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9 Fragen zu Isomatten: Von Funktion über R-Wert bis Pflege

5 Minuten Lesezeit
Wie funktioniert eigentlich eine Isomatte? Was ist dieser ominöse R-Wert? Was mache ich, wenn meine Isomatte einmal ein Loch hat? Diese und weitere Fragen beantwortet Dir Bergzeit Autor Flo Glott!

1. Was ist eine Isoliermatte?

Eine Isoliermatte (Isomatte) ist eine Schlafunterlage, die Dich primär bei einer Outdoorübernachtung vor der Bodenkälte schützen soll. Die Isomatte soll aber auch Deinen Schlafsack vor spitzen Gegenständen am Boden schützen und Dir maximalen Liegekomfort bieten.

Zwei Personen liegen im Schlafsack auf Isomatte und sehen sich das Panorama an.
Ob beim Wildcampen, draußen schlafen oder Campingurlaub: Hier gehört eine Isomatte zwingend ins Gepäck! | Foto: Mountain Equipment

2. Wie funktioniert eine Isomatte?

Eine Isomatte bedient sich der isolierenden Wirkung von stehender Luft, welche ein schlechter Wärmeleiter ist. Gewöhnliche wie auch selbstaufblasbare Isomatten bestehen aus Polyethylen (PE), Polyurethan (PUR) oder Ethylenvinylacetat (EVA). Bei allen drei Materialien handelt es sich um Schäume, die viele kleine Hohlräume enthalten. In diesen nur Mikrometer großen Luftkammern findet keine Luftbewegung statt, wodurch die isolierende Wirkung zustande kommt.

3. Was ist der R-Wert?

Der Wärmedurchgangskoeffizient oder Wärmedurchgangswiderstand (R-Wert) ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch Materie. Er beschreibt also, wie gut Deine Isomatte isoliert. Hierbei gilt: je höher der R-Wert, desto besser die Isoliereigenschaften. Willst Du auch im Winter am Gipfel schlafen, sollte Deine Matte mindestens einen R-Wert von 4 besitzen.

R-Wert: Eine Übersicht

R-WertTemperaturJahreszeitEinsatzbeispiel
1,5 - 2,5bis +7°CFrühling, Sommer, HerbstCamping im Sommer
1,5 - 2,5bis +2°CFrühling, Sommer, HerbstCamping im Frühjahr und Herbst
2,5 - 3,5bis -5°CFrühling, Sommer, Herbst, gemäßigte WinternächteGanzjahrescamping
3,5 - 4,5bis -11°CAlle JahreszeitenBiwaks im alpinen Umfeld
4,5 - 5,5bis -17°CWinterWinterbiwaks
5,5 - 6,5bis -22°CWinter, ExpeditionenExpeditionen
über 6,5ab -22°CExtreme Winter- und ExpeditionseinsätzeExtremeinsätze auf Polarexpeditionen, etc.

Genaueres über den R-Wert erfährst Du in unserem Beitrag Was bedeutet der R-Wert bei Isomatten?

4. Isomatte oder Luftmatratze?

Frau sitzt vor einem Zelt, vor ihr liegen zwei orangene Isomatten von Exped.
Welche Art der Isomatte für Dich die beste ist, hängt von Deinen persönlichen Vorlieben und Schlafgewohnheiten sowie vom Einsatzbereich ab. | Foto: Exped

Ob Du Dich für eine klassische, selbstaufblasbare oder aufblasbare Isomatte entscheiden sollst, hängt stark von den Gegebenheiten und Deinen persönlichen Vorlieben ab.

  • Klassische Matten sind oft sehr leicht und unanfällig was die Bodenbeschaffenheit angeht. Sie besitzen jedoch ein großes Packmaß und bieten Seitenschläfer nur wenig Liegekomfort.
  • Selbstaufblasbare Matten sind einfach in der Anwendung, haben einen guten R – Wert und bieten auch noch bei Undichtigkeit ein gewisses Maß an Restisolation, sind ab oft recht schwer.
  • Aufblasbare Matten sind klein im Packmaß, leicht, bieten einen hohen Schlafkomfort und besitzen je nach Füllung einen hohen R-Wert. Sie sind aber anfällig gegenüber spitzen Gegenständen auf dem Boden und eine Beschädigung bedeutet einen kompletten Isolationsverlust.
  • Luftmatratzen/Luftbetten bieten Dir den höchstmöglichen Komfort beim Campen, haben aber den entscheidenden Nachteil, dass man sie aufgrund ihres hohen Gewichts und großen Packmaßes nicht so einfach ohne Auto oder ähnlichem mit auf Reisen nehmen kann.

5. Welche Seite der Isomatte liegt oben?

(Selbst)aufblasbare Isomatten haben oft eine glatte, schmutzabweisende sowie eine raue Oberfläche. Die raue Seite verhindert, dass Du während des Schlafens von der Matte rutschst und gehört deshalb nach oben.

Manche Isomatten wie die Z Lite SOL von Therm-a-Rest besitzen eine reflektierende Oberfläche. Diese reflektiert die vom Körper nach unten abgestrahlte Wärme zurück zum Körper und erhöht somit die Wärmeleistung. Reflektierende Oberflächen zeigen deshalb stets nach oben.

6. Gehört die Isomatte in oder unter den Biwaksack?

Kurz gesagt, die Isomatte gehört in den Biwaksack. Zum einen bietet der Biwaksack einen Schutz vor Beschädigungen Deiner (selbst)aufblasbaren Matte und zum anderen könnte sich eine klassische Isomatte bei Regen mit Wasser vollsaugen, was eine Verschlechterung der Isolationswirkung zur Folgen haben würde.

7. Wo befestige ich meine Isomatte am Rucksack?

Klassische Isomatten befestigst Du am besten außen am Rucksack. Je nach Vorliebe oder Befestigungsmöglichkeiten am Rucksack kannst Du sie …

  • seitlich,
  • unter dem Rucksackboden
  • oder zwischen Deckel- und Hauptfach

… anbringen. Achte nur darauf, dass Dich Deine Matte nicht beim Gehen behindert. Aufgrund des geringeren Packmaßes von (selbst)aufblasbaren Isomatten kannst Du diese alternativ auch bequem im Rucksack verstauen. Achte jedoch darauf, dass Dein Rucksack gleichmäßig gepackt ist.

8. Was tun bei einem Loch?

Hat sich doch mal ein Steinchen in Deine (selbst)aufblasbaren Isomatte gebohrt, kannst Du die undichten Stellen schnell mit dem richtigen Flickzeug in nur wenigen Schritten daheim oder unterwegs abdichten. Wie Du das genau machst, erfährst Du in unserem Beitrag Isomatte flicken: So wird sie wieder dicht.

Kleine Löcher findest Du am besten mit etwas Seifenwasser oder dem praktischen Lochschnüffler von Relags.

Orangene Isomatte mit Flickzeug
Je nach Gegebenheiten gibt es unterschiedliche Methoden, Deine Isomatte zu flicken. | Foto: Florian Glott

9. Wie pflege ich meine Isomatte?

Wenn Du lange Freude an Deiner Isomatte haben willst, solltest Du sie richtig pflegen. Hier die drei wichtigsten Punkte.

Die richtige Lagerung

Das Wichtigste ist die richtige Lagerung. Alle Mattentypen lagerst Du am besten bei angenehmer Zimmertemperatur und vor allem trocken. Gerade Schaumstoffmatten fangen im feuchten und zusammengerollten Zustand schnell an zu schimmeln. Während Du aber Deine klassische Isomatte gerollt oder gefaltet aufbewahren kannst, solltest Du eine (selbst)aufblasbare Isomatte immer mit offenem Ventil und unkomprimiert lagern. Etwaige Feuchtigkeit kann so entweichen und das Füllmaterial verliert so nicht seine Fähigkeit die ursprüngliche Form anzunehmen. Eine selbstaufblasbare Isomatte verliert ansonsten schnell ihre namensgebende Eigenschaft sowie ihre Isolationsfähigkeit.

Isomatte richtig reinigen

Nach einer Outdoorübernachtung bleibt eine Matte selten sauber. Reinige sie deshalb am besten gleich nach einer Tour bei geschlossenen Ventil mit warmen Wasser und einem weichen Tuch oder Bürste. Bei hartnäckiger Verschmutzung kannst Du ein sanftes Spül- oder Waschmittel verwenden. Spüle Deine Matte nachher gründlich mit klarem Wasser ab und lasse sie ordentlich trocknen. Verwende keine aggressiven Reiniger, da diese unter Umständen Deine Matte angreifen können.

Isomatte richtig aufblasen

Verwende zum Aufpumpen der Luftmatte stets eine Pumpe oder Pumpsack. Die Feuchtigkeit in der Ausatemluft kann zur Schimmelbildung, besonders im Füllmaterial, im Inneren Deiner Isomatte führen. Dies ist nicht nur eklig, sondern reduziert zudem den R-Wert, also die Isolationswirkung der Isomatte.

Noch Fragen? Dann ab damit ins Kommentarfeld unten!

Alle Isomatten bei Bergzeit findest Du hier:

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