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Komfort trifft Effizienz

Der Primus PrimeTech Stove Kocher im Test

6 Minuten Lesezeit
Der Primus PrimeTech ist ein sparsamer und robuster Gaskocher. Das verspricht zumindest der Hersteller. Ob der Kocher diesen Worten gerecht wird, hat Bergzeit Magazin-Autor Jens Blume beim Klettern in der Sächsischen Schweiz getestet.
Primus liefert mit dem Primus PrimeTech Stove ein komplettes Kochsystem inklsusive zweier Töpfe. | Foto: Jens Blume
Primus liefert mit dem Primus PrimeTech Stove ein komplettes Kochsystem inklsusive zweier Töpfe. | Foto: Jens Blume

Neues aus Skandinavien: Der Schwedische Outdoor-Equipment-Hersteller Primus hat einen neuen Kocher entwickelt, oder besser gesagt – ein komplettes Kochsystem. Ein sparsamer Gasverbrauch und eine einfache Handhabung waren die Zielgrößen bei der Entwicklung. Ob Primus dabei erfolgreich war und wie mir der Primus PrimeTech Stove als eingefleischter Benzin-Nutzer gefallen hat, könnt ihr in diesem Testbericht lesen.

Während eines langen Kletterwochenendes in der Sächsischen Schweiz hatte ich das Vergnügen, das PrimeTech Stove Set in der 2,3 Liter Version zu testen. Bisher hatte ich nur einen MSR Benzinkocher in meinem Ausrüstungsschrank. Daher war schon vor der Tour die Vorfreude groß: Keine verrußten Hände und Töpfe mehr, kein Vorheizen und einen heiß brennenden Kocher im Handumdrehen – das waren meine Erwartungen – und ich kann schon jetzt verraten, diese wurden erfüllt! Doch nun zu den Details.

Inhalt des Primus PrimeTech Stove Sets

Herzstück des Sets ist der Gasbrenner mit integriertem Windschutz aus Aluminium (303 Gramm). Der Topf oder die Espressokanne sollten mindestens einen Durchmesser von 6,5 Zentimeter haben, damit sie auf die Halterung passen. Auch eine große Pfanne findet dank der ausklappbaren Haltebügel Platz, bei etwa 22 Zentimeter Durchmesser ist allerdings Schluss, da die Außenbereiche aufgrund der kompakten Brennerflamme nicht mehr so heiß werden.

Weiterhin gehören zum Set zwei Töpfe aus hart anodisiertem Aluminium mit 2,3 Liter Fassungsvermögen (277 bzw. 222 Gramm). Einer der beiden Töpfe besitzt zusätzlich am Boden einen Wärmetauscher sowie eine Keramik-Antihaftbeschichtung. Außerdem sind beide Töpfe mit einer praktischen Skalierung zum Abmessen versehen. Als Zubehör wird ein Piezozünder mitgeliefert (37 Gramm), ein Topfanfasser mit Blockierfunktion (64 Gramm), ein isolierender Packbeutel (68 Gramm) sowie ein Kunststoffdeckel mit integriertem Nudelsieb (87 Gramm). So kommt man insgesamt auf nachgewogene 1.058 Gramm Gesamtgewicht und liegt somit über dem vom Hersteller angegebenen Gewicht.

Handling des Kocher-Sets

Nun zu den Stärken des Primus PrimeTech Stove: Die Handhabung ist wirklich kinderleicht. Gaskartusche aufschrauben, Ventil öffnen, anzünden – fertig. Im Vergleich zu meinem MSR Whisperlite Benzinkocher ist das Kochen mit dem PrimeTech wesentlich komfortabler. Es gibt keinen scharfkantigen Windschutz, der dazu noch weggeweht werden könnte, die Finger bleiben immer sauber, nur an den Topfböden findet sich ein kleiner Hauch von Ruß. Dadurch, dass die Kartusche mit einem Schlauch angeschlossen wird, ist es problemlos möglich die Kartusche auf den Kopf zu stellen. Außerdem hat der Kocher bei einer solchen Bauart eine große stabile Standfläche. Dass der Kocher also umkippt, ist extrem unwahrscheinlich.

Genauso unwahrscheinlich ist, dass das Essen anbrennt. Schließlich lässt sich die Kocherflamme wunderbar und stufenlos regulieren – bis hin zur Teelichtgröße. Fantastisch finde ich auch den isolierenden Packbeutel! Wie oft musste ich die Nudeln schon kalt essen, weil der eisige Wind schneller war als ich essen konnte. Gut mitgedacht wurde außerdem beim Deckel. Sonst war das verlustfreie Abkippen vom Nudelwasser immer eine recht schwierige Angelegenheit. Hingegen finde ich den Topfhalter mit Blockierfunktion eher ein unnötiges Gimmick, welches zu Lasten des Gewichtes geht. Der Wärmetauscher hat zwar auch sein Gewicht, sorgt allerdings für eine hohe Effizienz beim Kochen, wodurch weniger Gasvorräte notwendig sind.

Ein Beispiel:

Kinderleichte Handhabung für Töpfe und Espressokannen ab einen Durchmesser von 6,5 bis 22 Zentimeter. | Foto: Jens Blume
Kinderleichte Handhabung für Töpfe und Espressokannen ab einen Durchmesser von 6,5 bis 22 Zentimeter. | Foto: Jens Blume
  • Unter identischen Bedingungen (Raumtemperatur 25 °C, Wassertemperatur 15 °C, Flamme voll aufgedreht, Windstille) habe ich genau 1.000 Gramm Wasser zum sprudelnden Kochen gebracht – einmal im Topf mit Wärmetauscher, einmal in dem anderen Topf. Ergebnis: 03:02 Minuten Kochzeit mit Wärmetauscher, 04:39 Minuten ohne Wärmetauscher. Somit hat der Wärmetauscher eineinhalb Minuten Kochzeit gespart!
  • Angeschaut habe ich mir außerdem den Gasverbrauch. Bei voller Brennleistung werden 142 Gramm Gas pro Stunde verbraucht. Der Hersteller gibt einen Wert von 198 Gramm pro Stunde an. Ich liege mit meiner Messung also sogar unter dem angegebenen Wert.

Schließlich noch ein paar Bemerkungen zum Topfmaterial: Auch dieses bietet einen Komfort-Zugewinn. Wenn die Beschichtung des Topfes genauso kratzfest und langlebig ist wie meine Primus-Bratpfanne, dann kann ich jedem diesen Topf nur empfehlen! So geht Abwaschen ruck-zuck, meist sogar ohne Spülmittel. Und für das Rühr- oder Spiegelei muss man keine extra Pfanne mehr mitnehmen. Der andere Topf ist sicher etwas schwieriger aufzuwaschen, aber dafür ist er leichter als Edelstahl und durch die Anodisierung muss man auch keine Sorge mehr haben, Aluminium mitzuessen.

Nach Gebrauch lässt sich das gesamte System gestapelt im Packbeutel verstauen. Hier sollte man darauf achten, ein kleines schützendes Tuch zu verwenden, um die Topfbeschichtung nicht zu beschädigen.

Mein Test-Fazit zum Primus PrimeTech Stove

Der Primus PrimeTech Kocher ist ein gelungenes durchdachtes Produkt, mit dem selbst das Zubereiten von aufwendigen Menüs unter Outdoor-Bedingungen Freude bereitet und unkompliziert ist. Zudem ist der Kocher in Verbindung mit dem Windschutz und dem Wärmetauscher ein Meister in Effizienz – mit einer mittelgroßen Kartusche Gas (230 Gramm) sollte man knapp 100 Minuten lang kochen können und dabei 33 Liter Wasser zum Sieden bringen können! Gut geeignet ist er für alle Draußen-Freunde, die mehr wollen als lediglich Wasser für Trekkingnahrung erhitzen und welche nicht um jeden Liter Packvolumen oder um jedes Gramm Gewicht feilschen müssen. Die fein einstellbare Flamme lässt sanftes Braten genauso zu, wie superschnelles Erhitzen von Duschwasser für den Zehn-Liter-Wassersack.

Der Vorteil der Gasflamme: Sie hinterlässt keinen Ruß und macht so Kocher und Töpfe pflegeleichter. | Foto: Jens Blume
Der Vorteil der Gasflamme des Pirmus PrimeTech Stove: Sie hinterlässt keinen Ruß und macht so Kocher und Töpfe pflegeleichter. | Foto: Jens Blume

Folgende drei Punkte sind meiner Meinung nach die herausragendsten Eigenschaften des Primus PrimeTech. Ich persönlich bin aber immer noch am Meisten davon begeistert, keine rußigen Finger mehr beim Kochen zu bekommen:

  • Komfortables und unkompliziertes Handling: Das gesamte Kocherlebnis macht Freude und man kann sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren.
  • Hocheffiziente Verbrennung und Wärmeleitung: Aus jedem Gramm Gas wird das Maximum herausgeholt.
  • Durchdachtes Produktdesign: Die gesamte Küche wird im Packbeutel verstaut, es bleibt sogar etwas Platz über für Besteck, Gewürze, Schwamm und andere Kleinigkeiten.

Ich hoffe Ihr habt nun einen guten Eindruck von dem Kocher gewonnen. Falls Ihr Fragen habt nutzt gern die Kommentarfunktion!

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