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Was sind Schneeschuhe und wie benutze ich sie richtig?

5 Minuten Lesezeit
Du willst im Winter nicht auf Wanderungen verzichten und bist auf der Suche nach der geeigneten Ausrüstung für Dein Vorhaben? Dann könnten Schneeschuhe genau das Richtige für Dich sein. Was genau Schneeschuhe sind, wann und wie Du sie einsetzt und was Du zu Größe und Bindung wissen solltest, erklärt Dir Schneeschuhguide Anke.

Was sind Schneeschuhe?

Heute sind Schneeschuhe ein beliebtes Wintersportgerät zur Fortbewegung im Schnee, das dort Anwendung findet, wo wir uns im freien Gelände auf Tour begeben – ähnlich dem Skitourengehen. Ursprünglich kommen sie aus Nordamerika und waren einst das „Arbeitsgerät“ der Einwohner schneereicher Regionen, um im Winter mobil zu bleiben – sprich: im tiefen Schnee nicht hoffnungslos einzusinken.

Eine Person beim Schneeschuhwandern.
Geht es bergauf, haben Schneeschuhe im Bereich des Fußballens eine greifende Kralle, die Halt gibt und den Aufstieg erleichtert. | Foto: Anke Susanne Hoffmann

Wie funktionieren sie?

Aufgrund der großen Auflagefläche des Rahmens, heute meist aus Plastik oder Aluminium, verteilt sich das Gewicht des Wanderers optimal, wodurch das Einsinken in den Schnee verhindert wird.

Außerdem verfügen moderne Schneeschuhe für den Einsatz im alpinen Bereich an der Bodenseite des Rahmens über Zacken und an der Unterseite der Bindung auf Höhe des Fußballens über eine greifende Kralle, damit man auch in verharschtem Schnee und in steilem Gelände genügend Halt findet.

Für den Bergeinsatz sind sie weiterhin mit einer sogenannten Steighilfe ausgestattet, die das Gehen in steilem Gelände erleichtert.

Schneeschuhgröße & Bindung: Was muss ich beim Anlegen beachten?

Schneeschuhe gibt es in verschiedenen Größen (22 bis 30), die nichts mit der normalen Schuhgröße zu tun haben. Bei der Wahl der richtigen Größe ist vielmehr das Gewicht des Wanderers entscheidend: je schwerer der Wanderer, desto größer der Schneeschuh. Als Faustregel gilt:

  • Größe 22: für bis zu 70 Kilo
  • Größe 25: für 70 bis 100 Kilo
  • Größe 30: für über 100 Kilo

Angelegt werden Schneeschuhe, indem Du Dich mittig auf die Bindungsplatte stellst und zunächst den Bindungsriemen an der Ferse fixierst. Und zwar so, dass der Fußballen mittig über der Bindung platziert ist und Du mit Deinem Schwerpunkt zentral über dem Schuh stehst. Als nächstes werden die Riemen am Vorderfuß festgespannt. Die Bindungssysteme von modernen Schneeschuhen sind flexibel einstell- und jederzeit nachjustierbar.

Tipp: Stelle den Schneeschuh bereits vor der Tour zu Hause richtig ein. So musst Du künftig immer nur noch die vorderen Riemen lösen und der Fuß bleibt korrekt platziert. Außerdem ersparst Du Dir so das lästige Hantieren mit eiskalten Fingern im Schnee.

Bergauf und bergab: Mit der richtigen Technik läuft’s

Für die Schneeschuh-Technik gibt es einige Tricks (mehr dazu findest Du im Beitrag Technik fürs Schneeschuhgehen).

Sobald es beim Bergaufgehen steiler wird, solltest Du die Steighilfe ausklappen. Denn dadurch verändert sich der Winkel, in dem Du auf den Schneeschuhen stehst. Du stehst mittels Steighilfe höher, nahezu gerade, und das Bergaufgehen fällt sehr viel leichter. Daher solltest Du beim Ausleihen oder auch beim Kauf von Schneeschuhen unbedingt darauf achten, dass es sich um Schneeschuhe mit Steighilfe handelt.

Auch mit Schneeschuhen kannst Du schnell bergab gehen bzw. gleiten. Und zwar mit dem sogenannten Gleitschritt: Dabei begibst Du Dich leicht in Rücklage und läufst mit leicht gebeugten Knien in Falllinie mit Tempo bergab. Lass Dich quasi in den Schneeschuh fallen und gleite den Hang hinab. Rutschen ist hier Teil der Technik. Je mehr Rücklage Du hast, desto schneller gleitest Du.

Winterwanderschuhe, Schneeschuhe oder Grödel: Wann brauche ich was?

Solange Du Dich auf ausgewiesenen und gewalzten Winterwanderwegen bewegst, brauchst Du keine Schneeschuhe. Im Gegenteil, hier kann der Schneeschuh seine Funktionalität nicht entfalten und das Gehen fällt Dir unnötig schwer. Auf Winterwanderwegen bist Du am besten mit Winterwanderstiefeln unterwegs und, sollte es eisig sein, zusätzlich mit Grödeln.

Grödel funktionieren in Kombination mit Wanderschuhen sehr gut in schneearmem, verharschtem und felsigem Gelände – vor allem bei eisigen Verhältnissen. Sie fungieren als „Schneeketten“ für Deine Wanderschuhe und geben Dir Halt. Ein Einsinken in tiefem Schnee können sie aber nicht verhindern.

Schneeschuhe sind erst dann sinnvoll, wenn Du die gewalzten Pfade verlässt und Dich ins Gelände begibst. Ab einer Schneehöhe von etwa 40 Zentimetern macht es Sinn und vor allem auch Spaß, mit Schneeschuhen unterwegs zu sein. Denn nun würdest Du mit Wanderschuhen nahezu knietief einsinken und Dich nur noch schwer fortbewegen können.

Welche Schuhe eignen sich für Schneeschuhe?

Als „Schneeschuh-Schuhe“ eignen sich knöchelhohe und vor allem wasserdichte Wanderschuhe mit fester Sohle. Wer schnell friert, sollte auf spezielle Wintermodelle zurückgreifen. Empfehlenswert aber kein Muss sind zusätzlich Gamaschen, um das Eindringen von Schnee in die Wanderschuhe zu verhindern.

 

Eine Person beim Schneeschuhwandern vor einem Bergpanorama.
Auch mit Schneeschuhen lassen sich tolle Bergpanoramen und feiner Pulverschnee genießen. | Foto: Anke Susanne Hoffmann

Schneeschuh-Pflege: Dos & Don‘ts

Sowohl vor Tourstart als auch unterwegs solltest Du es unbedingt vermeiden, mit Deinen Schneeschuhen abseits einer geschlossenen Schneedecke unterwegs zu sein. Denn die empfindlichen Metallkrallen sind durch den Kontakt mit Gestein oder Asphalt schnell beschädigt und beginnen in der Folge oft zu rosten.

Nach der Tour gilt für Schneeschuhe das Gleiche wie für Ski und Grödel: Säubere den Schuh am besten mit warmem Wasser und einem weichen Lappen, um zu verhindern, dass sich Rost an den Krallen und am Rahmen ansetzt.

 

Schneeschuhe im Test

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