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Basiswissen Schneeschuhwandern

Schneeschuhwandern für Anfänger: 6 Tipps zu Ausrüstung & Sicherheit

5 Minuten Lesezeit
Schneeschuhgehen ist nicht schwer, aber ein paar Dinge solltest Du als Anfänger dennoch beachten. Neben der passenden Ausrüstung steht das Thema Lawinensicherheit und Rücksicht auf Mensch und Natur im Vordergrund. Die wichtigsten 6 Tipps für Einsteiger.

Ursprünglich war der Schneeschuh das „Arbeitsgerät“ der Trapper Nordamerikas, um in den endlosen Weiten der schneereichen Prärie im Winter mobil zu bleiben. Heute ist Schneeschuhwandern eine beliebte Form des Wintersports, die Naturerlebnis und Sport optimal verbindet. Wenn Du Dir zum ersten Mal Schneeschuhe unter die Füße schnallst, solltest Du Dir im Vorfeld über ein paar Grundlagen zu Ausrüstung und Touren in freiem Gelände Gedanken machen.

Video: Schneeschuhwandern für Anfänger – so geht’s

1. Die richtigen Schneeschuhe

Der Markt für Schneeschuhe ist mittlerweile ebenso groß wie für jede andere Form von Sportequipment. Für Deine ersten Touren lohnt es sich, Schneeschuhe zu leihen. So kannst Du erst einmal ausprobieren, ob Dir das Schneeschuhwandern Spaß macht und in welche Richtung der eigene Schuh gehen soll. In der Regel hat jeder gut sortierte Skiverleih auch Schneeschuhe im Angebot.

Moderne Schneeschuhe für den Einsatz im alpinen Bereich sind aus Kunststoff oder Aluminium, verfügen an der Bodenseite des Rahmens über Zacken und an der Unterseite der Bindung auf Höhe des Fußballens über eine greifende Kralle. Mit ihr findest Du in verharschtem Schnee und steilem Gelände genügend Halt. Für letzteres sollten Schneeschuhe auch über eine sogenannte Steighilfe verfügen.

Die Größe des Schneeschuhs hat nichts mit der Schuhgröße zu tun. Sie orientiert sich am Gewicht des Wanderers inklusive Ausrüstung.

Bergzeit

Die Größe des Schneeschuhs hat nichts mit der Schuhgröße zu tun. Sie orientiert sich am Gewicht des Wanderers inklusive Ausrüstung.


Welche Schneeschuh-Größe brauche ich?

Neben der Modellwahl kommt es vor allem auf die richtige Größe an. Denn nur so kann der Schneeschuh seinen Hauptzweck erfüllen: das Einsinken des Wanderers zu verhindern. Schneeschuhe gibt es in verschiedenen Größen (22 bis 30), die nichts mit der normalen Schuhgröße zu tun haben, denn die Bindung ist flexibel einstellbar.

Entscheidend ist das Gewicht des Wanderers inklusive Ausrüstung. Als Faustregel gilt: Größe 22 für bis zu 70 Kilo, Größe 25 für 70 bis 100 Kilo, für über 100 Kilo Größe 30. Manche Hersteller haben auch spezielle Männer- und Frauenmodelle im Programm.

Welche Schneeschuhe die richtigen für Dich sind, erfährst Du hier

Info Schneeschuhe

Welche Wanderschuhe eignen sich für Schneeschuhe?

Als „Schneeschuh-Schuhe“ eignen sich knöchelhohe und vor allem wasserdichte Wanderschuhe mit fester Sohle. Wenn Du schnell frierst, solltest Du auf spezielle Wintermodelle zurückgreifen. Absolut empfehlenswert – aber kein Muss – sind Gamaschen, um das Eindringen von Schnee in Deine Wanderschuhe zu verhindern.

2. Weitere Essentials beim Schneeschuhwandern

  • Bekleidung: Auch beim Schneeschuhgehen gilt das gute alte Zwiebelprinzip, damit Du möglichst flexibel je nach Wetterlage Bekleidungsschichten „ab- und zu-„geben kannst. Es lohnt sich, in atmungsaktive Funktionskleidung zu investieren.
  • Wander- oder Skistöcke: Am besten eignen sich Teleskopstöcke, da sich deren Länge sowohl auf den Wanderer als auch die Tiefe des Schnees einstellen lässt. Wichtig sind am Stockende großflächige Winterteller, damit der Stock nicht zu tief einsinkt. Hochwertige Sommerwanderstöcke (z.B. von Leki) können dafür einfach nachgerüstet werden.
  • Rucksack: Gängige Wander- oder auch Bikerucksäcke eignen sich in der Regel sehr gut für Schneeschuhtouren. Sinnvollerweise lassen sich die Schneeschuhe für den Transport auf schneearmen Wegen oder während der Anreise in Helm- oder Stockhalterung problemlos befestigen.

In den Rucksack gehören – wie bei allen Unternehmungen im alpinen Gelände – Wechselkleidung, ausreichend zu trinken und zu essen, Notfallausrüstung inkl. Handy (Notruf 112), Erste-Hilfe-Set mit Rettungsdecke/Biwaksack sowie LVS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel.

3. Die richtige Gehtechnik

Je nach Gelände empfiehlt es sich, dass Du beim Schneeschuhwandern unterschiedliche Schritttechniken anwendest. Während in flachem Gelände noch der Normalschritt funktioniert, erfordert eine zunehmende Steigung eine andere Technik, etwa den Entenschritt oder den Treppenschritt. So kommst Du nicht nur schneller voran, sondern sparst auch viel Kraft.

Hier erfährst Du alles über die richtige Gehtechnik mit Schneeschuhen:

4. Lawinensicherheit beim Schneeschuhwandern

Oft unterschätzt wird von Schneeschuhgehern das Lawinenrisiko. Doch für sie gilt das Gleiche wie für Skitourengeher: Abseits gesicherter Routen muss die Lawinensituation beachtet, eingeschätzt und das entsprechende Verhalten gezeigt werden. Unabdingbar ist daher die Kenntnis des aktuellen Lawinenlageberichts im bewanderten Gebiet. Infos dazu findest Du unter: www.lawinenwarndienst-bayern.de oder avalanche.report.

Darüber hinaus sollte jeder Schneeschuhwanderer das LVS-Equipment im Notfall korrekt handhaben können. Hier macht es Sinn, dass Du Dir die entsprechenden Kenntnisse mit Hilfe eines Experten in einem speziellen Lawinenkurs aneignest.

Gilt nicht nur beim Schneeschuhwandern: Gemeinsam unterwegs macht nicht nur mehr Spaß, sondern ist sogar sicherer!

Anke Hoffmann

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5. Nicht allein unterwegs

Beim Schneeschuhwandern solltest Du grundsätzlich – und nicht nur als Anfänger – mindestens zu zweit auf Tour sein. So ist im Fall der Fälle jemand vor Ort, der Hilfe holen und selbst leisten kann. Und gerade im Tiefschnee ohne Spur wird es alleine auch sehr schnell sehr anstrengend. Wenn Ihr als Gruppe unterwegs seid, könnt Ihr Euch vorne beim Spuren abwechseln und so wertvolle Kräfte sparen. Wer bezüglich der Wegfindung und Tourenplanung im Winter unsicher ist, kann auch an einer geführten Schneeschuhwanderung teilnehmen.

6. Respektiere Natur & Tiere

Und last but not least – Du bist nicht allein in der Natur: Schneeschuhgeher bewegen sich oft abseits der Pisten und damit in den Lebensräumen vieler Tierarten. Gerade im Winter sind diese Tiere sehr störanfällig und Stress kann für sie tödlich sein. Daher solltest Du sensible Bereiche und Schutzzonen meiden und die ausgewiesenen Ski- und Wanderrouten einhalten. Der Deutsche Alpenverein gibt auf seiner Seite „Natürlich auf Tour“ einen Überblick, worauf Du achten solltest.

Du hast noch Fragen? Dann ab damit ins Kommentarfeld!

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