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Do you speak boulder?

Boulder-Begriffe zum Angeben

6 Minuten Lesezeit
Was ist eigentlich ein Sloper? Und brauche ich beim Bouldern wirklich einen Mantel? Wir verraten Dir, was es mit den gängigsten Boulderbegriffen auf sich hat – und freuen uns auf Deinen Input!

„Nach dem Sitzstart musst du links hooken, dann rüber zu dem Sloper traversieren und am Ausstieg mantlen!“ Alles klar soweit? Oder verstehst Du nur Bahnhof? Boulderer sprechen eine ganz eigene Sprache. Kein Wunder, gibt es doch unzählige speziell geformte Griffarten, sportartspezifische Bewegungen und Ausrüstung, die nur die Szene kennt.

Zugegeben - die Boulder-Sprache wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Wir bringen Licht ins Dunkel!

Red Chili

Zugegeben – die Boulder-Sprache wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Wir bringen Licht ins Dunkel!


Im Folgenden stellen wir Dir ein paar der wichtigsten Ausdrücke vor. Damit beeindruckst Du bei der nächsten „Problem-Besprechung“ alle Anwesenden mühelos.

Bouldersprache von A bis Z

Affenindex
Ist Dein Affenindex größer als eins? Glückwunsch, dann kannst Du es beim Bouldern weit bringen! Der Affenindex berechnet sich aus Deiner Armspannweite, geteilt durch Deine Körpergröße. Sprich: Ist die Armspannweite länger als Du groß bist, hast Du einen Affenindex von mehr als eins und somit eine gute Reichweite für entlegene Griffe.

Allez!
Sehr beliebter motivierender Zuruf unter Boulderern (nicht nur französischen). Anders als in Frankreich, gerne auch mit Betonung der ersten Silbe. Lässt sich prima kombinieren mit „Du schaffst das!“, „Komm schon!“ oder „Bleib dran!“

Campusboard
Dieses Ding siehst Du eigentlich in jeder Boulderhalle: Ein leicht überhängend angebrachtes Holzbrett, auf dem mehrere horizontale Leisten montiert wurden. Sich an ihnen hochzuziehen, trainiert die Fingerbeuger und Deine Oberarmmuskulatur. Der Legende nach haben Kurt Albert und Wolfgang Güllich das Campusboard erfunden – andere behaupten jedoch, es war Jerry Moffat. Fest steht, dass Güllich für die weltberühmte „Action Directe“ (UIAA XI. Grad) mit einem Campusboard trainiert hat.

Das Campusboard - Für erfahrene Boulderer durchaus ein Trainingsgerät zum Angeben, für Anfänger nicht unbedingt die erste Wahl.

Das Campusboard – Für erfahrene Boulderer durchaus ein Trainingsgerät zum Angeben, für Anfänger nicht unbedingt die erste Wahl.


Crashpad
Mobile (zusammenklappbare) Bouldermatte, die Du Dir an den Rücken hängen kannst, um draußen damit von Fels zu Fels zu ziehen. Eignet sich auch hervorragend zum Chillen nach der Bouldersession.

Das Crashpad ist eine geniale Erfindung! Es sorgt nicht nur für eine weiche Landung beim Bouldern am Fels, sondern markiert auch die Chill-Area nach der ganzen Anstrengung.

Red Chili

Das Crashpad ist eine geniale Erfindung! Es sorgt nicht nur für eine weiche Landung beim Bouldern am Fels, sondern markiert auch die Chill-Area nach der ganzen Anstrengung.


Crux
Unter der Crux versteht man die Schlüsselstelle eines Boulders. Also der Part, der am schwierigsten zu meistern ist und den man meist separat ausbouldern muss, bis einem der gesamte Boulder gelingt.

Dynamo
Dynamos polarisieren: Manche Boulderer lieben diese Art der Bewegung, bei der es darum geht, einen Griff anzuspringen (der anders nicht oder nur sehr schwer zu erreichen ist). Dynamos erfordern ein sehr kontrolliertes Springen und viel Schnellkraft – Aspekte, die sich erst durch reichlich Übung erlernen lassen. Andere lassen lieber die Finger von Dynamos, da sie das „statische“ Bouldern (mit kleinen, langsamen und kontrollierten Bewegungen) bevorzugen.

Fontainebleau-Skala
Der Wald rund um das französische Städtchen Fontainebleau gilt als der Geburtsort des Boulderns. Unzählige Felsen liegen hier auf den sandigen Böden verstreut und animierten die Locals schon vor mehr als 100 Jahren dazu, sie zu beklettern. So entstand die bis heute am weitesten verbreitete Bewertungs-Skala für Boulderprobleme. Die Fontainebleau-Skala geht von 2 (leicht) bis 9 (sehr schwer) und ist in den höheren Graden nach a, b und c unterteilt sowie einem Pluszeichen, das auf den Buchstaben folgt und andeutet, dass der Boulder schwerer ist: 6a+ ist demnach schwerer als 6a. Weitere Infos findest Du hier: Schwierigkeitsgrade beim Bouldern – Tabelle und Umrechnung

Highball
„Highballs are only for boulderers with big balls” – so oder so ähnlich könnte man einen Highball (oder High Ball) beschreiben. Es handelt sich dabei nämlich um besonders hohe Boulder, bei denen ein kontrolliertes Abspringen nicht mehr möglich ist. Highballs sind zwischen vier und zehn Meter hoch. Somit verschwimmt die Grenze zum Free Solo Klettern (Klettern ohne Seil) bei besonders hohen Highballs.

Hook / hooken
Die Fußarbeit beim Bouldern ist essenziell. Meist wird mit der Fußspitze angetreten. In überhängenden Bouldern wie Dächer oder Dachkanten (Ausstieg aus einem Dach) bietet sich jedoch manchmal eine andere Fußtechnik an: das Hooken. Dabei wird beim Heelhook die Ferse an den Tritt „gehängt“, beim Toehook ist es die Fußspitze. Aus dem Hook kann man durch aktives Ziehen aus dem Bein weiterklettern; man kann den Hook aber auch nur zum Verklemmen und „Ausruhen“ nutzen. Dazu ist es natürlich unerlässlich, dass Dein Kletterschuh passgenau sitzt und keine Luft im Fersenbereich ist.

Mantle / mantlen
Für mich hat der Mantle immer etwas vom „eleganten“ Aussteigen aus dem Swimmingpool, wenn keine Leiter da ist (im Gegensatz zur Bauch-Robb-Technik). Der Mantle wird zum Aussteigen auf einen Felsen oder zum Klettern auf eine Kante bzw. einen Vorsprung genutzt und ist eine Kombination aus dem Stützen aus den Armen, Hochschwingen des Beines auf dieselbe Ebene und dann aufstehen. Klingt leicht, oder? Ohne das Wasser im Pool leider nicht ganz so.

Dieser Zug will gelernt sein: Für einen eleganten Ausstieg wird zusätzlich ein Heelhook eingebaut, um kraftsparender über die Kante zu kommen.

La Sportiva

Dieser Zug will gelernt sein: Für einen eleganten Ausstieg wird zusätzlich ein Heelhook eingebaut, um kraftsparender über die Kante zu kommen.


Offene Türe
Wenn Boulderer über eine „Offene Türe“ sprechen, beschweren sie sich nicht über die Zugluft. Stattdessen haben sie sich in eine Position manövriert, die instabil ist. Würden sie nun ihre Hand zum Weitergreifen lösen, würde sich auch der Fuß derselben Körperhälfte lösen. Der Boulderer dreht sich dann wie eine Tür um die haltende Hand und den verbleibenden Fuß. Die offene Tür ist ein Schwerpunktproblem. Oft hilft es, die Füße in eine andere Position zu bringen, die zentraler unter dem Körperschwerpunkt liegt.

Problem
Boulderer können nicht abschalten und denken selbst beim Sport immer an ihre Probleme? Könnte man meinen! Tatsächlich sprechen Boulderer aber von einem Problem (Synonym zu Boulder), wenn sie vor einer Route stehen, bei der auf dem Weg nach oben die Fußtritte oder Griffe schlichtweg zu fehlen scheinen. Hier wird das Ganze interessant, denn nur im Zusammenspiel von Technik, Körperspannung, der richtigen Portion Kraft, dem richtigen Moment und Geduld ist diese Herausforderung zu lösen. Probleme bouldern heißt auch strategisch denken!

Sitzstart
Des einen Freud, des anderen Leid: Der Sitzstart. Hier positioniert der Boulderer seine Arme und Beine an der Wand oder am Felsen, während er noch auf dem Boden sitzt. Wichtig dabei: Das Hinterteil verlässt zuletzt den Boden, allerdings noch bevor der erste Zug gemacht wird. Klingt auf den ersten Blick recht gemütlich, erfordert aber je nach Route eine gute Körperspannung.

Sloper
Willkommen in der Welt der Griffe! Ein Sloper, auch „Aufleger“ genannt, ist ein abschüssig verlaufender Griff, der zudem meist rundlich und strukturarm ist. Um Routen mit Sloper zu meistern, empfehle ich eine der Grundregeln beim Bouldern: Bleib nah an der Wand, um den notwendigen Druck auf den Griff aufbauen zu können. An Slopern rutscht man übrigens leichter ab als gedacht, wenn die Kraft nachlässt.

Traverse / traversieren
Traversen sind nicht nur was für Boulderer mit Höhenangst! Traversen oder auch Querungen stellen eine effiziente Möglichkeit dar, um das Entkoppeln zu trainieren. Gemeint ist damit, dass der Boulderer seine Arme und Beine unabhängig voneinander setzt, sich nicht sackartig hochzieht, sondern am langen Arm und aus den Beinen heraus bouldert. Da die Griffe an Traversen in der Regel in verschiedene Richtungen geschraubt sind, muss die Belastungsrichtung bei beinahe jedem Zug neu angepasst, Fußwechsel absolviert und der eigene Schwerpunkt verlagert werden.

Jetzt bist Du gefragt!

Welche Begriffe fehlen Dir hier? Unsere Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil hoffen wir, dass Ihr als Community unser Lexikon ergänzen könnt. Schreibt uns Eure(n) Begriff(e) einfach in den Kommentaren!

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