Das passende Set aus Tourenski und Bindung zu finden, ist nicht einfach: Welche Kombi ist stimmig? Wir haben fünf Bergzeit-Mitarbeiter und leidenschaftliche Tourengeher gefragt: Was tragen sie im Winter 2016/17 unter ihren Skitourenstiefeln?

Die Tourensaison naht – und damit auch die Herausforderung, sich ein neues Skitouren- oder Splitboardset zusammenzustellen. Hier kommen fünf heiße Tipps der Bergzeit- Mitarbeiter.

Tipp 1 von Markus, Teamleiter Customer Service: Völkl VTA88 Lite Tourenski mit ATK Race Raider 12 2.0 Skitourenbindung

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Der Ski: Für mich ist im Winter 2016/17 der Völkl VTA88 Lite der Tourenski meiner Wahl. Sein unerwartet geringes Gewicht erhält der Ski durch einen Hybrid Woodcore Ultralite Kern. Diesen kann man sich ungefähr wie eine Holzgitterkonstruktion vorstellen, bei der die Zwischenräume mit Kunststoff ausgespritzt sind. Damit wird der Ski bei immer noch hoher Torsionssteife unerwartet leicht. Dazu kommt die 3D.RIDGE Konstruktion. Der Holzkern ist dabei zur Kante stark abgeflacht, was zum einen den Widerstand der Seitenwange bei der Kurveneinleitung verringert und zum anderen den Ski wieder leichter macht. Zusätzlich wird der Ski durch einen leichten Tip Rocker wendiger. Zur Skimitte steigt der Kern an und bringt damit den von Völkl gewohnten, etwas härteren Flex, sodass sich der Ski sehr gut kontrollieren lässt und man gerade auf ruppigem Untergrund flächige Auflage hat. Der Carbonfasermantel trägt sein Übriges zu Torsionssteife bei. Ein sehr lässiges Feature ist das neue ICE.OFF Topsheet. Mit der neuen Oberfläche wir das Anhaften von Eis und Schnee deutlich reduziert. Gerade als Berg- und Skiführer kommt mir das sehr entgegen, weil ich die meiste Zeit spuren muss. Und eine Schnee- bzw. Eisschicht auf dem Ski würde ihn gleich doppelt so schwer machen!

Die Bindung: Die ATK Race Raider 12 2.0 gibt es erst seit diesem Jahr. ATK macht richtig leichte Bindungen. Großer Vorteil der Raider – natürlich neben ihrem Gewicht: der Skistopper. Da er am Vorderbacken befestigt ist, klappt er aus, sobald man aus der Bindung aussteigt. Egal ob sich die Bindung im Aufstiegs- oder Abfahrtsmodus befindet. Die Bindung hat einen komplett überarbeiteten Fersenbacken bekommen, der jetzt eine einfache Längenverstellung über eine Spindel gewährleistet. Damit kann ich die Bindung sehr schnell und einfach in der Länge verstellen (sogar 30 Millimeter) und mit verschiedenen Schuhen verwenden. Außerdem behält die ATK Race Raider 12 2.0 dank einer Feder im Fersenbacken immer den gleichen Anpressdruck bei – egal, wie stark der Ski durchflext. Das stellt für mich einen klares Plus in Sachen Sicherheit dar! Außerdem hat die Bindung zwei Steighilfen, die durch eine Magnetkupplung deutlich mehr Bedienungskomfort auch mit Stock bieten. So muss man sich nicht mehr bücken oder umständlich mit der Stockspitze in das Fersenteil zielen, um die Steighilfe zu drehen.markus_hoess_skitipps

Markus Höß … ist Teamleiter im Bergzeit Customer Service in Otterfing. Als staatlich geprüfter Berg- und Skiführer macht er am liebsten lange Ski- und Skihochtouren. Egal ob er mit Gästen auf dem Mont Blanc steht oder eine Karwendeldurchquerung führt – sein Anspruch an die Ausrüstung ist immer 100 Prozent Verlässlichkeit bei möglichst geringem Gewicht.


Tipp 2 von Florian, Produktmanager Radsport und Sonnenbrillen: DPS Cassiar 95 Tour1 Tourenski mit Fritschi Diamir Vipec 12 Skitourenbindung

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Der Ski: Lange Zeit war ich auf der Suche nach einem Ski, der über 90 Millimeter breit ist und dennoch nur 1.200 Gramm pro Ski auf die Waage bringt. Das alleine stellt zwar noch keine allzu große Schwierigkeit dar, aber der Ski sollte natürlich auch bei der Abfahrt eine Top-Figur machen und auch den ein oder anderen Alpintag mitmachen. Der DPS Cassiar 95 Tour1 hat mich sofort mitgerissen: auf der Piste griffig und dabei total laufruhig, im Gelände dennoch verspielt mit einem super Auftrieb. Noch dazu hat mich das geringe Gewicht, das kennzeichnend für die Tour1 Serie bei DPS ist, im Aufstieg voll überzeugt. Daher ist der Cassiar sehr schnell zu meinem Tourenallrounder geworden! Natürlich hat er einen stolzen Preis, wer allerdings den Cassiar einmal unter seinen Skischuhen hatte, schlägt hier ohne zu murren zu. Ein echter Topski für Höhenmetersammler, die auch in der Abfahrt richtig Spaß haben wollen!

Die Bindung: Auch wenn man den Bindungsmarkt betrachtet hat man heutzutage die Qual der Wahl. Von superleichten Bindungen wie der ATK RT bis hin zur Marker Kingpin erwartet den Skitourengeher ein Dschungel an schier unendlichen Möglichkeiten. Meine Wahl fiel auf die Fritschi Diamir Vipec 12, da dieses Modell die einzige Tourenbindung am Markt mit einer aktiven und direkten Seitenauslösung im Vorderbacken ist. Das ergibt ein dickes Plus in Sachen Sicherheit – gerade auch auf der Piste und im Aufstieg, da sich hier im schlimmsten Fall (Lawinenabgang während dem Aufstieg) der Ski vom Schuh lösen kann und man dem „Ankereffekt“ entgeht. Auch der Einstieg gestaltet sich dank Einstiegshilfe besonders einfach!flo_grossegger_skitipps

Florian Grossegger … macht bei Bergzeit den Radsport- und Brilleneinkauf. Darüber hinaus ist der Hobby-Triathlet mit Tourenski in den heimischen Bergen unterwegs.


Tipp 3 von Arnold, Redakteur beim Bergzeit Magazin: Jones Explorer Splitboard und Karakoram Prime Connect Splitboardbindung

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Das Board: Ich bin seit 1999 auf dem Splitboard unterwegs. Zunächst noch mit etwas selber Gebasteltem, später mit einem Duotone und noch später mit einem Voilé. Was Snowboard-Pionier Jeremy Jones allerdings mit dem Explorer auf die Beine gestellt hat, stellt alles in den Schatten, was ich je an den Füßen hatte. Das Explorer fährt sich auf allen möglichen Untergründen sehr sehr gutmütig, kommt mit Firn und Powder genauso gut zurecht wie mit einer vereisten Querung auf einem hohen 3.000er. Die Verarbeitung ist vom Feinsten, die mitgelieferten Beschläge sorgen für eine schnelle, unproblematische Handhabung. Was die Geometrie angeht, wendet sich Jones mit dem Explorer an Boarder, die sehr vielseitig und bei allen Schnee- und Wetterverhältnissen unterwegs sind. Ideal also für die Feierabendtour auf den Voralpen-Eintausender und für die Splitboard-Hochtour, bei der es so richtig zur Sache geht!

Die Bindung: Karakoram hat mit der Prime Connect die ideale Ergänzung zum Explorer Split im Sortiment. Die Bindung sorgt für eine direkte Kraftübertragung, Umbau und Handhabung haben in den letzten Jahren im Vergleich zu den Anfängen sowieso einen Quantensprung vollzogen. Besonders gefällt mir der flache Aufbau, der für eine direkte Kraftübertragung sorgt sowie das vielseitig verstellbare Highback, das keine Verstell-Wünsche offen lässt. Darüber hinaus überzeugt die Prime Connect mit geringen Toleranzen – auch nach mehreren langen Touren ist kein Schlackern und keine ausgeschlagene Verbindung festzustellen.Arnold_skitipp

Arnold Zimprich … versteht sich als Multi-Bergsportler und hat neben Splitboard- und Hochtouren in den vergangenen Jahren speziell den Laufsport für sich entdeckt. Wenn er nicht gerade im Schnee unterwegs ist, versorgt er das Bergzeit Magazin mit Texten und Bildern.


Tipp 4 von Christian, Produktmanager Hartwaren und Ski: Dynafit Denali 16/17 Tourenski mit Speed Radical Skitourenbindung

Dynafit Denali Tourenski mit Dynafit TLT Speed Radical Tourenbindung

Der Ski: Für mich ist der Dynafit Denali einer der besten Allrounder auf dem Markt. Mit seiner Mittelbreite von knapp 100 Millimetern ist er breit genug für optimalen Auftrieb im Powder, aber dennoch schmal genug für jede Aufstiegsspur. Durch die spezielle Form und den kleinen Radius ist der Ski extrem wendig und hat besten Auftrieb im weichen Schnee. Der Denali ist leichter als die meisten Tourenski mit einer „normalen“ Mittelbreite von circa 88 Millimetern. Bei vielen Ski merkt man das leichte Gewicht leider bei harten, windgepressten oder ausgefahrenen Schneeverhältnissen. Der Denali hat mich jedoch auch bei diesen Verhältnissen überzeugt. Denn durch den Einsatz von Carbon ist er extrem verwindungssteif und griffig. Egal ob es sich um eine klassische Hochwinterskitour mit viel Neuschnee, eine Frühjahrstour mit steilen rassigen Rinnen oder um eine Skitour mit grausigem Bruchharsch handelt: Man hat immer den richtigen Ski dabei.

Die Bindung: Ich habe auf diesen Ski die Dynafit Speed Radical Bindung montiert, da diese sehr leicht ist, aber dennoch mit vier Schrauben befestigt wird. Somit ist eine sehr gute Kraftübertragung gewährleistet. Außerdem besitzt die Bindung zwei Steighilfestufen. Diese sind sehr komfortabel zu bedienen. Als besonders leichte Alternative würde ich mir die TLT Superlite 2.0 auf den Ski montieren. Diese Bindung hat den Vorteil, dass ich optional einen Stopper montieren kann.
Christian Hofstetter

Christian Hofstetter … hat eine große Leidenschaft: das Skitourengehen. Auf Trainings-Pistenskitouren ist er dabei ebenso unterwegs wie beim Freeriden oder auf Skihochtouren. Dafür braucht der Tourenski-Produktmanager bei Bergzeit ein gutes Allround-Setup.


Tipp 5 von Tobias, Fachberater Ski und Hartware bei Bergzeit Alpin: Dynastar Mythic Tourenski mit Marker Kingpin 13 Skitourenbindung

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Der Ski: Für mich ist der Dynastar Mythic in der Kombination mit der Marker Kingpin der Hit für den Winter. Der Tourenski ist sehr wendig und trotzdem laufruhig. Die Wendigkeit kommt durch den Radius von 17 Metern und Tip- und Tail-Rocker. Für die Laufruhe sorgt die Kombination von Holzkern und Carbonfasern. Das Gewicht liegt dank leichter Materialkombination (Holz, Carbon) mit 1.400 Gramm je Ski im soliden Mittelfeld; aber auch für längere und anspruchsvollere Touren im hochalpinen Bereich bin ich damit gut aufgestellt. Und bei frischem Powder bietet der Ski mit seiner mittleren Breite von 97 Millimetern ordentlich Auftrieb für meinen Powderspaß! Kurz und gut: Für mich ist der  Dynastar Mythic der Ski für alles, egal ob normale Skitour, Freeriden oder Skihochtouren!

Die Bindung: Die Marker Kingpin wurde ja ziemlich gefeiert, als sie auf den Markt kam – zurecht! Die Bedienung ist wirklich sehr einfach, die Kraftübertragung auf den Ski ist durch die spezielle Fersenkonstruktion besser als bei anderen Pin-Pindungen. Damit kommt mit der Marker Kingpin 13 die Kraft auch richtig gut auf die Bretter, und das bei gerade einmal 730 Gramm. Zusammen mit dem Dynastar Mythic ist das für mich die perfekte Allround-Kombi.

Tobias ZehetmeierTobias Zehetmeier … ist Fachberater bei Bergzeit Alpin in Holzkirchen/Großhartpenning. Seit Jahren ist er auf Tourenski im gesamten Alpenraum unterwegs und hat mit seiner Ausbildung zum Bergführer seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Auch in diesem Jahr wartet der begeisterte Tourengeher besonders ungeduldig auf richtig Schnee, um seine Kombi endlich ausführen und ausfahren zu können!

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