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Wer im Winter mit dem Hund draußen unterwegs ist, zum Beispiel auf Schneeschuhtour, sollte an ein paar Dinge denken, bevor er sich zusammen mit seinem Vierbeiner ans Spuren im Tiefschnee macht.

Schneeschuhtour mit Hund | Foto: Andrea Obele

Wenn so brav vorgespurt wird, ist es für den Hund sicher nicht sehr anstrengend.

Es gibt auch im Winter viele Möglichkeiten, mit seinem besten Freund in der Natur ausreichend Bewegung und gemeinsam – trotz Kälte – viel Spaß zu haben. Eine davon ist sicherlich das Schneeschuhwandern, das abseits von üblichen Wegen in die stille, faszinierende Winterwelt führt. Wenn der Schnee gleichmäßig unter den Tritten knirscht, und sonst weder vom Tal, noch aus dem Winterwald der kleinste Laut zu hören ist, kann man abseits von Après-Ski, proppenvollen Pisten oder Langlaufloipen – auf denen ein Hund sowieso nichts zu suchen hat – beim Schneeschuhwandern mit Hund Winteridylle pur genießen. Entweder man nutzt spezielle Wanderwege – in vielen Wintersportgebieten gibt es inzwischen auch ausgeschilderte Schneeschuhwanderwege – oder man geht auf selbstgespurten Pfaden – hilfreich sind da spezielle Führer, zum Beispiel von Rother.

Schneeschuhwandern mit Hund

Mit Hund und Schneeschuhen einfach drauf los wandern – keine gute Idee! Das würde ich persönlich nicht empfehlen. Deshalb habe ich hier einige Informationen zusammengestellt, über die man vor einer Wintertour mit Hund zumindest nachdenken sollte. Denn selbst wenn es nur eine kleine Wanderung ist – für uns Menschen vielleicht gar keine richtige Herausforderung, sondern reiner Genuss – so hat man doch den Hund mit dabei und der soll ja mindestens genauso viel Spaß haben wie man selbst. Es gilt also, die Wanderung schön langsam anzufangen. Raus aus dem Auto und rein in den Pulverschnee: davon rate ich ab, denn der Muskel- und Sehnenapparat muss sich wie beim Menschen erst aufwärmen, um gegen Verletzungen gefeit zu sein. Beim Hund ist der Entdeckungseifer schon gleich beim Öffnen der Autotüren geweckt, besonders wenn man zusammen neue, unbekannte Gefilde betritt. Vor allem Junghunde können sich vor Aufregung nicht zurückhalten und flitzen sofort durch das Gelände.

Tipps für Schneeschuh-Anfänger

Anfänger, die noch nie mit Schneeschuhen unterwegs waren, sollten die erste Tour ohne Hund planen. Zum einen, um mit dem Material vertraut zu werden, zum anderen, um einmal am eigenen Leib zu spüren, wie anstrengend das Schneeschuhwandern tatsächlich sein kann. An sich ist es ein ganz natürlicher Bewegungsablauf, man muss nurmehr hüftbreit gehen, anders als mit normalen Schuhen.

Bergauf sollte man aktiv mit den Zehen arbeiten und damit die Zacken unter den Ballen tief in den Schnee vergraben. Bergab ist es umso sicherer, je mehr man in Vorlage geht. Wer bergab mehr Spaß und Action will, kann in Rückenlage hinunterlaufen und so sogar einige Meter in’s Gleiten übergehen. Üben sollte man auch das traversale Gehen. Vom DAV gibt es hier eine interessante Broschüre: “Faszination Schneeschuhwandern”.

Hilfreich: Kommando “Spur” schon vorab üben

Schneeschuhtour mit Hund | Foto: Andrea Obele

Praktisch, wenn der Hund auf das Kommando “Spur” hört und passend Abstand zum Schneeschuhwanderer hält.

Ein Problem beim Gehen mit Schneeschuhen, aber auch auf Skitour ist, dass der Hund den Abstand zu seinem Herrchen oder Frauchen einhalten soll. Das muss er lernen. So schwer ist es nicht, es erfordert nur ein wenig Übung und Disziplin. Das Kommando “Spur” oder “Abstand” muss klappen, möchte man sich und seinen Vierbeiner vor Verletzungen schützen. Die meisten Hunde verstehen aber relativ schnell, dass es auch für sie selbst am besten ist, in der Spur in gewissem Abstand zu folgen oder voranzugehen. Besonders praktisch ist es, wenn der Vierbeiner ebenfalls auf das Kommando “Platz” oder “Bleib” hört, falls doch einmal ein Reh, ein Fuchs oder ein anderer Hund den Weg kreuzt. Wenn das gut klappt, dann kann es schon zusammen mit dem Vierbeiner auf Schneeschuhtour gehen.

Im Gegensatz zum Gassigehen auf normalen Wegen können aber noch einige “unerwünschte Nebenwirkungen” auftreten. Wichtig ist, sich vorab zu informieren, wie es mit der Leinenpflicht aussieht. Wer sich nicht sicher ist, sollte den Hund lieber anleinen, bevor es Ärger mit dem Forstamt oder dem Revierjäger gibt.

Unverspurtes Gelände fällt auch dem Hund schwer

Wenn man eine Tour geht, die noch völlig unverspurt ist, ist die Freude erst einmal riesengroß. Mein Hund freut sich immer über die dicke Schneedecke, durch die er wie ein Wilder fetzen kann, und spurt zunächst vor. Nach ein paar hundert Metern merkt er aber, wie anstrengend das ist, zumindest, wenn der Schnee sehr tief ist. Schließlich hat der Hund keine Schneeschuhe angeschnallt und muss sich auf den schmalen Pfoten den Weg durch das weiße Pulver oder gar den Pappschnee bahnen.

Schneeschuhtour mit Hund | Foto: Andrea Obele

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Nach ien ger Zeit ist der Hund beim Spuren im Tiefschnee erschöpft und braucht auch mal ein Pause.

Ein kurzbeiniger Hund wird sich schon bei geringerer Schneehöhe sehr anstrengen müssen. Je größer und schwerer ein Hund ist, desto tiefer wird er im Schnee einsinken und muss sich schwerfällig durch den Schnee pflügen. Meist geht es relativ schnell voran und der Hund geht im Gänsemarsch hinter seinem Menschen her. Wenn er dort jedoch zu dicht aufläuft, tritt er entweder hinten auf die Schneeschuhe, was eine Stolpergefahr birgt, oder er bekommt ständig Schnee in die Augen.

Zudem muss man auch auf die Stöcke aufpassen, um den Hund nicht zu verletzen. Ebenso ist darauf zu achten, mit den Zacken der Schneeschuhe nicht auf die Hundepfoten zu treten. Wie bereits erwähnt, lohnt sich das Üben der notwendigen Kommandos. Gut ist es, wenn der Hund eventuell vorab schon gelernt hat, in passender Entfernung hinten “Spur” zu laufen.

Wenn es sich um eine zieh- und lauffreudige Rasse, wie zum Beispiel Huskys handelt, kann er auch vorneweg spuren. In diesem Falle wäre ein Zuggeschirr sowie eine Ruckdämpferleine samt Bauchgurt empfehlenswert. Man kann die Leine aber auch erst einmal am stabilen Hüftgurt des Rucksacks befestigen. Auf Schneeschuhtour kann das bei steilen Abschnitten durchaus praktisch sein, da ein gut trainierter Hund einem so einiges an eigener Kraft sparen kann.

Ansonsten gelten eigentlich alle Regeln, die sonst bei Winterwanderungen auch gelten: Zeitplanung mit Pausen, genug warmes Trinken und Brotzeit in den Rucksack sowie GPS-Gerät und geeignetes Kartenmaterial mitnehmen! Auch bei kurzen und scheinbar harmlosen Touren kann es im Winter aufgrund einer Notsituation schnell ganz anders aussehen. Deswegen ist eine gute Planung immer von Vorteil. Die Länge und Schwierigkeit der Tour sollte man nach Konditionszustand und Trittsicherheit der Gruppenmitglieder, der Kondition des Hundes, dessen körperlichen Voraussetzungen und der Schneelage wählen, denn auch ein Hund kann sich überanstrengen.

Kampf den Schneeklumpen an den Pfoten

Schneeschuhtour mit Hund | Foto: Andrea Obele

Schnee- und Eisklumpen zwischen den Zehen schmerzen und können zu Entzündungen führen.

Viele Hunde leiden bei bestimmten Schneeverhältnissen unter schmerzhaften, dicken Schnee- und Eisklumpen zwischen den Zehen beziehungsweise Krallen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Haare zwischen den Zehen zu kürzen (macht auch der Tierarzt) und die Pfoten dick mit Melkfett oder Vaseline einzucremen. Die Cremedose nehme ich unterwegs mit, am besten in der Hosen- oder Jackeninnentasche, sonst wird sie zu hart zum Auftragen. Bei Bedarf trage ich ordentlich nach. Besonders zwischen den Zehen ist eine dicke Schicht gegen schmelzendes Eis und die bei kurzer Pause folgenden Eiskristalle wichtig. In Extremfällen sind die speziellen Überschuhe beziehungsweise Booties, zum Beispiel von Ruffwear, zu empfehlen, gerade auf extrem langen Touren oder bei Harscheisbedingungen.

Ein Schneehemd für den Hund?

Nicht nur an den Pfoten, sondern auch in den “Achseln” hat mein langhaariger Hund (Australian Shepherd) bei bestimmten Schneeverhältnissen mit diesen steinharten, wund scheuernden Schneeklumpen zu kämpfen. Er leidet sichtlich darunter, schmeißt sich regelrecht auf den Boden und probiert völlig verärgert, diese Störenfriede durch Nagen zu entfernen. Ich möchte diesen Winter versuchen, ihm im Bedarfsfall ein enges T-Shirt anzuziehen, damit sich die Schneeballen erst gar nicht bilden können – auch wenn es wahrscheinlich ziemlich peinlich aussieht. Für Hunde, die aufgrund ihrer kurzen Haare am Bauch oder wegen Rückenbeschwerden empfindlich sind, eignen sich übrigens spezielle Mäntel sehr gut. Es empfiehlt sich ohnehin bei einer kurzhaarigen Rasse wie beispielsweise Jagdhunden solch einen Mantel mitzunehmen. Bei Pausen im kalten Wind kühlt selbst der Mensch schnell aus. Auf einigen Gipfeln soll so mancher Hundebesitzer schon gefroren haben, weil er seine Jacke dem treuen Begleiter übergeworfen hat, der bibbernd neben ihnen saß.

Das gilt besonders für junge und kurzhaarige Hunde. Hier muss man besonders aufpassen, um Erkältungen oder Überanstrengung zu vermeiden. Oft würde ein Hund  lieber umfallen vor Erschöpfung als sein Herrchen aus den Augen zu verlieren. Diese fast schon selbstzerstörerischen Verhaltensweisen liegen in der Natur der Tiere.

Auch im Winter muss das Wasser mit

Wer meint, dass der Hund ja genug Schnee fressen kann und so im Winter keinen Durst hat, der täuscht sich gewaltig. Auch bei kalten Temperaturen braucht der Hund genügend Wasser, besonders, wenn es auf anstrengende Touren geht. Viele Hunde schlecken oder fressen Schnee, wenn sie Durst haben. Leider vertragen sie ihn selten. Schneefressen kann zu Magen-Darm-Beschwerden und sogar zu schwereren Erkrankungen führen. Trinkwasser für den Hund muss also definitiv mit.

Respekt gegenüber der Natur

Schneeschuhtour mit Hund | Foto: Andrea Obele

Schnee gehört nicht zu den Dingen, die einem Hund bekömmlich sind. Das eigene Wasser muss daher auf jeden Fall mit.

Zu guter Letzt sollte man auch an die Wildtiere denken, die besonders im nahrungsarmen Winter keinesfalls von freilaufenden oder wildernden Hunden aufgestöbert werden sollten. Bei unerzogenen Hunden gilt zum Wohle der Waldtiere in jedem Fall Leinenpflicht! Außerdem sind Jäger und Förster sehr verärgert bei wildernden Hunden und haben (laut dem Art. 42 Bayerisches Jagdgesetz) auch das Recht, von der Waffe Gebrauch zu machen. Aber keine Angst, wer sich an ein paar Spielregeln im Forst hält, hat mit Hund und Schneeschuhen garantiert seinen Spaß.

Auch wenn es sich vor der ersten Tour vielleicht ein wenig aufwändiger anhört – mein Hund und ich haben immer jede Menge Spaß auf Tour, um dann am Abend, zwar kaputt, aber ausgefüllt mit tollen Erlebnissen, glücklich und zufrieden gemeinsam vor dem Kamin zu liegen. Ich kann so eine Winter-Hundetour daher nur empfehlen!


Allgemeine Tipps fürs Schneeschuhwandern mit Hund

  • Länge und Schwierigkeit der Tour nach Konditionszustand und Trittsicherheit der Gruppenmitglieder, der Kondition des Hundes, dessen körperlichen Voraussetzungen und der Schneelage wählen
  • Für konditionsschwache, ältere oder gehandicapte Hunde sollte die Tour entsprechend leicht oder kurz gewählt werden.
  • vor der Tour Wetterlage überprüfen
  • Tour früh genug starten
  • Zeit für ausgiebige Pausen einkalkulieren
  • Rückkehr am frühen Nachmittag planen, so dass genügend Reservezeit vor Einbruch der Dunkelheit bleibtauf entsprechende Ausrüstung achten
  • während der Wanderung genügend trinken
  • Sonnenschutz für den Kopf und Sonnencreme mitnehmen.
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Andrea Obele

... ist hauptberuflich Redakteurin und in ihrer Freizeit am Liebsten in der Nähe ihrer Heimat in den Chiemgauer, Salzburger und Berchtesgadener Alpen unterwegs. Meist in vierbeiniger Begleitung ihres Australian Shepherds Rüden Ari. Aktuell hat Andrea das Wanderbuch „Wandern mit Hund“ im Rother Verlag herausgebracht. Mehr zum Thema unter www.mein-wanderhund.de. Alle Artikel von Andrea Obele