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Auch wenn man noch so aufmerksam den Wetterbericht verfolgt, kann es passieren, dass man auf einem Trip unverhofft in ein Unwetter gerät. Diese Tipps sollte man beachten, um sich im Falle eines Gewitters richtig zu verhalten.

Zelten bei Gewitter kann – ja nach Position des Zelts  – unangenehm werden. Man kann genauso viel falsch wie richtig machen. Wie so oft entscheidet nicht zuletzt das richtige Wissen darüber, ob die Begegegnung mit einem Gewitter in Bergen oder Wildnis glimpflich abläuft.

Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage, wie gefährlich das Zelten im Gewitter überhaupt ist und welchen Arten von Gefahren man dabei begegnen kann. Wenn wir an Gewitter denken, dann kommt uns als allererstes das Bild von einem Blitz in den Kopf, der möglicherweise in unser Zelt einschlagen kann. Welche Folgen es haben kann von einem Blitz getroffen zu werden, erläutert die einschlägige Literatur wie beispielsweise das Buch “ Sicherheit und Risiko in Fels und Eis„, verfasst vom ehem. Vorsitzenden des DAV-Sicherheitskreises Pit Schubert.

Ähnlich gefährlich wie die Blitze sind die Begleiterscheinungen des Gewitters. Also der starke Wind, der starke Regen, die eventuell stark sinkenden Temperaturen sowie plötzlich auftauchende Wassermassen. Um das Gewitter im Zelt also sicher überstehen zu können, ist es wichtig, dass ihr euch auf all diese Einflüsse gut vorbereitet und auch dementsprechend einen Platz sucht. Dabei helfen euch die folgenden Hinweise zum richtigen Verhalten.

Die richtige Platzwahl für das Zelt bei drohendem Gewitter

Der Aufenthalt in einem Zelt ohne Metallgestände ist bei Gewitter prinzipiell genauso gefährlich wie der Aufenthalt im Freien. Der größte Sicherheitsfaktor beim Zelten im Gewitter liegt im Standort eures Zeltes. Schaut euch daher zunächst genau um und achtet darauf, dass ihr keine Gefahrenquelle in eurer unmittelbaren Nähe habt. Baut euer Zelt niemals auf eine Anhöhe oder eine weite, leere Flachebene, auf der ihr der höchste Punkt seid. Aber auch nicht in einem trockenen Flussbett oder dergleichen.

Denn dadurch macht ihr euch nicht nur selbst zu einem Blitzableiter, ihr setzt euch auch ungeschützt dem Wind aus. Auch die Nähe von alleinstehenden oder in kleinen Gruppen stehenden Bäumen solltet ihr vermeiden. Diese ziehen Blitze an, ohne dass man vorhersehen kann, wo sie einschlagen werden. Im Zweifel gilt daher: Viele Bäume sind besser als einzelne. Aber Achtung: auch am Waldrand stehende Bäume bieten keinen Blitzschutz.

Im Inneren eines Waldes mit gleichhohen Bäumen ist die Gefahr dagegen geringer. Ein Abstand von mindestens zehn Metern zu allen Bäumen und Ästen ist optimal. Achtet vor allem bei Nadelwäldern darauf, dass euer Zelt mindestens so weit von den ersten Bäumen entfernt steht, wie diese hoch sind. Für den Fall, dass der Wind so stark wird, dass er die Bäume umreißt, können sie euch dann nicht erschlagen.

Die richtige Standortwahl ist das A und O, wenn ein Gewitter aufzieht. | Foto: Exped/Norbert Blank
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Die richtige Standortwahl ist das A und O, wenn ein Gewitter aufzieht. | Foto: Exped/Norbert Blank

Vorsicht bei Mischwäldern mit Totholz

Kontrolliert die umstehenden Bäume außerdem immer auf tote Äste, die noch in den Kronen hängen und die bei einem Sturm heruntergerissen werden könnten. Wenn ihr direkt in einem Wald zeltet, dann versucht einen Bereich zu finden, in dem die Bäume niedriger sind als die umstehenden. Der gute alte Spruch von wegen „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“, hat nichts damit zu tun, dass Blitze besonders gerne in Eichenholz einschlagen. Eichen neigen jedoch dazu, besonders viel Totholz in ihren Kronen zu haben und sind in Mischwäldern außerdem meist die höchsten Bäume. Daher ist es oft wirklich ratsam, etwas Abstand von ihnen zu halten.

Auch Hochspannungsleitungen und Strommasten ziehen Blitze verstärkt an. Haltet daher zu diesen einen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern ein. Haltet auch zu benachbarten Zelten (sowie Autos und Wohnmobilen) mindestens drei Meter Abstand. Generell gilt: draußen ist man bei einem Gewitter am besten in einem Auto (wegen seiner metallenen Außenhaut, Stichwort Faradayscher Käfig) oder einem Gebäude aufgehoben – falls das erreichbar ist.

Die Frage nach dem richtigen Standort

Ebenso wie Anhöhen solltet ihr beim Zelten aber auch tiefe Senken vermeiden. Hier sind nicht nur Wind oder Blitze die Gefahr, sondern auch Regen. Vor allem im Gebirge kann selbst bei einem relativ kurzen Unwetter eine gewaltige Wassermenge zusammenkommen, die ausreicht, um euer Zelt zu fluten. Vermeidet auch die unmittelbare Nähe von Flüssen und Bächen. Diese können bei einem Unwetter unerwartet schnell ansteigen und über ihre Ufer hinaustreten. Warnschilder sind keinesfalls zu ignorieren und oft sieht man selbst, wo das Wasser schon mal war oder nicht. Wer schon einmal einen stark anschwellenden Gebirgsbach erlebt hat, weiß, was für Kräfte hier wirken können. Vor allem in der Alpengegend gibt es oft hochgelegene Staustufen, die geöffnet werden, sobald zu viel Wasser im Staubecken ist. Es ist also immer Vorsicht geboten.

Die richtige Vorbereitung des Zeltes auf ein Gewitter

Wenn ihr merkt, dass ein Gewitter auf euch zukommt und ihr einen guten Platz gefunden habt, dann kommt es vor allem darauf an, dass ihr euer Zelt wind- und wetterfest aufbaut. Achtet zunächst darauf, dass ihr dem Wind so wenig Widerstand wie möglich bietet. Wenn also eine Seite von eurem Zelt länger ist als die andere, dann baut die kürzere in den Wind. Spannt das Zelt dabei so gut es geht ab und achtet darauf, dass die Heringe wirklich fest sitzen. Bei nicht selbststehenden Zelttypen wie Tunnelzelten ist dies besonders wichtig.

Befestigt alles, was vom Wind gepackt und hin- und hergerissen werden könnte – das könnte euer Zelt ernsthaft beschädigen. Bedenkt, dass euer Zelt nun der wichtigste Schutz für euch ist. Sollte es dem Wind nicht standhalten und weg- bzw. aufgerissen werden, seid ihr den Wettergewalten ungeschützt ausgeliefert.

Der Blitz ist nicht die einzige Gefahr

Gewitterdrache im Anmarsch ... | Foto: Heiko Gärtner
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Gewitterdrache im Anmarsch … | Foto: Heiko Gärtner

Auch dabei stellt der Blitz nicht die einzige Gefahr dar, sondern auch die Kälte, die oft unterschätzt wird. Selbst wenn die reale Temperatur noch 15 Grad Celsius beträgt, fällt sie durch den sogenannten Windchill-Effekt bereits bei einer Windgeschwindigkeit von 40 Kilometer auf gefühlte 6,3 Grad Celsius ab.

Für den Fall, dass ihr euch nicht ganz sicher seid, ob euer Zelt dem Gewitter wirklich standhält, schaut euch frühzeitig schon einmal nach anderen Schutzmöglichkeiten um. Hier ist alles geeignet, das euch Wind- und Regenschutz bieten kann, ohne selbst vom Wind mitgerissen zu werden. Wenn der Wind wirklich so stark ist, dass er droht euer Zelt wegzureißen, dann ist die Gefahr, die von ihm ausgeht mindestens gleich so groß wie die, von einem Blitz getroffen zu werden.

Besonders in Tropengegenden oder im Hochgebirge sieht die Sache schnell anders aus. Hier ist besonders darauf zu achten, dass alles sehr gut befestigt ist. Es gilt, sich Schutzhütten mit Blitzschutzanlage, Höhlen, Felsvorsprünge und sonstige Unterschlupfe im Vorhinein gut zu einzuprägen und im Falle des Falles möglichst schnell aufzusuchen! Zu Felswänden sollte man mindestens einen Meter (besser drei Meter) Abstand halten.

Verhaltensregeln beim Zelten bei Gewitter

Muss man bei Gewitter im Zelt bleiben (und hat keine Hütte oder ein Auto in der Nähe), so sollte man auf einer isolierenden, trockenen Unterlage mit geschlossenen Füßen in die Hocke gehen. Und dabei möglichst großen Abstand vom Gestänge und den Zeltwänden halten.

Um das Risiko eines Blitzeinschlags im Zelt so gering wie möglich zu halten, solltet ihr elektrische Geräte ausschalten und metallene Gegenstände möglichst außerhalb des Zeltes, am besten wasserdicht verpackt unter einem Baum lagern. Achtet beim Packen eures Zeltes darauf, dass nichts an die Zeltwände stößt, da das Zeltgewebe sonst das Wasser nicht mehr abhält.

Bei Gewitter – Ruhe bewahren!

Das Wichtigste ist, zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Wenn das Gewitter nun wirklich mitten über euch ist und ihr euer Zelt gut aufgebaut habt, könnt ihr sowieso nicht viel mehr tun, als euch darin zurückzuziehen und abzuwarten, bis es vorbei ist. Je nachdem, wie stark und nah das Gewitter ist und wo ihr euch gerade befindet, kann dies auch ein sehr schöner Teil des Zeltens sein. Vor allem, wenn ihr von eurem Zelt nach draußen schauen könnt. Vorausgesetzt natürlich, euer Zelt hält dem Wind stand und bleibt wasserdicht!

Wenn das nicht der Fall sein sollte, achtet unbedingt darauf, dass ihr selbst nicht mit eventuell hereinlaufendem Wasser in Berührung kommt. Wenn euer Zeltboden überschwemmt ist, dann rollt eure Isomatten zusammen und baut euch daraus Inseln, auf denen ihr erhöht sitzen könnt. Denn im Falle eines Gewitters ist das Sitzen im Wasser nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Wenn nun der Blitz irgendwo in der Nähe einschlägt, kann durch das Wasser eine Leitungsbrücke entstehen, durch die ihr auch dann einen Stromschlag bekommt. Selbst wenn euch der Blitz nicht trifft!

Wenn ihr über diese Wissen verfügt, könnt ihr dem nächsten Gewitter wenn nicht gelassen, dann doch ohne Angst entgegen sehen. Ansonsten ist nun genau die richtige Zeit für ein gemütliches Picknick im Schutz der Zeltwände!

Hast Du schon Erfahrungen mit Zelten bei Gewitter gemacht? Oder noch Fragen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

Weitere Tipps und Verhaltensregeln fürs (wilde) Zelten

Heiko Gärtner

... stammt aus Neumarkt/Oberpfalz und ist gelernter Versicherungsfachwirt. Er merkte jedoch schnell, dass das Büro nichts für ihn ist und tauschte die Krawatte gegen ein Feuerbohrset ein. Bei verschiedenen Medizinleuten aus Kanada, Neuseeland und Thailand lernte er über zwölf Jahre hinweg als Einheimischer in der Natur zu leben und brachte das Wissen der indigenen Diagnose- und Selbstheilungsformen mit nach Deutschland. Er ist u. a. Natur- und Wildnispädagoge, Tierfotograf und Extremjournalist und verfügt über diverse Ausbildungen im Bereich alternative Heilung. Seine Hobbys sind Slacklinen, Feuerjonglage, Klettern und Wandern. Gemeinsam mit Tobias Krüger hat er viele Expeditionen weltweit unternommen. Dabei haben sie u.a. auf Island in den Vogelfelsen gelebt, sind als Obdachlose durch Deutschland gereist und haben als erstes blind die Zugspitze bestiegen. Ab dem 01.01.2014 hängen sie ihr sesshaftes Leben endgültig an den Haken und brechen auf zu einer dreißigjährigen Weltreise, um den Geheimnissen des Lebens auf den Grund zu gehen. Pfeil Alle Artikel von Heiko Gärtner