Nichts drückt die Stimmung auf einer Wandertour mehr, als trotz Regenjacke nass bis auf die Knochen zu sein. Damit das jedoch nicht passiert, gibt es die sogenannte DWR-Imprägnierung. Was hinter dieser Abkürzung und dem trockenen Versprechen steckt, erklären wir hier.

Damit unsere Jacke auch bei Regen atmungsaktiv bleibt und uns trocken hält, darf sich das auftreffende Wasser nicht zu einer geschlossenen, feuchten Schicht ausbilden. Sollte aber genau das passieren, spricht man vom sogenannten „Wetting out“. Dabei saugt sich die äußerste Schicht der Kleidung mit Feuchtigkeit voll. Das behindert wiederum die Dampfdurchlässigkeit – und damit die Atmungsaktivität der Membran generell. Die vollgesaugte Jacke hängt nicht nur schwerer an den Schultern, sondern fühlt sich unangenehm klamm und feucht an – fast so, als wäre sie nicht mehr dicht, obwohl die Membran unbeschädigt ist. Damit es nicht zum Wetting out kommt, werden Hardshell-Jacken vom Hersteller imprägniert und zwar mit einer hydrophoben (sprich wasserabweisenden) DWR-Imprägnierung.

DWR-Imprägnierung: Lotusblüteneffekt für die Kleidung

Durch eine DWR-Imprägnierung kann sich das auftreffende Wasser nicht zu einer geschlossenen, feuchten Schicht ausbilden, sondern perlt in Tropfen von der Kleidung ab.
Durch eine DWR-Imprägnierung kann sich das auftreffende Wasser nicht zu einer geschlossenen, feuchten Schicht ausbilden, sondern perlt in Tropfen von der Kleidung ab.

DWR steht dabei für „durable water repellent“ – also „dauerhaft wasserabweisend“. Der Effekt: Die Tropfen finden auf der Oberfläche keinen Halt und die Schwerkraft lässt sie einfach in Perlen nach unten ablaufen – ähnlich wie bei dem Lotusblüteneffekt aus der Natur.

Bei Textilien, die mit einer DWR-Ausrüstung versehen sind, bleibt der Oberstoff trocken. Speziell bei Regenbekleidung stellt dies sicher, dass die darunterliegende Membran wie vorgesehen atmen kann. Nur so freut man sich über seine wasserdichte, atmungsaktive Regenjacke.

Allerdings ist der Schutz nicht unbedingt so dauerhaft wie der Name uns glauben lässt und so muss man die DWR-Imprägnierung hin und wieder reaktivieren beziehungsweise die Regenjacke neu imprägnieren. So bleibt sie weiterhin wasserfest und gleichzeitig atmungsaktiv.

DWR-Imprägnierung reaktivieren

Um die DWR-Imprägnierung zu reaktivieren, wäschst Du die Jacke zunächst wie vom Herstellen angegeben. Alternativ helfen unsere Pflegeanleitungen für Gore-Tex- und Dermizax-Bekleidung. Danach braucht es Wärme. Und die kannst Du Deiner Jacke auf drei unterschiedliche Weisen zuführen:

  1. Im Wäschetrockner: Jacke in den Trockner geben und den Schongang bei 60°C einstellen.
  2. Mit dem Bügeleisen: Unbedingt ein Tuch zwischen Bügeleisen und Jacke legen und diese bei mittlerer Hitze sorgfältig bügeln.
  3. Mit dem Föhn: Jacke auf einen Kleiderbügel hängen und mit einigen Zentimetern Abstand rumherum abföhnen.

Wie umweltfreundlich ist DWR?

Um textile Oberflächen so zu imprägnieren, dass sie wasserfest und trotzdem atmungsaktiv bleiben, müssen Outdoor-Unternehmen in der Herstellung von DWR-imprägnierter Kleidung in die Chemie-Trickkiste greifen. Dafür gibt es unterschiedliche Wege:

Ein Schlüssel zum trockenen Erfolg heißt häufig PFC, per- oder polyfluorierte Chemikalien, auch Fluorcarbone genannt. Diese Bezeichnung deckelt eine Gruppe von über 8.000 unterschiedlichen Stoffen. Die wichtigsten Vertreter im Bereich Outdoorbekleidung und -ausrüstung sind Perflouroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluroktansäure (PFOA). PFCs haben kein natürliches Vorkommen. Dennoch lassen sie sich mittlerweile auch in den abgelegensten Regionen nachweisen. Viele Verbindungen sind persistent (nicht abbaubar), die Entsorgung gestaltet sich dementsprechend schwierig. Zudem gelten manche Stoffe als krebserregend und/oder hormonwirksam. Ungeachtet dieser Nachteile zeichnen sich PFC-haltige Imprägnierungen durch ihre zuverlässige Wirksamkeit aus. Die Mittel halten nicht nur Feuchtigkeit fern, sondern auch Schmutz und ölige beziehungsweise fettige Verunreinigungen. Dies ist gerade bei mikroporösen Membranen bedeutend, um die Funktionalität der Textilien auf Dauer sicher zu stellen.

Alternativ gibt es mittlerweile auch PFC-freie Imprägnierungen. Beispielsweise erzielt Nikwax sehr gute, haltbare Abperl-Effekte und gilt als eines der umweltfreundlichsten Imrägniermittel am Markt.

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