100 TageGeld zurück Kostenloser VersandAb 50€ in D und AT
Live Chat & Hotline+49(0)8024-902290 Kostenloser Rückversandin D und AT
magazine::magazine
Wenn der Schuh drückt

Blasen am Fuß behandeln: Was kann man tun?

Wenn der Schuh immer wieder reibt, aktiviert die Haut ihren Schutzmechanismus - eine Blase entsteht. Nun ist es wichtig das Richtige zu tun, um den Zustand nicht noch zu verschlimmern. Die folgenden Tipps helfen dabei.

Egal, welche vorbeugenden Maßnahmen man getroffen hat und wie gut die Wanderschuhe eingelaufen sind – manchmal hat man einfach Pech und holt sich an den Füßen eine Blase. Diese gilt es richtig zu behandeln. Je nachdem, wie ausgeprägt die lokale Reaktion ist, gibt es dabei mehrere Möglichkeiten.

Erste Anzeichen erkennen – leichte Blasen behandeln

Blase im Anmarsch? Nicht gleich aufgeben! Blasenpflaster und Tape verschaffen Linderung. Damit es gar nicht so weit kommt, gibt es spezielle Anti-Blasen-Socken von Wrightsock. | Foto: Wrightsock
Linkicon

Blase im Anmarsch? Nicht gleich aufgeben! Blasenpflaster und Tape verschaffen Linderung. Damit es gar nicht so weit kommt, gibt es spezielle Anti-Blasen-Socken von Wrightsock. | Foto: Wrightsock

Spürt man auf der Tour erste Anzeichen einer sich anbahnenden Blase wie zum Beispiel leichte Schmerzen, Reibung oder Rötung, so sollte man diese Stelle abtapen, um die Reibung zu vermindern. Entweder nimmt man hierzu etwas festeres Tape (zum Beispiel Leukotape® aus der Apotheke) oder spezielle Blasenpflaster (zum Beispiel Compeed®). Gerade bei kleineren Bläschen oder beginnenden Blasen kann dies Linderung verschaffen und reicht in vielen Fällen schon zur Behandlung aus.

  • Das einfache Tape hat den Vorteil, dass es etwas günstiger ist als Blasenpflaster und weniger dick aufträgt. Jedoch bringt es den Nachteil, dass es teilweise beim Entfernen die darunter liegende Haut mit abreißt. Gerade wenn sich im Verlauf doch noch eine richtige flüssigkeitsgefüllte Blase bildet, kann dies sehr unangenehm werden, da die offene Haut dann den perfekten Nährboden für Entzündungen bietet (Näheres hierzu im Abschnitt „Entzündete Blasen„).
  • Spezielle Blasenpflaster bringen den Vorteil, dass sie die Wunde schön abpolstern und die Reibung deutlich reduzieren. Dafür sind sie etwas teurer. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Pflaster so lange auf der Blase lässt, bis sie von alleine abfallen. Bis dahin ist die Blase in der Regel verheilt, so dass die Haut nicht mit abgerissen wird.

Soll man eine Blase öffnen oder nicht?

Ein Blasenpflaster wie das Compeed ist immer die erste Wahl, um Blasen am Fuß zu behandeln. Aufstechen sollte man die Blase nur im Notfall, da sich die Haut dabei entzünden kann. | Foto: Compeed
Linkicon

Ein Blasenpflaster wie das Compeed ist immer die erste Wahl, um Blasen am Fuß zu behandeln. Aufstechen sollte man die Blase nur im Notfall, da sich die Haut dabei entzünden kann. | Foto: Compeed

Ist die Blase bereits prallgefüllt mit Flüssigkeit, wird die Behandlung unter Umständen etwas schwieriger. Ein Abtapen mit einem normalen Tape reicht in der Regel nicht mehr aus. Hier sind die speziellen Blasenpflaster sinnvoller, da sie einen stärkeren mechanischen Schutz bieten.

Bei sehr großen und stark schmerzenden Blasen helfen oft auch Blasenpflaster nicht mehr ausreichend und man muss eine Entscheidung treffen. Entweder man verkürzt die Tour, legt einen Pausentag ein und schont sich entsprechend, oder man kann die Blase „eröffnen“, wie der medizinisch korrekte Ausdruck für das Aufstechen von Blasen heißt. Das verschafft zwar in der Regel die beste Linderung, bringt aber die Gefahr einer Entzündung mit sich und sollte im Einzelfall streng abgewogen werden.

Das Behandeln von Blasen sollte unter möglichst sterilen Bedingungen erfolgen, um eine Infektion zu vermeiden. Daher unbedingt auf sterile Nadeln, saubere Desinfektion und sterilen Wundverband achten.

Behelfsmäßiges Öffnen von Blasen

Hat man keine andere Wahl, weil die Route es so vorgibt und man noch einen längeren Weg vor sich hat, führt manchmal kein Weg daran vorbei, die Blase behelfsmäßig zu öffnen. Wann immer möglich, sollte man jedoch den Weg des Blasenpflasters wählen, um eine Infektion zu vermeiden! Im Idealfall sollte das Aufstechen – wenn unumgänglich – so ablaufen:

  1. Desinfektion: Das Gebiet um die Blase herum großzügig mit Desinfektionsspray aus dem Erste-Hilfe-Set besprühen. Ab jetzt ist dieser Bereich für die Finger tabu und wird nur noch mit sterilen Gegenständen berührt.
  2. Eröffnen: Anschließend eine sterile Einmal-Nadel (zum Beispiel in der Apotheke erhältlich) verwenden, und damit die Blase am Unterrand öffnen.
  3. Entleeren: Um die Flüssigkeit zu entleeren, nimmt man einen sterilen Tupfer aus dem Erste-Hilfe-Set und streicht damit die Flüssigkeit zur eröffneten Stelle hin aus. Gegebenenfalls wird dieser Schritt wiederholt.
  4. Wundverband: Nun erfolgt der Wundverband – am besten mit einem Blasenpflaster, da dies erstens steril ist und zweitens Substanzen enthält, die die Wundheilung fördern. Das Blasenpflaster kann je nach Größe und Lage mit zusätzlichem Tape oder einem kleinen Verband befestigt werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass keine neuen Scheuerstellen entstehen.

Auf Tour muss man häufig improvisieren. Wichtig ist es zu wissen, dass mit jeder Improvisation (zum Beispiel Nadel, die mit einem Feuerzeug erhitzt wurde) die Infektionsgefahr deutlich ansteigt.

Die Haut hat eine wichtige Schutzfunktion. Sie sollte daher beim Öffnen der Blase auf keinen Fall entfernt werden. Auf Mehrtagestouren abends die Füße trocken lassen, damit sich die Haut erholen kann. | Foto: Adeline Morel
Linkicon

Die Haut hat eine wichtige Schutzfunktion. Sie sollte daher beim Öffnen der Blase auf keinen Fall entfernt werden. Auf Mehrtagestouren abends die Füße trocken lassen, damit sich die Haut erholen kann. | Foto: Adeline Morel

Achtung: Auf keinen Fall sollte man die Haut von der Blase entfernen, da diese weiterhin als Schutzschicht diehnt. Sie schützt die darunter liegende Haut erstens vor der mechanischen Belastung und damit vor Schmerzen und zweitens vor einer Entzündung. Auch auf Cremes, Salben etc. sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Diese weichen die Haut zusätzlich auf und durch die Feuchtigkeit entsteht ein guter Nährboden für Bakterien. Wann immer möglich sollte man auf Mehrtagestouren abends die Füße trocknen – so gibt man der Haut die Chance, sich zu regenerieren.

Die entzündete Blase – was tun?

Beim Öffnen einer Blase besteht immer eine Infektionsgefahr. Eine Entzündung erkennt man in der Regel an folgenden Alarm-Zeichen:

  • zunehmender Schmerz (auch über die Blase hinausgehend)
  • Überwärmung des Wundgebietes
  • starke Rötung (auch über die Blase hinausgehend)
  • Schwellung des umliegenden Gewebes
  • eitrige Sekretion

Treten diese Symptome auf, so ist eine korrekte, ärztliche Behandlung notwendig, da sich eine Infektion ausbreiten kann. Im seltenen Falle kann sie auch zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen, die in Extremfällen lebensbedrohlich ist. Bei entzündeten Blasen ist unbedingt auf einen absolut sterilen Wundverband zu achten. Man sollte die Tour schnellstmöglich beenden und einen Arzt aufsuchen. Je nach Größe der Blase ist eine chirurgische Behandlung der Wunde oder eine antibiotische Therapie unumgänglich.

Wichtige medizinische Hinweise

Wie bei allen medizinischen Fragestellungen kann nie eine Garantie gegeben werden – ein gewisses Restrisiko bleibt immer bestehen. Es gibt auch nie die eine, korrekte Behandlung für den jeweiligen Fall. Die oben beschriebenen Maßnahmen sind daher lediglich als Empfehlung und Hilfestellung gedacht. Die Verantwortung für die Entscheidung am Berg muss jeder selbst übernehmen.

In den Bergen und in abgelegenen Gegenden sollte im Zweifel immer die etwas vorsichtigere Entscheidung getroffen werden, da selbst kleine Lappalien wie eine Blase einen Abstieg bzw. den Rückmarsch unter Umständen deutlich erschweren können. Je nach Bedingungen bringt man sich dann in eine schwierige oder sogar bedrohliche Lage. Hier gilt es eigenverantwortlich für sich selbst und zusammen mit seinen Begleitern eine sinnvolle Entscheidung zu treffen. Keine Tour ist so wichtig, dass man sie unter Gefährdung der Gesundheit erzwingen sollte. Und die geplante Tour kann man zu einem anderen Zeitpunkt ohne Schmerzen an den Füßen auch viel besser genießen.

Erste-Hilfe-Sets und Blasen-Pflaster gibt’s übrigens bei Bergzeit

Mehr zum Thema:

Basti Fiedler

Neben meinem Job als Assistenzarzt bin ich im Sommer so oft es geht in der Natur unterwegs - egal ob beim Klettern, Bergsteigen, Mountainbiken oder Laufen. Im Winter trifft man mich am ehesten auf der Suche nach einem unverspurten Hang bei einer Skitour. Pfeil Alle Artikel von Basti Fiedler