Mit dem neuen Rider 3.0 die Berchtesgadener Klettersteige unsicher machen - das war die Mission der Teilnehmer des Bergzeit Alpincamps mit Skylotec. Neben guter Stimmung gabs einen ausgiebigen Test des neuen Klettersteigsets.

Im wunderschönen Berchtesgadener Land dient das Explorer Hotel als Treffpunkt und Basecamp für die nächsten Tage. Nahezu völlig von den Berchtesgadener Alpen umschlossen, in unmittelbarer Nähe zum Grünstein Klettersteig und der Klettersteigschule ist es nicht nur geographisch ein optimaler Ausgangspunkt. Viel Stauraum für die Ausrüstung, ein ausgeklügeltes Design sowie das unglaublich reichhaltige Frühstücksbuffet – das sind nur einige der Vorzüge dieser alpinen Unterkunft. Unter dem Thema „Sicher im Klettersteig“ machen sich die vier Teilnehmer unseres Alpincamps, Sandra, Katja, Matthias und Hartmut, Christopher von Skylotec, Corny von Bergzeit und ich auf nach Schönau am Königssee.

Neu ausgerüstet von Skylotec: Rider 3.0 und Co.

Bei erwähntem Frühstücksbuffet lernt sich die ganze Truppe erstmals vollzählig kennen und begrüßt mit vollem Mund unseren Bergführer „Mane“ von der Klettersteigschule. Schnell werden bei lockerer Stimmung (wie es sich in Bayern gehört) die ersten Erfahrungen am Klettersteig und lustige Bergerlebnisse ausgetauscht. Nachdem jeder seinen Teller fast zwei Mal vollständig am Buffet beladen hat, drängt Mane bereits zum Aufbruch. Bei leichtem Niederschlag und stark bewölktem Himmel hält sich die Motivation am Anfang noch in Grenzen. Erst als Mane uns ermahnt, dass Regen nur Wasser von oben ist, steigt die Motivation.

Als Christopher den Kofferraum des Skylotec-Busses öffnet, ist der leichte Regen schnell vergessen. Die Alpincamp-Teilnehmer dürfen ihr neues Skylotec-Klettersteig-Equipment entgegennehmen. Am Parkplatz vor dem Bus herrscht eine Stimmung, wie man sie sonst nur vor dem Weihnachtsbaum erlebt. Eifrig werden Verpackungen aufgerissen und alle haben ein großes Grinsen im Gesicht.

Zwischen unzähligen Kartons werden Helm, Klettergurt und Klettersteig-Handschuhe probiert und schließlich das Hauptgeschenk, der Rider 3.0, ausgepackt und begutachtet: Mit als erste dürfen die Alpincamp-Teilnehmer das mit dem Outdoor Industry Award in Gold (Kategorie Bergsport Ausrüstung) ausgezeichnete Klettersteigset in den Händen halten. Umso geehrter fühlt sich die mittlerweile stark motivierte Gruppe, den Skylotec Rider 3.0 mit der kompletten Ausrüstung in den nächsten beiden Tagen ausgiebig zu testen.

Heimlicher Star des Alpincamps: Das nigelnagelneue Rider 3.0 Klettersteigseit vo Skylotec. | Foto: Cornelius Kolb
Heimlicher Star des Alpincamps: Das nigelnagelneue Rider 3.0 Klettersteigseit von Skylotec. | Foto: Cornelius Kolb

Ein erster Test des Skylotec Rider 3.0 Klettersteigsets

Wenig später führt Mane die Teilnehmer zur Klettersteigschule am Hanauer Stein, direkt hinter dem traditionellen Gasthaus Unterstein. Mit vier verschiedenen Routen der Schwierigkeit B/C bis D/E ist dieser Klettersteig eine weitere perfekte Location für das Wochenende.

Da alle Teilnehmer bereits zuvor auf diversen Klettersteigen unterwegs waren, hält Mane den ersten Theorieteil angenehm kurz. Natürlich nicht, ohne dabei auf die wichtigsten Punkte wie Partnercheck und das richtige Verhalten im Klettersteig einzugehen. Bevor das erste Mal die Wand erklommen wird, hat jeder die Gelegenheit, sich an einem horizontalen Übungsseil mit dem Rider 3.0 vertraut zu machen. Schnell macht sich in der Gruppe eine Begeisterung breit, die über das ganze Wochenende anhalten wird.

Mittlerweile ist kein Regen mehr zu spüren und die ersten Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch die Wolkendecke. Als hätten alle Teilnehmer nie ein anderes Klettersteigset verwendet, werden unter Manes strenger Aufsicht die ersten Routen am Hanauer Stein bezwungen. Begeistert vom Konzept der mitlaufenden Seilbremse, wagen sich einige über den ersten dachartigen Überhang mit der Schwierigkeit D/E. Am Ausstieg des kurzen, aber dennoch knackigen Übungsteigs, werden gleich erste Erfahrungen mit dem Rider 3.0 ausgetauscht. Schnell steht ausnahmslos für alle fest: Der Rider 3.0 hält, was Skylotec verspricht:

  • Sicherheitsgewinn durch die Seilklemme/Rider (Die Klemme blockiert wirklich sofort )
  • Möglichkeit zum Ausrasten im Notfall auch zwischen Stahlseilverankerungen
  • Einfaches Handling und problemlose Umhängen am Stahlseil (für Rechts- und Linkshänder sowie auch für kleinere Hände)
  • Kompakte und robust wirkende Bauweise mit nicht zu vielen Einzelteilen
  • Modernes Design im Transformers-Style :)

Skylotec Rider 3.0 Test am Grünstein-Klettersteig

Das Wetter ist hält - auf gehts zum Grünstein-Klettersteig! | Foto: Christoph Dirnberger
Das Wetter ist hält – auf gehts zum Grünstein-Klettersteig! | Foto: Christoph Dirnberger

Manes geschulten Adleraugen ist natürlich nicht entgangen, wie sicher sich alle Teilnehmer am Fels bewegen. Wegen der unsicheren Wettervorhersage für den kommenden Tag wird der zweite Praxisteil zum Thema Sicherheit am Berg spontan verschoben. So einigen wir uns, noch heute den Anstieg zum Grünstein-Klettersteig in Kauf zu nehmen. In seiner typischen Bergführer-Art unterhält Mane die Teilnehmer über den kompletten Zustieg mit Witzen, Berggeschichten und Anekdoten über die Berchtesgadener Bobbahn.

Die lustigen Unterhaltungen lassen den recht steilen Anstieg mehr nach einem lustigen Schulausflug aussehen. Spätestens bei der letzten Trinkpause kurz vor dem Einstieg lauschen dann aber alle wieder aufmerksam den Anweisungen des Bergführers. Um nicht gleich das ganze Pulver am ersten Tag zu verschießen, wird dort vorsichtig die Variante Isidorsteig gewählt. Mit der Schwierigkeit B/C ist dieser Klettersteig genau das Richtige, damit sich jeder individuell an das neue Equipment gewöhnen kann.

Nach den ersten Passagen (Beppo-Pfeiler und Werner-Wandl) offenbart sich der erste Foto-Hotspot des Tages. Flink positionieren sich die mitgereisten Amateurfotographen (Corny von Bergzeit und Christopher von Skylotec) um die Heisei-Hängebrücke.

Nach unzähligen Schnappschüssen und Brückenüberquerungen geht es voller Begeisterung weiter Richtung Gipfel. Wie in einer langjährigen Seilschaft werden gemeinsam Schritt für Schritt Überhänge, Rinnen und Passagen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen gemeistert.

Christopher in Foto-Position. | Foto: Christoph Dirnberger
Christopher in Foto-Position. | Foto: Christoph Dirnberger

Ein Bier-Zapfhahn? Mitten im Klettersteig?

Gegen Ende hält der Klettersteig am Grünstein eine weitere Überraschung bereit: Schon aus einiger Entfernung kann man ein Schild mit der Aufschrift „Hofbrauhaus Berchtesgaden“ erkennen. Wahrscheinlich ist der darunter liegende Zapfhahn auch der Grund warum das Tempo gleich etwas anzieht. Für durstige Sportler stellt sich der Zapfhahn jedoch schnell als enttäuschende Attrappe heraus. Der Traum vom alkoholfreien Weizen, frisch gezapft im Klettersteig, bleibt daher leider für uns alle unerfüllt – vorerst.

Bald darauf ist das Laxerbankerl und die damit verbundenen Abzweigungen zur Gipfelwand erreicht. Dort entscheiden sich die bereits durstigen Teilnehmerinnen für den rechten Ausstieg, während ein Teil der Gruppe noch eine letzte Herausforderung vor dem versprochenen Einkehrschwung in Angriff nimmt.

An der leicht überhängenden Gipfelwand toben wir uns noch einmal richtig aus und prüfen bei Stellen bis zum Schwierigkeitsgrad „E“ den Rider 3.0 auf Herz und Nieren. Im anspruchsvollen Gelände stellt sich das Klettersteigset mancher Bewährungsprobe und bewahrt Mane vor dem einen oder anderen Einsatz. Er hat natürlich schon vorher versprochen, für „a Halbe“ (bayerisch für eine Halbe Bier), jedem durch die anspruchsvolle Wand zu helfen. Dieses Mal bleibt ihm eine schweißtreibende Rettungsaktion „Gott sei Dank“ erspart.

Am Gipfel angekommen gratulieren sich erst mal alle gegenseitig ausgelassen zum Erfolg. Die Stimmung ist super und der eine oder andere vergisst fast sich ins Gipfelbuch einzutragen und die unglaubliche Aussicht zu genießen. Dann geht es schnell in Richtung Grünstein Hütte, wo mit verschieden Schmankerln und kühlen Getränken gefeiert wird. Wer von Gulasch und Würstel nicht satt wird, hatte spätestens nach einer großen Portion Sahne mit Apfelstrudel leichtes Bauchweh. Satt und zufrieden machen wir uns auf den Abstieg.

Wieder beim Wirtshaus Unterstein angekommen wird die Speise- und Getränkekarte genauso ausgiebig getestet wie zuvor der Rider im Klettersteig. Wie zu erwarten überzeugen Schweinshaxe & Co. auch dieses Mal die strenge Jury. Die deftige Küche, eine ausgelassen feiernde Hochzeitsgesellschaft und interessante Unterhaltungen lassen den Abend im Biergarten wie im Flug vergehen. Nach einigen Verdaungsschnapserl ist es dann für alle an der Zeit den Weg zurück ins Basecamp anzutreten. Schließlich wartete noch ein weiterer Tag am Fels auf die Alpincamp-Teilnehmer.

Sicherheit am Klettersteig – Tag zwei beim Alpincamp

Tag 2 des Bergzeit Alpincamps mit Skylotec startete mit geballtem Bergführer Know-How. | Foto: Christoph Dirnberger
Tag zwei des Bergzeit Alpincamps mit Skylotec startete mit geballtem Bergführer Know-How. | Foto: Christoph Dirnberger

Noch leicht verschlafen wird am großen Frühstückstisch Bergführer Markus von der gesamten Alpincamp-Crew begrüßt. Er hat die große Ehre als würdige Vertretung von Mane die Gruppe durch den zweiten Tag zu begleiten. Mane war ausnahmsweise für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Bergwacht entschuldigt. Schon beim Frühstück stellt sich heraus, dass auch Markus mit dem üblichen Bergführer-Charme und mit großen Fachwissen Punkten kann.  Immerhin steht das Thema „Sicherheit am Berg“ auf dem Programm.

Mit voll bepackten Rucksäcken geht es direkt nach dem Frühstück wieder in Richtung Hanauer-Stein. Ein paar Optimisten haben zum Glück am schönen Wetter festgehalten und genügend Sonnencreme für alle dabei. Für den Einstieg holt Markus ein langes Seil aus seinem Rucksack. Dabei erklärte er ausführlich die Unterscheide von Halbseil, Einfachseil, Zwillingseil und Statikseil. Auch wichtige Paramater wie die Länge, Seildehnung, Knotenweite und Imprägnierung werden ausgiebig diskutiert.

Die zweite Übung befasst sich darauf mit dem Erlernen der wichtigsten Kletterknoten: Achterknoten, Halbmastwurf und Mastwurf. Schließlich gibt es weitere Anweisungen zu richtigen Verwendung der verschieden Karabiner. Diese Übungen sind notwendig um im Endeffekt das richtige Nachsichern im Klettersteig ordentlich zu bewältigen.

Am zweiten Tag des Alpincamps gabs zahlreiche Einheiten zu Standplatzbau, Nachsichern und Abseilen. | Foto: Christoph Dirnberger
Am zweiten Tag des Alpincamps gabs zahlreiche Einheiten zu Standplatzbau, Nachsichern und Abseilen. | Foto: Christoph Dirnberger

Nachfolgend hat jeder einzeln die Gelegenheit mit Markus im Fels einen Stand zu bauen und einen Partner im Nachstieg zu sichern. Diese Technick ist besonders dann wichtig, wenn man mit Anfängern oder Kindern im Kletterstieg unterwegs ist: An einem Zentralpunkt wird dafür eine Bandschlinge per Mastwurfknoten und Karabiner zur Selbstsicherung eingehängt. Zusätzlich ist auch der Rider 3.0 mit dem zweiten Karabiner am Stahlseil eingehängt. Die große Überwindung ist dabei das vollständige Vertrauen auf den Klettergut. Erstmals müssen beide Hände ganz weg vom Stahlseil, um das Bremsseil richtig zu bedienen. Mit einem weiteren Karabiner mit Halbmastwurf (HMS) wird dann das Bremsseil für den Nachsteiger vorbereitet.

Bestens gesichert, kann dann der Partner eine weitere Route am Hanauer-Stein bezwingen. Dabei fühlt man sich oben beim Sichern schon fast selbst wie ein Bergführer. Der gesicherte Nachstieg ist für die Teilnehmer hingegen eine reine Übungstour. Durch die richtige Verwendung des neuen Skylotec-Klettersteigsets wird das zeitintensive Nachsichern in Zukunft selten.

Nach dieser letzten Übungseinheit des Tages ist es dann wieder an der Zeit, dem  Gasthaus Unterstein einen letzten Besuch für das Wochenende abzustatten. Unter neugierigen Blicken wurde im Biergarten die Ausrüstung verstaut und die Getränkekarte aufgeschlagen, um das Wochenende und den Test des Rider 3.0 Revue passieren zu lassen.

Bergzeit Alpincamp Tester zum Skylotec Klettersteigset Rider 3.0

  • Sandra: Fühlte sich bisher im Klettersteig nicht 100 Prozent sicher. Durch den Skylotec Rider 3.0 ist das nun Geschichte. Aufgrund der leichten Bedienung und dem zusätzlichen Sicherheitsgefühl wird sie in Zukunft auch auf schwierigeren Klettersteigen anzutreffen sein. Daher wird sie das System auch in Ihrem Freundeskreis gerne weiterempfehlen.
  • Mane (Bergführer): Findet den Rider eine super Sache, da er zusätzlich Sicherheit bietet und die Fallhöhe bei Stürzen im Notfall deutlich reduziert. Er ist jedoch der Meinung, dass der Rider 3.0 vor der Verwendung im Zuge einer Einführung ordentlich probiert und erklärt werden muss. Die Klettersteigschule verwendet den Skylotec Rider 3.0 seit Mai 2017 ohne Probleme. Im Herbst werden die Sets von Skylotec zerlegt und genauestens analysiert.
  • Matthias (grinsend): Es fehlt der letzte Kick am Klettersteig doch die Sicherheit geht vor!
  • Katja: War begeistert wie leicht der Rider auch mit kleinen Händen zu bedienen ist.
  • Corny (Bergzeit): Da Wahnsinn! Ich bin auf jeden Fall überrascht von dem guten Handling des Geräts. Auch wenn der Rider 3.0 das Gewicht meines bisherigen Klettersteigsets um das Doppelte übersteigt, ist der Schwerpunkt auf die Sicherheit deutlich in meinen Fokus gerückt.

Zum Skylotec Rider bei Bergzeit

Das Klettersteigset Rider 3.0 kommt im August/September 2017 ins Bergzeit-Sortiment

Mehr zum Thema Skylotec und Klettersteiggehen im Bergzeit Magazin

Kommentare

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Alex

Schaut nach einem lehrreichen Wochenende aus!

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