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Kompakt, stabil, praktisch!

Primus Firestick Stove im Praxistest

6 Minuten Lesezeit
Der neue Primus Firestick Stove passt in so ziemlich jede Tasche und schützt den Brenner beim Transport vor Beschädigungen. Unser Outdoor-Enthusiast Andi Lindebner hat sich den Gaskocher genauer angeschaut und für Dich draußen getestet.

Der schwedische Outdoorspezialist Primus – übrigens war der Namensgeber der erste rußfreie Kerosinkocher im Jahr 1892 (Primus = Erster) – zählt bereits seit langem zu den innovativen Firmen im Bereich der Outdoorküche. Mit einer Firmengeschichte von über 125 Jahren ist es umso schöner zu sehen, dass sich Primus nicht nur um Top-Qualität und Weiterentwicklung kümmert, sondern auch seinen nachhaltigen Ansatz mit einer rein europäischen Produktion verbindet. Der ökologische Fußabdruck ist sicherlich mit einem kleinen Gaskocher beinahe zu vernachlässigen. Und gerade deshalb kocht es sich mit dem neuen Firestick Stove gleich noch einmal beruhigter, wenn man weiß, dass der Kocher einen sehr hohen Wirkungsgrad verspricht und der Gasverbrauch dadurch minimiert wird. Nutzt man dazu Primus Gas ist es sogar CO2-neutral durch eine Kompensation über ein Förderprojekt. Ein wirklich gelungenes Konzept!

Das Testprodukt: Der Firestick Stove

Der neue Primus Firestick Stove verspricht ein äußerst kompakter und dabei sehr robuster Gaskocher zu sein. Durch seine Konstruktion bringt er einen Windschutz mit und hält verschiedene Topfgrößen stabil auf den drei ausklappbaren Armen. In meinem Testbericht will ich euch den neuen Gaskocher vorstellen und ihn auch im Einsatz in der Natur ausprobieren. Mal sehen, ob er die hervorragend klingenden Worte, die ihm Primus mit auf den Weg gegeben hat, in die Tat umsetzen kann.

Klassischer, kompakter Gaskocher

Der Firestick Kocher ist ein klassischer Gaskocher, der direkt auf eine Gaskartusche aufgeschraubt wird. Mit seinen 105 Gramm Gewicht in der Edelstahlversion ist er nicht nur äußerst leicht, sondern mit den Abmessungen 3,6 x 10,4 Zentimeter sehr kompakt. Obwohl es noch leichtere Aufschraubkocher auf dem Markt gibt, besticht der Firestick Stove durch die stabile und kompakte Bauweise. Der Name Firestick kommt nicht von Ungefähr: Klappt man den Kocher zusammen, ist der Brenner selbst geschützt und es stehen, wie eben bei einem Stock, auch keine Teile heraus – praktisch für einen sicheren Transport. Insgesamt erfüllt der Firestick Gaskocher jegliche Ansprüche, wenn es um Stabilität, Kompaktheit und Einfachheit geht.

Als Topfset habe ich das Primus Trek Pot Set verwendet. Das Set besteht aus zwei Töpfen, 0,6 Liter und 1,0 Liter sowie einer Pfanne, die gleichzeitig Deckel ist. Das aus harteloxiertem Aluminium gefertigte Set lässt sich in dem mitgelieferten Beutel praktisch verstauen. Die Griffe lassen sich gleichzeitig als Verschluss für das Set verwenden. Praktisch: In den 1,0 Liter Topf passt sowohl eine 230 Gramm Gaskartusche als auch der in seiner mitgelieferten Stoffhülle verpackte Kocher. Der kleine Topf findet dann allerdings keinen Platz. Da ich auf Tour immer nur Wasser erhitze, um das dann weiter zu verwenden, ist ein zweiter, kleinerer Topf nicht zwingend notwendig.

Der Kocher im Praxistest

Wie schlägt sich der Primus Firestick Stove in der Praxis? Ein erster Trip im frühlingshaften März soll das herausfinden.

Primus stellt die Möglichkeit sehr hervor, dass der Kocher praktisch in jeder Jackentasche verschwinden kann und durch seine zusammengeklappte Form auch nichts aufreißt oder kaputt macht. Das funktioniert tatsächlich prima. Für den Kocher findet man immer irgendwo ein Plätzchen zum Verstauen. Und wirklich Sorge, dass die Ausrüstung drum herum oder der Kocher selbst dabei Schaden nimmt, hatte ich nie. Gut, zugegebenermaßen muss man ja auch noch Topf und Gaskartusche mitnehmen – sonst bleibt nur mit Kocher in der Jackentasche das Essen oder in meinem Fall der Kaffee kalt.

Der Firestick Stove ist der erste Gaskocher, den ich bis dato verwende. Bisher war immer ein Trangia Sturmkocher im Einsatz. In Punkto Einfachheit und Kompaktheit besticht hier der Primus Kocher. Aufschrauben, aufklappen, mit dem separaten Piezo-Zünder anzünden, Topf drauf und schon geht es los. Innerhalb von ein paar Sekunden ist alles aufgebaut und startbereit. Die Konstruktion ist dennoch stabil: der Topf mit 1 Liter Wasser steht gut, nichts wackelt.

Das Kochen selbst war dann jedoch ein wenig ernüchternd. Ohne zusätzlichen Windschutz sind deutliche Wärmeverluste erkennbar. Mit kaum spürbarem Wind hat man doch immer wieder das „Niederdrücken“ der Flamme gehört. Da hatte ich mir mehr von der Konstruktion erwartet. Die Kochzeit lag bei knapp 10 Minuten und der Gasverbrauch bei 34 Gramm. Das ist leider recht weit weg von den 4 1/2 Minuten, die Primus angibt. Weitere Tests haben dann allerdings bessere Ergebnisse gebracht. Beim Kochen in einer sehr windgeschützten Position lag der Gasverbrauch bei 17 Gramm und das Wasser kochte in 6 Minuten. Mit kleinerer Flamme konnte der Gasverbrauch auf 15 Gramm gesenkt werden, allerdings kochte das Wasser erst nach ca. 10 Minuten. Durch die feine Regulierungsmöglichkeit des Gasventils lässt sich die Flamme problemlos einstellen.

Nach 6 Minuten kocht 1 Liter Wasser | Foto: Andreas Lindebner

Vielleicht fehlt mir ein wenig Übung mit einem Gaskocher, dieser muss sich erst noch einbrennen oder auch die Kombination aus Kocher und Topf ist nicht perfekt. Alles in allem sind die Werte in Anbetracht der kompakten und einfachen Bauweise gut und der Gasverbrauch auch für einen mehrtägigen Einsatz in einem annehmbaren Rahmen.

An Stabilität hat die Konstruktion auch bei sprudelnd kochendem Wasser nichts eingebüßt. Der 1 Liter-Topf war immerhin bis fast ganz oben gefüllt. Die mitgelieferten Alugriffe wurden nicht heiß und der Topfinhalt konnte wunderbar in die Kaffeetasse umgefüllt werden.

Fazit zum Primus Firestick Stove

Der Primus Firestick Stove, im Praxistest mit dem Primus Trek Pot Set, besticht durch seine gelungene Konstruktion, Kompaktheit und Stabilität. Das Packmaß ist hervorragend, wenn man bedenkt, dass man sich keine Sorgen um Schäden machen muss. Alles in einem Topf sicher verpackt, ist der Kocher ein perfekter Begleiter auf jeder Tour. Für einen längeren Trip ist jedoch ein Windschutz unerlässlich. Ohne ist die Kocherflamme einfach zu anfällig und der Gasverbrauch zu hoch bzw. nicht genau kalkulierbar.

Meine persönliche Empfehlung: Nimm diesen Kocher mit auf (Solo-)Tour, wenn Du Dir keine Gedanken um Beschädigungen machen willst und ein einfaches und trotzdem stabiles Gerät für den schnellen Einsatz haben wollt. Pack‘ einen Windschutz mit ein, wenn Du eventuell an exponierten Stellen kochen willst.

Leider ist der Primus Firestick Stove noch nicht bei uns im Onlineshop vorrätig. Sobald er bei uns im Lager eintrifft, aktualisieren wir den Testbericht selbstverständlich. Bis dahin schau doch einfach mal im Primus Markenshop vorbei und entdecke die anderen Campingkocher von Primus!

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Ben
1 Jahr

Sieht so aus, als wäre der Soto Windmaster weiterhin das Nonplusultra unter den Aufschraubkochern. Ein Vergleich wäre schön gewesen. Der Soto ist leichter und günstiger als der Firestick und hat sich bereits bestens in diversen Tests unter windigen und auch kalten Bedingungen bewährt. Einzig das schicke Design spricht für den Firestick.

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Webmaster
1 Jahr
Reply to  Ben

Danke für deine Antwort Ben. Zu einem Soto Kocher kommt auf jeden Fall auch noch ein Test bei uns in den nächsten Wochen ;-)
Viele Grüße
Lisa vom Bergzeit Magazin


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