- und Mieminger Geb. / mittleres Blatt) oder  Kompass WK 25 (Zugspitze – Mieminger Kette); Klettersteig-Führer Extreme Klettersteige in den Ostalpen Rother Klettersteigführer Bayern, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Klettersteigführer Österreich Rother Klettersteigatlas Alpen

Klettersteig Köllenspitze – alpin, atemberaubend und anstrengend

Mit den Schlagwörtern „alpin“, „atemberaubend“ und „anstrengend“ lässt sich dieser Klettersteig wohl am besten beschreiben. Durch einen langen Zustieg, einen atemberaubenden Blick zu den Schlössern und Seen Füssens und dem Gipfelerfolg ist diese Tour ein wahres Bergabenteuer. Aber Achtung, mit Schwierigkeit D ist der Klettersteig eher hart bewertet. Wer also zum ersten Mal einen schweren Klettersteig machen möchte, sollte sich eine andere Tour suchen. Zudem sollte man für diesen Steig unbedingt stabile und trockene Bedingungen abwarten!

Alpin, atemberaubend und anstrengend - das erwartet erfahrene Aspiranten beim Klettersteig auf die Köllenspitze. | Foto: TVB Tannheimer Tal
Alpin, atemberaubend und anstrengend – das erwartet erfahrene Aspiranten beim Klettersteig auf die Köllenspitze. | Foto: TVB Tannheimer Tal
  • Schwierigkeit: D
  • Gehzeit/Höhendifferenz (beide Teile): 2:30 Std. (Klettersteig) / 7:30 Std; 350 Hm / 1200Hm
  • Anreise/Zufahrt: Im Tannheimer Tal bis nach Nesselwängle und am westlichen Ortsrand auf dem Parkplatz des Gimpelhauses parken. Alternativ kann man auch bei der Materialseilbahn des Gimpelhauses parken (beides gebührenpflichtig).
  • Talort/Ausgangspunkt: Nesselwängle
  • Zustieg zur Wand: Vom Parkplatz zum Gimpelhaus (1659 m) und von dort weiter in Richtung Rote Flüh, bis man nach der Gimpelalpe rechts zur Nesselwängler Scharte abzweigt. Unmittelbar vor der Scharte rechts zum Fuß der Köllenspitze-Südwand absteigen (rote Punktmarkierung, am Ende im Schuttfeld besser den Helm aufsetzen).
  • Klettersteigverlauf: Direkt am Einstieg erwartet uns eine erste Schlüsselstelle (C/D) sowie eine lange Steilwand (C). Eine kurze Traverse (B/C) leitet den zweiten anspruchsvollen Abschnitt ein, der die gelbe Wand hinaufführt (bis D). Anschließend lockt ein Rastplatz im Gehgelände unterhalb des zweiten Wandabschnittes. Dieser führt in stufigen Abschnitten (bis C/D) auf einen Grat, dem wir bis zu einem zweiten, grasigen Band folgen (bis C). Der dritte Wandabschnitt fordert uns erst im oberen Bereich, in dem es steil und glatt (C/D) aufwärts führt, bevor wir im Gehgelände zur auffälligen Felsformation „Nopsen Spitze“ gelangen. Diese passieren wir (B), erklimmen erneut stufiges Gelände (bis C/D) – am Weg befindet sich ein weiterer Rastplatz – und folgen einer Rampe (B/C) zur finalen, dafür steilen Gipfelwand (C/D, dann D und wieder C/D). Dann flacht das Gelände in Richtung Gipfelkreuz ab und der Steig läuft aus.
  • AbstiegVom Gipfel zuerst nördlich auf Steigspuren in eine Rinne, dort links (westlich) in der Rinne absteigen, bis man eine Steilstufe erreicht (Seilsicherung; C/D). Weiter in der Rinne hinunter, bis man links eine Platte (1) quert und durch eine kleine Rinne wieder ansteigt. Hinter der Kante über tlw. steiles Schrofengelände (Stellen 1-) zur Nesselwängler Scharte (2007 m) absteigen. Dort wieder auf die Südseite und auf dem Zustiegsweg zurück ins Tal.
  • Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
  • Kartenmaterial/Literatur: AV Karte BY5 (Tannheimer Berge) oder  Kompass WK 04 (Tannheimer Tal);   Klettersteigführer ÖsterreichRother Klettersteigatlas Alpen

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