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Bei fremden Menschen im Auto mitfahren? Das macht doch keiner mehr. Funktioniert Trampen noch oder ist das heutzutage viel zu gefährlich? Hier sind acht Tipps, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, mitgenommen zu werden.

So wie oben denken viele Leute, sogar viele, die mich mitnehmen. Ist das Anhalterfahren wirklich überholt? Nein, keineswegs! Im Gegenteil: Es gibt heute zwar wesentlich weniger Menschen als früher, die diese Art der Fortbewegung wählen, aber dadurch klappt es noch besser. Wie kann das sein? Zum einen wird man viel und gerne von Menschen mitgenommen, die früher auch per Anhalter gefahren sind und heute ein Auto besitzen. Zum anderen passiert nicht mehr so viel Negatives durch mitreisende Übeltäter, die sich der Freundlichkeit anderer Mitmenschen bedienen und ein schlechtes Image verursachen.

Immer gut drauf und den Bus vorbeifahren lassen. Benny zeigt wie es geht und nimmt mit dieser Laune sicher gleich die nächste Mitfahrgelegenheit als Tramper. | Foto: Benny Birke
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Immer gut drauf und den Bus vorbeifahren lassen. Benny zeigt, wie es geht und nimmt mit dieser Laune sicher gleich die nächste Mitfahrgelegenheit als Tramper. | Foto: Benny Birke

Aber überzeugt euch am besten selbst. Man muss nicht gleich die ganze Welt per Anhalter bereisen. Es reicht schon, kurze Strecken zurückzulegen, um spannende und erlebnisreiche Erfahrungen zu machen. Neben meinen größeren Reisen per Anhalter lege ich täglich eine Strecke von zwölf Kilometern von meinem Wohnort zu meiner Universität zurück. Auch auf Kurzstrecken kannst du immer wieder nette und interessante Bekanntschaften machen und so herausfinden, ob das Trampen etwas für dich ist.

Was man beim Trampen beachten sollte

Damit deine Versuche möglichst erfolgreich verlaufen, gibt es ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Die Tipps, die auf meinen Erfahrungen von über 20.000 Kilometer als Reisender mit Rucksack durch zehn verschiedene Länder basieren, spiegeln gut das wieder, was es als Anhalter zu beachten gilt:

1. Beim Trampen niemals den Glauben aufgeben

Was hat denn der Glaube damit zu tun? Stimmt. Vielleicht sollte ich besser „Niemals die Hoffnung aufgeben“ schreiben. Aber auch ein Gebet hat mir schon dabei geholfen. Was ich damit sagen will, ist, du kommst garantiert von überall weg, auch wenn es ganz anders aussieht. Bleib dran, glaube dran und du wirst mitgenommen. Devise: Du kommst immer weg!

2. Fahren als Anhalter: Die Richtungsangabe im Vordergrund – das Schild

Du fragst dich vielleicht: „Wie soll ich denn mit Leuten reden, wenn sie im Auto sitzen und an mir vorbeifahren?“ Es gibt ja noch andere Kommunikationsmöglichkeiten als Sprache. Mit Hilfe eines Schildes mit einer großen und deutlichen Schrift kannst du sagen, in welche Richtung deine Reise gehen soll. Auf dem Schild sollten immer mehrere Etappenziele stehen (je nach Länge der Strecke). So weiß jeder vorbeifahrende Autofahrer Bescheid und denkt sich: „Ah, da fahr ich auch hin!“, und muss nicht lange überlegen, ob er anhält. Denn tatsächlich denken viele, dass sie eh nicht dahin fahren, wo man selbst hin möchte.

Desweiteren zeigt das Schild, dass du ein konkretes Ziel und einen Plan hast. Das vermittelt den Leuten unter anderem Sicherheit. Niemand nimmt gern einen planlosen Streuner mit. Denn wer weiß, welche Absichten dahinterstecken könnten. Zudem kommen durch ein Schild Reaktionen seitens der Autofahrer zustande, die sie selbst überraschen. Ich saß schon mal bei jemandem im Auto, der sagte: „Normal nehme ich überhaupt niemanden mit!“ Und einmal war ein Fahrer auch so ehrlich und sagte mir, dass er überhaupt nicht wisse, warum er angehalten habe. Er habe sich eigentlich immer geschworen, NIE jemanden mitzunehmen. Man sieht: So ein Schild hat Vorteile. Es zeigt Zielstrebigkeit, schafft Verbindungen und löst Reaktionen aus.

3. Positive Ausstrahlung ist das Ticket beim Trampen

Wer lächelt fährt, aber es gibt noch ein paar andere Sachen beim Trampen zu beachten. | Foto: Benny Birke
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Wer lächelt, fährt schneller mit; aber es gibt noch ein paar andere Dinge beim Trampen zu beachten. | Foto: Benny Birke

Lächle! Wer schon mies dreinguckt, wird selbstverständlich nicht gerne mitgenommen. Strahle Freude aus, mit der du andere anstecken willst. Schon manchmal habe ich gehört: „Ich war gerade nicht so gut drauf, da hab ich dich/euch gesehen und hatte Freude.“ Man merkt einem die Laune selbst durch die Autoscheibe und Entfernung an, deswegen mach dir immer Mut und sorge dafür, dass du gut drauf bist und das auch zeigst. Devise: Du solltest erst mitgenommen aussehen, wenn du mitgenommen wurdest. Auch wenn es regnet, gibt es dafür Regenjacken, und man sollte trotzdem ein wenig lächeln.

4. Das Äußere: Kleidung und Aussehen

Kleidung und Aussehen haben definitiv ihre Wirkung. Meiner Erfahrung nach ist ein farbenfrohes Auftreten willkommener als ein dunkles oder gar düsteres Erscheinungsbild. Die Sonnenbrille bleibt am besten in der Tasche. Menschen benötigen den Augenkontakt, um Vertrauen zu fassen und um ein Kennenlernen zu ermöglichen. Wenn einem die Sonne ins Gesicht knallt und man sein Gesicht verziehen muss, ist das natürlich unangenehm, aber manchmal gibt es ja auch ein schattenspendendes Straßenschild. Ebenso ist eine Kappe oder ein Hut nicht gerade vorteilhaft. Frisurentechnisch ist das so eine Sache. „Ordentlich“ fährt garantiert gut. Aber ich bin auch mit langen Haaren und Dreadlocks per Anhalter gefahren. Man wird je nachdem von unterschiedlichen Personengruppen mitgenommen. Zum einen unterstützen Dreadlocks oder lange Haare das Tramperklischee, andererseits schreckt es andere Menschen ab. Ich habe mit beiden gute Erfahrungen gemacht.

Würdest du jemanden mit Plastiktüte und zerrissener, ungewaschener Kleidung mitnehmen? Nein? Eben, die anderen auch nicht. Daher sollte man (auch wenn die letzte Wäsche ein wenig her ist) dies nicht unbedingt auf den ersten Blick durch die Scheibe sehen. Insgesamt bleibt aber auch hier eine gewisse Authentizität wichtig. Du solltest dich nicht verstellen. Tipp am Rande: Ein wenig Katzenwäsche ist überall und an jeder Raststätte möglich. Nicht dass die Fahrt wegen den paar Minuten nötiger Körperpflege arg kurz ausfällt.

5. Der richtige Platz zum Trampen: Wo die meisten Autos anhalten

Ein guter Platz beim Trampen ist übersichtlich, bietet gefahrloses Halten für den potenziellen Ride und sollte hell sein, vor allem abends. | Foto: Benny Birke
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Ein guter Platz beim Trampen ist übersichtlich, bietet gefahrloses Halten für den potenziellen Ride und sollte hell sein, vor allem abends. | Foto: Benny Birke

Ein guter Platz zum Halten ist superwichtig. Zum einen, damit nichts passiert, während jemand für dich anhält, und zum anderen, damit der Fahrer nicht noch überlegen muss, wo er am besten anhalten kann. Ein guter Halteplatz nimmt dem Fahrer Stress und gibt ihm Sicherheit. Zudem muss man selbst nicht hetzen, um den Verkehr wieder freizugeben. Gut eignen sich Standstreifen auf Autobahnauffahrten, Haltebuchten, Bushaltestellen, Rasenstreifen oder Wartungszonen. Du musst gut sichtbar sein, dein Gepäck sollte wenn möglich auch sichtbar sein, damit der Fahrer im Vornherein schon weiß, was er alles mitnehmen soll. Nachts empfiehlt sich das Tragen einer Warnweste.

6. Autobahnraststätten: Das Sprunggbrett für Anhalter

Wenn du einmal auf der richtigen Autobahn angekommen bist, solltest du diese nicht mehr verlassen, es sei denn, dir bietet sich Außergewöhnliches. Ansonsten solltest du dich immer auf Autobahnraststätten oder Autohöfen absetzen lassen, auch wenn dies ein Verlust einiger Kilometer bedeuten sollte. Auf Raststätten spricht man die Leute am besten direkt an, so bricht das erste Eis und die Leute können guten Gewissens sagen: „Komm fahr mit!“, da sie einen ersten Eindruck gewonnen haben. Zudem kommt man von Raststätte zu Raststätte schnell voran und schon ist man da. Über Raststätten lässt sich auch ein bevorstehender Autobahnwechsel gut bewältigen (was nicht immer ganz leicht ist). Durch den direkten Kontakt kann man gezielt nachfragen und sich den richtigen Leuten anschließen. Außerdem sind Raststätten meist häufiger frequentiert und an den Tankstellen ist ein reges Kommen und Fahren. Ein Tramper ist immer auffällig und wer direkt und freundlich auf Leute zugeht, hat manchmal auch das Glück, nach ein paar Enttäuschungen sogar von Autofahrern selbst angesprochen zu werden. Wohnmobilisten oder Sportler mit Bussen haben oft Zeit und Platz!

7. Gesprächs- und Kontaktfreudigkeit: Der Schlüssel zur kostenlosen Reise

Wenn du trampen möchtest, solltest du ein kontaktfreudiger und interessierter Mensch sein. | Foto Benny Birke
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Wenn du trampen möchtest, solltest du ein kontaktfreudiger und interessierter Mensch sein. | Foto Benny Birke

Wenn du trampen möchtest, solltest du ein kontaktfreudiger und interessierter Mensch sein. Schließlich lernen die Leute dich zwangsweise auf jeder Fahrt kennen und wollen zum Teil unterhalten werden. Allein die erste Frage, wo es hingehen soll und wo du herkommst, leitet meist ein langes und interessantes Gespräch ein. Hab keine Angst, denn die (meisten) Menschen wollen dir nichts Böses. Du kannst ruhig offen sein.

8. Länder und ihre Sitten: Trampen in Europa

In welchen Ländern lässt es sich denn nun gut trampen? Meiner Erfahrung nach klappt es prinzipiell überall. Dennoch gibt es Länder, die sich besser eignen als andere. Ich kann natürlich nur etwas zu den Ländern sagen, welche ich schon selbst bereist habe, und natürlich sind es meine subjektiven Erfahrungen. Darunter: Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Tschechien, Polen, Dänemark, Schweden, England, USA. Ich verteile 10 Punkte. Es wäre klasse, wenn ihr in der Kommentarfunktion unten eure Erfahrungen teilt, so hat jeder was davon!

Land Note
Tschechien 10
Deutschland 9
Polen 9
Dänemark 9
Österreich 8
Italien 8
Schweden 7
England 6
USA (Virginia) 3-4

Noch Fragen offen geblieben? Ich freue mich auf deinen Kommentar und deine Erfahrungen beim Trampen!

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Benny Moose

Benny Moose studiert Lehramt (Geographie und Arbeitslehre) und hat 2012 das Anhalterfahren für sich entdeckt. Im Sommer 2012 ging seine erste große Tour nach Stockholm, spätestens seit diesem Trip ist er vom Anhalterfieber infiziert und legt seine täglichen Strecken per Anhalter zurück. Dabei führten ihn seine Reisen durch mehr als zehn verschiedene Länder. Jede einzelne Reise erzählt ihre eigenen und spannenden Geschichten, welche seit September 2015 auch auf www.facebook.com/withthethumbaroundtheworld verfolgt werden können. Pfeil Alle Artikel von Benny Moose