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Kleinkinder und Babys richtig anziehen im Winter

5 Minuten Lesezeit
Wenn die Blätter fallen und der erste Frost einsetzt, kommt bei Eltern unweigerlich die Frage auf: Was ziehe ich meinem Baby jetzt eigentlich an, damit es nicht friert? Und welche Kleidung ist für aktive Kleinkinder im Winter am besten? Bergzeit Autorin Steffi, erfahrene Mutter zweier Kinder, verrät, wie Du Kinder und Babys jetzt richtig anziehst.

Wenn es draußen so richtig ungemütlich und kalt wird, ist es manchmal verlockend, einfach drinnen zu bleiben und daheim in der warmen Wohnung zu spielen. Doch ich will ehrlich sein: Ich kann nicht den ganzen Tag mit meinen Kindern drinnen verbringen und am Abend noch gut gelaunt sein. Gerade im Winter, wenn die Tage kurz sind, ist es wichtig, mit unseren Babys und Kindern Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Frische Luft stärkt das Immunsystem und bei Sonne bekommen die Kleinen eine für sie wichtige Dosis Vitamin D.

Doch zu Beginn der kalten Jahreszeit kommt bei uns Eltern damit auch immer die berechtigte Frage auf: Wie ziehe ich meine Babys und Kinder im Winter richtig an?

Draußenzeit in der Natur tut einfach gut! Mit der richtigen Kleidung kannst Du sie auch in der kalten Jahreszeit voll und ganz genießen.

Vaude

Draußenzeit in der Natur tut einfach gut! Mit der richtigen Kleidung kannst Du sie auch in der kalten Jahreszeit voll und ganz genießen.


1. Babys und Kinder im Winter richtig anziehen: Der häufigste Fehler

Es ist verlockend, Babys und Kinder möglichst dick anzuziehen. Immerhin sollen sie nicht frieren und vor der Kälte gut geschützt sein. Vor allem Babys können ihren Temperaturhaushalt noch nicht selbst regulieren und kühlen schneller aus als Erwachsene oder ältere Kinder. Zu viel bzw. zu dicke Kleidung kann allerdings ins Gegenteil umschlagen und Babys können überhitzen. Kinder sollten also nie zu dick angezogen werden.

2. Der Zwiebellook: Babys und Kinder im Winter nicht zu warm und nicht zu kalt anziehen

Bei der Zwiebeltaktik tragen Babys und Kinder im Winter mehrere dünne und sinnvoll kombinierte Schichten an Winterkleidung. So wird ihnen draußen nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm.

Das Zwiebelprinzip ist uns Erwachsenen von unserer eigenen Draußenzeit bekannt. Sie nützt allerdings recht wenig, wenn man ungeeignete Kleidung dafür auswählt und sie nützt auch nichts, wenn wir Eltern bei unseren Kindern nicht davon Gebrauch machen. Ich weiß selbst, dass es viel Arbeit bedeutet, Kinder unterwegs aus- bzw. später wieder anzuziehen. Kinder, die sich im Winter viel bewegen, fangen allerdings an zu schwitzen, meist sogar schneller als wir Erwachsenen. Sprechen wir ihnen also ihr Körpergefühl nicht ab, sondern helfen ihnen dabei, ihre Wohlfühltemperatur zu finden.

Mehrere dünne und sinnvoll kombinierte Schichten und fertig ist die Zwiebel: Mit diesem Look lässt sich auf jede Temperaturschwankung optimal reagieren.

Isbjörn of Sweden

Mehrere dünne und sinnvoll kombinierte Schichten und fertig ist die Zwiebel: Mit diesem Look lässt sich auf jede Temperaturschwankung optimal reagieren.


Zwiebellook Schicht 1: Funktionelle Unterwäsche

Die erste Schicht wird direkt auf der Haut getragen, weshalb sie nicht kratzen oder bei Kindern zu Hautirritationen führen darf. Sie sollte sich weich und angenehm anfühlen und funktionell sein. Funktionell bedeutet, dass sie bei Kälte wärmt und bei Wärme einen raschen Feuchtigkeitstransport gewährleistet.

Baumwolle nimmt viel Feuchtigkeit auf, trocknet allerdings schlecht. Naturfaserprodukte, z.B. aus Merinowolle, sind die bessere Wahl. Auch schon für Babys gibt es entsprechende Bodys oder Jumpsuits. Für ältere Kinder eignen sich ein dünnes Longsleeve und eine dünne Leggings.

Zwiebellock Schicht 2: Isolationsschicht

Um Babys und Kinder im Winter richtig anzuziehen, wird über der Unterwäsche eine weitere Schicht Kleidung getragen. Ich achte darauf, dass diese Schicht möglichst bequem ist, wie z.B. eine Fleece-Hose und ein Fleece-Pullover.

Zwiebellook Schicht 3: Schutz vor Nässe, Wind und Kälte

Die dritte Kleidungsschicht besteht im Winter aus einem Schneeanzug oder einer Winterjacke mit Schneehose. Diese letzte Schicht dient zum Schutz vor Nässe, Wind und Kälte und sollte absolut wasserdicht sein. Je höher die sog. Wassersäule ist, desto besser, denn damit steht einer ausgiebigen Schneeballschacht nichts im Wege.

Für Babys, die noch nicht krabbeln können, ist kein dicker Schneeanzug nötig. Hier reicht ein bequemer Woll-Walkanzug, der die ganz Kleinen weniger einschränkt.

Winterjacke und Winterhose sollten absolut wasserdicht sein. Dann steht dem Spielen im Schnee nichts im Weg.

Stefanie Schindler

Winterjacke und Winterhose sollten absolut wasserdicht sein. Dann steht dem Spielen im Schnee nichts im Weg.


Kleinere Kinder, die noch nicht selbst laufen, hält ein Schneeanzug mit Füßchen optimal warm - garantiert auch beim Schlittenfahren.

Stefanie Schindler

Kleinere Kinder, die noch nicht selbst laufen, hält ein Schneeanzug mit Füßchen optimal warm – garantiert auch beim Schlittenfahren.


3. Winterkleidung für Kinder und Babys: Kauftipps

Kaufe gutsitzende Kleidung: Wer sich Gedanken darüber macht, wie er sein Baby bzw. seine Kinder im Winter richtig anzieht, der wird recht schnell merken, dass geeignete Winterkleidung nicht günstig ist. Um vor allem die dritte Schicht Kleidung zwei Winter zu nutzen, können Produkte für Babys gerne zu groß gekauft werden. Viele Kleidungsstücke sind ohnehin so clever designt, dass sie eine Weile mitwachsen.

Ich kann allerdings nicht empfehlen, Kindern, die schon selbst laufen, Kleidungsstücke zu kaufen, die mehrere Nummern zu groß sind. Wer im Winter viel Zeit draußen verbringt oder mit seinen Kindern auch im Winter wandern gehen möchte, der sollte ihnen gutsitzende Kleidung kaufen. Sind die Ärmel der Winterjacke zu lange, werden die Handschuhe ständig runterrutschen und in einer zu großen Hose hat kein Kind Lust einen längeren Zeitraum zu unterwegs zu sein.

Kaufe nachhaltig ein: Zum Glück gibt es bereits viele Hersteller, die auf nachhaltigere Stoffe bei der Materialauswahl setzten, den Anteil an recyceltem Material erhöhen, umweltschonend, sprich PFC-frei imprägnieren oder Wolle aus artgerechter Haltung nutzen. Mitwachsende Kleidung und robuste Stoffe sorgen dafür, dass die Produkte möglichst langlebig sind und nicht nach einer Saison schon wieder aussortiert werden müssen.

4. Passende Winterschuhe für Kinder

Wasserdicht, warm gefüttert und nicht zu eng - so sollten Winterschuhe sein. Für Touren durch Schnee und Matsch sollten sie außerdem über den Knöchel reichen.

Stefanie Schindler

Wasserdicht, warm gefüttert und nicht zu eng – so sollten Winterschuhe sein. Für Touren durch Schnee und Matsch sollten sie außerdem über den Knöchel reichen.


Babys brauchen selbstverständlich noch keine Schuhe – auch nicht im Winter. Wollsocken oder Wollüberzieher halten Babys Füßchen schön warm. Anders sieht es aus, wenn die Kinder schon selbst laufen, denn dann brauchen sie passende Winterschuhe, die ihre Füße trocken und warm halten. Bei der Wahl der Schuhe sollten Eltern darauf achten, dass der Schuh wasserdicht und warm gefüttert ist. Das ist der Fall, wenn der Schuh mit einem Isolierenden, wasserdichten und atmungsaktiven Gore-Tex® Futter ausgestattet ist. Mir ist es wichtig, dass der Winterschuh meiner Kinder über den Knöchel reicht. So bleiben die Füße länger warm und eine Wanderung durch Schnee oder ein Sprung in eine Pfütze sorgt nicht für nasse Füße. Passende Winterschuhe dürfen außerdem nicht zu eng sein. Mit dicken Socken sollten Kinder ihre Zehen noch gut bewegen können, ansonsten sind kalte Füße vorprogrammiert.

5. Mütze, Handschuhe, Sonnbrille und Hautpflege nicht vergessen

Ein Großteil der Körperwärme wird über den Kopf abgegeben. Zur richtigen Winterkleidung gehört auch immer eine Mütze, die die Ohren bedeckt.

So warm und gemütlich eingepackt lässt sich der Ausflug in den Schnee voll und ganz genießen.

Isbjörn of Sweden

So warm und gemütlich eingepackt lässt sich der Ausflug in den Schnee voll und ganz genießen.


Natürlich dürfen Handschuhe beim Rausgehen mit Kindern im Winter nicht fehlen. Für viele Eltern sicherlich ein leidiges Thema. Zumindest bei meinen Kindern stoßen Handschuhe nicht immer auf Begeisterung. Seit wir Handschuhe haben, die bis zum Ellenbogen hochgezogen werden können, ist die Akzeptanz, diese auch anzulassen, größer, denn sie rutschen nicht ständig runter und sitzen viel besser. Hautpflege gehört vielleicht nicht direkt zum Thema Kleidung, sollte meiner Ansicht nach hier dennoch kurz Erwähnung finden. Die Haut von Babys und Kinder reagiert meist empfindlich auf Kälte und Wind und trocknet im Winter schnell aus. Eltern dürfen nicht vergessen vor einem Winterspaziergang die Haut der Kinder einzufetten bzw. diese mit Sonnencreme zu schützen. Bei viel Schnee und Sonnenschein ist eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz auch für Kinder sinnvoll. Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht und trifft die Haut und die Augen mit voller Wucht.

Draußenzeit ist wichtig – auch im Winter!

Wer seine Babys und Kinder im Winter richtig anzieht, der muss sich nicht sorgen, dass sie auskühlen und kann die frische Luft und die Zeit draußen in vollen Zügen genießen.

Mehr zum Thema Outdoor & Kinder im Bergzeit Magazin:

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