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Endlich Durchblick im Bürsten-Dschungel

Boulderbürsten FAQs: 7 Fragen von Typen bis Einsatzbereich

3 Minuten Lesezeit
Warum tragen Boulderer und Kletterer immer eine kleine Bürste bei sich? Richtig: Sie putzen damit Griffe und Tritte, bevor sie losklettern. Doch welche Arten von Boulderbürsten gibt es eigentlich und was bringt die Griff-Bürsterei wirklich? Unser FAQ verrät es Dir.

Was ist eine Boulderbürste und wozu brauche ich sie?

Was hat eigentlich eine Zahnbürste mit dem Bouldern zu tun? Diese Frage stellt sich jeder Neuling, der zum ersten Mal die Boulderhalle betritt oder ein Bouldergebiet besucht. Denn dort sieht man sie überall: Am Chalkbeutel oder in einer kleinen Extratasche der Kletterhose tragen Boulderer und Kletterer diese kleine Bürste mit sich. Für die Zahnhygiene ist diese allerdings nicht. Stattdessen handelt es sich bei den kleinen, manchmal auch größeren Bürsten um Boulderbürsten bzw. Kletterbürsten. Man setzt sie ein, um Griffe zu reinigen – das verbessert die Reibung.

Zwei verschiedene Seiten mit unterschiedlichen Borsten für unterschiedliche Einsatzbereiche: Diese Art der Boulderbürste ist sehr vielseitig.

Bergzeit

Zwei verschiedene Seiten mit unterschiedlichen Borsten für unterschiedliche Einsatzbereiche: Diese Art der Boulderbürste ist sehr vielseitig.


Welche Arten von Boulderbürsten gibt es?

Für Kletterer und Boulderer stehen verschiedene Arten von Kletterbürsten und Boulderbürsten zur Auswahl. Zum einen gibt es die kleinen Bürsten, die wie Zahnbürsten aussehen. Außerdem gibt es Boulderbürsten mit zwei Borsten-Enden: Das eine ist dünner und für kleinere Griffe geeignet, das andere Ende ist dicker. Für größere Flächen gibt es entsprechend größere Bürsten, die einer Schuhbürste gleichen. Zur Verlängerung für weit entlegene Griffe lassen sich viele Bürsten auch mit einem Putzstab kombinieren. Wer gerne verschiedene Arten von Bürsten bei sich trägt, kann Boulderbürsten auch im Set erwerben.

Naturhaar oder Nylon?

Boulderbürsten werden in der Regel mit Naturhaarborsten oder mit Nylon angeboten. Die Vorteile der Naturhaarborsten sind ihre raue Struktur, an der Staub- und Schmutzpartikel leicht anhaften. Die Borsten sind in der Regel weicher, sodass sie sich eher für kleinere oder nicht allzu stark verschmutzte Griffe eignen. Die Nylonbürsten kommen eher an großen Griffen oder stark verunreinigten Stellen zum Einsatz.

Testbericht über verschiedene Arten von Boulderbürsten im Bergzeit Magazin

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Warum müssen Griffe und Tritte gereinigt werden?

Durch einen Belag von Erde, Staub, Schmutz, Handschweiß oder Chalk können Griffe und Tritte rutschig werden. Moment mal, Chalk? Ist Chalk nicht gut fürs Klettern? Das Magnesia, das viele Kletterer gern auf Händen und Griffen verteilen, verbessert den Grip, in dem es Handschweiß reduziert. Ein Zuviel davon auf den Griffen bildet jedoch einen unschönen Belag, der – gerade in Kombination mit anderen Partikeln wie Staub, Schmutz oder Hautfett – zur Rutschpartie werden kann. Besonders prekär wird die Situation bei hoher Luftfeuchtigkeit. Da das Magnesia Wasser bindet, macht es als Überbleibsel am Boulder die Tritte und Griffe schön „schlonzig“. Vielbesuchte Routen und Boulder sollten deshalb regelmäßig zwischengereinigt werden.

Wer viel chalkt, sollte auch öfter die Griffe reinigen.

Boreal

Wer viel chalkt, sollte auch öfter die Griffe reinigen.


Warum ist das Bürsten der Griffe draußen wichtig?

Bürste liegt auf Fels

Gerade in Hallen oft gesehen: Griffe mit unschönem „Belag“ aus Chalk und Schmutz.


Draußen klettern ist anders. Der größte Unterschied ist wohl, dass man am Kletterfels keine bunten Griffe vorfindet, die einem klar aufzeigen, wo es lang geht. Stattdessen muss man sich den Weg nach oben selbst suchen – für viele Kletterer und Boulderer macht gerade dieses „Routen lesen“ den besonderen Reiz aus.

Ist nun jedoch jeder zweite Griff durch weiße Pulverreste klar gekennzeichnet, fällt diese Art der Herausforderung weg – die Chance auf eine echte „Onsight Begehung“ (durchklettern beim ersten Versuch, ohne die Route zu kennen) entfällt. Dabei geht es nicht nur um das Chalk, das, auf Händen verteilt, letztlich am Fels zurückbleibt. Gerne markieren sich Kletterer und Boulderer per „Tick Mark“ auch die Stelle am Fels, an der ein Griff besonders gut zu halten ist.

Im Zuge einer guten Kletterethik und dem Respekt gegenüber nachfolgenden Kletterern sollten alle Spuren der Tour im Anschluss beseitigt werden. Schließlich möchte man bei einem spannenden Thriller ja auch nicht das Ende verraten bekommen, bevor man den Film schaut.

Magnesia im Sandstein: Ein No-Go?

Eine besondere Ausnahme bildet übrigens der Sandstein. Hier führt das Chalk dazu, dass die feinen Poren im Gestein verstopfen und die Griffe zur reinsten Rutschpartie werden. Deshalb ist das Chalken in Klettergebieten wie dem Elbsandstein grundsätzlich verboten; in der Pfalz wird Chalk nur in den oberen Schwierigkeitsgraden geduldet. Das anschließende Entfernen aller Chalkspuren sollte hier selbstverständlich sein.

Wie oft sollte ich einen Boulder putzen?

Sooft wie möglich. Extrem wichtig ist das Bürsten insbesondere in sogenannten Spreadwalls, also Wänden mit vielen Griffen und nicht definierten Bouldern. Hier wird nicht so oft umgeschraubt und auf den Griffen und Tritten können sich sehr unschöne Rutschbeläge bilden. Das gleiche gilt natürlich auch für vielbesuchte Routen und Boulder draußen: Einfach zwischendrin immer mal wieder bürsten.

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