Das Patagonia Pluma Jacket ist eine innovative, nachhaltig hergestellte Hardshelljacke mit einem breiten Einsatzspektrum. Bergzeit Magazin-Autor Peter Worbs hat die signalrote Jacke an der Wildspitze und am Watzmann getestet.

Patagonia – nachhaltige Outdoor-Bekleidung aus den USA

Das in den USA ansässige Unternehmen Patagonia ist bekannt für die ökologische Herstellung innovativer Outdoor-Bekleidung. Auch die neue Patagonia Pluma Hardshelljacke birgt einige Innovationen – besonders hinsichtlich in Sachen Robustheit und Leichtgewichtigkeit. Die extrem leichte Hardshelljacke ist perfekt fürs Alpinklettern bei widrigen Wetterbedingungen, aber auch ideal für Hochtouren oder alpine Trekkingtouren geeignet.

Die Regenjacke besteht aus dreilagigem Gore-Tex Pro-Material mit einer wasserabweisenden DWR-Imprägnierung und ist somit dauerhaft wind- und wasserdicht. Daher ist diese hochwertige Jacke speziell für alpine Unternehmungen bei Regenwetter, Schneefall oder kaltem Wind ein unverzichtbares Accessoire.

Das Patagonia Pluma Jacket wusste rundum zu überzeugen. | Foto: Peter Worbs
Das Patagonia Pluma Jacket wusste rundum zu überzeugen. | Foto: Peter Worbs

Gleichzeitig ist das Material aber auch sehr atmungsaktiv. Feuchtigkeit durch Schwitzen wird problemlos nach außen abgeführt. Da das Material außerdem äußerst robust ist, hält die Jacke auch einiges aus. Besonders nachhaltig und umweltfreundlich ist dabei die Verwendung von recyceltem Polyamid.

Praktische Details wie die verstellbaren Ärmelbündchen, drei Reißverschluss-Taschen oder die anpassbare Kapuze runden die Ausstattung des Patagonia Pluma Jacket perfekt ab.

Meine Erwartungen an das Patagonia Pluma Jacket

Ich verspreche mir von dieser Jacke eine zuverlässige äußerste Schicht für optimalen Schutz vor Regen, Wind und Schnee bei Skitouren, alpinen Klettertouren sowie bei klassischen Hochtouren. Auch fürs Eisklettern erwarte ich eine wasserabweisende und reißfeste Hardshelljacke, die einiges aushalten kann.

Mir ist wichtig, dass die Kapuze der Hardshelljacke gut angepasst werden kann, ohne dabei das Sichtfeld zu stark einzuschränken. Zudem soll bei Regen und Wind der Bereich um das Gesicht gut abgedeckt, Feuchtigkeit durch Schwitzen aber dennoch nach außen transportiert werden. Ich möchte unter der Jacke entweder eine Primaloft-Jacke, eine Softshelljacke, einen atmungsaktiven Pullover oder – für wärmere Regen- und Windtage – einfach nur ein Funktionshirt tragen.

Wichtig ist mir zudem, dass das Patagonia Pluma Jacket bei stürmischen und kalten Touren die Körperwärme gut zurückhält und zugleich die Feuchtigkeit gut abführen kann, sodass darunterliegende Schichten durch das Schwitzen nicht total durchnässt werden.

Der erste Eindruck der Jacke

Optisch hat mir die Jacke auf Anhieb gefallen. Sie ist schlicht gestaltet und hat wenig Schnickschnack, dafür sind aber alle wichtigen Funktionselemente wie Reißverschlüsse, Taschen, Ärmelbündchen oder Gummibänder für die Kapuze an den richtigen Stellen übersichtlich angebracht. Das auffällige Rot war für mich anfangs zwar gewöhnungsbedürftig, beim Tragen hat es mich jedoch nicht mehr gestört. Klarer Vorteil: Man wird auf Tour immer gesehen (insbesondere im Falle eines Notfalls!). Alternativ gibt es die Jacke auch in schwarz, grün oder blau.

Top Verarbeitung: bei Details wie Reißverschlüssen und Nähten beweist Patagonia, dass es zu den führenden Hersteller hochwertiger Bergbekleidung gehört. | Foto: Peter Worbs
Top Verarbeitung: bei Details wie Reißverschlüssen und Nähten beweist Patagonia, dass es zu den führenden Hersteller hochwertiger Bergbekleidung gehört. | Foto: Peter Worbs

Der Hauptreißverschluss ist leichtgängig, allerdings war es für mich anfangs gewöhnungsbedürftig, dass der Zipper auf der rechten Jackenseite „montiert“ ist und nicht auf der linken. Die drei Reißverschluss-Taschen sind genau an den richtigen Stellen angebracht und unterwegs stets gut erreichbar.

Das Material fühlt sich äußerst robust an. Außerdem ist es beachtenswert, wie leicht die Jacke in der Hand ist und auf welches kleine Packmaß sie sich zusammenlegen lässt. Dies sehe ich als großen Vorteil auf meinen Touren, weil die Patagonia Pluma Jacket somit im Rucksack nicht viel Platz wegnimmt und ihn nicht schwerer macht.

Die Passform

Die Jacke ist ideal geschnitten, aber nicht enganliegend. Bei einer Körpergröße von 185 Zentimeter und einem Gewicht von etwa 75 Kilo passt mir die Größe L super. Die Jacke eignet sich geradezu perfekt dafür, um darunter noch weitere Schichten zu tragen. Einzig die Kapuze ist mir etwas zu groß – für den Fall, dass man einen Helm darunter trägt, ist dieser Umstand allerdings wieder ganz gut. Auch die Länge der Jacke ist sehr gut und passend. Zur Bewegungsfreiheit kann ich nur sagen – sie ist nahezu grenzenlos!

Peter Worbs hat die Patagonia Pluma Hardshelljacke auf Hochtour, beim Eisklettern und bei Spaltenbergungsübungen in den Ötztaler Alpen getestet. | Foto: Peter Worbs
Peter Worbs hat die Patagonia Pluma Hardshelljacke auf Hochtour, beim Eisklettern und bei Spaltenbergungsübungen in den Ötztaler Alpen getestet. | Foto: Peter Worbs

Praxistest auf Hochtour

Ich teste die Jacke das erste Mal auf einem Hochtourenwochenende auf dem Taschachhaus im hintersten Pitztal. Auf der Gletschertour zur Wildspitze wird es aufgrund der Sonneneinstrahlung nicht besonders kalt, dennoch ist es – vor allem im Gipfelbereich – sehr windig. Ich habe ein leichtes Langarmshirt aus Kunstfaser an und darüber das Patagonia Pluma Jacket.

Die Jacke trägt sich sehr angenehm, kalt ist mir nie, der Wind macht gar nichts aus. Im Aufstieg schwitze ich viel, wobei es nur im Rückenbereich etwas nass wird, weil dort der Rucksack aufliegt. In den übrigen Bereichen führt die Jacke die Feuchtigkeit sehr gut nach außen – ein dickes Plus! Auch das Handling von Seil und Gurt geht problemlos vonstatten, die Bewegungsfreiheit wird in keinster Weise durch die Jacke beeinträchtigt.

Am nächsten Tag fühle ich mich bei einer leichten Regentour auf den Hausberg des Taschachhauses, den Urkundkopf, ebenfalls sehr wohl. Die Jacke ist perfekt wasserdicht – die Regentropfen perlen am Material ab, dass es eine Wonne ist. Auch beim Eisklettern am Taschachferner am darauffolgenden Tag macht die Patagonia Pluma Jacket eine gute Figur. Die Jacke leitet Feuchtigkeit vom Schwitzen nach außen und weist gleichzeitig von der Eiswand herabtropfendes Schmelzwasser ab. Gelegentliche Berührungen mit Unebenheiten an der Seitenwand der Gletscherspalte oder mit aufprallenden Eisbrocken, die beim Pickelschlag gelöst werden, stellen für das robuste Material ebenfalls kein Problem dar.

Mit der Patagonia Pluma Jacke in der Watzmann Ostwand

Belüftungsöffnungen unter den Armen sorgen für ein gutes Trageklima. | Foto: Peter Worbs
Belüftungsöffnungen unter den Armen sorgen für ein gutes Trageklima. | Foto: Peter Worbs

Im Rahmen einer Begehung der Watzmann-Ostwand kann ich die Jacke erneut testen. Bei der Begehung der Wand haben wir sonniges Wetter, sodass ich die Jacke zunächst gar nicht trage. Der Wetterbericht hat allerdings für Nachmittag Gewitter vorhergesagt, weshalb das Patagonia Pluma Jacket schnell wieder aus dem Rucksack hervor geholt wird.

Die Jacke nimmt nicht viel Platz im Rucksack weg – auch zum Gesamtgewicht trägt die Jacke nur unwesentlich bei. Daher störte sie beim Klettern in der Ostwand nicht im geringsten. Im Abstieg über das Wimbachgries kommen wir schließlich doch noch in ein Gewitter. Aber dank der Patagonia Pluma Jacket Hardshelljacke bin ich vom Kopf bis zur Hüfte absolut trocken geblieben!

Bei weiteren Abendtouren an meinem Hausberg, dem Breitenstein, habe ich die Jacke immer wieder getragen. Niedriges Gewicht und perfekter Wind- und Regenschutz waren auch hier die positiven Aspekte der Hardshelljacke.

Fazit zur Patagonia Pluma Jacke

Absolut überzeugend ist für mich die Allround-Tauglichkeit der Jacke für sämtliche Touren, die in meinem Tourenspektrum liegen. Sowohl für hochalpine Touren auf Gletschern, beim Eisklettern und auch auf alpinen Klettertouren ist die Jacke eine ideale Wahl als äußerste Bekleidungsschicht. Als leichte Jacke zum Schutz vor eventuell einsetzendem Regen packe ich die platzsparend im Rucksack verstaubare Jacke im Sommer zudem gern auf normalen Wanderungen ein. Auf meinen Skitouren im Winter wird die Patagonia Pluma Jacket Hardshelljacke neben dazu passender Primaloft-Jacke oder Funktionspulli darunter bestimmt nicht fehlen. Absolut top ist in meinen Augen die enorme Wasserdichtigkeit und Robustheit der Jacke. Das Material hat mich jedenfalls sehr überzeugt, da es Klima und Feuchtigkeit durch Schwitzen sehr gut reguliert. Das Design fällt durch seine Schlichtheit positiv auf und gefällt mir sehr gut. Einziges Manko  in meinen Augen: Der hohe Preis – für die Nutzung als reine Regenjacke wäre sie mir zu teuer. Wenn man jedoch auf vielerlei Arten im Gebirge unterwegs ist, ist sie der perfekte Wegbegleiter.

Hier geht es zum Patagonia Pluma Jacket bei Bergzeit:

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